Beitragvon Kathrin Nos » 4. September 2001, 13:15
Hallo Roman,
also für uns (Achtung: Sehr subjektive Meinung natürlich) hat sich das Zeitalter der Renaissance sehr gelohnt. Wir sollten mittlerweile bei einer zweistelligen Anzahl von absolvierten Partien sein - dadurch, dass man eben an einem Wochenende nur eine Partie schafft und dazu auch erstmal die Leute zusammenhaben muss, kommt eben, wie Du schon sagst, nur relativ selten eine Partie zustande.
Ein paar Worte zu den Regeln: Diese sind tatsächlich ziemlich heftig. Vor der ersten Partie haben wir ziemlich lang gebraucht, bis wir durch waren, haben dann den falschen Einstieg gefunden und viel zu agressiv losgespielt - gleich Konflikte angefangen, wo es eher noch nicht nötig war und Ähnliches. Erst die zweite Partie hat uns dann überzeugt. Nach und nach hat sich einiges geklärt, aber wir haben selbst in den letzten Partien noch Sachen gefunden, die wir vorher falsch gespielt hatten (Tip vielleicht an der Stelle: Mit verbissenen Regelauslegern könnte da Konfliktpotential liegen - zum Glück ist unsere Spielerrunde da sehr tolerant).
Zur Spieldauer: Zu dritt haben wir etwa vier Stunden gebraucht, zu viert etwa sechs Stunden reine Spielzeit - Extrazeit für Essenszubereitung (oder zum Beschaffen desselben) oder so sollte man wohl berücksichtigen.
Sehr geholfen hat uns die englische FAQ-Seite, die wir bei Luding gefunden haben, siehe Link. Etwas verwirrend ist, dass die englische/amerikanische Ausgabe sich von der europäischen, d.h. französisch/deutschen Ausgabe teilweise unterscheidet.
Ok, aber noch ein paar Worte zum Spielreiz (freilich wieder subjektiv): Dass dieser für uns sehr hoch ist, merken wir daran, dass wir nach dem Spiel immer locker noch mindestens ein, zwei Stunden über "Wie hätte ich dies oder jenes besser machen können" oder "Vielleicht beim nächsten Mal das und das ausprobieren" diskutieren. Es eröffnen sich also immer noch neue Strategien, die man mal gerne ausprobieren möchte. Mal abgesehen davon, dass sich die verschiedenen Hauptstädte sehr unterschiedlich spielen.
Wobei man bei möglichen Kritikpunkten anlangen könnte: Denn gerade die unterschiedliche Ausgangsposition der Hauptstädte Venedig, Genua, Barcelona (bei drei Spielern), Paris (vierter Spieler), London (fünfter) und Hamburg (sechster) bietet zwar sehr unterschiedliche Herausforderungen. Unserer Erfahrung nach haben es aber insbesondere die Mittelmeeranrainer eher leichter als die anderen Hauptstädte (bisher haben wir max. zu fünft gespielt, also noch nie mit Hamburg).
Das Glückselement beim Kartenziehen (für einige ist das, soweit ich das in Diskussionen hier im Forum oder auch im Spiele-Archiv mitbekommen habe, auch ein Kritikpunkt) sorgt dafür, dass man manchmal, sozusagen "event-driven", seine Strategie kurzfristig umstellen muss, um etwa Nachlässe von Persönlichkeiten anwenden zu können.
Man muss natürlich auch höllisch darauf achten, was die anderen machen: Besonders, wenn jemand den Fortschritt "Heilige Absolution" kauft, muss man schnellstmöglich nachziehen und diese ebenfalls kaufen, weil man sonst in jeder Runde ohne diesen Fortschritt Marker an alle mit diesem Fortschritt verliert - sehr frustrierend!
So, mittlerweile sind mir Tobias und Ronald mit ihren Posting zuvorgekommen ;-)
Aber auf ihren Vergleich mit Civi möchte ich schon kurz noch eingehen. Denn auch wir fanden ZdR besser als Civi, unter anderem weil man nicht so lange Leerlaufphasen hat, das Spiel also deutlich flotter geht.
Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin