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Spielkritik-Kritik am Beispiel "Galileo"

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Peter Lewe

Spielkritik-Kritik am Beispiel "Galileo"

Beitragvon Peter Lewe » 13. Juli 2001, 12:03

Was tun, wenn ein Rezensent eine Spielregel nur flüchtig liest, deshalb ein Spiel falsch spielt und anschließend schwerwiegende Vorwürfe gegen den Autor und den Verlag erhebt? So geschehen in der letzten Spielbox durch Wieland Herold bzgl. "Galileo".
Meine Einlassung, zuerst privat an Wieland gerichtet, blieb ohne Antwort. Um dem Schaden entgegenzuwirken, der vorallem dem jungen Verlag (Spiel Spass) - der sich gerade dem Autorenspiel zu öffnen beginnt - durch die schallende Ohrfeige von Wieland Herold entsteht, hier die Klarstellung als offener Brief:
Lieber Wieland,
könnte es sein
-daß du den Satz auf der Seite drei der Spielregel nicht gelesen hast: den Beutelinhalt kann sich der Spieler vor dem Zug anschauen.
-daß du deshalb nicht erkannt hast, daß die Karte zwar verdeckt abgelegt, aber nicht verdeckt gezogen wird
-daß du deshalb den Sinn des Beutels nicht verstanden hast
-daß du deshalb nicht gesehen hast, daß durchaus starke mit schwachen Karten im Beutel liegen
-daß also sogar Mehrheit bis 9 zu 2 gekippt werden können
-daß du deshalb ein zweifelhaftes Spielvergnügen hattest
-daß du deshalb deine peinlichen Fragen an Autor und Verlag stelltest?
Könnte das sein?
... und es bewegt mich doch... Peter Lewe

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sonne

re: Spielkritik-Kritik am Beispiel "Galileo"

