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Schrille Stille

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Dagmar Storz

Schrille Stille

Beitragvon Dagmar Storz » 6. November 2001, 21:56

Hallo Leute,
bin hier ziemlich neu im Forum und oute mich auch gerne als zuweilen 'Stille Teilhaberin', da ich sehr gerne Eure Diskussionen verfolge, aber heute habe ich auch mal ein Anliegen: Kann mir einer irgendwas zu dem Zoch-Spiel 'Schrille Stille' berichten. Habe zwar schon ein paar Rezensionen gelesen, würde aber trotzdem gerne Eure Meinung dazu hören.
Außerdem würde mich 'Tal der Mammuts' und 'EVO' auch interessieren, da wir nur kurz in Stuttgart sein konnten und nur einen optischen Eindruck davon kriegten.
Lohnt sich die Anschaffung? Vielleicht wurde das schon mal besprochen, dann tut es mir leid - vielleicht erbarmt sich trotzdem einer!?;-)
Bis dann

Dagmar

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Kathrin Nos
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Re: Schrille Stille

Beitragvon Kathrin Nos » 6. November 2001, 22:12

Hi Dagmar,

schön, von Dir zu lesen :-)
Ganz kurz zu Evo und dem Tal der Mammuts: Uns persönlich haben beide Spiele gut gefallen. Besonders das Tal der Mammuts (ich kürze mal ab: TdM) ist extrem witzig gemacht.

Das TdM kann jedoch für den einen oder anderen Mitspieler schon mal vorzeitig zu Ende sein, nämlich wenn er alle Krieger und Frauen verliert. Für manch einen mag das ein k.o.-Kriterium sein. Auch die starke Glücksabhängigkeit beim Würfeln (im Kampf wie bei Ereignissen) mag Einige abschrecken. Für uns hat aber der Spielspass mit lauter schönen und lustigen Ideen und einer unkonventionellen Grafik diese Dinge mehr als wettgemacht.

Für Evo gilt gerade das recht hohe Glückselement ebenfalls, es hat aber auch einige lustige Ideen, z.B. bei der Gen-Versteigerung. Liest Du die spielbox? Vor zwei oder drei Ausgaben war Evo dort rezensiert worden - die Rezension fand ich sehr gut und treffend. Ausserdem (oder alternativ) findet sich bei der Pöppelkiste eine Rezension: http://www.poeppelkiste.de/gutespiele/2001/evo/evo.htm

Vielleicht hilft Dir das bei Deiner Entscheidung?

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

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hannes

Re: Schrille Stille

Beitragvon hannes » 6. November 2001, 23:21

Hallo Dagmar

Zu Schrille Stille findest du in der Datenbank LUDING einige Rezensionen (siehe Link oben).

Ich hab's erst zweimal gespielt. Es ist zwar witzig gemacht und hat einen witzigen Titel. Aber mir scheint, nach zwei, drei Partien ist das Spiel ausgereizt.
Es handelt sich meiner Meinung nach um ein ziemliches Glücksspiel, der Einfluss aufs Spielgeschehen ist begrenzt. Und dafür ist der Spielmechanismus zu aufwendig und die Spieldauer zu lang.

Ciao
hannes (der sich immer freut, wenn "Neulinge" im Forum schreiben)

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Robert Vötter

Re: Schrille Stille

Beitragvon Robert Vötter » 7. November 2001, 08:13

Hallo Dagmar !
Bei uns wurde Schrille Stille im Jahr 2000 / 2001 am öftesten gespielt ! Und ich habe eine große Auswahl an Spielen.
Ok, die Spieldauer ist länger etc. Aber die Wahl des Musikers macht immer noch viel Spaß. Ich würde mir das Spiel immer noch kaufen.

Evo:
Auch dieses Spiel ist sehr gut. Nur die Karten sind zum Teil sehr stark. Hier würde ich ein bischen aussortieren. Ansonsten sehr zu empfehlen.

