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Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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HBS

Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 30. Oktober 2001, 15:56

Moin, moin,

nach reichlich frustrierenden Erlebnissen am Wochenende und vor einem weiteren geplanten Spieleabend mit recht hohem "Nichtspieler"anteil möchte ich jetzt mal Argumente für's Spielen sammeln.

Bei meiner Recherche im hiesigen Archiv habe ich zwar alle möglichen tollen Spiele-Empfehlungen gefunden (besonders im Thread "Einstiegsspiele": http://www.spielbox-online.de/phorum4/read.php4?f=1&i=21173&t=21173 ), es gab auch Tipps und Tricks zur "Taktik des langsamen Heranführens", aber die eigentlichen (ha! Carsten is' weg!) [b]Argumente[/b], die man Skeptikern entgegenbringen kann, fehlen mir etwas. Ich bin daran interessiert, wie und wodurch Ihr solche "geeigneten" Spiele Nicht- oder Wenigspielern schmackhaft machen konntet. Welche Argumente haben überzeugt? Womit habt Ihr Leute dazu bekommen, Spielen mal eine richtige Chance zu geben?

Natürlich ist es nicht nötig (und wahrscheinlich auch nicht möglich) "Missionsarbeit" bei Leuten zu leisten, die Spielen an und für sich für Zeitverschwendung halten, das habe ich auch nicht vor. Das schlimmste Totschlagsargument, das ich bisher gehört habe, war "anstatt zu Spielen unterhalte ich mich lieber mit Freunden, wenn wir uns sehen. Wenn man spielt, kommt man ja gar nicht dazu miteinander zu reden, da braucht man sich auch nicht zu treffen". - Naja, da fällt mir nichts mehr zu ein. Aber bei Leuten, die zumindest mal zu einem Spieleabend [b]mit[/b]kommen, würde ich doch gerne oft mehr überzeugende Gründe vorbringen können, warum sie mitmachen sollten...

Wahrscheinlich muß man bei der "Überzeugungsarbeit" noch etwas differenzieren, auf was für "Laien" man trifft, bei mir sind es:
- mitgeschleifte Partner von Spielinteressierten, die selber dem Spielen gegenüber eher negativ eingestellt sind (= wenig Chancen, trotz guter Argumente, leider können sie auch leicht gute Spieleabendstimmung verderben)
- mitkommende Partner von Spielern, die relativ offen sind, aber von sich aus nicht auf's Spielen gekommen wären
- leicht interessierte Freunde, die neugierig sind, was wir so tun, aber eigentlich (Carsten ist weg!) viele Vorurteile gegen's Spielen haben (von "Kinderkram" bis "neue Spiele sind viel zu kompliziert"...)

Ich freu' mich schon auf Eure Argumente, Beispiele etc. und natürlich auf [b]aufbauende[/b] Berichte darüber, wie es Euch gelang Nicht- zu Vielspielern zu machen...

Gruß,
Hanna
(in deren Umfeld Spieleabende immer komplizierter und seltener werden)


zur Terminologie ("Nichtspieler", "Gelegenheitsspieler", "Seltenspieler" etc.) wollte ich noch auf http://www.spielbox-online.de/phorum4/read.php4?f=1&i=17873&t=17873 verweisen ;-)

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Chris

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Chris » 30. Oktober 2001, 16:09

Hallo Hanna,

Das halte ich für überaus schwierig. Wie willst Du denn Partner von Spielern zum Spielen bewegen, wenn die Partner das selbst nicht schaffen???

Ich persönlich halte nix davon Leute zum Spielen zu überreden, sie versauen einem höchstens die Stimmung.

Wenn die Leute wirklich interessiert sind, würde ich erstmal was einfaches, z. B. Die Siedler von Catan oder ein einfaches Kartenspiel anbieten. Alles andere wirkt höchstens abschreckend.

Lieber mit Nichtspielern nicht spielen und sich die richtigen Leute zum Spielen suchen! (Wobei das Spielen mit Gelegenheitsspielern überaus nett und entspannend sein kann.) Ich kann es auch nicht gebrauchen, wenn mich jemand unbedingt von seinem Hobby (z. B. Fußball gucken oder in die Kirche gehen) überzeugen will.

Ciao Chris

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 30. Oktober 2001, 16:28

Zum Argument: Lieber Zusammensitzen und reden:

Wenn ich 4 Kollegen einlade und wir uns nur zum Plaudern zusammensetzen, ist das zwar auch nett, aber ruckzuck sind wir bei der Firma, regeln die Probleme des nächsten Tages, meine Frau ist außen vor ... und so richtig entspannend ist das letztlich auch nicht. (Wir haben auch in der Forema Räume für Meetings ;-).)

Lade ich die gleichen Kollegen z. B. zu I.Asimovs "Sternenhändler" ein (so geschehen vor etwa einem Jahr), so verbringen wir alle einen spannenden Abend in den Tiefen des Universums und haben eine Menge Spaß dabei. Und niemand ist außen vor.

Spielen ist die schönste (vielleicht zweitschönste?) Art, mal richtig auszuspannen und dem Alltag erfolgreich für einige Zeit zu entfliehen. Da "lebt" man mal in einer anderen Welt. ...

Das beantwortet zwar nicht alle Deine Fragen, ist aber vielleicht ein Puzzle-Stück.

Roland (dessen erwähnte Kollegen leider nicht mehr vor Ort sind und der zunehmend Probleme hat, seinen monatlichen Spieleabend am Leben zu erhalten ...)

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Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Arno C. Hofer » 30. Oktober 2001, 16:41

Hi Hanna,

eigentlich gehts am Besten [b]ohne reden[/b]. Einfach ein Spiel auspacken und loslegen. Speed (von Adlung) z.B. oder Tabu oder Amicelli (nur wenn man es von unten rausbringt - ohne dass sich die anderen bewegen) oder so. Es muß ein watscheneinfacher Einstieg sein und so aussehen, als würde er ganz spontan passieren. Und Du brauchst nicht alle auf einmal zu überzeugen sondern nur einigen ein ruhiges Spiel-Platzerl einzuräumen und dich manchmal dazuzusetzen. Und dann hol' vielleicht Spiele raus, wo sich die anderen einbringen können ohne echt dabeisein zu müssen, "Outburst" z.B. oder "Trivi" (falls Du sowas überhaupt hast). Und Halli Galli (Amigo) und Ligretto (Schmidt/Rosengarten). Zwanglos. Wer will, spielt: und reißt die anderen irgendwie mit.
Und mit Leuten, die schon größere Spielerfahrung haben kannst Du ja dann ein anderes Spiel spielen. Vielleicht kannst Du auch einen Hauptpreis vergeben für [b]die/den SiegerIn[/b] des Abends (die/der die meisten Punkte gewonnen hat).

