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Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

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Don Alonso

Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Don Alonso » 29. Mai 2001, 14:37

Mir persönlich gefallen Africa (Schönes Spiel, sehr gut zu spielen ), Isis und Osiris (Spielen wir jeden Tag zu zweit) und Pangena (Haben wir schon zu fünft gespielt, Super).
Doch leider ist keines dieser Spiele bei der SdJ Liste dabei.Carcassonne ist recht nett, doch wir haben uns "abgespielt".
Habe ich einen anderen Geschmack als ihr oder bin ich nur enttäuscht, das diese Spiele nicht auf der Liste sind ?
Don Alonso (Reif für den Psychiater )

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Carsten Wesel

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Carsten Wesel » 29. Mai 2001, 14:44

Ich muß nicht jedes Posting glauben, oder?
Gruß Carsten (ich sage es schon)

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Carsten Wesel

[OT] Das habe ich nicht geschrieben

Beitragvon Carsten Wesel » 29. Mai 2001, 14:54

Dieser Beitrag ist nicht von mir
Gruß Carsten (ich sage es nicht)

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Attila
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re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Attila » 29. Mai 2001, 17:01

Das beim SdJ kein "Roats & Boats" o.ä. dabei ist, ist verstaendlich ! Das SdJ muss ein Spiel sein was man in der Familie spielen kann - auch als nicht-Spieler !
Aber die Auswahlliste ist schon eine Ueberraschung und laesst fuer mich die Frage offen ob da wirklich objektiv beurteilt wurde, oder ob da noch andere interessen im Spiel sind.
Das ist schon etwas traurig.
Atti

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Roland G. Hülsmann

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 30. Mai 2001, 15:13

>> ob da wirklich objektiv beurteilt wurde
Wie willst Du ein Spiel "objektiv" beurteilen?

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Attila
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re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Attila » 30. Mai 2001, 16:48

Indem ich kein Augenmerk auf Autor, Verlag, etc. lege.
Ich habe so das Gefuehl das speziell Autor/Verlag doch ziemlich entscheidende Auswahlkriterien geworden sind. Anders kann ICH mir die Liste sonst nicht erklären.
Atti

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MarcFigel

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon MarcFigel » 31. Mai 2001, 14:40

Bitte um Begründung wer und welcher Verlag aus welcher wirtschaftlichen Erwägung heraus bevorzugt wurde.
MF

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Attila
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re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Attila » 31. Mai 2001, 17:50

Das ist lediglich eine Frage die ich mir gestellt habe. Dazu brauch ich keine Begruendung angeben.
Wenn die Kriterien der Auswahl nicht erkenntlich sind, dann stellt sich MIR die Frage, ob diese dann nicht anderswo liegen. Wo ist da das Problem ?
Java und Medina sind nur 2 Spiele die ich vermisse. Zusaetzlich frage ich mich wie es sein kann das Remakes von Spielen drauf kommen.
Atti

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Don Alonso

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Don Alonso » 1. Juni 2001, 09:57

Remake:
Dampfroß,Heimlich und Co, Focus etc.

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MarcFigel

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon MarcFigel » 1. Juni 2001, 14:01

Zitat:
"Ich habe so das Gefuehl das speziell Autor/Verlag doch ziemlich entscheidende Auswahlkriterien geworden sind. Anders kann ICH mir die Liste sonst nicht erklären."
Ich wollte nur wissen, worauf sich dein Gefühl begründet, da ich es nicht nachvollziehen kann.
Die Subjektivität der Kriterien ist ja schon mehrfach erwähnt worden. Ich finde die Liste o.k. und kein Autor/Verlag wurde meines Erachtens bewußt bevorzugt.
Java ist ohne Frage gut, Medina vermisse ich auch...
trotzdem paßt die Liste.
Gegen Pauschale Unterstellungen habe ich etwas.
Viele Grüße!
Marc
MF

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Roman Pelek

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Roman Pelek » 1. Juni 2001, 14:20