Leider habe ich das Tal der Mammuts noch nie gespielt :(

Gruß
Robert (Ich könnte zwar noch lange über diese Spiele berichten, aber ich glaube, so ist es einfacher zu lesen )

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Holger Janssen

Re: Schrille Stille

Beitragvon Holger Janssen » 7. November 2001, 08:56

> Das TdM kann jedoch für den einen oder anderen Mitspieler
> schon mal vorzeitig zu Ende sein, nämlich wenn er alle
> Krieger und Frauen verliert. Für manch einen mag das ein
> k.o.-Kriterium sein. Auch die starke Glücksabhängigkeit beim
> Würfeln (im Kampf wie bei Ereignissen) mag Einige
> abschrecken. Für uns hat aber der Spielspass mit lauter
> schönen und lustigen Ideen und einer unkonventionellen Grafik
> diese Dinge mehr als wettgemacht.
Man muss bei TdM akzeptieren, dass die Natur als Spielsystem einen sehr großen Einfluss auf die Spieler, Menschen, hat. Die Spieler sind also erstmal sehr damit beschäftigt überhaupt zu überleben.
Wenn man diesen Umstand berücksichtigt und nicht von Anfang an den Konflikt mit den Mitspielern sucht, hat man hier ein sehr schönes Spiel. Die Taktikfreaks wird es allerdings auf Grund der recht chaotischen Ereignisse eher nicht begeistern.

> Für Evo gilt gerade das recht hohe Glückselement ebenfalls,
> es hat aber auch einige lustige Ideen, z.B. bei der
> Gen-Versteigerung.
Das hohe Glückselement bei Evo kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Die Effekt der Karten sind so mächtig nicht und bei denen Gene hat jeder die gleiche Chance auf den Zuschlag. Die Verfügbarkeit der einzelnen Gene ist natürlich zufällig, aber das kann und muss man einplanen.
Meiner Meinung nach hat Evo ein recht geringes Glückelement. :)

Holger

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Peer

Evo

Beitragvon Peer » 7. November 2001, 09:17

Hi,
Evo ist leider das einzige Spiel (von den dreien), dass ich kenne - TdM steht auf meiner Wunschliste und mit Schrille Stille hadere ich auch noch.
Zu Evo: Es ist ein sehr witziges Spiel, mit dem ich bislang nur gute Erfahrungen gemacht habe - auch mit nicht-so-Vielspielern. Zwar gibt es einen Glücksfaktor (durch das Wetter), aber der ist kalkulierbar. Der Versteigerungsmechanismus funktioniert hervorragend. Insgesamt ein wirklich empfehlenswertes Spiel! Allerdings kann es ab und an etwas statisch werden.
ciao,
Peer

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Christian Spohr

Re: Schrille Stille

Beitragvon Christian Spohr » 7. November 2001, 09:25

Ich spiele Schrille Stille immer wieder gern. Höher als den Glücksanteil empfinde ich auf jeden Fall den Bluff-Anteil. Das Spiel ist eine witzige Aufbereitung der Charts: Einfluß nehmen, und hoffen, daß ein anderer nicht den Einfluß wieder wettmacht. Zudem kommt das witzige Wertungssystem.
Natürlich gab's auch in unseren Spielrunden den einen oder anderen, dem dies oder das nicht so gefiel, aber es hat sich noch keiner geweigert, trotz Kenntnis des Spiels es wieder zu spielen.

Bei der Auswertung der Einflüsse gibt es m.E. auch richtig gute Spannungsmomente (so ähnlich wie bei der Auszählung einer Abstimmung).

Mehr darüber steht noch in meiner Rezension dazu (***WERBUNG***), Link s.o.

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Kathrin Nos
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Glück bei Evo und Tal der Mammuts

Beitragvon Kathrin Nos » 7. November 2001, 09:27

(so, jetzt habe ich den Titel mal angepasst, bei meinem früheren Posting hatte ich dies vergessen)

Hi Holger,

> Man muss bei TdM akzeptieren, dass die Natur als Spielsystem
> einen sehr großen Einfluss auf die Spieler, Menschen, hat.
> Die Spieler sind also erstmal sehr damit beschäftigt
> überhaupt zu überleben.
> Wenn man diesen Umstand berücksichtigt und nicht von Anfang
> an den Konflikt mit den Mitspielern sucht, hat man hier ein
> sehr schönes Spiel. Die Taktikfreaks wird es allerdings auf
> Grund der recht chaotischen Ereignisse eher nicht begeistern.

Das trifft es sehr gut.

> Das hohe Glückselement bei Evo kann ich allerdings nicht
> nachvollziehen.

Nun ja, ich finde schon, dass zum Beispiel das Klima einiges über den Haufen werfen kann, da es doch sehr unberechenbar ist. Gut, hier gilt halt ähnlich wie bei TdM, dass dies in Richtung "Natur als Spielsystem" (der Ausdruck gefällt mir :-) ) geht.

> Die Effekt der Karten sind so mächtig nicht

Dem stimme ich nicht hundertprozentig zu. Im Vergleich zu TdM hast Du sicher recht - insbesondere hat man bei Evo auch weniger Karten und insbesondere nur sehr begrenzt Nachschub (über Gene). Aber in unseren Partien (vier, glaube ich - jeweils zu viert, auf unterschiedlichen Spielplänen, man kann ja auf dem grösseren oder dem kleineren Plan spielen) waren z.T. auch die Karten mit spielentscheidend.