Auf keinen Fall darüber diskutieren, dass jemand nicht spielt: denn ein Nicht-Spieler (meistens haben die nur Angst von sich etwas hergeben zu müssen), sollte er zu argumentieren beginnen können, kann eine ganze schöne Runde versauen ...

Arno (der weiß, das in unseren Breitengraden vieles über die Sprache geregelt wird, der aber Erfahrung drin hat, einiges sprachlos zu initiieren) Ich hoffe, es klappt. Viel Erfolg!

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Uwe Hackenberg

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Uwe Hackenberg » 30. Oktober 2001, 17:00

Hallo Hanna,

alt bekanntes und sehr schwieriges Thema. Nach vielen gemischten Erfahrungen scheint natürlich der Rat von Chris verständlich bzw. in sich logisch, besser niemanden zu überreden. Aber je nach Bekanntenkreis schränkt das auch sehr ein und man würde manchen netten Abend verpassen.

Relativ leicht fällt es eine Liste der "Don'ts" aufzuführen - womit schreckt man Spielskeptiker in der Situation und langfristig ab - alles, was die Hemmschwelle noch erhöht:
* mit Ihnen über Wichtigkeit des Spielens und Unsinnigkeit ihrer Skepsis diskutieren
* sie zu aufzuziehen und provozieren ("Du magst ja nur nicht mitspielen, weil Du als kleines Kind immer verloren hast")
* viele Spiele zur Wahl zu stellen und mit der eigenen Erfahrung "protzen"
* Spiele mit langen Regeln
* komplexe Spiele
* Spiele mit nichtdeutschen Spielkarten etc.
* Spiele mit langer Dauer

Schwerer ist eine Liste der Einstiegshilfen, die die Hemmschwelle eher senken. Ich denke, hier helfen Argumente, die die Situation unverbindlicher machen.
* schlage vor, wir probieren mal aus
* lasst uns doch heute mal was spielen, dass nächste Mal gehen wir ins Kino (nimmt den Druck, jetzt immer spielen zu müssen)
* das ist flott erklärt
* ob man hier gewinnt, ist eine Mischung aus Glück und Geschick
Den Mitspielern nicht zuviele Entscheidungen abverlangen, sondern geschickt lenken.
* Ich habe mal zwei Spiele rausgepickt. Bei A ..., bei B ... Welches wollen wir mal ausprobieren?
* Das Spiel ist sehr beliebt, ausgezeichnet
* Je nach Spiel bewußt die Startspielerrolle übernehmen (ohne dass auszunutzen), so dass die anderen sehen, was man machen kann bzw. soll
Und sehr wichtig: Interessen und Vorerfahrungen der Mitspieler einbeziehen:
* was habt Ihr denn mal gespielt, was Euch Spass gemacht hat (das zur Not wiederholen und nicht wie erhofft die tolle Neuheit)
* wenn dann jemand erzählt, dass er aber ein bestimmtes Spiel schrecklich fand, nachfragen wieso. Dann kann man ein anders geartetes Spiel aussuchen und gut argumentieren, dass dieses gerade dieses Problem nicht hat
* evtl. bieten sich auch Spiele zu Interessen, Hobbies bzw. Beruf der Spieler an. Ihr seit doch Bänker, was haltet Ihr von einer Partie das Börsenspiel?
* klasse Beispiel: Wer wird Millionäir, wollen wir nicht mal selber ran?

So sind wir mit einigen ins Spielen gekommen.

Wünsch Dir viel Erfolg

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Dirk Piesker
Kennerspieler
Beiträge: 950

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Dirk Piesker » 30. Oktober 2001, 17:04

Hallo Hanna,

nach meiner Erfahrung ist es kaum möglich, jemanden zum Spielen zu überreden.
Entweder jemand lässt es mal drauf ankommen, wenn man lange genug nörgelt, oder er(sie) setzt sich dem Partner zuliebe mal mit an den Spieltisch.

Spannender wird es, wenn derjenige voller Skepsis und Vorurteile am Tisch sitzt, und eigentlich nur drauf wartet, dass ihm(ihr) das Spiel keinen Spass machen wird.

Entscheidend für einen Sinneswandel ist:
a) die Auswahl des richtigen Spiels
b) die Spielrunde
c) die eigenen Regelerklärungs-Fähigkeiten
d) eine ganze Menge Glück

a) ist ja hinreichend dirkutiert worden.
b) lässt sich nur manchmal beeinflussen.
Bersonders viel Einfluss hat man auf c). Man sollte sich wirklich Mühe geben, und auch mal ein paar Regeln weglassen, die man vielleicht im Laufe des Spiels erklären kann. Eine komplette theoretische Abhandlung der Spielregeln ist für nicht-Spieler ein Graus.
Zu beachten gilt auch d), worauf man leider keinen Einfluss hat. Manchmal floppt ein Spiel eben, und Nichtspieler geben keine 2. Chance. :-(

Du wolltest ja noch konkrete Argumente, gell??
Spielen ist kreativ, kommunikativ, fördert das abstrakte Denken, und (was manche ja ab und zu vergessen) macht SPASS !!!!!!!!!!!!!!!!!

> Das schlimmste Totschlagsargument, das ich
> bisher gehört habe, war "anstatt zu Spielen unterhalte ich
> mich lieber mit Freunden, wenn wir uns sehen. Wenn man
> spielt, kommt man ja gar nicht dazu miteinander zu reden, da
> braucht man sich auch nicht zu treffen". - Naja, da fällt mir
> nichts mehr zu ein.