Beitragvon sonne » 13. Juli 2001, 13:52

Hallo Herr Lewe,
zunächst mal Gratulation zu diesem interessanten Spiel. Zu Ihrem obigen Punkt kann ich leider nicht Stellung nehmen, weil ich weder die fragliche Spielbox Ausgabe besitze noch die Spielanleitung vor mir liegt. Es wäre aber für die Diskussion sicherlich am besten, wenn der Angesprochene antworten könnte.
Ich will nun die Gelegenheit ergreifen und meine schon mal früher hier gestellte und nur von Carsten erwiderte Frage direkt an Sie zu richten. Zu diesem Zweck habe ich der Einfachheit halber, die damaligen vier Postings von Carsten und mir hier reinkopiert. Ich hoffe wir haben nicht auch etwas in der Anleitung übersehen, wie auch immer bin ich für Ihre Beantwortung sehr dankbar.
Gruß sonne
Ab hier reinkopiert:
Liebe MitspielerInnen:
nun habe ich mich schon öfter über eine Partie von Galileo zu zweit gefreut.
Das Spiel ist m.E. ein wirklich recht nettes zu Legespiel, das nicht
schwierig, aber auch nicht zu leicht zu spielen geht (man muß zumindest
genau aufpassen was der andere nun gerade macht).
Leider gab`s zum Spielende hin meist ein Problem. Unter Spielphase
(obiger link) ist das auch in einer jüngeren Kritik adressiert worden: "Das
Endspiel ist dagegen frustrierend, da der Spieler, der es auslöst, meistens
keinerlei Einfluß mehr in die Punktwertung am Ende einbringen kann", heißt
es da m.E. ganz zutreffend. In der Praxis bedeutete das, das für die
Schlußwertungen offenbar die anderen Spieler insoweit bevorteilt sind, da
es ihnen noch möglich ist die Setzsteine entsprechend zu platzieren.
Nun meine Frage: Spiele ich da etwas falsch oder hat jemand einen
Vorschlag für eine Regeländerung mit der das Problem behoben werden
kann (Schlußwertung wegfallen lassen?).
Gruß sonne
Stimmt!
Der letzte Spieler sitzt einfach nur noch rum und schaut, wo die anderen ihre
Chips einsetzen. In meinem letzten Spiel hatte ich vor der Schlußwertung 3
Punkte Vorsprung vorm zweiten, der als letzter am Zug war und keine Chips
mehr auf dem Plan hatte. Mir war klar, daß ich nur maximal 2 Chips
einsetzen darf, um auf jeden Fall vor ihm zu bleiben (die anderen Spieler
waren keine Gefahr mehr). Das hab' ich dann auch gemacht.
Wenn du da etwas ändern willst, dann kannst du ja einfach 'ne Runde früher
aufhören, wenn noch nicht alle Plättchen umgedreht sind und alle Spieler
gleich oft die Möglichkeit hatten aktiv zu werden.
Gruß Carsten (dem das gar nicht so schlimm vorgekommen ist)
"Wenn du da etwas ändern willst, dann kannst du ja einfach 'ne Runde früher
aufhören, wenn noch nicht alle Plättchen umgedreht sind und alle Spieler
gleich oft die Möglichkeit hatten aktiv zu werden."
OK, Carsten, ich denke den Aspekt, das jeder gleich oft dran war, den kann
man nur schwer kontrollieren, - ich halte ihn auch nicht für so wichtig, weil
man durch seine Option eine der Karten aus dem Säckchen zu ziehen, das
Spiel auch schon recht anders beeinflußt als bei normalem Umdrehen nur
eines Plättchens. Vielleicht sollte man sich einfach darauf vorher einigen,
aufzuhören (ggf ohne Schlußwertung), sobald nur noch zwei verdeckte
Plättchen liegen.
Übrigens hatten wir das Gefühl, das die zweite Option, bei der man zwei
statt einem Plättchen umdrehen darf und zuvor ein offenes gegen eines aus
dem Sack austauscht immer die vorteilhaftere ist, gings Euch da auch so?
Gruß sonne
> Übrigens hatten wir das Gefühl, das die zweite
> Option, [...] immer die vorteilhaftere ist, gings
> Euch da auch so?
Jo - man kann damit einfach zu viel Unheil anrichten, so daß wir diese
Option quasi durchgehend gewählt haben.
Gruß Carsten (der gern mal die Wahl hat)
Bin sehr dankbar für weitere Anregungen zu den oben diskutierten Punkten:
1. Benachteiligung des letzten Spielers?
2. Wie lösbar?
3. Spieloption des Aufdeckens von 2 Kärtchen und Umtauschens von einem
Offenen durch Sackinhalt immer attraktiver?
Gruß sonne

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Angelika Pöllath

re: Spielkritik-Kritik am Beispiel "Galileo"

Beitragvon Angelika Pöllath » 13. Juli 2001, 14:14

Hallo,
Wieland Herold ist zur Zeit im Urlaub. Wie lange, wissen wir nicht. Vermutlich deswegen kann er im Moment nicht reagieren.
Redaktion spielbox
Angelika Pöllath

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Wolfgang und Brigitte Ditt

re: Spielkritik-Kritik am Beispiel "Galileo"

Beitragvon Wolfgang und Brigitte Ditt » 13. Juli 2001, 17:10

Hallo Peter, hallo Wieland,
völlig überrascht haben wir dieses Posting gelesen. Beim Lesen der Kritik in der Spielbox ist uns aufgefallen, dass das Spiel, das dort beschrieben wurde, nicht das Spiel ist, das wir mit "Galileo" gespielt haben. Direkt vorher hatten wir nämlich unsere Rezension vorbereitet und extra mit dem Lesen gewartet, damit wir uns nicht davon beeinflussen lassen. Aufgrund dieses Threads haben wir die Rezi jetzt, früher als geplant, hochgeladen.
Als wir das Posting zum ersten Mal lesen, konnten wir uns nicht vorstellen, dass es solche Differenzen gibt und Wieland nicht antwortet (das Posting von Angelika Pöllath klärt hier ja auf).
Ansonsten kann es jedem Rezensenten passieren, dass er die Spielregel falsch liest oder falsch interpretiert. Das ist uns auch schon passiert und wir denken da noch an die Rezension über den "Druidenwalzer" in der Spielbox, wo es nicht einmal zu einer "normalen" Rezension kam wegen der Regelunklarheiten.
Brigitte und Wolfgang