Hi Attila,
>Wenn die Kriterien der Auswahl nicht erkenntlich sind, dann stellt sich MIR die Frage, ob diese dann nicht anderswo liegen. Wo ist da das Problem ?<
Die Frage kannst Du Dir gerne stellen - Du wirst aber vermutlich keine schlüssige Antwort darauf erhalten. Vieles ist nunmal auch Geschmackssache - und 8 Kritiker liefern dann nicht notwendigerweise den exakten Querschnitt von tausenden anderer Spieler. Vielleicht gibt es im Einzelfall auch sekundäre Kriterien, die die einzelnen Mitglieder mit als Massstab angelegt haben, wenn sie sich nicht entscheiden konnten. Das, an sich, finde ich nicht verwerflich. Und selbst wenn, theoretisch darüber hinaus, weitere Erwägungen eine Rolle gespielt haben, wirst Du diese kaum herausfinden. Denn schlecht oder klar einseitig ist die Liste nicht. Ich erkenne z.B. keinen Titel, der es nicht würdig wäre, draufgenommen zu werden. Und die Erwägung, einfache Spiele vermehrt zu honorieren, ist ja allgemein bekannt.
>Java und Medina sind nur 2 Spiele die ich vermisse.<
S.o., die werden o.g. Einfachheitskonsens und Geschmacksfragen "erlegen" sein, auch wenn ich ebenso bei "Medina" der Meinung bin, dass man es ob seiner Qualität hätte mit draufpacken sollen. Und Java, wie schon so häufig diskutiert, ist in den Augen mancher (auch in meinen) ein exzellentes Spiel. Aber andere wiederum halten es nur für einen Aufguss, zu komplex, zu konstruiert oder sonstwas und, was angeführt werden kann, ist die gebührende Würdigung der anderen Kramer-Titel, die nicht immer auf Gegenliebe oder Verständnis bei der Masse der SdJ-Käufer stiess.
Wie fast immer in den Diskussionen ums SdJ drängt sich das Fazit auf, dass man über Geschmack in gewissen Grenzen nunmal schlecht streiten kann, der Liste objektiv fast nix vorzuwerfen ist und bei anderer Auswahl andere Leute "aufgeschrien" hätten :)
>Zusaetzlich frage ich mich wie es sein kann das Remakes von Spielen drauf kommen.<
War oft so und ist auch hier so (bleibt so?). Und warum ist es schlecht, ein Spiel draufzupacken, wenn es in verbesserter Form vorliegt und vorher noch nicht gewürdigt wurde? Es wurde ja auch schon argumentiert, dass "Royal Turf" zuvor bei einem englischen Verlag erschienen war. Wenn man da aber konsequent weiterargumentiert, kommt man auch irgendwann in die Schiene, dass man kein Spiel nehmen darf, dass ein Autor vielleicht schon 5 Jahre in der Schublade hatte ;-) (natürlich überspitzt...)
Ciao,
Roman

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Attila
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re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Attila » 1. Juni 2001, 17:39

Zitat:
Gegen Pauschale Unterstellungen habe ich etwas.
Ich kann mich nicht erinnern das ich irgendjemand irgendwas unterstellt habe. Ich habe mir lediglich eine Frage gestellt.
Atti

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Attila
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re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Attila » 1. Juni 2001, 17:53

Natuerlich sind Spiele auch Geschmackssache, aber wenn ein Spiel den Titel SdJ traegt muss das doch eine Bedeutung haben, oder ? Und dieser Titel muss nach irgendwelchen Kriterien vergeben werden, richtig ?
WELCHE !?
Was nuetzt mir der tollste Titel, wenn man nicht weiss was das bedeutet !?
Es gibt eine Menge guter Spiele - davon sind 10 auf die Auswahlliste gekommen - zweifellos, aber GERADE weil Spiele ansichtsache sind ist es doch wichtig zu wissen nach welchen Kriterien das SdJ gewaehlt wird. Wenn das ein Preis fuer Zockerfreaks ist, prima. Wenn das fuer wenigspieler gedacht ist - auch prima ! Man muss aber doch wissen was es bedeutet, ansonsten ist's sinnlos !
Atti

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Roman Pelek

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Roman Pelek » 3. Juni 2001, 06:14

Hi Attila,
das SdJ richtet sich an Wenig- bis Seltenspieler und Familien. Damit ist der Anspruch eigentlich klar. Der Rest ist Ermessenssache der Jury, die evtl. ihre Entscheidung klar und öffentlich im Netz auch bereitstellen sollte.
Darüber hinaus ergeht's der Jury nicht anders als jeder ambitionierten Spieler-/Kritikergruppe: man testet ein Spiel intensiv, und nachher diskutiert man drüber. Letztendlich haben alle vom selben Spiel einen etwas anderen Eindruck, auch wenn vielleicht objektive Kriterien von allen berücksichtigt werden. Und nicht selten geben sekundäre Kriterien den Ausschlag, wenn man sich nicht entscheiden kann. Niemand ist so objektiv, das ignorieren zu können.
Zumindest geht's allen mir bekannten Personen so, niemand ist frei von persönlichem Geschmack oder anderen Erwägungen im Zweifelsfall. Darüber kann man engagiert diskutieren und sich austauschen, letztendlich aber ist es sowas eine Mehrheitsentscheidung und Ermessenssache.
Insofern - Begründung: ja, muss sein. Kritik an der Entscheidung: ja, gehört dazu. Aber Ansprüche, die nicht zu leisten sind, oder Anschuldigungen, die nicht untermauert werden können, sind m.E. überflüssig - egal wie Recht jemand vielleicht hat. Und das ist mein Unbehagen an der Diskussion um das SdJ und die Jury.
Ciao,
Roman

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Attila
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re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Attila » 3. Juni 2001, 14:17

> das SdJ richtet sich an Wenig- bis
> Seltenspieler und Familien. Damit ist
> der Anspruch eigentlich klar.
Haha. Wenn das so ist, dann muessen sich die Kritiker auch daran messen lassen. Ein Wenigspieler der z.B. HvG kauft, weil es auf der Auswahlliste vom SdJ steht, kauft nie wieder etwas wo etwas von "SdJ" drauf steht. IMHO ist HvG nichts fuer Gelegenheitsspieler und Familien.
> Anschuldigungen, die nicht untermauert
> werden können
Davon habe ich hier nichts lesen koennen. Hat irgendjemand irgendwelche Anschuldigungen geschrieben ?
Atti

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Roman Pelek

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Roman Pelek » 4. Juni 2001, 03:51

Hi Attila,
>Haha. Wenn das so ist, dann muessen sich die Kritiker auch daran messen lassen. Ein Wenigspieler der z.B. HvG kauft, weil es auf der Auswahlliste vom SdJ steht, kauft nie wieder etwas wo etwas von "SdJ" drauf steht. IMHO ist HvG nichts fuer Gelegenheitsspieler und Familien.<
Ich gebe Dir Recht, dass zumindest der Spieleinstieg in HvG für Wenigspieler zu hart ist. Deshalb tippen viele hier auch auf wenig Chancen für den Hauptpreis oder Nominierung. Und die Auswahlliste soll ja auch nicht die nähere Begutachtung eines Spiels ersparen, sondern eher fördern, und da sollte relativ schnell klar werden, ob HvG einem liegt oder nicht.
>Davon habe ich hier nichts lesen koennen. Hat irgendjemand irgendwelche Anschuldigungen geschrieben ?<
Dass die Jury absolut willkürlich handelt, sich primär von sekundären Kritierien und nicht den Spielen an sich leiten lässt etc. etc. Gibt doch genug in der aktuellen und den letztjährigen Diskussionen ums SdJ (siehe Archiv) zu finden. Manches davon ist/war schon etwas hart bzw. zu unsachlich, wie ich finde.
Ciao,
Roman

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Attila
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re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Attila » 4. Juni 2001, 22:57