Kenne ich auch, finde ich aber auch legitim. Wenn ich Freunde nur ein oder zweimal im Jahr sehe, packe ich auch nicht gleich ein Spiel aus.

Dirk

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Mifu

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Mifu » 30. Oktober 2001, 17:07

Es hat nach meiner Meinung wenig Sinn, Nichtspieler zum Spielen
zu überreden.

Wenn ein Nichtspieler einem besucht, geht er ja von der Voraussetzung
aus, einen schönen Abend zu verbringen. Nun bleibt die Definition :
"schöner Abend" zu klären. Darunter verstehen eben Nichtspieler :
sich unterhalten, lachen, Smaltalk.

Spielen mag zwar die schönste Nebenbeschäftigung der Welt sein,
aber Unterhalten im herkömmlichen Sinne kann man sich dabei nicht.
Ganz im Gegenteil, ich empfinde es nahezu unhöflich, mich mit Spielern
über die politische Lage zu diskutieren, während der andere Spieler
in Konzentration vertieft, über den besten nächsten Spielzug nachdenkt.

Natürlich wird beim Spielen auch gelacht und Smaltalk betrieben.
Aber mit einer konzentrierten Unterhaltung hat dies nichts zu tun.
Also ist Spielen auch eine Art Kommunikation - aber eben eine andere,
und für Nichtspieler eben eine ganz andere.

Also akzeptiere ich beide Seiten. Die spielerische Seite, der ich mich
mehr zugewandt fühle und die nichtspielerische Seite, bei der ich mit
netter Unterhaltung ebenfalls einen schönen Abend verbringen kann.

Doch wenn ich spiele, dann mit Einsatz und dem Ziel zu gewinnen.
Ich bin weder enttäuscht noch bösartig, wenn ich nicht gewinne :-)
aber mein Ziel ist es ein Spiel zu gewinnen. Dann fällt es mir schon
schwer, gleichzeitig zum Spiel ernsthafte hochwichtige Gespräche
zu führen.

Ich beende mit einem Zitat, von dem ich leider nicht mehr weiß,
wer es ausgesprochen hat :

Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.

Gruß
Michael

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 30. Oktober 2001, 17:15

... ähem ... "Forema" ist nicht eine neue unbekannte, aber aufstrebende Gesellschaft, sondern ein Tippfehler und soll eigentlich "Firma" heißen.

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peer

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon peer » 30. Oktober 2001, 17:15

Hi,
bewährt sind auch Anno Domini (vor allem wenns zwei schon kennen, die können anfangen, während sich das Spiel selbst erklärt), Black Box (Jumbo) und Pi mal Daumen. Die sehen alle auch nicht so kindisch aus, was auch ein Faktor sein kann.
ciao,
Peer

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 30. Oktober 2001, 17:48

Chris schrieb:
>
> Das halte ich für überaus schwierig. Wie willst Du denn
> Partner von Spielern zum Spielen bewegen, wenn die Partner
> das selbst nicht schaffen???

Na, die haben sie ja schonmal zum Mitkommen überredet... und schlimmstenfalls verliert men eben nicht nur den nur überredeten Partner sondern auch den eigentlichen Mitspieler! - Ich hab' ja geschrieben, daß es bei uns zur Zeit immer komplizierter wird.


> Ich persönlich halte nix davon Leute zum Spielen zu
> überreden, sie versauen einem höchstens die Stimmung.

Daß ich davon bei absoluten Antispielern auch nichts halte, hatte ich, glaub' ich, auch geschrieben... - aber die, die schon bereit sind, mal mitzukommen???


> Lieber mit Nichtspielern nicht spielen und sich die richtigen
> Leute zum Spielen suchen! (Wobei das Spielen mit
> Gelegenheitsspielern überaus nett und entspannend sein kann.)

Klar, aber genau da liegt das Problem. Wo findet man die? Und warum nicht die nehmen, die zumindest schonmal freiwillig kommen und die irgendwen von uns kennen? - Und ich erinnere mich an Berichte von absoluten "Erfolgsstories" darüber hier aus dem Forum (ich guck' jetzt nicht nochmal genau nach) und jetzt würden mich davon halt die genaueren Argumente und der Ablauf interessieren.

Gruß,
Hanna

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 30. Oktober 2001, 17:58

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> ... ähem ... "Forema" ist nicht eine neue unbekannte, aber
> aufstrebende Gesellschaft, sondern ein Tippfehler und soll
> eigentlich "Firma" heißen.

Ich war schon bei Forum, da stimmte Dein Satz auch wieder (hier gibt's schließlich einen wunderschönen "OT-Rederaum" für Meetings).

Ansonsten:

Ja, danke für Dein Puzzlestück. Aus vielen davon wird ja schließlich im Endeffekt meistens ein Bild, wenn ich das recht in Erinnerung habe (hab' sehr lange nicht mehr gepuzzled).

>so verbringen wir alle einen spannenden Abend in den Tiefen des
>Universums und haben eine Menge Spaß dabei. Und niemand ist außen vor.

Das bringt mich auf eine Idee - vielleicht könnte ich versuchen, zwei unserer Eventuell-Spieler [b]thematisch[/b] zu ködern... nicht gerade mit den Tiefen des Universums, aber vielleicht ja anders... hmmm...

Und das Argument "dann ist niemend außen vor" ist sowieso gut... hat auch schon geklappt, besonders bei im Team spielbaren Spielen. Da macht halt eher mal jemand im Team mit, der einfach alleinverantwortlich keine Lust zum Spielen hätte, aber im Eifer des Gefechts sich dann auf einmal sher amüsiert...

Jedenfalls erstmal Dank und Gruß,

Hanna

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 30. Oktober 2001, 18:13

Arno C. Hofer schrieb:
>
> eigentlich gehts am Besten [b]ohne reden[/b]. Einfach ein
> Spiel auspacken und loslegen.

> Auf keinen Fall darüber diskutieren, dass jemand nicht
> spielt: denn ein Nicht-Spieler (meistens haben die nur Angst
> von sich etwas hergeben zu müssen), sollte er zu
> argumentieren beginnen können, kann eine ganze schöne Runde
> versauen ...