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Udo Möller

Spielboxkritiker gleich zweimal daneben

Beitragvon Udo Möller » 13. Juli 2001, 17:51

Nicht nur bei Galileo wurde offensichtlich von den Kritikern der spielbox "falsch" gespielt. Auch bei EVO wurde "falsch" gespielt (vgl. den Thread weiter unten). Da stellen sich für mich die Fragev:
-Werden die Spiele immer in der gleichen Besetzung gespielt?
-Liest nur einer die Regel und erklärt den anderen diese?
-Sollte da nicht noch ein "unparteiischer" Kritiker die Kritik und die Spielregel lesen?
Fragen über Fragen, denn eigentlich wollte ich mir Galileo ob der Kritik nicht kaufen, sollte es mir aber doch noch mal überlegen....
Spiele Grüße
Udo (LUdo ergo sum - heute abend endlich DHvG)

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Roland G. Hülsmann

re: Spielboxkritiker gleich zweimal daneben

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 13. Juli 2001, 21:41

-Liest nur einer die Regel und erklärt den anderen diese?
So etwas ist gefährlich! Beim Spielbox-Wochenende hätten wir auf diese Weise beinahe "Das Amulett" falsch gespielt, weil es uns jemand erklärte, dem es widerum erklärt wurde ...
Als ich dann wegen einer Unklarheit zur Regel griff, mußte ich feststellen, daß die auf diesem Wochenende tradierte mündliche Regel offensichtlich in einem wichtigen Punkt von der tatsächlichen abwich. (Was dann erklärte, weshalb einige Spielerunden das Spiel als nahezu unspielbar einstuften. Mir persönlich gefiel es dann, auch wenn ich ziemlich verloren habe.)
Gerade bei Artikeln der Spielbox sollten soche Fehler nicht vorkommen. Mindestens zwei der Teilnehmer sollten die Regel VOR dem Spiel lesen ... und bei Unklarheiten sich ggf. schlau machen. Dann wäre so etwas wie mit GALILEO oder auch mit EVO nicht passiert.
Roland ("Lesen bildet ungemein!")

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Roman Pelek

Regellesen / Erklären

Beitragvon Roman Pelek » 14. Juli 2001, 01:47

Hi Roland,
>Als ich dann wegen einer Unklarheit zur Regel griff, mußte ich feststellen, daß die auf diesem Wochenende tradierte mündliche Regel offensichtlich in einem wichtigen Punkt von der tatsächlichen abwich. (Was dann erklärte, weshalb einige Spielerunden das Spiel als nahezu unspielbar einstuften. Mir persönlich gefiel es dann, auch wenn ich ziemlich verloren habe.)<
Schön, dass es anderen auch so geht. Ich habe die Angewohntheit, bei erklärten Spielen immer nochmal selbst zur Regel zu greifen in kritischen Punkten oder wenn ich das Gefühl habe, dass irgendwas "nicht läuft" oder unbalanciert ist. Meist bestätigt sich dieser Verdacht, auch wenn's einem nicht immer wohlwollende Blicke einbringt ;-)
Meine Erfahrung ist auch, dass das Lesen der Regeln von mehreren Leuten sich sehr auszahlt - nimmt man das Forum und die Möglichkeit, direkt nachzufragen noch mit hinzu ist eigentlich jedes Spiel korrekt spielbar - zumindest spielentscheidende Momente jenseits von Geschmacksfragen oder geringfügigen Varianten. Angesichts der Tatsache, dass Spiele oft falsch und häufig schlechter gespielt werden, ist es wohl lohnend. Ich hab's auch schon oft in Runden erlebt, dass Spiele als "schlecht" empfunden wurde, weil irgendein "unwichtiges" Detail überlesen oder kreativ abgewandelt wurde, dass sich dann doch als recht gravierend erwies :(
Ciao,
Roman (will immer erstmal die Originalregeln verstehen und das Spiel an sich begreifen, bevor er variiert...)

