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"Wer" spielt "was" und "wo" ?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Sven

"Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Sven » 15. August 2001, 06:47

Wer kann helfen?
Gibt es im Internet oder schriftlich eine Möglichkeit sich über die Verbreitung von Spielen in den einzelnen Ländern zu informieren.In den Reiseführern wird ja meist nicht auf solche Dinge eingegangen.Und man ist dann immer überrascht andere Spiele als erwartet vorzufinden.
So war ich beim letzten Tunesien-Urlaub doch erstaunt vorwiegend Domino-Spieler in den Straßen-Cafes zwischen Tunis und Nefta zu sehen.
Interessieren würde mich auch in welchen Ländern "moderne Spiele" überhaupt eine Rolle spielen.Wo wird zum Beispiel gesiedelt,spielen Brett-& Kartenspiele in Südamerika eine Rolle,wie sieht es mit der Verbreitung von Sammelkartenspielen aus...
Oder noch anders:Werden klassische Karten-und Brettspiele (Backgammon,Mädn,Canasta,Romme,Schach etc)endgültig (insbesondere in Deutschland) von den Neuen verdrängt ? - Wie sind Eure Erfahrungen?
Gruß Sven

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Roman Pelek

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Roman Pelek » 15. August 2001, 10:18

Hi Sven,
länderspezifische Quellen fallen mir jetzt nicht ein, aber im "Spielebuch" von Erwin Glonnegger wird auf die Spieleklassiker und deren Herkunft und Verbreitung eingegangen. Unter anderem ist dort auch das von Dir geschilderte Domino-Faible in nordafrikanischen Staaten erwähnt.
Ciao,
Roman

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Udo

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Udo » 15. August 2001, 12:05

Hallo Sven,
gerade letztes Wochenende hat uns eine spanische Bekannte gezeigt, wie die (vor allem älteren) Leute in Spanien Domino spielen - zwei Zweier-Teams, die darauf spielen, daß einer von beiden zuerst alle Steine loswird.
Aus Korea kenne ich ein Kartenspiel namens "go dori - fünf Vögel", welches dort wohl (auch unter den älteren Herrschaften) sehr beliebt ist.
HdR und DkH (Der kleine Hobbit) werden in mehreren bis vielen europäischen Sprachen publiziert - HdR sogar norwegisch.
Grüßle,
Udo

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Marten Holst

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Marten Holst » 15. August 2001, 12:47

Moinle,
"Werden klassische Karten-und Brettspiele (Backgammon,Mädn,Canasta,Romme,Schach etc) endgültig (insbesondere in Deutschland) von den Neuen verdrängt?"
Ich wage mal, das total zu bezweifeln. Die "Vielspielergilde" schafft es vielleicht, in ihrem Umfeld solche Spiele zu deetablieren, aber bundesweit und wohl noch eher weltweit sind - wenn immer man Verkaufsauflistungen sieht - Merchandising-Spiele (Harry P.) oder Klassiker ganz oben. Siedler hat sich da reingeschoben, aber wenn man es mal genau beobachtet: Malefiz gibt es seit 273864109 Ewigkeiten, fast jedes modernere Spiel ist nach drei Jahren aus dem Handel. Ich denke, die Wahrnehmung (die ich auch habe) ist einfach verzerrt...
Tschüß
Marten

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Dunja

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Dunja » 15. August 2001, 15:43

Hi Sven,
also in der Türkei steht Backgammon ganz hoch im Kurs. Es läuft dort allerdings unter einem anderen Namen (der mir im Moment leider nicht einfällt) und ist dort fast eine Art Nationalsport. Man sieht überall in den Teehäusern und vor irgendwelchen Läden die Leute beim Spiel sitzen. Man muß schon richtig gut sein, um gegen die eingefleischten Spieler auch nur den Hauch einer Chance zu haben.
Mir persönlich gefällt Backgammon ja eigentlich nicht besonders und ich hatte auch den Eindruck daß es in Deutschland nicht so riesig populär ist. Allerdings weiß ich nicht ob die Leute in meiner Umgebung direkt repräsentativ sind. :)
Viele Grüße
Dunja