> ja auch nicht die nähere Begutachtung eines Spiels ersparen, sondern
> eher fördern, und da sollte relativ schnell klar werden, ob HvG einem liegt
Wenn man es so sieht (habe ich bisher noch nicht), stimmt das. Ist natuerlich richtig das Leute die noch nie gespielt haben auch das DEM SdJ nicht moegen. Unter der vorrausetztung eines minimum an Eigeninitiative, sind alle Spiele auf der Liste ok. Ich habe jedoch mehr den Eindruck das viele Gelegenheitsspieler hingehen und einfach das SdJ oder Spiele mit dem Aufdruck "nominiert fuer SdJ" kaufen, denn wenn das nicht die Verkaufzahlen erhoeht, wieso drucken die das denn drauf ? ;-)
Da ich selber sehr gerne Spiele und ich finde das es einfach viel zu wenige gibt die das auch tun (nicht nur um die Zeit totzuschlagen). Und da ich mir SEHR GUT vorstellen kann das so manches nominierte Spiel einem Gelegenheitsspieler unangenehm aufstossen kann (weil diese Spieler vieleicht nicht die Geduld/Zeit haben um sich damit zu beschaeftigen), finde ich die Liste halt nicht SOOO passend.
> Manches davon ist/war schon etwas hart bzw. zu unsachlich, wie ich finde.
So waren meine Postings nicht gemeint, ich frage mich halt nur wieso soviele Ravensburger und so wenig Hans im Glueck Spiele auf der Liste sind. Ich habe es umgekehrt erwartet. Und nach dem Troubel um die Jury sind solche Frage ja auch nicht GANZ unberechtigt. Klar, spielen ist Subjektiv, aberich bin mir trotzdem sicher dass das SdJ auch dieses Jahr den Titel verdient hat !
Atti

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Roman Pelek

SdJ-Liste, Kriterien, Sachlichkeit etc.