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Michael Andersch

re: Spielboxkritiker gleich zweimal daneben

Beitragvon Michael Andersch » 14. Juli 2001, 11:41

Hallo,
meiner Meinung nach sollten alle Spielbox-Kritiker die Regel lesen bzw. gelesen haben. Andernfalls könnte ich nicht nachvollziehen, wie die jeweiligen Benotungen der Spielregel zustande kommen sollten...
Viele Grüße,
Micha (liest gerne Regeln)

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Hermann Huth

Extremes Veto!

Beitragvon Hermann Huth » 14. Juli 2001, 18:24

Hallo Brigitte und Wolfgang,
Zitat: 'Ansonsten kann es jedem Rezensenten passieren, dass er die Spielregel falsch liest oder
falsch interpretiert.'
Nein, das darf einem Rezensenten nun wirklich überhaupt nicht passieren, da es schlicht und ergreifend sein Job ist, eine Regel richtig interpretieren zu können; notfalls per Nachfrage beim Autoren!!!
Es ärgert mich gerade sehr, wenn Ihr mit dieser nonchalanten Aussage versucht, etwaige Fehler geradezubiegen; zumal Ihr insgesamt, wenn ich Eure bisherigen Postings richtig gelesen habe, einen relativ besserwisserischen Habitus an den Tag legt!
Es tut mir leid, wenn ich jetzt hier evtl. einen etwas agressiven Tonfall an den Tag lege, aber ich bin gerade wirklich ausgesprochen sauer!!
Ich habe selber einmal ein Spiel herausgebracht, und habe aufgrund des Unvermögens des Rezensenten, die Regel richtig zu lesen, einen herben Verriss geerntet. So etwas schmerzt und ist ausgesprochen überflüssig!!
Trotzdem Gruß,
Hermann

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Erhard Portner

re: Extremes Veto!

Beitragvon Erhard Portner » 14. Juli 2001, 19:16

Lieber Hermann,
ich kann Deinen Ärger in vielen Punkten verstehen und nachvollziehen. Aber gleichwohl meine ich, es wäre im Interesse des fairen Umgangs miteinander und im Interesse einer sachgerechten Diskussion besser, in der verbalen Waffenwahl abzurüsten. Brigitte und Wolfgang Ditt - man muss sie nicht lieben, aber sie haben sich ihre Verdienste um das Thema Spiel erworben und sie können sicherlich nichts dafür, dass Dein Spiel dereinst vielleicht falsch verstanden wurde.
Nix für ungut
Erhard (der Deine Postings ansonsten immer sehr gerne liest!)

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Hermann Huth

re: Extremes Veto!

Beitragvon Hermann Huth » 14. Juli 2001, 19:38

Hallo Erhard,
hast ja recht; war halt ein bissel echauffiert....Allerdings stehe ich nach wie vor zu meiner Kernaussage, daß ein Rezensent die Regeln einfach ordentlich zu lesen hat!!
Gruß,
Hermann (der aus diesem Grunde Fairplay liebt, da man sich dort sicher sein kann, daß die Jungs wirklich jede Regelpassage ausgiebigst durchdiskutiert haben;-) (nein Carsten, das gibt keinen Fünfer ins Klammerschwein...))

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Erhard Portner

re: Extremes Veto!

Beitragvon Erhard Portner » 14. Juli 2001, 19:54

Hallo Hermann!
"Allerdings stehe ich nach wie vor zu meiner Kernaussage, daß ein Rezensent die Regeln einfach ordentlich zu lesen hat!!"
Da hast Du natürlich völlig Recht!
Gruß
Erhard

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Hermann Huth

re: Extremes Veto!

Beitragvon Hermann Huth » 14. Juli 2001, 20:01

Hi Erhard,
schön, wenn sich die Wünsche der Spieler manchmal decken.
Gruß von Stuttgart nach Berlin,
Herman (fast ohne Klammersatz)

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sonne

re: Extremes Veto!