Das ist eine gute Idee... einfach der Diskussion darüber aus dem Weg gehen (obwohl es normalerweise nicht ich bin die eine prinzipielle Spielen-Nicht-Spielen Diskussion anfängt...). Also: mein erster Vorsatz: gleich anfangen, nicht drüber reden! - Danke!

> Es muß ein watscheneinfacher Einstieg sein und so aussehen, als würde er
> ganz spontan passieren. Und Du brauchst nicht alle auf einmal
> zu überzeugen sondern nur einigen ein ruhiges Spiel-Platzerl
> einzuräumen und dich manchmal dazuzusetzen. Und dann hol'
> vielleicht Spiele raus, wo sich die anderen einbringen können
> ohne echt dabeisein zu müssen. Wer will, spielt:
> und reißt die anderen irgendwie mit.

Da habe ich vielleicht meine Zielgruppe nicht richtig erklärt, es geht bei mir eher darum bei (privaten) Spieleabenden auftauchende skeptische Nicht- und Neuspieler einzubinden, die dann manchmal mit blöden Sprüchen kommen.


> Arno (der weiß, das in unseren Breitengraden vieles über die
> Sprache geregelt wird, der aber Erfahrung drin hat, einiges
> sprachlos zu initiieren)

Jau! Und dafür wäre ich dann gerne zweifach "schlagfertiger": einmal um nonverbal einfach anzufangen (die Idee gefällt mir immer besser, vielleicht kann man das irgendwie mit einer Verbündeten gut timen...) und das andere Mal um verbal gut zu kontern wenn erstmal einer die Diskussion anfängt oder einen doofen Sruch macht!


> Ich hoffe, es klappt. Viel Erfolg!

Ich auch. Danke!

Gruß,
Hanna

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 30. Oktober 2001, 18:59

Hi Uwe,

danke für diese ausführlichen Auflistungen, einiges davon hilft mir weiter.

Uwe Hackenberg schrieb:

> alt bekanntes und sehr schwieriges Thema. Nach vielen
> gemischten Erfahrungen scheint natürlich der Rat von Chris
> verständlich bzw. in sich logisch, besser niemanden zu
> überreden. Aber je nach Bekanntenkreis schränkt das auch sehr
> ein und man würde manchen netten Abend verpassen.

darauf habe ich schon oben geantwortet: es geht mir um Leute, die zumindest schonmal zu einem Spieleabend mitkommen...

> Relativ leicht fällt es eine Liste der "Don'ts" aufzuführen -
> womit schreckt man Spielskeptiker in der Situation und
> langfristig ab - alles, was die Hemmschwelle noch erhöht:
> * mit Ihnen über Wichtigkeit des Spielens und Unsinnigkeit
> ihrer Skepsis diskutieren
> * sie zu aufzuziehen und provozieren ("Du magst ja nur nicht
> mitspielen, weil Du als kleines Kind immer verloren hast")
> * viele Spiele zur Wahl zu stellen und mit der eigenen
> Erfahrung "protzen"

Ähnlich auch Arno's Rat weiter oben im Thread: wenn's geht, gar nicht drüber diskutieren. Einfach drauf los spielen. Sie sind ja zumindest alle zu einem Spieleabend gekommen!

[dont's]
> * Spiele mit langen Regeln
> * komplexe Spiele
> * Spiele mit nichtdeutschen Spielkarten etc.
> * Spiele mit langer Dauer

Ja, dazu gibt's ja auch schon eine schöne Liste... obwohl bei uns gerade Dein dritter Punkt nicht unbedingt zu trifft ("Boah, das is' ja ein englisches/amerikanisches Spiel, wo hast Du das denn her?")

> Schwerer ist eine Liste der Einstiegshilfen, die die
> Hemmschwelle eher senken. Ich denke, hier helfen Argumente,
> die die Situation unverbindlicher machen.
> * schlage vor, wir probieren mal aus
> * das ist flott erklärt
> * ob man hier gewinnt, ist eine Mischung aus Glück und Geschick

[b]Unverbindlicher[/b] ist gut. Dabei helfen auch Teams (=weniger "Spielverantwortung" für den einzelnen).

> * lasst uns doch heute mal was spielen, dass nächste Mal
> gehen wir ins Kino (nimmt den Druck, jetzt immer spielen zu
> müssen)

Aber wenn man sich schon zu einem [b]Spieleabend[/b] verabredet hat???

> Den Mitspielern nicht zuviele Entscheidungen abverlangen,
> sondern geschickt lenken.
> * Ich habe mal zwei Spiele rausgepickt. Bei A ..., bei B ...
> Welches wollen wir mal ausprobieren?

Ja, aber. Eigentlich halte ich das auch für einen guten Enstieg, aber neulich wurde er mir als "Psychotrick" angekreidet (grrrrr - Spielverderber - grrrrrr - gut daß man nicht mit allen spielen mögen muß!)

> * Das Spiel ist sehr beliebt, ausgezeichnet

Das funktioniert! (Womit wir wieder einmal bei der "Macht" der Spielepreise wären - aber das gehört, beiläufig, nicht hierher)

> Und sehr wichtig: Interessen und Vorerfahrungen der
> Mitspieler einbeziehen:
> * was habt Ihr denn mal gespielt, was Euch Spass gemacht hat
> (das zur Not wiederholen und nicht wie erhofft die tolle
> Neuheit)
> * wenn dann jemand erzählt, dass er aber ein bestimmtes Spiel
> schrecklich fand, nachfragen wieso. Dann kann man ein anders
> geartetes Spiel aussuchen und gut argumentieren, dass dieses
> gerade dieses Problem nicht hat

Das sollte ich nächstes Mal wohl im Vorfeld machen und danach aussuchen, was ich mitbringe...

> * evtl. bieten sich auch Spiele zu Interessen, Hobbies bzw.
> Beruf der Spieler an. Ihr seit doch Bänker, was haltet Ihr
> von einer Partie das Börsenspiel?

Ja, thematisch ködern! Fiel mir oben zu Roland's Beitrag auch gerade ein! Muß ich mal probieren...

> * klasse Beispiel: Wer wird Millionäir, wollen wir nicht mal
> selber ran?

