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Königsmacherprinzip bei Vinci...

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Markus Barnick

Königsmacherprinzip bei Vinci...

Beitragvon Markus Barnick » 16. August 2001, 20:43

neulich bin ich bei Vinci ziemlich dämlich reingefallen:
Ich war Rundenletzter und hab dringed die 2 Viehzuchtfelder (hellgrün) in Mitteleuropa gebraucht.
Also fall ich von Norden her ein und ... dummerweise neben dem Startspieler, dem das gar nicht gefallen hat und der mich daraufhin gleich "alle gemacht" hat.
Ergebnis: Ich war die ganze Zeit hinten dran (letzter) und hatte keine Chance mehr aufzuholen. Auch kein Niedergang hat da geholfen. So blieb das bis zum Schluß. Der Sieger (Rundenerster, Startspieler) war nicht mehr einzuholen.
Ich konnte nur noch ein bißchen Schieben, wer wie weit vorne liegt (Königsmacher), aber selber an die Spitze gelangen war von vorneherein unmöglich. :-((
Ist euch das bei Vinci auch schon passiert?

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Roland G. Hülsmann

re: Königsmacherprinzip bei Vinci...

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 16. August 2001, 20:58

>> dummerweise neben dem Startspieler
... tja, was soll man darauf noch antworten ... ;-)

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Ingo Kasprzak

re: Königsmacherprinzip bei Vinci...

Beitragvon Ingo Kasprzak » 17. August 2001, 08:16

Hi Markus!
Es klingt so, als ob Du ein wenig unvorsichtig warst oder als ob Du zu hoch gepokert hast, denn offensichtlich hast Du Dich jemandem in den Weg gestellt...
Aber selbst, wenn dem so war:
Gerade bei Vinci hatte ich immer den Eindruck, dass man auch, wenn es mit der aktuellen Zivilisation von Beginn an schlecht läuft, sich wieder erholen kann, wenn man zum richtigen Zeitpunkt seine Zivilisation untergehen lässt.
Ciao, Ingo

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Markus Barnick

re: Königsmacherprinzip bei Vinci...

Beitragvon Markus Barnick » 17. August 2001, 14:27

ich hatte nicht damit gerechnet, daß der so reagiert.
Ich mußte meine Zivi schon recht bald wieder untergehen lassen und hab dann einfach den Anschluß verpaßt. So krass ist mir das auch noch nicht passiert.
Allerdings stelle ich immer wieder fest, daß man
a) beim Niedergang der Zivi schnell den Anschluß verliert, besonders, wenn man das zu häufig tut
b) wenn man keine gelben Plättchen bekommt, man keine Chance hat - auch nicht mit Heerführern, Spionen und Festungen, da man nur mit gelb Punkte macht.

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Arne Hoffmann

re: Königsmacherprinzip bei Vinci...

Beitragvon Arne Hoffmann » 17. August 2001, 14:39

Markus schrieb:
"Allerdings stelle ich immer wieder fest, daß man
a) beim Niedergang der Zivi schnell den Anschluß verliert, besonders, wenn man das zu häufig tut
b) wenn man keine gelben Plättchen bekommt, man keine Chance hat - auch nicht mit Heerführern, Spionen und Festungen, da man nur mit gelb Punkte macht."
Diese Erfahrung kann ich nicht teilen. Man muss allerdings beim Untergehen des Reiches sehr auf den Zeitpunkt achten, zu dem man dies tun moechte. Eine Runde zu frueh oder zu spaet kann einen wirklich aus der Bahn werfen.
Wenn ich keine gelben Eigenschaften habe, muss ich mein Spiel darauf einstellen. Das ist doch das schoene an Vinci, dass ich mit jeder Kombo andere Taktiken fahren muss. Wenn ich keine gelben habe, muss ich halt dafuer sorgen, dass die anderen ihre gelben nicht gut zum Einsatz bringen koennen - i.a. also etwas aggressiver spielen. Oder ich muss meine Eigenschaften nutzen um mich so auf dem Brett zu plazieren, dass ich regelmaessig meine Punkte ohne Schwankungen einfahre und mein Reich nach einem Untergang auch noch laengere Zeit Punkte bringt.
Noch ein wenig zu der Ursprungsfrage mit dem Koenigsmacher: Ja, auch bei uns ist es schon vorgekommen, dass ein hinten liegender Spieler ueber den Sieg oder die Plazierung entscheiden konnte, ohne dass fuer ihn ein Vorteil herausgekommen waere (auf die Plazierung gesehen). Wenn er aber so spielt, dass er fuer sich noch die meisten Punkte herausholt, kann ich es ihm nicht uebelnehmen. Auch wenn sich im Spiel vielleicht Animositaeten aufgebaut haben, weil er vielleicht vermehrt immer von einem der Mitspieler angegriffen worden war, kann ich es ihm am Spielende nicht uebelnehmen, wenn er sich dann gegen diesen Spieler entscheidet.
Bei allen Spielen, wo Spieler gegeneinander vorgehen koennen, kann der Koenigsmacher auftreten. Ich finde, dass er bei Vinci nur in Ausnahmefaellen hervorkommt.
Tschoe,
- Arne -

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Moe

re: Königsmacherprinzip bei Vinci...

