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Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! (*lang*)

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ralf Rechmann

Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! (*lang*)

Beitragvon Ralf Rechmann » 16. August 2001, 08:39

Anmerkung: Ich habe diesen Text geschrieben, bevor ich im Forum gesehen habe, daß die Diskussion um die Wertungen schon im vollen Gange ist. Trotzdem wollte ich mein Posting im Nachhinein nicht auf den aktuellsten Stand zusammenkürzen, da dann sicher einiges verloren gegangen währe. Schon geklärte Details deshalb einfach überlesen...
Vorweg muß ich schicken, daß ich begeisterter Brett- und Computerspieler bin. Während letzteres inzwischen zu meinem Beruf geworden ist, bleibt das Brettspiel ein regelmäßiges und intensives Hobby. So ist die Diskussion um das richtige Wertungssystem und die Aussagekraft genau dieser Wertungen auch im Markt der PC Spielemagazine (ob online oder print) ein ewiges Thema, das immer dann wieder dann hochkocht, wenn unerwartete Wertungen publiziert werden.
Im Fall der spielbox mit den beiden "10er" Wertungen in der aktuellen Ausgabe ist es nicht viel anders: Da wird in zwei Fällen die Höchstwertung für Spielreiz gegeben und ich als Leser frage mich nach dem "warum". Die Spielkritik selbst bringt keine Infos dazu, da die eben von einem anderen Autor verfaßt wurde und der / die AutorIn nur auf seine / ihre Sicht der Dinge eingeht. Als Leser fühle ich mich an dieser Stelle arg alleine gelassen. Ich sehe die "10" von KMW und denke mir dabei, "ihm hat das Spiel wohl extrem gut gefallen", weiß aber nicht wieso. Eventuell würde ich mich mit der eigenen Meinung ja der "10" anschließen, aber ich kenne das Spiel ja nicht und muß mich also auf die gedruckten Infos der Spielkritik verlassen, die aber nur zu einer leicht überdurchschnittlichen "7" kommt. Dem Michael Knopf hat das Spiel sogar noch schlechter gefallen, was ich in die "6" hinein interpretiere. Eine Begründung fehlt auch hier.
Dann schaue ich mir die Wertungen der einzelnen Kritiker zum Spiel Capitol genauer an und wundere mich über die doch extremen Unterschiede. Nicola Balkenhol, gleichzeitig Autorin der Spielkritik, vergibt die Höchstwertung "10" für die Spielregel und liefert im Text auch gleich die Erklärung dazu: "umfassend, übersichtlich und gut verständlich". Aber anscheinend fanden die anderen Kritiker das nicht so, liegen deren Wertungen (mit einer Ausnahme "9") doch um die "7" oder "8", was ja auch eine noch gute Note ist. Bei der Bewertung des Materials werden die Unterschiede noch größer: Dreimal die "5" und im Gegensatz dazu einmal die "9" lassen mich mit der Schulter zucken - nicht weil es mir egal ist, sondern weil ich ratlos bin. Das Material des Spiels an sich sollte ja bei allen Kritikern gleich gewesen sein. Und ob die Farben "in einer schaurigen Kombination gehalten" sind und die Wertungsskala "völlig unbrauchbar" (beides Zitate aus Spielkritik) ist, muß Kritiker Geissler mit seiner "9er" Wertung auch aufgefallen sein, oder nicht?
Das führt direkt zum nächsten Punkt: Die Bewertungen von weiteren Kritikern mittels reiner Zahlenwertung gibt zwar ein Plus an Informationen, wie ich diese Infos aber interpretiere bleibt mein Problem. Als Lösung (neben aller Kritik soll die Diskussion ja auch zu was führen) schlage ich vor, daß Extremnoten oder Ausreißer aus dem Wertungsgefüge wenigstens mit einem kurzen Satz begründet werden. Allerdings kann man diese Info erst bei dem Kritiker einfordern, wenn schon alle Wertungen vergeben worden sind, da sich erst dann das Gesamtbild ergibt. Ob das dann noch möglich ist kann ich nicht beurteilen. Damit währe dann auch klar gewesen, warum Kritiker Weigand eine "10" in der Kritik zum Spiel "Auf falscher Fährte" vergibt, während sich der Rest auf um den Durchschnitt schwankende "5" bis "7" in Sachen Spielreiz einigen kann.
Ein weiteres Problem ist, daß ich die meisten Kritiker nicht so recht einschätzen kann. Obwohl ich die spielbox jetzt seit 1993 im Abo habe, weiß ich eigentlich nur, daß die "Heß-Wertungen" meist kritischer und somit geringer ausfallen als die übrigen Wertungen. Das habe ich aber nur durch einen Hinweis hier im Forum bemerkt und dann versucht dieses an einigen Spielkritiken zu verifizieren. Ob es tatsächlich aber über die Jahre hinweg stimmt, weiß ich nicht - ich habe auch keine große Motivation das nachzuprüfen. Eine einfache Lösung könnte hier für Abhilfe schaffen: In jeder spielbox auf einer halben Seite die aktuell beliebtesten Spiele eines jeden Kritikers mit einer Begründung dazu in Satzlänge auflisten. Das Argument, es sei kein Platz mehr dafür im Heft, lasse ich nicht gelten. Man kann die "Lotto" Seite mit den großformatigen Spielabbildungen wesentlich kompakter layouten, indem man nur die Spielschachteln ohne das Spielmaterial in Frontalansicht ablichtet.
Die Pöppel Revue geht in ihren Spielkritiken ja einen ganz anderen Weg. Der Text sagt alles, Noten gibt es nicht, im letzten Absatz ist das Fazit des Kritikers zu finden und mehrere Kritiker kommen bei einem Spiel nicht zu Wort. Das hat natürlich den Nachteil, das ich "auf Gedeih und Verderb" der (immer subjektiven) Meinung des Kritikers ausgeliefert bin. Ob ich mit dem Kritiker übereinstimme muß ich zwischen den Zeilen aus der Spielkritik herauslesen und überlegen, ob ich die selben Wertungsmaßstäbe ansetze, um zu den selben Urteil zu kommen. Deshalb lese ich beide Referenzblätter der Brettspielfans und informiere mich ferner - auch hier im Forum - über potentielle Kauf-Kandidaten. Denn erst die Vielfalt der Meinungen läßt mich zu einer Kaufentscheidung kommen. (Besser währe natürlich, die Spiele direkt im Laden zu testen, aber das funktioniert nach meinen Erfahrungen leider mehr schlecht als recht.) Bleibt die Frage, ob die spielbox ihren Lesern eine Kaufentscheidung an die Hand geben oder "nur" über die Welt der Brett- und Kartenspiele informieren will. Erstes ist ein hoher Anspruch, den man sicher mit ein paar Detailverbesserungen näher kommen kann, letzteres aber ein Ziel, mit dem ich mich als Leser nicht zufrieden geben will.
Mit nachdenklichen Grüßen an diesem schwülen Sommermorgen in Hamburg,
Ralf Rechmann