Da haben wir das Problem, daß wir das nicht haben... aber Trivial Pursuit tut's ja auch...

> So sind wir mit einigen ins Spielen gekommen.

Schön, wo seid Ihr?

> Wünsch Dir viel Erfolg

Danke!

Gruß,
Hanna

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 30. Oktober 2001, 18:59

Dirk Piesker schrieb:
>
[Spielrunde]

wir sind supernett!!! ;-) leider bin ich wohl momentan die engagierteste :'(

[Regel-Erklärungen]

dann werd' ich mich mal besser vorbereiten... meistens bin ich zwar nicht für's erklären zuständig, aber...


> Du wolltest ja noch konkrete Argumente, gell??

Jajaja!


> Spielen ist kreativ, kommunikativ, fördert das abstrakte
> Denken, und (was manche ja ab und zu vergessen) macht SPASS
> !!!!!!!!!!!!!!!!!

[b]JA![/b]


> > Das schlimmste Totschlagsargument, das ich
> > bisher gehört habe, war "anstatt zu Spielen unterhalte ich
> > mich lieber mit Freunden, wenn wir uns sehen. Wenn man
> > spielt, kommt man ja gar nicht dazu miteinander zu reden, da
> > braucht man sich auch nicht zu treffen". - Naja, da fällt mir
> > nichts mehr zu ein.
>
> Kenne ich auch, finde ich aber auch legitim. Wenn ich Freunde
> nur ein oder zweimal im Jahr sehe, packe ich auch nicht
> gleich ein Spiel aus.

Klar, wenn man sich so selten sieht...

Dank und Gruß,

Hanna

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 30. Oktober 2001, 18:59

Mifu schrieb:
>
> Es hat nach meiner Meinung wenig Sinn, Nichtspieler zum
> Spielen zu überreden.
>
> Wenn ein Nichtspieler einem besucht, geht er ja von der
> Voraussetzung aus, einen schönen Abend zu verbringen. Nun bleibt die
> Definition : "schöner Abend" zu klären. Darunter verstehen eben
> Nichtspieler : sich unterhalten, lachen, Smaltalk.

Und nocheinmal (sorry, hab' das eben schon zweimal erklärt und Du bekommst es jetzt ab... bin wahrscheinlich selber schuld, weil's niemand aus meinem Originalposting liest): meine "Zielgruppe" sind Leute, die zu einem offiziell deklarierten [b]Spieleabend[/b] mitgekommen sind!


> Also ist Spielen auch eine Art Kommunikation - aber eben eine
> andere, und für Nichtspieler eben eine ganz andere.

Und damit fangen dann wahrscheinlich die Kommunikationsprobleme an...

Gruß,
Hanna

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Don Alonso

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Don Alonso » 30. Oktober 2001, 20:42

Hallo Hanna !
Vielen Dank das du meinen Thread erwähnst:
http://www.spielbox-online.de/phorum4/read.php4?f=1&i=17873&t=17873

Tja, was soll man nur spielen, wenn ein paar Leute darunter sind, die eigentlich gar nicht genau wissen, was spielen ist. Die meisten haben hier schon viele Vorschläge gemacht, aber welches Spiel ist ideal.
Diese Spiele wurden bei mir schon gerne gespielt, wobei sehr viele NICHTSpieler dabei waren, die nicht einmal zu einem Spieleabend zu mir gekommen ist:
Royal Turf - Einfach, schnell, Sehr viel Glück
Schrille Stille - Das am öftesten gespielte Spiel im Jahr 2001 bei unseren Spieleabende- Einfach, Sehr viel Glück

Die Siedler von Catan - Nett, alle sind beim spielen dabei.
SIXMIX, GAMBLER,BLUFF- Bier und Bretzel Spiele- Sehr viel Glück.

Wie du siehst, sind solche Spiele sehr beliebt, wo man viel Glück haben muß und wenig Strategie erfoderlich ist. Denn nichts ist schlimmer als ein Mitspieler, der ein super Stratege ist.
Ein Spiel, was sehr gut ist, wenn alle sehr schlecht sind ist ACTIVITY. Sollten aber Leute dabei sein, die sehr gut zeichnen, reden etc. können, dann verstaue lieber dieses Spiel.

Don Alonso (Kennt sehr viele Nichtspieler und gehört selbst zu den relaxten Hobbyspieler)

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Roman Pelek

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Roman Pelek » 30. Oktober 2001, 23:35

Hi Hanna,

HBS schrieb:
> nach reichlich frustrierenden Erlebnissen am Wochenende und
> vor einem weiteren geplanten Spieleabend mit recht hohem
> "Nichtspieler"anteil möchte ich jetzt mal Argumente für's
> Spielen sammeln.

Puh, ein "recht hoher" Nichtspieleranteil erschwert die Sache sehr. Einzelne Leute, die nicht abseits stehen möchten, wenn alle anderen spielen, sind sehr leicht zum Spielen zu bewegen (->Gruppenzwang), wenn man sie nicht überfordert. Gegen eine Majorität an Nichtspielern würde ich aber gar nicht "angehen" wollen, weil das Ergebnis nur Frust auf beiden Seiten wäre.

>zur "Taktik des langsamen Heranführens", aber die eigentlichen (ha! Carsten is' weg!) [b]Argumente[/b], die man Skeptikern entgegenbringen kann, fehlen mir etwas.<

Die einzigen echten Argumente, die man hat, sind die Spiele selbst. Gelingt es einem, einzelne Leute durch ein für sie geeignetes Spiel für's Spielen zu begeistern, ist das bei weitem das stärkste Argument. Drüber diskutieren, warum man Spielen toll findet oder warum man seine Freizeit mit solchen "Kindereien" zupflastert bringen nix. Die beste Position, die man hat, ist, eine Gruppe zusammenzuhaben, die gerne spielt, und zu der man andere Leute "zuziehen" kann, z.B. bei einer Familienfeier, bei einem privaten Abend - ohne Programm - mit hohem Spieleranteil. Abende mit einer Mehrheit an Nichtspielern oder mit anderem Programm würde man mit einer mehr als dezenten Andeutung, dass man spielen möchte, nur versauen...