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Sven

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Sven » 16. August 2001, 00:34

Hallo Dunja!
Während meiner Urlaubsreisen sind mir fast immer die britischen Urlauber mit Backgammon-Brettern aufgefallen.
Hier zu Hause kenne ich auch niemanden der es spielt.Meine Versuche es hin und wieder auf den Tisch zu bringen verliefen schnell im Sande.
In die Türkei fahre ich aus bestimmten Gründen nicht.
Die Angewohnheit in den Straßencafes zu spielen scheint im gesamten Mittelmeerraum üblich zu sein.Hier in Deutschland wird man eher noch als Exot angesehen wenn man plötzlich ein Spielbrett auspackt.
Vielleicht muß man aber auch die in unseren Kneipen üblichen Spiele Dart,Billard oder Skat als Äquivalent ansehen.
Gruß Sven

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Sven

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Sven » 16. August 2001, 00:41

Hallo Roman!
Gut,daß Du das erwähnst.Ich habe das Buch schon ewige Zeiten nicht mehr in der Hand gehabt.Das Doppelseiten-Bild ließ mich wieder in Urlaubserinnerungen schwelgen.
Ist es Dir (oder einem anderen hier im Forum)im Urlaub schon mal geglückt sich in solche Spielrunden einzuklinken.In Tunesien erntete ich eher Ignoranz,sicher auch auf Grund meiner fehlenden Französisch-Kenntnisse.
Gruß Sven

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Sven

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Sven » 16. August 2001, 00:50

Ich glaube es wird wirklich Zeit mal wieder die Domino-Steine hervorzuholen,und dem Spiel eine Chance zu geben.
Wird dieses "go dori" mit einem speziellen Blatt gespielt?
Wenn ich im Urlaub bin versuche ich auch meist mal einen Spielwarenladen zu finden,in der Hoffnung auf ein interessantes Spiel zu stoßen.Über Schach,Mädn/Pachisi oder Backgammon geht es aber eigentlich nie hinaus.
Man ist hier in Deutschland doch sehr verwöhnt.
Gruß Sven

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Roman Pelek

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Roman Pelek » 16. August 2001, 01:00

Hi Sven,
Ist es Dir (oder einem anderen hier im Forum)im Urlaub schon mal geglückt sich in solche Spielrunden einzuklinken.<
Leider nicht, da mangelte es meist an Sprachkenntnis sowie Unverfrorenheit. Obwohl's ungemein reizvoll wäre, mal mit Menschen aus vollkommen anderen Kulturen ein Spiel gemeinsam zu spielen. Vermutlich wäre damit der Völkerverständigung mehr gedient als mit arroganten politischen Diskussionen oder egozentrischem Spass-Tourismus *seufz*
Ciao,
Roman (Entwicklungshelfer hängen? Dann doch lieber Backgammon)

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Stefanie

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Stefanie » 16. August 2001, 02:33

> also in der Türkei steht Backgammon ganz hoch im Kurs.
> Es läuft dort allerdings unter einem anderen Namen
> (der mir im Moment leider nicht einfällt) und ist
> dort fast eine Art Nationalsport.
Ich kenne es auch unter dem Namen "Tavlar", und auch in Griechenland scheint es sehr verbreitet zu sein. In den USA habe ich auch eine iranische Familie kennengelernt,
deren maennliche Angehoerige es auch sehr intensiv
spielten.
Hier in Australien spiele ich hauptsaechlich mit einer
Gruppe Vielspieler, die aehnliche Spiele bevorzugen
wie deutsche Vielspieler. Zusaetzlich spielen sie allerdings
auch (amerikanische) Wargames.
Cheers,
Stefanie

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Dunja Koch

re: "Wer" spielt "was" und "wo" ?