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Matthias Streicher

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! (*lang*)

Beitragvon Matthias Streicher » 16. August 2001, 13:27

Hallo Ralf,
bei der Bewertung mittels einer 10er-Skala sprichst Du
ein klassisches Problem der empirischen Forschungsmethoden an.
Beim Vergleich von Fragebögen - egal in welcher Rubrik - fällt auf, daß die Probanden mit einer 10er- Skala schlichtweg überfordert sind. In langen Vergleichsstudien hat sich herausgestellt, daß eine 5er-Skala am ehesten zu validen Ergebnissen führt.
Das Hauptproblem bei einer 10er-Skala ist die sogenannte Test-Retest-Stabilität. Das bedeutet, die Varaianz zwischen dem ersten Test(Test) und dem zweiten Test(Retest) ist bei einer 10er-Skala enorm hoch, der Proband ist schlichtweg überfordert.
Man müßte den Testautoren eines solchen Testberichts, ein Spiel zwei Wochen später nochmal unter die Nase reiben, meistens ergibt sich ein vollkommen neues Bild (aus einer 9 kann ganz schnell eine 7 werden und umgekehrt). Diese Varianz ist bei einer 5er-Skala nicht so stark ausgeprägt. Bei einer Korrelation von Test und Retest (diese mißt den Zusammenhang), ergeben sich viel stabilere Ergebnisse als auf der 10er-Skala.
Eine Wertung von 4 bleibt hier auch noch nach zwei Wochen auf 4 stehen.
Fazit: In der empirischen Methodik gilt die 10er-Skala als relativ unbrauchbares Meßinstrument. Die so wunderbar detailgenaue Skala von 1-10 stellt für die meisten Probanden ein Problem dar. Die Testseiten (egal ob Print oder online) mit Noten 1-5 sind aus methodologischer Sicht den Testseiten mit größerem Zahlenraum eindeutig vorzuziehen.
Liebe Grüße
Matthias Streicher