> und bei denen Gene hat jeder die gleiche Chance auf den
> Zuschlag. Die Verfügbarkeit der einzelnen Gene ist natürlich
> zufällig, aber das kann und muss man einplanen.

Gut, gerade bei den Genen ist der Versteigerungsmechanismus sehr interessant, weil man mit Siegpunkten bezahlt - was vielleicht (auch) in Richtung des Einplanens geht, das Du ansprichst.

> Meiner Meinung nach hat Evo ein recht geringes Glückelement. :)

Wie gesagt, mir gefällt Evo (wie auch TdM) sehr gut. Aber ich finde schon, dass das Glückselement nicht so sehr klein ist - es ist aber für meinen Geschmack nicht zu gross.
Allerdings, wenn man wirklich TdM und Evo direkt miteinander vergleicht, hat Evo wohl tatsächlich das kleinere Glückselement.

Vielleicht ein weiterer Unterschied zwischen Evo und TdM, der mir gerade einfällt: Die Spiellänge ist bei Evo zwar auch glücksabhängig, aber in gewissem Rahmen doch festgelegt. Bei TdM ist es wesentlich unbestimmter - es kann mal sehr schnell vorbeisein (dazu gab es ja kürzlich auch eine Diskussion) oder recht lange hin und her wogen.

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

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Peer

Re: Glück bei Evo und Tal der Mammuts

Beitragvon Peer » 7. November 2001, 09:33

Hi,

> Aber in unseren Partien (vier, glaube ich -
> jeweils zu viert, auf unterschiedlichen Spielplänen, man kann
> ja auf dem grösseren oder dem kleineren Plan spielen) waren
> z.T. auch die Karten mit spielentscheidend.

Naja, aber man bekommt Karten nur, wenn man dafür bietet - also auf Kosten einer anderen Verbesserung, mit der man auch gewonnen hätte oder so. :-)
Das Kartengen ist so ein bisschen Vabanque (damit meine ich nicht das Spiel ;-) ), aber da man den Preis ja festlegt, ist der Glücksfaktor nicht so exorbitant hoch (in unserer Gruppe haben wir ihn als "mittel" eingestuft)
ciao,
Peer

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Arne Hoffmann

Re: Schrille Stille

Beitragvon Arne Hoffmann » 7. November 2001, 11:55

Hallo Dagmar.

Schoen, immer wieder etwas von "stillen Teilhabern" zu lesen ;-)

zu Schrille Stille: Habe es zwei-dreimal gespielt und hat mir jedesmal viel Spass gemacht. Das Spiel ist eindeutig mehr auf Fun als auf Taktik aus. Man muss schon ein wenig bluffen, die Absichten der anderern versuchen zu erraten und somit dann seine Chartplazierungen auswaehlen. Habe in unserem Kreis nur gehoert, dass man das Spiel am besten in volle Besetzung spielt. Bei wenigen Spielern sind Labels unbesetzt und somit kann ein Ungleichgewicht bei den auftretenden Gruppen entstehen. In voller Besetzung jedoch eine Riesengaudi.

Evo ist da fuer mich aber trotzdem das bessere Spiel, da das Glueckselement niedriger ist, ich es in verschiedener Spielerzahl gleich gut spielen kann und es auch ein hohes fun-Element besitzt.

Zu TdM kann ich nichts sagen. Wenn ich persoenlich mich fuer ein Spiel entscheiden muesste, waere es momentan Evo, da es in der Spielerzahl flexibler ist. Aber Schrille Stille ist, wie gesagt, auch ein sehr schoenes Spiel.

Tschoe,

- Arne -

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michael weber

Re: Schrille Stille

Beitragvon michael weber » 7. November 2001, 17:01

also schrille stille gehört wohl zu den spielen, deren mechanismus und spielwitz sehr selten sind. bei uns ein absolutes highlight. einer unserer spieler hat mal gesagt "ich komme nur vorbei, wenn wir auch schrille stille spielen". das sagt wohl alles.

und glück? nein, eher bluff, spass und taktieren. man muss halt wissen, auf wen man seine chips setzt. wenn man das ganze in der spielrunde auch noch etwas witzig gestaltet, gehört das spiel zu den wenigen muss-spielen!