>Ich bin daran interessiert, wie und wodurch Ihr solche "geeigneten" Spiele Nicht- oder Wenigspielern schmackhaft machen konntet. Welche Argumente haben überzeugt? Womit habt Ihr Leute dazu bekommen, Spielen mal eine richtige Chance zu geben?<

a) Geeignete Spiele sind all diejenigen, die mit wenig Regeln auskommen und wenig Konzentration/Spielerfahrung erfordern. Primär die Richtung Party-, Biet-, Bluff- und einfache Karten- oder Verhandlungsspiele.
b) Argumente, die überzeugen, sind Gruppenzwang oder interessante Aufmachung des Spiels, weniger das Gerede darum.
c) Am einfachsten ist es, Leute, die rudimentäres Interesse am Spielen bekunden ("Ach ja, das Spiel des Jahres XY habe ich ja ganz gern gespielt") mal einfach zu einem Abend einzuladen, an dem man mal "quatschen, was essen und ein Spielchen ausprobieren" kann. Eine leichte Vorwarnung, dass man da auch ein Spiel auspackt muss aber drin sein, damit sich die Leute nicht überrumpelt fühlen.
d) Absolut tödliche Fehler, die man nie machen darf: Fachsimpeln über Spiele/Spielen in jeder Art. Neulingen komplexe Spiele servieren. Beim Regelerklären alles "auf einmal auftischen" (auch wenn's für Spielefreaks notwendig ist, damit diese wissen, worum's geht und planen können), sondern Stück für Stück, auch beim Spielen erläutern. Es ist nicht wichtig, die taktische Komponente bei der Endwertung zu Beginn zu erläutern, die bekommt eh keiner mit.

> Natürlich ist es nicht nötig (und wahrscheinlich auch nicht
> möglich) "Missionsarbeit" bei Leuten zu leisten, die Spielen
> an und für sich für Zeitverschwendung halten, das habe ich

"Missionsarbeit" sollte man eh nicht leisten... Wenn jemand nicht von selbst, unter wohlwollender Hilfestellung, einen Zugang zu etwas findet, dann ist diese Sache eben nichts für denjenigen oder diejenige. Basta ;-)

> auch nicht vor. Das schlimmste Totschlagsargument, das ich
> bisher gehört habe, war "anstatt zu Spielen unterhalte ich
> mich lieber mit Freunden, wenn wir uns sehen. Wenn man
> spielt, kommt man ja gar nicht dazu miteinander zu reden, da
> braucht man sich auch nicht zu treffen". - Naja, da fällt mir

Wenn man sich trifft, um sich ernsthaft zu unterhalten, haben Spiele dabei auch nix verloren. Wenn man sich aber zu einem "ungezwungenen" Abend mit Smalltalk trifft, spricht je nach Kondition der Anwesenden ja nix gegen Spiele... Je nach Spielart kann man sich teilweise ja sogar dabei unterhalten, auf jeden Fall aber zwischen zwei Partien. Dann spielt man halt mal 'ne Stunde was, quatscht ne Stunde, und spielt dann nochmal 'was. Oder spielt nur etwas Locker-Leichtes, und macht nebenher den Smalltalk.

> nichts mehr zu ein. Aber bei Leuten, die zumindest mal zu
> einem Spieleabend [b]mit[/b]kommen, würde ich doch gerne oft
> mehr überzeugende Gründe vorbringen können, warum sie
> mitmachen sollten...

"Probier's doch mal" oder das (nicht von dem Oberspielefreak) ausgesprochene "Macht doch mit, wir sind doch alle dabei" sind m.E. die stärksten "Argumente".

Ciao,
Roman

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Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

Re: [OT]Du bist wirklich toll

Beitragvon Arno C. Hofer » 30. Oktober 2001, 23:52

Das ist ein schöner Thread, Danke Hanna. Du machst Dir wirklich die Mühe, auf alle Argumente einzugehen. Super. So wünsch ich es mir öfter. Okay, bin jetzt im Bilde, dass die Leute ja freiwillig (mit)gekommen sind. Über den Sinn des Spielens zu diskutieren bringt in der Tat nichts - nur Frust. Teamspiele regen immer an - und wenn Du eineN bittest, Dich kurz in der Spielrunde zu vertreten weil Du wohin mußt ...(Spielregeln erklären), hast Du schon wieder eineN fürs Spielen gewonnen, die/der sonst nur unkt. Stelle die Tische für die Nichtspieler ein wenig abseits, damit Ihr nicht gestört seid. Wenn die Euch dann lachen oder streiten hören kommen sie von selbst. Lege ein paar Spiele (die Du sehr gut und schnell erklären kannst!) zum Anschauen auf einen Tisch, den Du im Auge behalten kannst. Sollte sich eine kleine Gruppe längere Zeit mit einer Schachtel zu schaffen machen, lade sie doch ein, "ihr Geheimnis zu lüften" und das "Medium" "zum Leben zu erwecken" - denn es funktioniert nur "mit ihrem Geist". Aber: bei Deinem Einfühlungsvermögen mache ich mir um die nächsten Spielabende keine Sorgen.

Arno. Dir viel Spaß und auch viel Freude. Pass nur auf, dass Du auch selbst zum Spielen kommst. Als besondere Einlage kannst Du ja vielleicht einmal "Stunde der Wahrheit" spielen. Kennst Du nicht? Ist auch keinb offizielles Spiel. Suche vier bis sechs freiwillige, die bei einem geselligen Spiel (nicht zu strategisch, nicht zu viel Glück - ach Du weißt schon was für eins) mitspielen, während Du eine Videokamera mitlaufen läßt. Nach dem Spiel schaut Euch den Fil gemeinsam an. Das

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Stefanie

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Stefanie » 31. Oktober 2001, 06:53

Roman Pelek schrieb:

> a) Geeignete Spiele sind all diejenigen, die mit wenig Regeln
> auskommen und wenig Konzentration/Spielerfahrung erfordern.
> Primär die Richtung Party-, Biet-, Bluff- und einfache
> Karten- oder Verhandlungsspiele.

