Beitragvon Roland G. Hülsmann » 17. August 2001, 19:01
Der Fusionsgedanke war mir auch schon gekommen, wenn auch in einer technisch deutlich bescheideneren (dafür aber in vielen Spielerunden getesteten - begeistert getesteten, möchte ich hinzufügen) Variante:
Es war etwa 1981. Die Computerspiele (meist Arcades in den Spielhallen, aber auch auf den ersten Homecomputern) waren in der Regel hektische Reaktionsspiele allein gegen den Computer. Auf einer Englandreise kaufte ich einen ZX81 (gab es in BRD noch nicht). Schon damals war ich begeisterter Brettspieler (Alaska, Risiko, Monopoly, Diplomacy, etc.) und wollte den Computer auch für Geselschaftsspiele nutzen. Aus diesem Gedanken enstandewn ca. 6 "Computer-Gesellschaftsspiele", wie ich sie damals nannte. Die technische Realisierung:
Am ZX81 schloß ich Mangels serienmäßigem Joystick eine Steuereinheit mit 10 Tasten an (8 Himmelsrichtungen und 2 Aktionstasten). Das Spielprogram (ausgelegt für 1 bzw. 2 bis 6 Spieler) lief auf dem ZX81, später dann in Farbe auf einem ZX Spectrum. Ein kleiner Fernseher diente als Bildschirm. Die Spieler saßen am Tisch im Halbkreis um diesen (und einer Gebäckschüssel ;-) herum. Der Joystick wurde nach dem Zug eines Spielers an den nächsten weitergereicht. Die Spielsituation (je nach Spiel ein Plan, eine Karte, eine Höhle oder was auch immer) wurde am PC gezeigt. Der Spieler steuerte mit dem Joystick seine Aktionen. Einige der Spiele hatten hier auch Action-Einlagen (was man heute "Minigames" nennt). Der Computer hatte also die Aufgabe komplexere Spielewelten zu erzeugen, als sie mit normalen Spielplänen möglich wären. Zu nicht wenigen dieser Spiele benötigte man noch Stift und Papier, um sich Karten aufzumalen, Dinge zu merken, etc. An Interaktion fehlte es nicht ... Die Spieler, die ich damals (1981 bis 1986) schrieb:
- EPISKOPAT: 1 - 6 Spieler übernehmen je ein katholisches Bistum als Bischof und mühen sich vor dem Tod des Papstes ausreichen gut agiert zu haben, um die Nachfolge antreten zu können. Actionelement: Kamp gegen Sekten. Die spätere PC-Variante (DOS) wurde sogar im Fernsehen vorgestellt :-)
- DER SCHATZ DES MINOTAURUS: 1 - 6 Spieler dringen in das Höhlensystem ein, um den Schlüssel zu finden, der zum Schatz führt. Monster und Mitspieler woll dies verhindern. Minispiele: Kampf gegen Monster und Zauberer. Mit Zaubern, Heiltränken und ähnlichem kann man sich ausrüsten. Es gibt Gold zu finden ... Hier brauchte es Stift und Papier für eine Karte. Ebenso wie Episkopat war das Spiel zum Schluß sehr ausgereift, weil unzählige Male gespielt.
- WANDERER - AUF DER SUCHE NACH DEM EWIGEN LEBN: Ein Spiel recht frei nach Perry Rhodan. 1 - 6 Spieler suchen den Planeten des ewigen Lebens um dort die lebenserhaltende Zelldusche zu bekommen. Der Beste wird gar mit einem Zellaktivator belohnt. Die ARAs suchen aber auch. Schaffen es die Spieler vor ihnen? Und zwischendurch gibt es Kämpfe zu bestehen, muß Energie und Nahrung gefunden werden, sind schwarze Löcher zu vermeiden ... Action-Elemente: Angriff von Aliens (Springer, ähnlich Invaders) und Landung auf den Planeten (Geschick). Wurde auch sehr häufig gespielt. (Hat etwas gedauert, bis die Chancen der Spieler gegen die Aras zu gewinnen unabhängig von der Spielerzahl war.)
- SCHATZSUCHE IN SÜDAMERIKA - 2-6 Spieler suchen Schätze in Südamerika. Mit großer Südamerka-Karte. Sabotagemöglichkeiten, etc. War nicht ganz so der Bringer. Noch etwas unausgereift.
- SCHISMA: Bis zu vier Päpste und Gegenpäpste kämpfen um die Vorherrschaft in Europa. Strategiespiel mir Risikoelementen, aber darüber hinausgehend und deutlich komplexer. Es gab Kundschafter, Spionage, etc. War eher etwas für die hartgesotteneren Spieler und tendierte zu vielen Stunden Spieldauer. Man mußte (mit einer simplen Befehlssprache) den Truppen Befehle geben, etc. Ein Spielplan vereinfachte den Überblick, war aber nicht zwingend notwendig.
- U-BOOT-JAGD für bis zu vier Spieler. Eine ZX81-Variante des damals bekannten Spiekes mit elektronischer Unterstützung.
(Einfache Versionen von Minotaurus und U-Boot-Jagd wurden in meinem ZX81- und/oder meinem SPECTRUM-Buch im Hofacker-Verlag veröffentlicht.)
Roland (Puh, mit dieser Mail mache ich Roman im Schreiben von demselben Konkurenz. Kommt aber sicher so schnell nicht wieder, aber das Thema finde ich hochinteressant! Vielleicht sollte ich doch mal Windowsversionen der Spiele in Angrff nehmen ...)