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Messe-Neuheitendiskussion

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Arno C. Hofer » 28. November 2001, 01:21

Liebe Mitspielende,

Arne Hoffmann hat mich im Thread "Statt langer Worte ..." darauf gebracht, wirklich mit der Diskussion über die Essen-Neuheiten zu beginnen. Ich habe jetzt den entsprechenden Teil dieses Postings hierher kopiert, da er, wie Arne meint, "dort unten" vielleicht "Land unter" erlebt ...

Nun aber gleich mitten hinein ins Geschehen: Messeneuheiten zu diskutieren, und zwar ein bißchen grundsätzlicher, wäre doch wirklich was. Sind die heuer so schlecht, bringen sie nichts Neues, kauen sie Bekanntes wieder? Oder sind sie am Markt schlicht noch nicht durchgedrungen, weil schon im Frühjahr ein starker Jahrgang präsentiert wurde? Oder ist schlicht und ergreifend eine Spielmüdigkeit eingetreten, die alle erfasst hat, die heuer vielleicht erstmals in Essen die Fülle augenscheinlich miterlebt haben?

Ich bin der Überzeugung, dass einige der Essen-Neuheiten [b]Spätzünder[/b] sind, dafür aber [i]Dauerbrenner[/i] werden könnten, wenn sie von ihren Kinderkrankheiten des Vor-Essen-Stresses der Verlage bis Nürnberg geheilt werden können. Und insofern mag ich ALEA so gern, weil Stefan sich hier nicht dem Stress aussetzt ein fertiges Spiel präsentieren (und verkaufen) zu müssen sondern uns Spielende den Feinschliff mitgestalten läßt. Dieses Konzept sollte sich vielleicht bei anderen Häusern auch durchsetzen (bei all den Risken, das dies für die Kleinverlage bedeuten würde, deren bin ich mir schon bewußt ...): aber bei vielen der "Kleinstverlage" (wie bei mir jetzt immer unter Anführungszeichen!!!) lagen Rohdiamanten am Gabentisch, die, mit dem nötigen Feinschliff durchaus große Marktchancen hätten. Vorallem denke ich da an Titicaca, an den Frachtexpress, etc. Manchmal habe ich mich heuer echt wie in Göttingen, beim Spiele-Autoren-Treffen gefühlt - viele Rohdiamanten, wenig Geschliffenes: was uns Spielenden und vorallem den VielspielerInnen natürlich ungeahnte Chancen eröffnet "Hausregeln" zu erfinden, die wir dann ----- (wahrscheinlich illegal) über Ebay versteigern können :grin: (kleiner Scherz am Rande, SCNR)

Arno (der sinnvolle Gesetze gern hat, im Grunde aber Anhänger der Open Source-Bewegung ist, wo Linux hineinfällt und andere Geschichten, die gemeinschaftlich entwickelt werden und praktisch eine "Trinkgeld-Bewegung" darstellt. Wer etwas zurückgeben will, gibt etwas, wer etwas braucht nimmt es sich und kann auch später einmal etwas zurückgeben, wenn sie/er es sich leisten kann)

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peer

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon peer » 28. November 2001, 10:13

Hi,
ich denke, dass das letzte Jahr (mit Carci, Capitol, Medina, Amulett...) ein sehr starkes Spielejahr war - wie auch das Jahr davor.
Dadurch war die Erwartungshaltung an Essen sehr hoch. Zudem halte ich es nur für natürlich, wenn es auch mal einen etwas schwächeren Jahrgang gibt. Schlecht ist er ja nicht, nur die absoluten Toppspiele fehlen (bis jetzt zumindest). Da ist die Enttäiuschung natürlich umso grösser.
Den Verlagen kann man kaum Vorwürfe machen (ausser Kosmos - die haben sich VIELLEICHT zu sehr auf Herr der Ringe verlassen und da kam Imho nichts anständiges bei rum)
Ich sehe jedenfalls (ausser dem Hasbro-Konsortium) keine Entwicklung, die die Spieleszene negativ beinflusst.
ciao,
Peer (der schon HdR-Kinokarten für den 19.12 hat)

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Roman Pelek

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Roman Pelek » 28. November 2001, 12:06

Hi peer,

peer schrieb:

> ich denke, dass das letzte Jahr (mit Carci, Capitol, Medina,
> Amulett...) ein sehr starkes Spielejahr war - wie auch das
> Jahr davor.
> Dadurch war die Erwartungshaltung an Essen sehr hoch.