Beitragvon sonne » 14. Juli 2001, 20:15

Hallo Herr Huth,
so sehr ich Ihre Reaktion verstehe, möchte ich differenzieren, dahingehend ob die Regel an sich klar war und man sich nur falsches dabei dachte oder ob die Regel unklar, verwirrend oder lückenhaft war, - dann würde ich den schwarzen Peter beim Spielautor suchen. Im letzteren Fall könnte m.E. ein Autor eine Rückfrage des Rezensenten nicht verlangen. Eine Abwertung eines Spiels wegen einer schlechten Anleitung ist mehr als gerechtfertigt. Viele Spielautoren achten auf eine klare und verständliche Regel viel zu wenig und vergessen dabei, daß es die Regel ist, die den Zugang zum Spiel herstellen soll. Nach meiner Erfahrung sind mind. etwa 1/3 aller Spielanleitungen lückenhaft, unklar, unübersichtlich oder verwirrend, - ein bischen viel. Übrigens ist dies nur eine Antwort auf das Posting von Herrn Huth und nicht zum Spiel Galileo.
Ansonsten scheinen Spielekritiken etwas schwieriges zu sein (so meine Sicht als reiner Leser). Manche Schreiben nur positives oder verstecken Spielprobleme hinter Andeutungen, was einem auch nicht viel weiter hilft.
Gruß sonne

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Hermann Huth

re: Extremes Veto!

Beitragvon Hermann Huth » 14. Juli 2001, 20:36

Hallo Sonne (hübscher Satz, übrigens),
jedenfalls sollte man eine Kritik erst dann schreiben, wenn man zumindest die Regeln kapiert hat; das A und O des modernen Spielens...
Gruß,
Hermann

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Carsten Wesel

re: Extremes Veto!

Beitragvon Carsten Wesel » 14. Juli 2001, 21:32

> > Kernaussage, daß ein Rezensent die Regeln
> > einfach ordentlich zu lesen hat!!"
> Da hast Du natürlich völlig Recht!
So weit, so gut.
Das Problem ist allerdings auch, daß die Regeln nicht immer alle Fälle abdecken. In diesem Fall _kann_ es nicht am Rezensenten sein, sich die fehlenden Informationen vom Verlag oder Autoren zu holen, um das Spiel spielbar zu machen. Denn genau diesen Weg schlägt Otto Normalspieler nicht ein - der möchte ein funktionierendes Spiel haben, die Regeln lesen und dann losspielen können.
Was Vielspieler machen (Posting ins Forum, Autoren und Verlag fragen, etc) ist OK, denn die wollen das Spiel so spielen, wie es hätte sein können, aber die Wenigspieler bekommt man dazu nicht.
Bei Computerspielern pendelt es allerdings in die Richtung, da diese Spiele auch nicht immer so laufen, wie sie laufen sollen - diese Spieler haben aber (meist) schon den Zugang zum Netz und keine Hemmungen, nach einem Update, einer Erweiterung oder ähnlichem zu suchen.
Nur bei Brett- & Kartenspielern ist das nicht so einfach, daher sollten die Regeln eindeutig sein und ohne Nachfrage gespielt werden können.
Gruß Carsten (der gestaunt hat, ob einer Regelauslegung bezüglich Torres zur Brettspielmeisterschaft)

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Hermann Huth

re: Extremes Veto!