Beitragvon Roman Pelek » 5. Juni 2001, 02:50

Hi Atti,
>Unter der vorrausetztung eines minimum an Eigeninitiative, sind alle Spiele auf der Liste ok.<
Meines Erachtens wäre es zumindest wünschenswert, wenn die Auswahlliste im öffentlichen Eindruck einen Anreiz zur Eigeninitiative geben würde. Eine beschränkte, überschaubare Auswahl, aus der Unerfahrene ihre "Neigung" herauspicken können. Ist zwar vermutlich immer noch zu 99% utopisch, aber ich denke, es würde lohnen, ein solches Ziel zu verfolgen. In meinen Augen auch gerne etwas "hartnäckiger".
>Ich habe jedoch mehr den Eindruck das viele Gelegenheitsspieler hingehen und einfach das SdJ oder Spiele mit dem Aufdruck "nominiert fuer SdJ" kaufen, denn wenn das nicht die Verkaufzahlen erhoeht, wieso drucken die das denn drauf ? ;-)<
Die meisten kaufen, leider oftmals wider bessere Alternativen für den persönlichen Geschmack, das SdJ, weil eben das der Gewinnertitel ist. Natürlich erhöht der Aufdruck der Auswahlliste auch die Verkaufszahlen, aber nicht in gebührenden Maße, wie ich meine.
>Da ich selber sehr gerne Spiele und ich finde das es einfach viel zu wenige gibt die das auch tun (nicht nur um die Zeit totzuschlagen).<
Hier bin ich der Meinung, dass jeder Spielbegeisterte selbst was zur Verbreitung des Brettspiels beitragen kann, alleine schon im eigenen Interesse. Man muss aber auch jeden Fall bedacht vorgehen und darf die Leute nicht überfordern, sonst laufen sie verständlicherweise weg. Man kann da nicht gleich die eigenen komplexen Lieblingstitel auffahren, sondern muss manchmal auch mal was "über sich ergehen" lassen. Dann klappt das auch gut - und schwuppdiwupp sind viele auch bereit, ein "Händler von Genua", "Medina", "Java" zu spielen. Es gibt halt zwei Haupthürden für's Spielen: zu hohe Komplexität am Anfang und Regelstudium. Sind die genommen, haben viele Leute Spass am Brettspiel, denke ich.
>Und da ich mir SEHR GUT vorstellen kann das so manches nominierte Spiel einem Gelegenheitsspieler unangenehm aufstossen kann (weil diese Spieler vieleicht nicht die Geduld/Zeit haben um sich damit zu beschaeftigen), finde ich die Liste halt nicht SOOO passend.<
Eine solche Liste ist eine Gratwanderung, zumindest in meinen Augen. Man muss einfache Einstiegskost für Seltenspieler bereithalten, möchte aber vielleicht auch gerne komplexere Sahnehäubchen würdigen. Nuja, und genauso sieht m.E. die Liste auch aus - ein Kompromiss, aber was will man besser machen? Man muss auch bedenken, dass die Verlage auch die Liste schielen. Und fehlen da komplexe Spiele a la "HvG", dann heisst's gleich wieder: sowas will ja keiner, das brauchen wir nicht mehr im Programm. Und ist dann auch, gelinde gesagt, nicht das Wahre :(
>> Manches davon ist/war schon etwas hart bzw. zu unsachlich, wie ich finde.<<
>So waren meine Postings nicht gemeint<
Weiss ich - Du hattest nur irgendwie das Ganze so formuliert, als ob in der ganzen SdJ-Diskussion nur Sachlichkeit vorherrschen würde ;-)
>ich frage mich halt nur wieso soviele Ravensburger und so wenig Hans im Glueck Spiele auf der Liste sind.<
Medina fehlt m.E. auch. Aber es kann halt auch in ein Grübelspiel ausarten, und anscheinend mochte das die Hälfte der Jury nicht, so dass es knapp rausgeflogen ist. "San Marco" braucht man m.E. auch nicht auf der Liste, da es von den drei Moon/Weissblum-Titeln derjenige ist, der am ehesten "zum Abschuss" freigegeben ist (Thematik, Mechanismus). Aber um Alea bin ich froh, alleine um eine anspruchsvolle Reihe zu würdigen. Alea ist eben _nicht_ ganz Ravensburger, auch wenn's dazugehört. Und letztes Jahr fehlten schon die "Fürsten" von Florenz, und "HvG" als anspruchsvolles Spiel gehört da m.E. drauf. "Royal Turf" - okay, es hätte auch "Wyatt Earp" sein können. Oder keins von beiden. Dennoch ein wirklich unterhaltsames Spiel, mit dem zumindest wir in unterschiedlichsten (gerade großen) Runden viel Spass hatten. 'Ne Überraschung, aber ich finde auch keine Argumente, ein solches Spiel nicht draufpacken zu können.
>Ich habe es umgekehrt erwartet.<
Ich auch. Ich hätte nicht auf "San Marco" getippt und dafür auf "Medina". Und bin rein subjektiv auch der Meinung, dass es eher sorum gehört, um ein besseres Bild des Spielejahrgangs zu liefern. Und das beste Spiel der Ravensburger dieses Jahr finde ich immer noch "Java", ungeachtet des ganzen (negativen) Trubels drum. Aber nach den letzten beiden Kramer-Gewinnen und angesichts des Anspruchs des Spiels war das Spiel wohl wirklich zuviel für die Auswahlliste... Insofern verständlich.
>Und nach dem Troubel um die Jury sind solche Frage ja auch nicht GANZ unberechtigt.<
Kritik an einer solch wichtigen Institution ist sowieso nicht unberechtigt und sicher auch sehr wichtig. Gerade angesichts der jünsten Verstrickungen. Aber sie sollte dennoch sachlich und fundiert sein - und in vielen Fällen war's das nicht. Ich habe auch mit viel Spass die Vorschläge anderer zur Auswahlliste gelesen und gerne mitdiskutiert - ich mochte aber nicht, wie manche daraus konstruiert haben, dass ihre Liste die einzig wahre wäre und die Jury sowieso nur inkompetenten willkürlichen Mist verzapfen würde. Das schiesst m.E. über's Ziel hinaus - und bringt auch gar nix.
>Klar, spielen ist Subjektiv, aberich bin mir trotzdem sicher dass das SdJ auch dieses Jahr den Titel verdient hat !<
Viel schiefgehen kann da eigentlich nicht - alle Titel auf der Auswahlliste sind objektiv zumindest keine Reinfälle. Tippe auf Carcassonne oder Capitol. Und drittes nominiertes momentan: Zapp Zerapp. Apropos: mich hat's arg verdutzt, dass man einen Kinderspielpreis einführt und dann noch Zapp Zerapp separat auf die Liste packt. Das fand ich auch etwas zuviel des Guten. Hätte auf ZZ als KSdJ getippt. Was denkst Du/Ihr drüber?
>Atti<
Ciao,
Roman

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Berit Kamb

re: SdJ-Liste, Kriterien, Sachlichkeit etc.