Beitragvon Dunja Koch » 16. August 2001, 09:53

Hallo Stefanie,
ja genau in der Türkei heißt es auch Tavla. Besten Dank, jetzt hab' ich das wenigstens wieder aus Hinterkopf. Ist manchmal schlimm wenn man sich an etwas nicht erinnern kann.
Was mir noch eingefallen ist: In Frankreich spielen sie mie Begeisterung Boule (wie werfe ich eine große Kugel möglichst dicht an eine kleine heran).
Das Nationalspiel der Deutschen ist wahrscheinlich wirklich Skat (oder Doppelkopf oder Schafskopf - je nach Region). Dart würde ich eher nach England verweisen.
Liebe Grüße
Dunja.

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Marten Holst

[OT] Spielen in Cafes und Kneipen

Beitragvon Marten Holst » 16. August 2001, 14:12

Moinle,
zum Thema "Spielen in C&K in Deutschland" nur eine Anekdote: ein Freund von mir und ich hatten zu Abizeiten die Angewohnheit in wechselnden Cafes oder Kneipen zu sitzen, etwas zu trinken, uns zu unterhalten und Backgammon zu spielen. In einer Kneipe allerdings (aus Fairneßgründen erwähne ich weder den Namen Caspari, noch erwähne ich, dass es in Buchholz in der Nordheide liegt) hatten wir gerade das Brett herausgeholt und die Startstellung aufgebaut, einen Zug Getränk genommen, da kam der Wirt an und meinte "Hier wird nicht gespielt, dies ist eine Verzehrkneipe, ich erteile Euch Hausverbot, ich will Euch nie wieder sehen!" - ohne jede Vorwarnung.
Tschüß
Marten (hat noch in einer anderen Kneipe "Hausverbot", in seiner Stammkneipe gibt es allerdings Spiele zum Ausleihen)

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Roman Pelek

re: [OT] Spielen in Cafes und Kneipen

Beitragvon Roman Pelek » 16. August 2001, 19:37

Hi Marten,
das kenne ich - allerdings nicht gleich mit Hausverbot, sondern mit 'nem sanften Rauswurf ohne Vorwarnung. Vielleicht sollten Kneipen Schilder aufstellen: "Wir müssen Draussen bleiben" - mit einem Pöppel an der Leine oder so. Man weiss ja nie, ob das nun geduldet wird oder nicht - ich kann's ja verstehen, wenn man dabei zu laut wird oder andere Gäste irgendwie in Mitleidenschaft zieht. Aber für'n simples Spielchen rausgeschmissen zu werden, wenn nebenan die Führungsetage einer Bank sich geschlossen zuhaut und Bedienungen dumm anbaggert - nuja.
Vermutlich herrschen auch Bedenken, dass Spieler zu wenig trinken beim Spielen (=Umsatzeinbussen...). Dieses Vorurteil kann ich allerdings nicht bestätigen. Bzw. wenn ich keine Lust habe, was zu trinken, geh ich primär schonmal nicht in ne Kneipe... *seufz*
Ciao,
Roman (würde öfter in die Kneipe gehen mit nem Spielchen, hat aber schon öfter schlechte Erfahrungen damit gemacht - was bleibt sind Biergärten)

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Marten Holst

re: [OT] Spielen in Cafes und Kneipen

Beitragvon Marten Holst » 17. August 2001, 15:22

Najale,
ich denke mal nicht, dass das "hausverbot" so gemeint war, ich kann mir nicht vorstellen, dass da jetzt mein Photo hängt... wenn die noch was verkaufen wollen, dann bestimmt nicht... allerdings ist meine Lust auf den Laden seitdem auch dahin.
Aber es stimmt: weniger und weniger Kneipen sind spielgeeignet. Aus den drei klassischen Spielkneipen hier in Harburg ist eine geworden (die beiden anderen tolerieren nur noch). Heutzutage verbindet das Publikum mit "Spiel" halt Ego-Shooter...
Tschüß
Marten (spielt auch am Computer lieber bedächtig)