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Roman Pelek

10er Notenskala und ihr Informationsgehalt

Beitragvon Roman Pelek » 16. August 2001, 15:49

Hi Matthias,
ich denke, dass Dein Posting voll ins Schwarze trifft.
Läßt man Leute nach einer 10er-Skala werten, so werden sie an einem Tag so, am anderen so werten, die Varianz ist da wirklich sehr hoch.
Stellt sich nur die Frage: möchte man eine etablierte Skala abschaffen? Und genügt eine 5er-Skala z.B. vordergründig dem Anspruch, zumindest Spiele, die man zeitgleich bewertet, gegeneinander genauer zu differenzieren?
Eine 10er-Skala bietet die Möglichkeit z.B. bei zwei guten Spielen, bei dem einem das eine etwas besser gefällt eine 7 sowie 8 zu vergeben. Dieser Unterschied geht bei einer 5er-Skala unter.
Darin sehe ich die einzigen Vorteile einer Beibehaltung der 10er-Skala: sie ist etabliert und sie erlaubt differenzierte Vergleiche von Spielen einer Printausgabe. Alles darüber hinaus fällt aber in der Tat der Varianz und der Tageslaune zum Opfer. Andererseits mittelt sich diese Varianz über die Gesamtheit der Kritiker: greift der eine mit einer 7 vielleicht mal zu niedrig, mag der andere vielleicht mit einer 9 mehr seiner Anfangseuphorie denn der Langzeitqualität Rechnung tragen.
So oder so ziehe ich meine Informationen für gewöhnlich aus dem Text der Kritik sowie der Gesamtheit der Kritikernoten, gepaart mit dem Wissen um die Vorlieben und Wertungstendenzen einzelner Kritiker. Das kann auch in Einzelfällen mal soweit gehen, dass ich herauslese, dass ich eine komplett gegenteilige Meinung habe ;-)
Viel schlimmer als im Brettspielbereich ist dies allerdings im Computerspielsektor mit seinen häufig zu findenden Prozentwertungen. Da kriegt man sich dann nämlich in die Haare, ob Spiel A mit 93% nun wirklich begründbar besser ist als Spiel B mit 92%. Und das wird dann in der Tat etwas albern und erbsenzählerisch...
Kurzum: ich kann mit der 10er-Skala für die Spielbox leben, auch wenn sie nicht das Gelbe vom Ei ist. Nur fällt mir auch nichts besseres ein, das einen Kurzüberblick über die Kritikermeinungen erlaubt und eine Umstellung "alter Gewohnheiten" rechtfertigt - auch wenn die Kritik an der Skala an sich vollkommen berechtigt ist.
Ciao,
Roman

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Holger Peine

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! (*lang*)

Beitragvon Holger Peine » 17. August 2001, 10:19

Nur am Rande:
Die 10er-Skala in der Spielbox ist effektiv eine
6er-Skala, denn Noten unter 5 kommen so gut wie nie
vor (irgendwann habe ich mal eine 4 gesehen, aber noch
nie eine 1, 2, oder 3).
Gruß,

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KMW

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! (*lang*)