Beitragvon Hermann Huth » 14. Juli 2001, 21:32

Hallo Sonne (immer noch hübsch),
nach nochmaligem durchlesens Deines(darf ich Dich duzen?:-)) Postings will ich auch 'n bisschen differenzierter antworten.
Das Erstellen einer Spielregel ist im allgemeinen eine unerwartet schwierige Angelegenheit. Ständig kommt beim probespielen irgendein Mitspieler mit einer Frage an, mit welcher Du überhaupt nicht gerechnet hast. Plötzlich gibt es 509 Sonderfälle, welche Du alle abklopfen musst...Seis drum, irgendwann funktioniert das Teil, weil Du regelmässig (Bonmot, Bonmot....!) ordentlich abgespeckt hast und Du weisst, daß es so funktioniert. Eine nach solchen Kriterien erstellte Spielregel ist in den meissten Fällen absolut unmißverständlich und auch für die Verlagsredakteure ist es im allgemeinen geradezu Lebensziel, dem Kundenstamm das Spiel verständlich nahezubringen...ergo: Spielregeln sind normalerweise erprobt und auch verständlich dargestellt.
Ausnahmen bestätigen die Regel, aber als erprobter Rezensent sollte man die wichtigen Passagen einfach als solche erkennen können! Bei EVO z. B. wäre es einfach von der Spielmechanik her unlogisch, die Dinos bereits direkt nach der Klimaveränderung sterben zu lassen, da dadurch die Bewegungsphase ihren Sinn völlig verlieren würde (siehe Thread).
Wer eine Spielekritik schreiben möchte, sollte derartige Dinge nachvollziehen können und sich nicht mit "ich hab die Regel nicht verstanden.." rausreden wollen, das ist einfach, naja, "unprofessionell"..
Gruß,
Hermann

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Roman Pelek

Kritiken + Regelfragen

Beitragvon Roman Pelek » 14. Juli 2001, 21:46

Hi Carsten,
ich denke, bei kleineren Unklarheiten sollte ein Rezensent nachfragen, evtl. auch um die Leserschaft über strittige Punkte aufklären zu können und auszuschliessen, dass es nicht an der eigenen mangelnden Auffassungsgabe scheitert ;-)
Aus einer besch... Spielregel durch 10x Nachfragen ein spielbares Spiel zu machen ist sicherlich aber nicht Aufgabe eines Rezensenten, zumal er ja auch im Auge haben muss, dass das Spiel mit einer lückenhaften Anleitung kommt und viele Käufer daran verzweifeln werden. Da ist dann der "schwarze Peter" bei Autor und/oder Verlag zu suchen. Die Spielregel macht nunmal das Spiel aus, wie es beim Kunden ankommt, und wenn das Spiel durch eine schlechte Regel leidet, ist dies nicht die Schuld des Rezensenten. Meistens aber sehr bedauerlich für den Autoren - verständlich.
Nicht verzeihbar ist jedoch, wenn ein Spiel aufgrund falscher Spielweise, die auf mangelndem Regelstudium basiert, schlechter rezensiert wird. Das _ist_ dann die Schuld des Kritikers.
Ciao,
Roman (fragt gerne nach, aber es gibt auch "Schmerzgrenzen")

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Hermann Huth

re: Extremes Veto!

Beitragvon Hermann Huth » 14. Juli 2001, 22:26

Am letzten Posting hat wohl auch ein Hilfsorthograph im ersten Semester seine Freude...
beschämt,
Hermann

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Wolfgang Ditt

re: Extremes Veto!

Beitragvon Wolfgang Ditt » 14. Juli 2001, 23:34

Hallo Hermann,
wenn, wie weiter unten schon diskutiert wurde, eine Regel nicht eindeutig ist, kann ich sie als Rezensent nur interpretieren. Dabei kann es passieren, dass ich eine Auslegung nehme, die von Autor bzw. Verlag nicht gewollt ist. Dies wird immer wieder passieren, denn anderenfalls müssten Regeln eindeutig (und zwar im mathematischen Sinn) geschrieben werden und damit wäre kaum einem Käufer gedient.
Du schreibst, als Rezensent sollte man nachfragen. Hier sehe ich die Aufgabe eines Rezensenten anders. Er schreibt über ein Produkt, wie es - hoffentlich - viele 1000 Käufer auch vor sich haben werden. Diese werden nicht nachfragen, sie werden vielleicht sogar an den Buchstaben der Regel kleben und das Spiel dann aufgrund einer "falschen Spielweise" in der Ecke verstauben lassen. Deshalb darf meines Erachtens eine Rezension keine Klärung bringen.
Das Internet ist nun aber ein schnelles, für viele zugreifbares Forum. Deahalb mag es zweckmäßig sein, die Klärung herbeizuführen und zu veröffentlichen. Dann hat man aber keine Rezension, sondern FAQs (von denen beide Seiten etwas haben, der Veröffentlicher Hits und Aufmerksamkeit, die Leser/Spieler Klarheit). Auch kann man Veränderungen vorschlagen. Dies sollte man aber, weil der Kunde sie eben nicht in der Spieleschachtel vorfindet, als Variante deklarieren und nicht als Bestandteil einer Rezension (fällt nicht leicht, es wäre doch soooo einfach, das Spiel zu verbessern, wennn man ...).
Tja, was dein Spiel betrifft, kann ich mich, da ich es nicht kenne (oder doch und weiß nur nicht, dass du der Autor bist) nur allgemein äußern. Es tut mir für dein Spiel leid. Ich würde es nicht so persönlich nehmen, sondern mich fragen, wie kann es dazu kommen. Damit kannst du vielleicht sicherstellen, dass die nächste Regel eine solche Fehlinterpretation nicht begünstigt.
Wolfgang