Beitragvon Moe » 17. August 2001, 14:40

hmm..könnte ich so jetzt nicht unterschreiben.
wichtig ist nur seine taktik dem spielverlauf anzupassen. wenn ein spieler eine zivilisation mit vielen gelben punkten hat, hilft oftmals eine kriegerische nation, da dieser spieler meist nicht so viele einhaiten hat, und diese erst noch verteilen muss um punkte zu scheffeln.
bei uns ist der punktegewinn immer "wellenmässig". das heisst ein spieler macht in paar runden viele punkte, wird dann von einem andern abgelöst, der im rechten moment im rücken eingefallen ist, dieser wird dann wieder von einem andern abgelöst...etc.
wer anfangs zurückfällt, hat also längst nicht verloren.

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Marten Holst

re: Königsmacherprinzip bei Vinci...

Beitragvon Marten Holst » 17. August 2001, 14:42

Moinle,
"b) wenn man keine gelben Plättchen bekommt, man keine Chance hat - auch nicht mit Heerführern, Spionen und Festungen, da man nur mit gelb Punkte macht."
Ah, ein alter und schöner Streit, was ist die beste Kombi? Neben dem Klassiker (Heerführer/Sklaverei) gibt es hier durchaus auch nette Varianten mit dem Spezialisten ohne "Gelb" (Medizin, Bergvolk (obwohl das zugegebener Maßen teilgelb ist) und Festungen haben mir schon zum Sieg verhelfen können.). Spezialisiertes Nachrichtenwesen ist allerdings für den selbigen.
Zum Königsmacher: das kommt leider vor, manchmal zerreißt es bei "alle auf den früh führenden" jenen so richtig mit Anlauf - aber zum guten Spiel gehört eventuell auch, sich Gründe zu suchen, warum die anderen nicht auf einen draufhauen. Und ein ganz entscheidender Grund ist: sie haben eine andere Möglichkeit.
Ganz spezifisch sind die teuren Felder - gerade bei "nichtgelben" Nachbarn - immer auch bevorzugtes Angriffsziel. Wer hier nicht drei Steine reinstellt, sollte sich über gar nichts mehr wundern - denke ich.
Tschüß
Marten (Spezialisierter Barbar (als das Volk bei uns erstmalig auftauchte, wurde es übrigens "Amerikaner" getauft...))

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David Frogier

Virtuelle Spieler bei Vinci

Beitragvon David Frogier » 20. August 2001, 20:23

Prinzipiell stimm ich zu:

Vinci hat einen Königsmacherfaktor.

Es ist aber oben schon mal angeklungen: Es ist bei Vinci eigentlich schön zu unterscheiden zwischen Feldern die einem persönlich etwas bringen und solche, die wirklich nur dem anderen schaden.

Ich würde jedem mal empfehlen, eine partie allein oder (noch besser) zu zweit zu spielen und zwei "virtuelle Spieler" aufzunehmen (siehe Regel)

die greifen immer nach sehr festgelegten Regeln an und sind (also mich und meinen Spielpartner hat es in der ersten Partie vor Überraschung so richtig zerrieben) dabei kaum schwächer als ein menschlicher Spieler (man lernt dabei auch ein bisschen was über ökonomisch sinnvolle züge und niedergänge...)

wer das mal erlebt hat, kann eigentlich keinem Spielpartner mehr sauer sein, wenn er ein für ihn wirtschaftlich sinnvolles Feld besetzt und dabei den Königsmacher spielt (einfach denken, das sei jetzt ein virtueller Spieler gewesen... man IST nun mal der potentiell gefährlichste, wenn man vorne liegt, da gibt's nix dran zu rütteln)

das faszinierende an dem Spiel ist für mich nach wie vor, das mich eine solche eingebaute sture Mathematik-Logik der Spielzüge eigentlich abschrecken und das Spiel langweilig hätte machen müssen; das wird aber durch die Wahl der Völker, durch die Niedergänge und durch die entsprechenden Aktionen der Mitspieler ausgekontert, wie ich finde; es macht zur Zeit noch immer jedes Mal wieder neu Spaß

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Marten Holst

Re: Virtuelle Spieler bei Vinci

Beitragvon Marten Holst » 23. August 2001, 11:51

Moin,

Ich halte mich für einen unschlechten Vincispieler mit etwas Erfahrung, und vielleicht habe ich deshalb die letzte Regelseite bislang komplett übersehen, aber...

> Ich würde jedem mal empfehlen, eine partie allein oder (noch
> besser) zu zweit zu spielen und zwei "virtuelle Spieler"
> aufzunehmen (siehe Regel)

Nun habe ich mal "alleine gegen drei" probiert, und konnte mich mit Hängen und Würgen auf den zweiten Platz retten, trotz aller Vorausberechnungen, was gleich wahrscheinlich passieren würde... (ich habe die "Stärke-2*Punkte"-Formel verwendet zusammen mit 1.aktiven Spieler angreifen, 2.passiven Spieler angreifen, 3.Urvolk angreifen) Ich bin besetzt und entgeistert, oder so.

Vielen Dank für den Tipp, wieder was gelernt.

Tschüß
Marten (der sich immer noch wundert, immerhin hatten zwei der Virtus "Nachrichtenwesen" in ihrer ersten Zivi und rannten dennoch gut weg)


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