Ja, ich denke, dass diese Müdigkeit eine Mischung aus sehr hoher Erwartungshaltung und auch etwas Übersättigung ist. Obwohl ich finde, dass die Stimmung ein bisschen sehr ins Extrem schlägt, denn ich zumindest sehe ein Reihe von wirklich guten Spielen in Essen, die auch nach 5,6,7 Partien gerne wieder hervorgeholt werden, wobei jetzt kein neues Carcassonne oder Medina dabei ist.

So oder so wundert's mich, dass so wenig über die Spiele selbst, über den Spass/Nichtspass, Strategien, Erfahrungen damit geredet wird. Die Topics zu Spielen, die hier kommen, betreffen mehrheitlich entweder alte Spiele oder Beschwerden über Material-/Regelfehler bei den Neuen. Es kann doch wohl nicht das einzige sein, worüber man reden will, oder? Sind Spiele, bis auf die Fehler darin, nun so schnell spielerisch abgehakt? Dann wäre das doch ein beträchtlicher Verschleiss, den wir hier an den Tag legen :)

Ciao,
Roman

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Arno C. Hofer » 28. November 2001, 12:22

Lieber Roman,

vielleicht hat uns da der Carsten gefehlt - bis jetzt. Ich glaube mich erinnern zu können, dass er es meistens als erster war, der derartige Diskussionen angeleiert hat. Neben Dir, versteht sich. Aber Du bist ja auch nicht mehr [i]der Alte[/i] hier im Forum ... eigentlich schade. Mir würde es nichts ausmachen Deine Spielbox-Kritiken dann noch einmal im Heft zu lesen, wenn wir schon vorher hier ein wenig davon erfahren könnten ... (aber vielleicht unterliegst Du ja [böse Unterstellung, nicht die feine englische Art, ich weiß!!!] einem [b]Maulkorb-bzw. Forumtippverbots-Erlaß[/b], was sehr zu bedauern wäre)

Arno (der die Tücken der Materie kennt - z.B. Sperrfristen, etc. und sich diesen bald durch "Flucht" entzogen hat)

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Petra Schmidt
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Messe-Neuheitendiskussion - lang!

Beitragvon Petra Schmidt » 28. November 2001, 12:34

… so lasst uns denn ein wenig diskutieren.

Hier nun meine ganz persönlichen Erfahrungen zu den Spielen:

Goldsieber
Was mir persönlich ganz gut gefällt, da einfach, billig, kompakt aber dennoch mit etwas Tiefgang ist „Kupferkessel Compagnie“ :-) Es ist zwar nur ein Zweipersonenspiel, aber es gibt ja auch schon Varianten mit 3 und 4 Personen, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.

Kosmos
Ein weiteres Zweipersonenspiel ist das „Sternenschiff Catan“. Das Spiel, oder besser gesagt der Spielmechanismus ist ganz ok. Was mich bei dem Spiel stört, ist die Grafik – sie ist mir einfach zu dunkelbunt und unübersichtlich – wenn man das so sagen kann :-/

„Der Herr der Ringe, Die Feinde“ habe ich zwar gekauft, aber noch nicht richtig gespielt – es ist halt eine Erweiterung, die sich allerdings gut in das bestehende Spiel zu integrieren scheint.

„Der Herr der Ringe, Die Gefährten“ ist sicherlich nicht besonders anspruchsvoll, aber wie ich finde ganz nett und auch gut spielbar mit Leuten, die einfachere Spiele bevorzugen. Ich finde auch, dass man mit richtigem platzieren der Würfeln den Spielfluss ein wenig beeinflussen kann. Nämlich genau dann, wenn man hinten steht und nicht wie in der Spielregel vorgeschlagen immer den höheren Würfel als Kampf- oder Siegpunkte einsetzt, sondern diesen Würfel einfach zum Vorwärtsziehen hernimmt. Aber, es ist sicher kein Spiel für Strategen und Grübler.

Klee
„Der kleine Hobbit“ ist ein Spiel, das ich wegen des Themas auf der Messe gleich ungespielt gekauft habe und bereits wieder verkauft. Das Material in diesem Spiel ist ganz nett, aber irgendwie rührt sich meiner Meinung nach da gar nichts.