Beitragvon Berit Kamb » 5. Juni 2001, 11:13

Lieber Roman,
auch ich finde die Selektion der "Kinderspiele" in diesem Jahr ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Vielleicht läßt es sich so erklären:
In die Auswahl Kinderspiel nimmt die Jury nur Spiele, die Kinder allein spielen können, wenn sie die Regeln erlernt haben.
In der Auswahl zum SdJ findet sich dann auch jenes Spiel, das Kinder u_n_d Erwachsene gerne spielen. Bei Zapp Zerapp zumindest habe ich das so erlebt. Die Erwachsenen waren in den gemischten Runden die wildesten Schütteler, manchmal sehr zum Erstaunen der beteiligten Kinder, die viel behutsamer an die Fässchen gingen.
Aber Zapp Zerapp macht auch in einer reinen Erwachsenenrunde Spaß, z.B. als Absacker nach einem anstrengenden Spieleabend, probier es mal aus.
By the way, wie gefällt Dir denn nun "Rüsselbande"?
Hattest Du die Möglichkeit, es mit Kindern zu spielen?
Ich habe unsere Ferkel zur Zeit immer auf dem Tisch stehen, und jeder, der es mag, baut eine neue, manchmal echt verwegene Schweinepyramide. Bis der Hund einmal mit dem Schwanz wedelnd alles wieder zunichte macht!
Liebe Grüße,
Berit

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Wolfgang Ditt

re: SdJ-Liste, Kriterien, Sachlichkeit etc.

Beitragvon Wolfgang Ditt » 5. Juni 2001, 12:11

Hallo Roman,
> ...Apropos: mich hat's arg verdutzt, dass man einen
> Kinderspielpreis einführt und dann noch Zapp Zerapp
> separat auf die Liste packt. Das fand ich auch etwas
> zuviel des Guten. Hätte auf ZZ als KSdJ getippt. Was > denkst Du/Ihr drüber?
Die Grenze wurde zwischen 6 und 7 Jahren gezogen. Zapp Zerapp und Hexenrennen (beide ab 7) sind somit auf der SdJ-Liste und sie sind eben auch Übergänge zum Familienspiel. Diese Grenze ist auch sinnvoll, weil Kinder irgendwann im Alter von 7 genügend Lesefertigkeit haben, um sich so eine weitere Welt erschließen zu können (was man allerdings bei ZZ und HR nicht braucht).
Ich denke, es sind überwiegend die Vielspieler, die über die Spiele ab 7 bzw. 8 die Nase rümpfen, Familien sehen das - hoffentlich - anders.
Wolfgang

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Roman Pelek

re: SdJ-Liste, Kriterien, Sachlichkeit etc.

Beitragvon Roman Pelek » 5. Juni 2001, 14:05

Hi Berit,
>By the way, wie gefällt Dir denn nun "Rüsselbande"?
Hattest Du die Möglichkeit, es mit Kindern zu spielen?<
Schön von der Aufmachung her, leider haben wir es bisher nur mit Erwachsenen in einer 2er und 4er-Besetzung spielen können. Dabei war die 2er-Variante durchaus auch für Ältere interessant, da taktischer. Die 4er ist vermutlich die uninteressanteste Spielweise, selbst für Kinder, da man da weder mit 2 Ferkeln pro Spieler taktieren kann (wie bei 2 und 3) noch wirklich so viel los ist wie bei mehr Mitspielern.
Aber da muss ich mir nochmal ein paar Kinder schnappen (laufen draussen nicht grade ein paar vorbei? ;-) und das mal "richtig" spielen für eine Beurteilung, wie denen sowas Spass macht. Die Ditts haben das ja schon auf die Reihe bekommen - und ich denke, das dürfte die Sache auch ziemlich treffen, was sie so alles in ihrer Rezi angebracht haben.
Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Kinder-/Familienspiele auf der Liste und KSdJ