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michael weber

Re: Schrille Stille

Beitragvon michael weber » 7. November 2001, 17:02

also schrille stille gehört wohl zu den spielen, deren mechanismus und spielwitz sehr selten sind. bei uns ein absolutes highlight. einer unserer spieler hat mal gesagt "ich komme nur vorbei, wenn wir auch schrille stille spielen". das sagt wohl alles.

lkange spieldauer? hm, weitaus kürzer als ein la citta oder herr der ringe z.b. schrille stille dauert nun wirklich nicht übertrieben lange. dafür ist es aber schön ausgestattet.

und glück? nein, eher bluff, spass und taktieren. man muss halt wissen, auf wen man seine chips setzt. wenn man das ganze in der spielrunde auch noch etwas witzig gestaltet, gehört das spiel zu den wenigen muss-spielen!

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Albrecht Werstein

Re: Schrille Stille

Beitragvon Albrecht Werstein » 7. November 2001, 17:56

Hallo Dagmar,
ich melde mich hier nicht als Verleger, sondern als Redakteur.
Schrille Stille hat in allen unseren Testrunden bisher den meisten Spaß gemacht.
Und immerhin habe ich jetzt 24 Spiele rausgebracht.
Wer der Schrillen Stille vorwirft, es hätte nicht den nötigen taktischen Anspruch, der zielt an den Ansprüchen des Spiels vorbei. Schrille Stille soll Spaß machen. Dabei sind viele Entscheidungen zu treffen, die eher intuitiv sind und durch den Bauch gehen. Mit dem CD-Player als "Black Box" kann man sich herrliche Fallen stellen, ohne dass man sich als Übeltäter outen muss. Jugendlichen gelang es am besten, wirkungsvolle Bündnisse einzugehen, die eine wichtige Siegvoraussetzung sind.
Mit der frechen Grafik, dem schwierigen Thema und dem Anspruch der Kritik Schrille Stille als anspruchsvolles Taktikspiel verstehen zu wollen,sind wir aber letztendlich gescheitert. Erst heute werden hier viele Meinungen revidiert.
So ist der Versuch ein spannendes Familienspiel mit hohem Spaßfaktor zu machen bei vielen Freaks in den falschen Hals geraten.
Der Glücksfaktor ist mE geringer als bei Carcassonne (das ich auch liebe ) oder bei den Siedlern. Es kommt vor allem darauf an, was man als Glück definiert und was man als kopflastig ansieht.
Schrille Stille ist im Ergebnis unser schönstes, vielleicht auch das beste, sicherlich aber das mit am meisten Herzblut produzierte und zum Schluss unser erfolglosestes Spiel geworden.
Mit der heutigen Erfahrung hätte ich die Figur der Mama Mambo als Titelgrafik genommen, anstelle dem doch etwas martialisch aussehenden Hein O. Vielleicht hätte das dazu beigetragen, die Hemmschwelle etwas runter zu setzen.

Gruß

A. Werstein

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Dagmar Storz

Re: Schrille Stille

Beitragvon Dagmar Storz » 7. November 2001, 21:15

Ein Hallo an alle und natürlich ein herzliches Dankeschön zu Eurer tollen Hilfestellung und Beratung.
Ein besonderes Dankeschön an Albrecht, der mit seinem Beitrag einen tollen Blick hinter die Kulissen möglich gemacht hat. ;-)
Schrille Stille wird künftig sicher einen Platz in unserem Schrank und natürlich auf unserem Tisch bekommen. Jetzt platze ich nämlich bald vor Neugier und habe es ganz oben auf den Wunschzettel für Weihnachten gesetzt. Außerdem werde ich versuchen, EVO und TdM mal irgendwo unverbindlich anzuspielen, um mich hier zu entscheiden.

Viele liebe Grüße

Dagmar

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HRDLICKA Franz

Re: Schrille Stille

Beitragvon HRDLICKA Franz » 8. November 2001, 10:12

Hallo Albrecht!

Deinen Aussagen ist eigentlich nichts hinzuzufügen, ich teile absolut Deine Vorliebe für das Spiel. Allerdings muß ich gestehen, daß ich es mir auch erst im zweiten Anlauf zugelegt habe, und zwar auf die Empfehlung eines Freundes. Was mE die meisten sog. Vielspieler oder Freaks abgeschreckt hat, war der Titel. Wobei mir ad hoc auch kein sehr viel besserer einfallen würde.

Jedenfalls bedaure ich sehr den Mißerfolg, den ihr mit Schrille Stille hattet. Bei uns wird es nichtsdestotrotz häufig auf den Tisch kommen.

Viel mehr Glück bei euren zukünftigen Projekten
Franz


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