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Roman Pelek

Spielkritiken + Regelversäumnisse

Beitragvon Roman Pelek » 15. Juli 2001, 00:13

Hi Wolfgang,
eine kurze Frage: was tut einem als Rezensenten denn eine kurze Regelfrage - sofern es sich um eine Kleinigkeit handelt - bei Autor oder Verlag weh? Sicher, sie ist kein Muss, aber man kann damit zusätzlich zur Kritik zeitgleich eine Menge Spieler mit einer Klarstellung bedienen. Und durch das explizite Eingehen darauf wird ja schon klar, dass die Originalregel evtl. Zweifelsfälle enthält. Somit erschlägt man Kritik als auch konstruktive Hilfe in einem.
So oder so werfe ich es keinem Rezensenten vor, wenn sie oder er es nicht tut, halte es aber für positiv. Zumal mich persönlich viele kleinere Regelfragen im Zwiespalt zwischen persönlicher Dummheit und wahren Regelversäumnissen lassen und ich alleine deswegen schon gerne nachfrage, um sicher zu gehen.
Ciao,
Roman

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Hermann Huth

Regelauslegungen

Beitragvon Hermann Huth » 15. Juli 2001, 00:18

Hallo Wolfgang,
danke für die Analyse.
Klar kannst Du eine unklare Regel lediglich interpretieren; allerdings habe ich den Eindruck, daß Dir eine kleine versteckte Neigung zum Unklarheitensuchen eignet; sprich, "man könnte die Regel aber auch so auslegen!"
Das sorgt in einem Internet-Forum wie diesem hier durchaus für Freude und ellenlange Threads, ist aber im Falle einer Spielerezension (seis im Internet, seis in irgendeinem Print-Medium) wenig hilfreich. Hier sollte einfach klar werden, daß der Rezensent das Spiel in all seinen Facetten begriffen hat und auch beschreiben kann! Sätze wie: "Ansonsten kann es jedem Rezensenten passieren, dass er die Spielregel falsch liest oder
falsch interpretiert." bringen einen gewissen mangelnden Arbeitseifer seitens des Protagonisten zum Ausdruck; mann, über den Satz ärgere ich mich wirklich...
Gruß,
Hermann

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Carsten Wesel

re: Spielkritiken + Regelversäumnisse

Beitragvon Carsten Wesel » 15. Juli 2001, 00:29

Und was für ein Licht wirft eine Rezension auf ein Spiel, wenn der Normalspieler in der Rezi die Regelklarstellungen und Erklärungen lesen muß? Der denkt sich doch, daß da 'mal wieder' ziemlich viel Mist gemacht hat und das Spiel sicher auch so gut gar nicht sein kann - dann wäre es auch die Spielregel.
Was der Leser von der Kritik dann behält ist der Eindruck, ob positiv oder negativ, den der Rezensent vermittelt. Die näxte Assoziation, die ihm dann kommt, wenn er das Spiel irgendwo sieht, ist dann sicherlich: "Das war doch das Spiel, wo die Regeln falsch sind...". Schön für ihn, wenn es eine positive Rezi war _und_ er die Rezi noch zur Hand hat, um die Regeln abzugleichen - doch ist das die Regel?
Gruß Carsten (spaltet gerne mal Regelhaare)