Beitragvon Roman Pelek » 5. Juni 2001, 14:29

Hallo Roman,
>Die Grenze wurde zwischen 6 und 7 Jahren gezogen. Zapp Zerapp und Hexenrennen (beide ab 7) sind somit auf der SdJ-Liste und sie sind eben auch Übergänge zum Familienspiel.<
Sicher - aber man könnte natürlich jetzt ins Detail gehen und sagen, dass Klondike eigentlich auch ein Familienspiel ist, welches in der Urversion ab 8 Jahren angegeben war und nur jetzt in der Neuauflage mit einer weiteren Variante auch ab 6 spielbar ist. Ich finde das Festhalten an Zahlenangaben auf der Schachtel etwas starr, m.E. könnte sich die Jury da mehr Freiheit nehmen und ihrer eigenen Beurteilung der Zielgruppe vertrauen. Bzw. hätte auch Zapp Zerapp in die KSdJ-Liste gepasst, genauso gut wie Klondike. Immerhin sollte es kein Problem sein, das Spiel auch mit 6-jährigen zu spielen ;-)
>Diese Grenze ist auch sinnvoll, weil Kinder irgendwann im Alter von 7 genügend Lesefertigkeit haben, um sich so eine weitere Welt erschließen zu können (was man allerdings bei ZZ und HR nicht braucht).<
Richtig. Abgesehen davon gibt's auch Kinder, die, wenn sie erstmal lesen können, auch schon höher angesetzte Titel spielen können. Aber egal, das ist natürlich auch immer eine Einzelfallentscheidung und schwer generell zu greifen.
>Ich denke, es sind überwiegend die Vielspieler, die über die Spiele ab 7 bzw. 8 die Nase rümpfen, Familien sehen das - hoffentlich - anders.<
Von Nase rümpfen war ja bisher (zum Glück) noch nicht die Rede. Aber darüber hinaus gibt's ja auch Familien, die Kinder im Alter von 10, 12 oder höher haben, die gerne zusammen spielen - die brauchen ja auch Spiele :) Nein, mich hat's nur gewundert, dass man sich wirklich so starr an die Altersangaben gehalten hat und nicht etwas mehr Kreativität und eigenes Ermessen in die Sache gelegt hat.
>Wolfgang<
Ciao,
Roman

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Matthias Staber

re: Kinder-/Familienspiele auf der Liste und KSdJ

Beitragvon Matthias Staber » 6. Juni 2001, 09:52

>Aber darüber hinaus gibt's ja auch Familien, die Kinder im Alter von 10, 12 oder höher haben, die gerne zusammen spielen - die brauchen ja auch Spiele :)<
Wenn ich den Anspruch des SDJ-Preises richtig verstehe, stehen diese Spiele auf der normalen Liste.
Matthias Staber

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Dirk

re: Habe ich einen anderen Geschmack bei Brettspiele ?

Beitragvon Dirk » 7. Juni 2001, 12:53

Hi Roman ,
soso , "das SdJ richtet sich an Wenig- bis Seltenspieler und Familien" ,- seit wann denn so ??
Letzt genannte Zielgruppe ist mit Spielen wie Java,HvG,
aber auch Torres & Tikal (etc. etc.) hoffnungslos überfordert .Dann doch bitte gleich OttifantenSkat,
Monopoly,Fang den Hut & Co. ; obwohl , -gut & richtig Skatspielen will gelernt sein , also streichen .
Dafür gibt es dann aber den Preis für das schönste SDJ......
Anscheinend kennst du dich in der gehobenen (dort wo's
um den lieben mammon geht)"Spielerkreisen" nicht aus - oder du gehörst sogar dazu ."Seilschaften" existieren nun einmal - auch hier .Und wenn ich hier Insiderwissen
wg Verlagen/Autoren 'raushaue , gibts 'ne Menge Ärger.
Ich glaube , daß man diese Sache entschärfen könnte :
neben dem Kinder-SdJ sollte es noch ein Familien-SdJ sowie ein Profi-SdJ geben (und sich das mit dem "schönsten"-SdJ schenken) , und alle wären glücklich , lägen sich in den Armen & würden einfach
wieder spielen (oder so) .


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