Beitragvon Mifu » 3. Juli 2001, 22:54
Ein Programm für ein Bewertungssystem für Spiele kenne ich leider nicht.
Allerdings wäre eine Bewertung, die etwas ungestellt wird und dem Ingo – System des Schachs angelehnt ist, vielleicht möglich.
So etwas wäre leicht in einem kleinen Programm selbst zu schreiben.
Das Ingo – System bewertet Spielerleistungen beim Schach. Um so kleiner die Ingo – Zahl um so besser die Spielerleistung.
Es gibt Ingozahlen von 300 bis 2, wobei Spitzenspieler meisten unter 50 liegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zuerst eine Ingo – Zahl für denjenigen Spieler festgelegt werden muss, der noch keine
besitzt.
Diese Bewertungszahl müsste für jedes Spiel unterschiedlich festgelegt werden. So würde ein Spieler in einem Spiel ( Bsp. : Carcassonne )
eine andere Ingozahl besitzen, wie bei einem anderen Spiel ( Bsp. Die Händler von Genua ).
Eine Berechnung würde wie folgt erfolgen :
Zuerst werden die Ingozahlen aller Spieler addiert, die am Spiel teilnehmen und durch die Anzahl der Spieler geteilt. Dadurch ergibt sich eine durchschnittliche Ingozahl.
Beispiel bei 4 Spielern :
100, 120, 170, 180 = 570 / 4 = 142 die durchschnittliche Ingozahl.
Weiterhin erhält der jeder Spieler gemäß Platzierung und Anzahl der Teilnehmer jeweils Punkte. Bei vier Spielern erhält der Sieger 3 Punkte, der zweite
2 Punkte, der dritte 1 Punkt, der letzte 0 Punkte.
Eine Partie kann immer nur so viele Punkte erzielen, wie Spieler – 1 teilnehmen.
Bei vier Spielern ist die Höchstpunktzahl 3 Punkte. Werden zwei Partien gespielt, werden die Punkte der Spiele addiert – die Höchstpunktzahl ist 6 Punkte
( 2 * 3 ).
Ist die Partie – oder die Partien beendet, wird die Punktzahl der Spieler in eine % Zahl umgewandelt.
Beispiel :
Hat ein Spieler aus zwei Partien, mit jeweils 4 Spielern, 4 Punkte erreicht, erzielte er :
( 4 / 6 ( die Höchstpunktzahl aus 2 Spielen mit 4 Personen ) * 100 = 66 % der möglichen Punkte erreicht.
Somit hat ein Spieler, der immer den letzten Platz belegte 0 %.
Anschließend werden die ermittelten Werte, die über 50% liegen, von der durchschnittlichen Ingozahl subtrahiert, die ermittelten Werte unter 50% addiert.
Beispiel:
Die durchschnittliche Ingozahl lag vorhin bei 142.
Der Spieler, der 4 Punkte erreichte, hatte 66 % erzielt, es werden also 16 Punkte
( 16 % über 50 % ) von der durchschnittlichen Ingozahl abgezogen = 126.
Diese Zahl gilt jetzt für diesen Spieler als Berechnungsgrundlage für die neue Ingo.
Dabei wird die alte Infozahl mit 3/4 und die neue Ingozahl mit 1/4 berechnet.
Dies ist recht einfach. Nehmen wir an, der Spieler hatte vorher 170 gehabt.
Er hat sich zu 126 also ernorm gesteigert. Es war nicht zu erwarten, das er 4 Punkte holen konnte. Da dies wohl ein einmaliger Glückfall war :-)
wird auch nur 1/4 davon angerechnet.
126 / 4 = 32
Seine alte Ingozahl wird aber zu 3/4 angerechnet.
170 / 4 = 42 * 3 = 126
Daraus ergibt sich 126 + 32 = 158 – die neue Ingozahl für diesen Spieler.
Er konnte sie also mit 12 Punkten verbessern.
Es bleibt die Frage, ob dieses System, in dieser leicht abgewandelten Form auf Spiele – die auf Glück und Taktik ( oder sogar nur Glück ) beruhen –
anwendbar und vor allem sinnvoll ist.
Aus diesem Grunde müsste eine solche Bewertung für jedes Spiel neu berechnet werden – also jede Ingozahl gilt nur für ein bestimmtes Spiel.
Der Vorteil einer solchen Berechnung wäre, dass sich Spieler, die sich bisher noch nie gegenüber gesessen haben, ihr Spielergebnis bewerten können.
Der Nachteil : bei einem reinen Glückspiel würde eine solche Zahl auch nur ausdrücken, wer bisher am meisten Glück gehabt hat.
Schwierig wird es dann bei Spielen, die gleichermaßen Glück und Taktik in sich vereinen.
Bei Schach ist dies einfacher, wenn man dort auch Glück benötigt :
das Glück, dass der Gegner einen Fehler macht.