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Roman Pelek

re: Spielkritiken + Regelversäumnisse

Beitragvon Roman Pelek » 15. Juli 2001, 01:20

Moin Carsten,
>Und was für ein Licht wirft eine Rezension auf ein Spiel, wenn der Normalspieler in der Rezi die Regelklarstellungen und Erklärungen lesen muß? Der denkt sich doch, daß da 'mal wieder' ziemlich viel Mist gemacht hat und das Spiel sicher auch so gut gar nicht sein kann - dann wäre es auch die Spielregel.
Was der Leser von der Kritik dann behält ist der Eindruck, ob positiv oder negativ, den der Rezensent vermittelt. Die näxte Assoziation, die ihm dann kommt, wenn er das Spiel irgendwo sieht, ist dann sicherlich: "Das war doch das Spiel, wo die Regeln falsch sind...". Schön für ihn, wenn es eine positive Rezi war _und_ er die Rezi noch zur Hand hat, um die Regeln abzugleichen - doch ist das die Regel?<
Ich habe mir mal erlaubt, Deinen Text in der Vollständigkeit zu zitieren, da ich denke, dass jeder Satz von Dir wichtig und richtig ist... Aber nun zur Antwort: Nein, das ist nicht die Regel. Der negative Eindruck von Klarstellungen bleibt immer - es stellt sich nur die Frage: ist der Eindruck einer positiven Kritik gepaart mit eigenem Unverständnis der Regeln besser? Nutzt er mehr? Wenn ich vermittle, dass ein Spiel toll ist und ein paar Klarstellungen liefere, ist das für mich persönlich positiver als eine Jubelkritik, der Enttäuschung beim Öffnen der Packung durch den Endkunden erfolgt. Dann kommen Zweifel a la "Bin ich zu dumm oder ist der Roman als Kritiker ein Idiot?" Okay, ich lege höchsten Wert auf Verständnis der Spielregeln, eine Sache, die mir viele als Regelfuchserei auslegen. Aber ich möchte auch der Arbeit der Autoren und Verlage gerecht werden, insofern kläre ich alles mögliche an der Quelle, notfalls mit einer Kurz-FAQ bei der Kritik. Mehr als Kritisieren und zugleich verbessern ist meines Erachtens im Sinne positiver Arbeit nicht möglich. Als negativ sehe ich das jedoch nicht an, zumindest fällt das Negative nicht auf ich als Kritiker zurück sondern an die richtige Adresse, wo es hingehört :( Besser es kauft jemand ein Spiel aufgrund einer Kritik mit Regelkorrekturen als dass jemand an einem Spiel mit Jubelkritik verzweifelt und es niemandem weiterempfiehlt...
Ciao,
Roman (mit neuem Titel als Kritiker: "McGnadenlos" in Sachen "Age Of Aventinus"...)

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Sandra-spielbox

Ditt und die SdJ-Jury

Beitragvon Sandra-spielbox » 16. Juli 2001, 09:22

Bevor sich noch jemand über die Postings der Eheleute Ditt wundert: Es ist doch offensichtlich, dass sie (einer oder gleich beide?) auf einen der freien Plätze in der Jury wollen.
Wer sich die Postings zu den Meldungen aus der Jury anguckt, wird dazu kein kritisches Wort von Ditt finden. Im Gegenteil: es werden sogar Theorien entwickelt, die die absurdesten Jury-Entscheidungen rechtfertigen. Das kann nicht ohne Hintergedanken sein. Denn ansonsten haben die chronischen Besserwisser Ditt noch nichts und niemanden ohne zu meckern in frieden gelassen.
Synes Ernst hat klar gemacht, dass neue Mitjurymitglieder gut zu den alten passen müßten und nicht wieder, wie die zurückgetretenen Vorgänger, Unruhe in die Runde tragen. Da ist es schon sinnvoll, dass sich die Eheleute Ditt im vorauseilenden Gehorsam als Verteidiger ihres künftigen Jury-Kollegen Wieland Herold aufspielen!
Grüße von Sandy


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