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Roman Pelek

re: [OT] Spielen in Cafes und Kneipen

Beitragvon Roman Pelek » 19. August 2001, 01:56

Hi Marten,
>ich denke mal nicht, dass das "hausverbot" so gemeint war, ich kann mir nicht vorstellen, dass da jetzt mein Photo hängt... wenn die noch was verkaufen wollen, dann bestimmt nicht... allerdings ist meine Lust auf den Laden seitdem auch dahin.<
Klar, muss ja auch nicht sein. Ein dezenter Hinweis genügt auch; zudem ist etwas unverständlich, warum Spielen nicht gestattet ist bzw. sein soll. Ein allzu großer Störfaktor oder Umsatzminderung können es m.E. nicht sein...
>Aber es stimmt: weniger und weniger Kneipen sind spielgeeignet. Aus den drei klassischen Spielkneipen hier in Harburg ist eine geworden (die beiden anderen tolerieren nur noch).<
Es fragt sich: warum? Es wäre wirklich mal interessant, herauszuarbeiten, worin die Ursachen liegen. Ist Spielen per se "verpöhnt"? Fühlen sich Gäste durch spielende Personen belästigt? Nehmen Spieler wirklich weder Nahrung noch Getränke zu sich beim Spielen? Ist es vielleicht nur einfach nicht "schicklich"?
Dass man im Nobelrestaurant vielleicht nicht grade anfängt, sich bei einem "Kuhhandel" gegenseitig anzublöken oder vermittels "Formula Dé" 3 Stunden lang mehrere Tischgruppen zu belagern ist ja okay. Aber was spricht gegen kleine feine, nicht allzu laute Spiele in der Eckkneipe nebenan?
>Heutzutage verbindet das Publikum mit "Spiel" halt Ego-Shooter...<
"Wie, Ihr wollt spielen? Nee, für'n PC-Netzwerk haben wir hier keinen Platz..." Hm, das kann's aber doch auch nicht sein. Zumindest ist sowas doch keine Motivation für ein Brett-/Kartenspiele-Verbot in der etwas legereren Gastronomie.
>Tschüß
Marten (spielt auch am Computer lieber bedächtig)<
Das merkt man, wenn man auf Deine Cartagena-Züge wartet *g*
Ciao,
Roman (spielen eigentlich alle Cartagena-Online nur während der Arbeitszeit unter der Woche?)

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Adam

re: [OT] Spielen in Cafes und Kneipen

Beitragvon Adam » 19. August 2001, 14:41

Glücksspiele sind, sofern sie nicht behördlich genehmigt sind, verboten (ach nee). Genaugenommen darf man also um Geld noch nicht einmal in den eigenen vier Wänden spielen. Geschweige denn an einem öffentlichen Ort wie einer Kneipe (engl.: pub = public place).

Möglicherweise hat der Wirt sogar eine gesetzliche Mitwirkungspflicht verbotene Glücksspiele zu unterbinden. Da kenne ich mich aber nicht aus. Vielleicht sollte man dazu einen Juristen fragen, oder besser noch jemanden, der sich damit auskennt ;-)

Vielleicht wollen oder können viele Wirtsleute die Unterscheidung zwischen erlaubten Brettspielen und verbotenen Glücksspielen gar nicht treffen. Denn wie sagt der Volksmund: Wer nichts wird, wird Wirt. Kann schon sein, daß es an der einen oder anderen Befähigung mangelt.

Ich hatte jetzt im Urlaub Babel, Carcassonne und Java dabei und habe jeden Abend in einer anderen Kneipe gespielt. Da gab es nie Probleme. Außer vielleicht, daß die Wahl der Kneipe sich danach richtete ob der Tisch groß genug und nach Möglichkeit rechteckig war. Kneipen mit diesen kleinen runden Bistro-Tischen fielen schon mal durch.

Gruß
Adam


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