Beitragvon KMW » 17. August 2001, 10:47

Einspruch!
Im aktuellen Heft gibt's einmal 'ne 2, zweimal 'ne 3, fünfmal 'ne 4. Ich selbst habe irgendwann in grauer Vorzeit auch schon mal eine 1 vergeben (habe vergessen, für welches Spiel).
KMW

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Wolfgang Ditt

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon Wolfgang Ditt » 17. August 2001, 11:40

Hallo Knut,
war das nicht für Intrige (Stefan Dorra, F.X.), dass du als ein Nichtspiel bezeichnet hast?
Wolfgang

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KMW

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon KMW » 17. August 2001, 12:03

Hallo Wolfgang,
so schnell kommt man in Verruf!
Nein, für Intrige hatte ich damals einen Artikel zur Verteidigung des Spiels geschrieben - als Entgegnung auf die eigentliche Rezension.
KMW

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Wolfgang Ditt

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon Wolfgang Ditt » 17. August 2001, 12:09

Große Bitte um Entschuldiung
Wolfgang

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Matthias Streicher

re: 10er Notenskala und ihr Informationsgehalt

Beitragvon Matthias Streicher » 17. August 2001, 12:40

Lieber Roman,
ich denke auch nicht, dass die 10er Skala in der Spielbox abgeschafft werden sollte. Ich wollte nur daraufhin weisen, dass solche eine Notengebung mit Vorsicht zu geniessen ist. Mir persönlich reicht eine 5er oder 6er Skala vollkommen aus, von daher zeigt mir die momentane Benotung in der Spielbox nur eine Tendenz an (eine 9er Note wir in zwei Wochen vielleicht zur 7 aber bestimmt nicht zur 3).
Wenn ich neben diesem quantitativen Aspekt noch eine qualitative Rezension steht, ich den Kritiker und seinen Geschmack kenne, weiss ich oft was ich von dem getesteten Spiel zu erwarten habe. Wie Du schon sagst, ist es immer noch am besten sich verschiedene Testberichte durchzulesen, im Forum nachzuschlagen etc., um so sein eigenes Urteil zu bilden.

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Harald Schrapers

Rezensionen zwischen Regelnacherzählung und Kritik

Beitragvon Harald Schrapers » 17. August 2001, 14:56

Die Langfassung der Rezension ist leider auch ein Problem: Denn sie besteht zu einem großen Teil aus einer Nacherzählung der Spielanleitung. Und darüber ist in der spielbox auch schon mal heftig diskutiert worden. Dabei haben Leser in Briefen deutlich gemacht, dass sie keine Nacherzählungen haben, weil sie daraus keinerlei Schlüsse auf die Qualität eines Spiels schließen könnten (zu den Leuten gehöre ich auch). Chefredakteur Hemmerlein hat dagegen behauptet, dass die Mehrheit der Leserschaft sehr wohl eine Nacherzählung wolle. So ist heute das Verhältnis zwischen Nacherzählung und Kritik recht unterschiedlich - mal finde ich es vertretbar (mit Ulysses/Odysseus gibt es im aktuellen Heft sogar eine erstklassig geschriebene Rezension), mal nicht. Und im letzteren Fall wäre ich ohne die Noten völlig aufgeschmissen.
Die chronische Meinungslosigkeit von manchen „Rezensionen“ ist allerdings nicht nur ein Problem der spielbox, in der Pöppel-Revue begegnet mir das weit häufiger. Und da helfen einem auch keine Noten. Und gelegentlich ist selbst in der Fairplay eine Spielebesprechung nicht sonderlich brilliant. BTW: Was macht die Fairplay so anders, dass sie nicht als „Referenzblatt“ eingestuft wird? Ist sie zu wenig bunt? Oder zu meinungsfreudig und kritisch? Oder einfach nur übersehen worden?
Gruß Harald

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Marten Holst

re: Rezensionen zwischen Regelnacherzählung und Kritik (*auch nicht kurz*)

Beitragvon Marten Holst » 17. August 2001, 15:16

Moinle,
wenn ich die damalige Diskussion richtig erinnere (und davon bin ich nicht so überzeugt), dann waren die Meinungen da durchaus geteilt. Ich persönlich schätze zum Beispiel sehr wohl genauere Mechanismusbeschreibungen - wobei "genauer" noch zu definieren wäre. Aber nur die Thematik macht es nicht aus. "Das ist so ein Spiel wo ganz toll ist wo in Venedig in Stadtteilen Mehrheiten Punkte bringen tun" wäre eher knapp.
Ich denke mir mal ein Beispiel aus: in einer Carcassonne-Kritik wäre es erst einmal nicht erwähnenswert, welche Plättchen wie oft vorkommen (das wurde auch nirgendwo geschrieben, glaube ich), aber auch schon die Info, wie viele Punkte was bringt ist nur im Kontext spannend, in etwa "kleinere, schneller gebaute Städte bringen dafür aber auch nur 2 statt 4 Punkte, weil sie sonst bla bla bla".
Wichtiger finde ich da eine Spielgefühlbeschreibung, aber die kann subjektiv sein. Während einige bei Kardinal und König anfangen, ihre Tischmanieren zu vergessen, weil sie so sehr in das Mittelalter eintauchen, finde ich das Spiel eher trocken und langweilig, es "flutscht" nicht. Aber spannend finde ich zum Beispiel, wenn ein ziemlicher Grübler wie Vinci dahergelaufen kommt - aber der Rezensent (wenn er so fühlt wie ich) plötzlich feststellt, dass das Spiel trotzdem leicht, fast wie Risiko wirkt.
Alles in allem fand ich aber die von Dir gelobte Doppelrezension Odysseus/Ulysses eher knapp und die Muscat-Kurzrezension hätte bei mir auch Fragen offen gelassen, wenn ich nicht damals, als die Damen Graf und Knepel die Diskussionen beherrschten, mitgelesen und das Spiel auch mal gespielt hätte...
Zur Meinungslosigkeit: Nun ja, viele Spiele sind nett, aber "nicht mehr". Sie machen Spaß, man spielt sie gerne mal, um nicht immer bei Siedler zu landen, aber wo genau ihr durchaus vorhandener Reiz liegt, ich kann es nicht sagen. Und so spielt man, hat Spaß - aber wenn ich jetzt z.B. Colorado Country rezensieren müsste, dann wäre die Rezi "nichtssagend".
Zur Fairplay: Ich denke mal, dass hier schon der andere "Abostil" etwas dazu beiträgt, dass sie eher als gute Hobbyproduktion, denn als ernst zu nehmendes Referenzblatt wahrgenommen wird, so oberflächlich das klingt (und es gilt nur, wenn die PBM-artige Aboführung nicht geändert wurde, seit ich das Heft nicht mehr bekomme).
Tschüß
Marten (ist mal wieder ein paar unzusammenhängende Gedanken erfolgreich losgeworden)

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Stefanie

Tango? War: re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! (*lang*)

Beitragvon Stefanie » 17. August 2001, 16:07

Vielleicht fuer Tango? Das hat, glaube ich, die
allerschlechteste jemals vergebene Spielbox-Wertung bekommen.
Cheers,
Stefanie