Gefaehrlich sind m.E. Spiele, bei denen sich jemand
durch "schlechtes Abschneiden" blamiert fuehlen kann, z.B. manche Party-,
Deduktions-, oder Quiz-aehnliche Spiele - manche Nicht-Spieler, die ich kenne, lieben z.B. Trivial Pursuit, Anno Domini o.ae., andere gehen sofort laufen -
schlimmstenfalls aber auch Geschicklichkeitsspiele.
Ich denke, es ist sehr gut, wenn man die Leute kennt und ein
bisschen einschaetzen kann, was sie moegen koennten, und was nicht.
Hier in Australien haben wir z.B. einen Nicht-Spieler mit ausgepraegt "naturwissenschaftlicher Denke", der bisher
nur "Monopoly" und irgendwelche No-brain-Spiele kannte, zuerst mit
Carcassonne, Rasende Roboter und Bohnanza konfrontiert.
Er war sehr positiv von der Mischung aus Glueck und "Denken" ueberrascht,
und spielt seither oefter mit.

> b) Argumente, die überzeugen, sind Gruppenzwang oder
> interessante Aufmachung des Spiels, weniger das Gerede darum.

Ja, definitiv, "theoretische" Diskussionen sind mit Sicherheit abschreckend.

Abgesehen von attraktiver Aufmachung kann auch ein Bezug zu einem
Interessensgebiet eines
Nicht-Spielers sein, sei das nun Archaeologie, der Herr der Ringe, Gaertnern, Tauchen, ...
Manche Hobbys oder Interessen
sind allerdings nicht sehr oft Gegenstand von Spielen ;-)

> d) Absolut tödliche Fehler, die man nie machen darf:
> Fachsimpeln über Spiele/Spielen in jeder Art. Neulingen
> komplexe Spiele servieren. Beim Regelerklären alles "auf
> einmal auftischen" (auch wenn's für Spielefreaks notwendig
> ist, damit diese wissen, worum's geht und planen können),
> sondern Stück für Stück, auch beim Spielen erläutern. Es ist
> nicht wichtig, die taktische Komponente bei der Endwertung zu
> Beginn zu erläutern, die bekommt eh keiner mit.
>

"Zu aggressiv spielen", "rules lawyering" und das "versuchte Ausnutzen von Regelluecken" wuerde ich auch als massive Fehler betrachten (das
kann in den besten Spielegruppen vorkommen). Die zentrale
Message sollte sein: Spass am Spiel ist das wichtigste, Gewinnen (oder Verlieren) sehr nachrangig.

Cheers,
Stefanie

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Roman Pelek

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Roman Pelek » 31. Oktober 2001, 10:48

Hi Stefanie,

Stefanie schrieb:
> Gefaehrlich sind m.E. Spiele, bei denen sich jemand
> durch "schlechtes Abschneiden" blamiert fuehlen kann, z.B.
> manche Party-,
> Deduktions-, oder Quiz-aehnliche Spiele - manche
> Nicht-Spieler, die ich kenne, lieben z.B. Trivial Pursuit,
> Anno Domini o.ae., andere gehen sofort laufen -
> schlimmstenfalls aber auch Geschicklichkeitsspiele.

Okay, da kommen natürlich die Geschmäcker mit rein - wenn man weiß, dass Leute bei bestimmten Gebieten sich nicht wohl fühlen, sollte man das meiden. In der Regel sind die nur einfacher zugänglich und auch eher "nebenher" zu spielen als manch innig geliebter Taktikhammer ;-)

> Ich denke, es ist sehr gut, wenn man die Leute kennt und ein
> bisschen einschaetzen kann, was sie moegen koennten, und was
> nicht.

Ja - sofern man über diese Information verfügt oder neue Leute aufgrund ihres Verhaltens soweit einschätzen kann. Aber da ist es mit Spielen wie mit allem anderen: man muss einen Zugang finden, und der ist oft sehr individuell, und manchmal klappt's auch nicht...

> Hier in Australien haben wir z.B. einen Nicht-Spieler mit
> ausgepraegt "naturwissenschaftlicher Denke", der bisher
> nur "Monopoly" und irgendwelche No-brain-Spiele kannte,
> zuerst mit
> Carcassonne, Rasende Roboter und Bohnanza konfrontiert.
> Er war sehr positiv von der Mischung aus Glueck und "Denken"
> ueberrascht,
> und spielt seither oefter mit.

Das gibt's natürlich auch, obwohl's mich manchmal erstaunt, wie viele "Naturwissenschaftler" hier bei uns eher auf Beer&Bretzel-Spiele abfahren als auf was zum Denken ("Denke musste ich heut' schon genug", "Wenn ich denken will, spiel' ich Doppelkopf" - *seufz*).

> Abgesehen von attraktiver Aufmachung kann auch ein Bezug zu
> einem
> Interessensgebiet eines
> Nicht-Spielers sein, sei das nun Archaeologie, der Herr der
> Ringe, Gaertnern, Tauchen, ...
> Manche Hobbys oder Interessen
> sind allerdings nicht sehr oft Gegenstand von Spielen ;-)

Stimmt, gerade mit "Herr der Ringe" ging's mir genauso. Da kamen auch Leute an, dass sie unbedingt mal was spielen wollte, ich hätte doch wohl den "Herrn der Ringe" zu Hause, wenn ich so viele Spiele spiele... ;-) Obwohl ich dann einige auch überredet habe, mal was anderes zu spielen, da ich binnen kurzem den "Herrn der Ringe" dann so oft spielen sollte, dass ich ihn nicht mehr sehen konnte...

> "Zu aggressiv spielen", "rules lawyering" und das "versuchte
> Ausnutzen von Regelluecken" wuerde ich auch als massive
> Fehler betrachten (das
> kann in den besten Spielegruppen vorkommen). Die zentrale
> Message sollte sein: Spass am Spiel ist das wichtigste,
> Gewinnen (oder Verlieren) sehr nachrangig.

Dem kann ich mich nur anschließen. Es muss der Eindruck entstehen, dass Spielen auch Spass macht (auch wenn eingefleischte Spieler wissen, dass es natürlich nur auf's Gewinnen ankommt und Spielen eine todernste Sache ist :-D)

Ciao,
Roman

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Britta Erdt

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Britta Erdt » 31. Oktober 2001, 11:41

Hallo!
Diese Thread spricht mir wirklich aus der Seele, danke für die Idee und auch an die Ratgeber.

