Beitragvon Matthias Staber » 5. September 2001, 10:20
Peter Hoyer schrieb:
>
> Hi,
> nachdem Battle Cry und History of the World nun wieder
> erschienen sind, wollte ich mal fragen, ob jemand diese
> Spiele (speziell die Neuauflagen) empfehlen kann.
> Dass beide eher zu den zeitintensiveren Spielen gehören,
> konnte ich an anderer Stelle schon lesen. Sind Sie auch für
> Normalverbraucher spielbar?
>
> Ciao
> Peter
Bei Battle Cry handelt es sich nicht um das Spiel gleichen Namens, das schon mal irgendwo erschienen ist (wo hab ich vergessen), sondern um eine Brettspielumsetzung von Richard Borgs "Command and Colours "-Miniaturenspiel.
Ich halte es für eines der besten Zwei-Personen-Brettspiele, die je erschienen sind: Zügig lassen sich hier Schlachten des Sezessionskrieges nachspielen, das geht manchmal schon unter einer Stunde, ohne mit zig Regeln überfordert zu werden. Karte spielen, entsprechend Truppen bewegen und ballern, so lange, bis einer sechs komplette Truppen des Gegners vernichtet hat, das wars, und es macht einen Riesenspaß. Für Hardcore-Wargamer ists allerdings nicht, eher was für Leute, die vom deutschen Brettspiel herkommen, da zu wenig Simulation und mit gehörigem Glücksanteil (was eigentlich nichts macht: Meist reicht die Zeit auch noch für eine Revanche).
Die Ausstattung mit den Plastikminis, wie eigentlich bei allen Spielen von AH/Hasbro, ist klasse, was zu einer dichten Atmosphäre beiträgt. Wer genau hinriecht, hat den Pulverdampf der Geschütze in der Nase beim Spielen... (Diese Aussage widerspricht für mich übrigens nicht der These, Battle Cry sei wenig Simulation, bin jetzt aber zu faul, das zu begründen).
Spielerisch in eine ähnlich Bresche schlägt Star Wars: Queens Gambit, wenn auch bei etwas längerer Spieldauer. Zweipersonenspiel, Einheiten werden per Karten Befehle erteilt, einiges Glück, aber dennoch reichlich Raum für strategische Überlegungen, traumhafte Ausstattung (unter anderem ein dreistöckiger Theed-Palace, richtig fies aussehende Armoured Attack Tanks, prächtig schlappohrige Gungans (weshalb wir Queen's Gambit auch gerne Häschenjagd nennen) usw.)
Auch eines der besten Zwei-Personenspiele, die ich kenne, rundum empfehlenswert.
(New) Hotw nun habe ich erst einmal gespielt. Recht zugängliche Regeln (wesentlich einfacher noch als zum Beispiel Empires of the ancient world), aber üppige Spieldauer und die downtime zwischen den Zügen kann mörderisch sein. Aber tonnenweise Atmosphäre und, wie könnte es anders sein, traumhafte Ausstattung mit, ja klar, Plastikminis, Forts und Städten, die ineinadergestapelt werden können, so, dass auch noch ne Armee oben drauf passt: niedlich, knuffige Monumente im Triumphbogenspiel...
Risk 2210 habe ich noch nicht gespielt, die Regel klingt aber klasse und es hat wirklich eine traumhafte Ausstattung... lassen wir das. Scheint sich kürzer zu spielen als Hotw und weniger downtime zu haben.
Insgesamt halte ich AH/Hasbro für eine echte Bereicherung für die Brettspielwelt: Hier wird ausstattungs- und themenmäßig einmal wirklich eine Brücke über den Atlantik geschlagen, wargamish theme trifft german style Einfachheit und Spielkomponenten (so wie bei Empires of the Ancient world, das, ich erwänte es schon einmal andernorts, auch eines der besten Spiele überhaupt ist...
Matthias