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Hartmut Thordsen

re: Wert von sog. Rezensionen

Beitragvon Hartmut Thordsen » 17. August 2001, 16:10

Hallo miteinander,
jaja, die Kritiken. Ich habe da auch so mein Leid, lebe aber mit den Zustand. Gerade hat Matthias Hardel in der letzten PÖPPEL REVUE eines meiner liebsten aktuellen Taktikspiele verrissen, AFRICA, das dem ebenso guten CARCASSONNE vom Ablauf und Spielreiz in nichts nachsteht. Interaktion? Das gibt's doch in beiden Spielen nicht. Ist auch nicht zwingend für ein kurzweiliges Taktikspiel. Wenn persönliche Meinung und Vorlieben für's Strategische derart den (in diesem Fall doch wohl selbstverordneten) Rezensionsauftrag verhunzen, kann für den interessierten Leser nichts Gutes bei herauskommen.
In der Spielbox wurde AFRICA differenzierter beleuchtet und dem Spiel gerechter, wenngleich der allgemein negative Tenor für dieses Spiel mich an AVE CAESAR erinnert - ein Spiel, das einst ähnlich schlecht wegkam und uns schon immer großen Spaß bereitete. Naja, vielleicht sollte ich für die Sammler in 10 Jahren ein paar AFRICA an die Seite legen, wenn es im nächsten Jahr schon wieder verramscht wird ;-)
Weitere schreckliche Erinnerungen sind die wohlwollenden Meinungen zu EDISON & CO - nicht einmal die "kritische" (und nicht immer sachliche) FAIRPLAY hat diese Obergurke verdientermaßen vernichtet.
Fazit: lesen mehrerer Quellen ist unabdingbar. Am besten ist immer noch Ausprobieren. Das dürft ihr ruhig als Werbung für unseren und andere Spielekreise verstehen!
Verspielte Grüße
Hartmut
- Spielekreis Hiespielchen -

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Marten Holst

Üble Rezension

Beitragvon Marten Holst » 17. August 2001, 16:13

Moinle,
also die schlechteste Rezi, an die ich mich erinnern kann war für irgend ein Würfelspiel, die einen mussten von 0 bis 100, die anderen anders herum, wohl reines Gewürfel mit weniger Taktik als ein Leiterspiel, und irgendwo war der unvergessliche Satz "Das schlimme ist: die Grafik ist nicht einmal das schlechteste an diesem Spiel". Angesichts der abgebildeten Grafik eine deutliche Aussage. Aber wie hieß das Spiel? Und bekam es eine 1? Oder war es im unbenoteten Kurzreziteil?
Tschüß
Marten (alheimert herum)

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Berthold Heß

re: Üble Rezension

Beitragvon Berthold Heß » 17. August 2001, 17:06

1. Rauf und Runter
2 spielbox 5/1999
3. Spielwiese ohne Noten
Bert

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Ralf R

re: Rezensionen zwischen Regelnacherzählung und Kritik

Beitragvon Ralf R » 17. August 2001, 17:39

"BTW: Was macht die Fairplay so anders, dass sie nicht als „Referenzblatt“ eingestuft wird? Ist sie zu wenig bunt? Oder zu meinungsfreudig und kritisch? Oder einfach nur übersehen worden?"
Das letztere ist der Fall. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich die Fairplay noch nie in der Hand gehabt habe. Werde das aber nachholen - versprochen! :-)
Bye/Ralf R

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erik

Noch eine üble Rezi

Beitragvon erik » 17. August 2001, 18:25

Spielbox 4/97, Das Original Herzblatt Spiel. Hat im
Spielreiz insgesamt 2 mal einen Punkt bekommen.
Findet jemand noch schlechteres?
Gruss,
Erik

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Berthold Heß

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! (*lang*)

Beitragvon Berthold Heß » 17. August 2001, 18:35

> Noten unter 5 kommen so gut wie nie
> vor (irgendwann habe ich mal eine 4 gesehen,
> aber noch nie eine 1, 2, oder 3).
Die Aussage stimmt m.E. in dieser Absolutheit nicht.
Aber bedenkt bitte auch, dass es im Vorhinein eine Plaung gibt. Da überlegt man sich schon, ob wertvoller Platz für eine erkennbar schlimme Gurke geopfert werden sollte. Wenn die Redaktion überhaupt einen Rezensenten findet, der sich das antut. Daher finden die absoluten Flops meist keinen Niederschlag in der spielbox.
Nice dice!
Bert

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Peter Neugebauer
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re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon Peter Neugebauer » 18. August 2001, 13:11

Hallo Knut,
du schreibst "so schnell kommt man in Verruf!"
Wieso ist man in Verruf, wenn man eine andere Meinung als du und der Mainstream vertritt? Ich hatte meine damalige Kritik zum Spiel doch wohl begründet, wie du weißt. Und dass man nicht immer einer Meinung bei Spielbewertungen ist und dass diese Meinungen auch mal extrem auseinandergehen können, sollte dir als altem Hasen doch bekannt sein.
Dass du dich von der Behauptung, Intrige verrissen zu haben, distanzierst, ist dein gutes Recht, denn es entspricht ja auch den Tatsachen. Dass du das aber so wertend tust, hast du doch gar nicht nötig.
Etwas irritiert
Peter Neugebauer

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KMW

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon KMW » 18. August 2001, 13:44

Hallo Peter,
hmmm, das habe ich jetzt nicht verstanden. Wieso war mein Dreizeiler wertend? Das war keinesfalls als Angriff auf Dich gemünzt - und so hat's hoffentlich auch niemand verstanden. Jeder kann schließlich seine eigene Meinung über ein Spiel haben.
Wir hatten uns ja - wenn ich das richtig entsinne - schon damals darüber unterhalten, ob mein Gegenartikel überhaupt seine Berechtigung hatte.
Also: keine Feindschaft bitte!
Gruß
KMW

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Peter Neugebauer
Kennerspieler
Beiträge: 171

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon Peter Neugebauer » 18. August 2001, 14:12

Lieber Knut,
nein, nix mit Feindschaft, dafür "spielen" wir doch zu lange zusammen.
Ich habe mich etwas an der Wertung "in Verruf kommen" gestört. Aus dem Zusammenhang der Postings kann man doch lesen, dass der, der damals Intrige mit "1" bewertete, also ich, in Verruf gerät. - Aber diesen Eindruck wolltest du, wie du ja gerade geschrieben hast, gar nicht erwecken.
Also: Nice Dice
Peter

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Erhard Portner

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon Erhard Portner » 18. August 2001, 14:14

> Wieso war mein Dreizeiler wertend? Das war
> keinesfalls als Angriff auf Dich gemünzt - und so
> hat's hoffentlich auch niemand verstanden.
Hab'ich z.B. auch überhaupt nicht so verstanden! Ich denke, Peter, da überinterpretierst Du etwas.
Mit versöhnlichen Grüßen
Erhard

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Roman Pelek

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon Roman Pelek » 18. August 2001, 14:51

Hi,
auch ich hatte KMWs Posting als eher augenzwinkernden Kommentar verstanden, der darauf abzielte, dass man schnell mit etwas in Verbindung gebracht wird, das man nicht getan hat. Als "Wertung" jedoch habe ich ihn nicht interpretiert, eher als humorvolle Überspitzung in diesem Kontext.
Manchmal fehlt vielleicht einfach ein Smilie ;-)
Ciao,
Roman

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Peter Neugebauer
Kennerspieler
Beiträge: 171

re: Aktuelle spielbox: Leser mit reinen Zahlenwertungen allein gelassen !?! [Note 1]

Beitragvon Peter Neugebauer » 18. August 2001, 15:21

Ich smile wieder übers ganze Gesicht:)))
Gruß
Peter

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Michael Schramm

Verrisse

Beitragvon Michael Schramm » 18. August 2001, 16:03

Hallo Berthold,
da spricht Du einige Wahrheiten aus! rstmal ist es gerade hier in der deutschen Spiellandschaft wirklich so, dass wir genügend gute bis sehr gute Spiele auf dem Markt haben, die es vorzustellen lohnt, die unterdurchschnittlichen bis schlechten Spiele nehmen diesen Spielen dann nur den Platz weg. Davon abgesehen plagt man sich als Rezensent nicht gerne mit solchen "Anti-Perlen" herum, auch wenn manche Rezis hinterher ganz amüsant klingen ( Romans Verrisse sind wahrlich nett zu lesen!). In einem Punkt haben aber auch Rezensionen von schlechten Spielen eine notwendige Funktion: durch Werbung aufgeblähte Hypes sollten zumindest der Leserschaft von Spielzeitschriften, die allgemein zu den auf diesem Gebiet informierteren Zeitgenossen zählen, knallhard benannt werden, genau das wird nämlich auch zu Recht an dieser Stelle erwartet! Die kleine, im Verborgenen blühende "Gurke" hat am Besten keine Erwähnung verdient, dann geht sie ganz von selbst ein.
Nice dice
Michael


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