Während des Lesens fiel mir so einiges ein:

"anstatt zu Spielen unterhalte ich
> mich lieber mit Freunden, wenn wir uns sehen. Wenn man
> spielt, kommt man ja gar nicht dazu miteinander zu reden, da
> braucht man sich auch nicht zu treffen".

Mit einem bekannten Pärchen haben wir die Regelung getroffen, dass wir uns, wenn wir uns denn mal treffen, immer zweimal für eine Woche verabreden. Am ersten Abend wird erzählt und am zweiten gespielt.

Ich bin Lehrerin und arbeite zusammen mit jungen Erwachsenen, die max. einen Hauptabschluss besitzen. Die meisten würden nie von selber auf die Idee kommen zu spielen. Hier hilft auch dieses Prinzip: Wir spielen jetzt! Ohne große Erklärungen. Anfangs habe ich auch den Fehler begangen, das Spielen zu "rechtfertigen", war das ein Stöhnen. Einige wollten tatsächlich lieber Unterricht machen!!!! (Hat hier natürlich auch etwas mit neuer Situation und Versagensängsten zu tun und ist nur bedingt übertragbar).
Es haben sich gerade für den Anfang, Spiele mit kurzer Spielregel und Spieldauer durchgesetzt. Auch ist die Interaktion wichtig, lange "Ruhepausen" werden nicht gut angenommen, da die Konzentration schnell nachlässt. Im Zuge der "Millionär"-Euphorie habe ich auch Trivial Persuit mal wieder herausgekramt. Obwohl das Wissensniveau hier recht niedrig ist (Teams bilden), ist die Motivation recht hoch (manchmal hat Fernsehen doch etwas Gutes). Mittler Weile kommt das Spielen gut an, klar das es immer einige gibt, die dem nichts abgwinnen können. Aber die sind in der Minderheit. Ich warte noch auf den Tag, an dem ich mal etwas komplexeres als Ligretto, Anno Domini oder Deutschlandreise spielen kann, eine Runde Siedler würde es ja schon tun :-)
Ich arbeite daran!
Britta

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Marten Holst

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Marten Holst » 31. Oktober 2001, 16:48

Moinle,

> "Zu aggressiv spielen", "rules lawyering" und das "versuchte
> Ausnutzen von Regelluecken" wuerde ich auch als massive
> Fehler betrachten (das
> kann in den besten Spielegruppen vorkommen). Die zentrale
> Message sollte sein: Spass am Spiel ist das wichtigste,
> Gewinnen (oder Verlieren) sehr nachrangig.

Ich tue das nur selten und ungerne, weil es das Forum nur unnütz ohne Beiträge aufbläht, aber hier kann ich erst einmal Amen sagen, denn genau das (insbesondere das dritte) kann sehr nerven. Ersteres ist gerade bei Neulingen ein Problem, die sich daran gewöhnen müssen, dass "Angriffe" auf dem Spielbrett nichts persönliches sind. Also ist auch "Intrige" nicht für Neulinge geeignet...

Tschüß
Marten (agressiver Haarspalter, bemüht sich aber beim Spielen ein netterer Mensch zu sein)

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Marten Holst

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Marten Holst » 31. Oktober 2001, 16:57

Moinle,

Kurze Anmerkung zu einer sonst sehr richtigen Liste:

> * komplexe Spiele

Jein, Definitionsproblem. Natürlich wird kein Erstspieler mit Spielen wie Civ, 18xy, u.s.w. zu überzeugen sein, es gibt aber auch Leute, die deswegen dem Spielen gegenüber zu negativ eingestellt sind, weil es ihnen [i]zu[/i] einfach war. Wer unter "Spielen" nur Mensch ärgere Dich nicht oder Leiterspiele kennt, dem ist das dann u.U. zu doof und kindisch, und da darf es dann schon etwas "schwerere" Kost sein. Und da das richtige Maß zu finden, das ist meines Erachtens die wahre Kunst, denn irgendwie spielen werden schon die meisten, die man kennt, mögen. Deswegen halte ich auch eine sukzessive Heranführung mehrerer Leute an Spiele (erst den einen, dann den nächsten u.s.w.) für besser, auch wenn es mehr Zeit kostet, da man dann individueller auf deren Geschmäcker eingehen kann. Und wenn die Leute erst einmal gerne spielen, dann kann man sich auch mal auf ein in den Augen des einen "nicht so tolles" Spiel einigen.

Tschüß
Marten (spielt auch gerne mittelkomplex)

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Britta Erdt

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Britta Erdt » 31. Oktober 2001, 17:57

Hallo!

> negativ eingestellt sind, weil es ihnen [i]zu[/i] einfach
> war. Wer unter "Spielen" nur Mensch ärgere Dich nicht oder
> Leiterspiele kennt, dem ist das dann u.U. zu doof und
> kindisch, und da darf es dann schon etwas "schwerere" Kost
> sein.
Stimme ich dir völlig zu!


Deswegen halte ich
> auch eine sukzessive Heranführung mehrerer Leute an Spiele
> (erst den einen, dann den nächsten u.s.w.) für besser
Kommt auf die Gruppe an, die Gruppendynamik hilft manchmal halt auch.
Britta

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Lutz

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Lutz » 31. Oktober 2001, 18:02

Hi!

Nach meiner Erfahrung kommen Spiele besonders gut an die "untypisch" sind, sehr gute Erfahrungen habe ich gemacht mit:

A LA CARTE, BAUSACK, CARABANDE und auch NEOLITHIBUM

Hier handelt es sich um relativ lockere Spiele, die etwas Geschick erfordern aber auch ohne nicht unattraktiv sind, die einfache und leicht erklärbare Regeln haben und von der Aufmachung her neugierig machen:
Den Bausack herbeigeholt und mal ein paar Klötzchen zeigen, die aufeinandergebaut werden müssen, macht ebenso neugierig wie eine schnell zusammengebaute CARABANDE-Strecke...
Wenn man Glück hat wollen alle mal probieren und schon ist man mitten im Spiel, einen Versuch wäre es wert!

Bis dann...
Lutz


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