Beitragvon Roman Pelek » 18. August 2001, 13:20
Hi Ina,
>>gelegentlich mit etwas Verwunderung lese ich manche >>Beiträge über eigentlich m.E. ganz passable, wenn >>auch nicht aufregende Spiele, in denen diese >>als "grottenschlecht" abgestempelt werden.
>Das habe ich natürlich auf mich gemünzt, weil dieses >Wort von mir war. Meridian habe ich einmal gespielt >und meiner Meinung nach funktioniert es überhaupt >nicht, man wird gespielt und hat kaum Einfluß auf das >ganze.
Ich hab' diese Anmerkung aus Deinem Posting entliehen, zugegeben. Auch wenn's wie immer nur ein Beispiel war für viele andere Postings ;-) In der Tat hat man bei Meridian nach den Regeln nur sehr wenig Einfluss auf das Ganze. Mit 1-2 offenen Karten mehr wird's aber zu einem spassigen Familienspielchen, bei dem man was machen kann, aber auch noch einiges an Glück haben muss. Wie gesagt: es ist definitiv nicht der Taktikhammer (leider), aber es kam bei Gelegenheitsspielern mit diesen Modifikation als unterhaltsames Spiel an. Und das finde ich dann okay.
>Africa zum Beispiel ist ein ausgesprochen nettes >Spiel, auch wenn ich es nicht an jedem Spieleabend >ausprobieren möchte.
Mit Seltenspielern spiele ich "Africa" gerne, die haben da einen Riesenspass daran. In Runden mit anspruchsvollen Spielern würd' ich's allerdings nicht spielen, da kommt mir doch lieber von den Neuheiten ein Medina, HvG oder Amulett o.ä. auf den Tisch.
>Generell denke ich jedoch, daß Du mit Deinen >Äußerungen recht hast, schließlich sind die >Geschmäcker doch sehr, sehr verschieden. "Die Suche" >nämlich, welches hier auf gnadenlos verrissen wurde, >gefällt Bärchen und mir ganz hervorragend und wurde >direkt in unsere 2-Personen-Spiele-Sammlung >aufgenommen.
Hm, irgendwann sollte ich das Spiel auch mal anspielen. Da ich aber kein übermäßiger HdR-Fan bin und die Kritiken es als recht belanglos kennzeichneten, habe ich mich bisher nicht dafür interessiert, da noch genug (taktische) 2-Persönler auf meine Wunschliste stehen. Mal schauen, wann's mir mal vor die Füße fällt, momentan sagt mein Geldbeutel, dass reiner Wissensdurst kein Kaufkriterium ist :)
>Andererseits ist es auch gut, daß nicht nur "Perlen" >erscheinen, denn dann wüßte man ja überhaupt nicht, >was man sich kaufen soll und ich denke, jeder sucht >sich so seine persönlichen Perlen heraus.
Eben drum, es gibt Spiele für viele Geschmäcker, und das ist doch auch gut so. Hätten wir nur 3 Spiele (dann halt die Top-Spiele) pro Jahr, wär's doch auch langweilig. Und auch meine Lieblingsspiele möchte ich nicht immer spielen, man kann ja auch nicht jeden Tag seine Lieblingsspeisen ertragen :)
>Eines der Spiele, die in den letzten Jahren ganz >besch... Kritiken bekommen hat, ist "Der Berg ruft". >Abgesehen von der seltsamen Geschichte mit Heide und >Peter und den Fahnen in einem Bergsteigerspiel ist es >aber ein super Spielmechanismus, den ich in meiner >Sammlung nicht missen möchte. Andererseits muß man
"Der Berg ruft" kenne ich leider nur von Artikeln und Kommentaren darüber. Würde mich auch mal interessieren, zumal ich zu der Sorte Spieler gehören, die auch mal an einer Spielidee oder -mechanismus gefallen finden, auch wenn sie noch nicht ausgereift ist. Aber man kann sowas ja vielleicht weiterentwickeln (aber da wären wir dann schon wieder beim Thema "Ideenrecycling", das hatten wir zur Genüge).
>sagen, war das Ganze von der Umsetzung nicht richtig ausgereift, als es auf den Markt kam und wurde deshalb so verrissen.<
S.o.
>Und dann sind es auch immer die Themen, die manche >Spiele spielenswert machen. Ich interessiere mich für >historische Spiele und werde "Im Zeichen des Kreuzes" >deshalb bestimmt noch einmal ausprobieren, obwohl es >wohl auch nicht zu den Perlen des Jahrgangs gehört, >wenn man den Kommentaren aus dem Forum Glauben >schenken darf.
IZdK ist probierenswert, wenn man sich in die Geschichte richtig einleben kann. Mir jedoch bot der Mechanismus zuwenig, um mich länger bei der Stange zu halten. Oder sorum: die Atmosphäre war für mich nicht dicht genug, um mich insoweit zu unterhalten, dass mir etwas geringe Interaktion und Einflussnahme auf das Spiel "egal" gewesen wären.
>Also, der langen Rede kurzer Sinn: Ich glaube, Du >hast mit Deinem Statement recht (schreibt man das nun >eigentlich groß???), daß wir in Deutschland wirklich
"Recht haben" schreibt man groß lt. neuerem Duden.
>verwöhnt sind. Manche Spiele, die hier im Forum >verissen werden, gehören sicher in die >Kategorie "nett" und "spielbar", auch wenn sie nicht >jedem gefallen. Die wirklichen Spielegurken sind mit
Eben das meinte nicht. Nicht jedes Spiel, mit dem ich meine Zeit nicht verschwenden würde, ist deshalb automatisch schlecht. Einem anderen Geschmack kommt's vielleicht entgegen. Und die Spiele, die auf dem Markt sind, funktionieren doch wenigstens in der Mehrzahl der Fälle gut - absolute Verrisse sollten m.E. wirklich den Sachen vorbehalten bleiben, bei denen der Mechanismus simpel auszuhebeln ist. Und davon gibt's auch ne Menge - zum Glück nicht auf dem Markt.
>Sicherheit ausgesprochen selten. Und viele Spiele, >die hier unter den, ja schon einmal offiziell >gesuchten, "Gurken" aufgeführ wurden, gefallen mir >durchaus.
Ich mag auch einige "Gurken". Kurzum: wirklich harte, kategorische Verrisse gebühren den wirklich nicht funktionierenden Werken. Den Rest könnte man manchmal auch - zutreffender - als "Gar nicht mein Fall, weil..." abhaken.
Ciao,
Roman