Hans im Glück
„Müll und Money“ habe ich nun wirklich schon oft gespielt, kann mich aber dennoch nicht richtig dafür begeistern. Ich weiß auch nicht genau woran das liegt. Ist das Spiel zu nüchtern und real? Fehlt die Spannung? Fehlt die Interaktion? Ich weiß es wirklich nicht :-? Was sicher noch ein Versuch wert ist, ist die dem Spiel beiliegende experimentelle Spielvariante … dort ist es den Mitspielern im Spiel möglich, die Regeln zu verändern und selbst zu gestalten – die richtigen Mitspieler vorausgesetzt.

Eurogames
„Der König der Diebe“ ist sicher ein ganz nettes Spiel. Kompakt, guter Preis, einfache Regel und sicher auch für Spieler geeignet, die nicht so anspruchsvolle Spiele mögen (obwohl das Vorwärts- und Rückwärtsziehen in unseren Runden einigen Leuten echt zu schaffen machte). Ein schönes Spiel jedenfalls um sich warm zu spielen oder einen netten Abend ausklingen zu lassen :-))

„So ein Hundeleben“ hat mich auf der Messe überhaupt nicht begeistert. In unserer Runde haben wir das Spiel abgebrochen. Mich hat dabei weder das Thema noch die Optik begeistert. Der Spielmechanismus gefiel mir überhaupt nicht, aber vielleicht lag das auch an dem schlechten Erklären der Spiele-Erklärerin, die von dem Spiel auch nicht überzeugt war. Und die Grafik war mir einfach zu bunt und unübersichtlich :-|

„Das Tal der Mammuts“, eine Neuauflage, war eigentlich ganz ok – habe ich aber auch nur auf der Messe gespielt.

Warfrog Games
Bei „Liberté“ hatte ich mal die Gelegenheit es mitzuspielen, wenn wohl auch mit nicht ganz richtigen Regeln ;-) Es scheint jedoch ganz interessant zu sein, wenn auch ein etwas komplexerer Spielmechanismus.

Winning Moves
„Vabanque“ ist ein recht kurzweiliges Spiel, mit schönem Spielmaterial und dass wie ich finde, ganz lustig ist :-)) Es dauert gerade mal 30 Minuten und sorgt für Spannung am Tisch. Ok, nicht wirklich was für Grübler und Strategen, aber die Spiele müssen ja auch nicht immer so ernst und schwierig sein. Ich finde das es ein reines Glücksspiel ist, der Verlag beschreibt es auf der Rückseite mit Intuition, und mein Mann meint, dass man die Mitspieler einfach nur beobachten muss :-)

Heidelberger Spielverlag
„Ein Arsch kommt selten allein“ ist ganz nett, muss man aber sicher nicht unbedingt haben. Die Spielregel ist einfach und schnell erklärt. Das Spiel ist schnell gespielt. Nur hatte ich etwas Hemmungen beim Spiel erklären immer und immer wieder dieses Wort „Arsch“ in den Mund zu nehmen :oops: und bin dann zum Teil auf Popo ausgewichen.

Queen Games
„Atlantic Star“ – Kennen Sie Showmaster? Das jedenfalls war die erste Frage in Essen, als wir uns am Queens Stand das Spiel erklären lassen wollten. Nein, wir kennen den Showmaster nicht und deswegen letztendlich haben wir das Spiel auch gekauft. Es ist schön, sicher aber auch kein Hit. In unseren Runden kam es ganz gut an. Es ist nicht zu schwer und anspruchsvoll und das ist das, was halt doch viele wollen, die einfach nur mal ein Spiel zur Entspannung spielen wollen, vor allem unter der Woche nach Feierabend.

Ravensburger
„Der Herr der Ringe Kartenspiel, Die Gefährten“ habe ich in Essen einmal gespielt und war nicht so angetan, aber vielleicht sollte ich das Spiel, falls sich noch mal eine Gelegenheit ergibt, noch mal spielen.

Adlung
Von Adlung habe ich bereits „Pompeji“ und „Vom Kap bis Kairo“ gespielt. Beide finde ich ganz gut. Pompeji ist sicher auch sehr gut für zwei Personen geeignet.

Cwali
„Titicaca“ habe ich auch bereits erstanden und gespielt, auch wenn ich beim ersten Anblick des Spiels sehr, sehr skeptisch war :-/ – sah es doch wirklich wie Siedler aus, aber ich kann es nun bestätigen, es hat überhaupt nichts mit Siedler zu tun. Die Spielregel fand ich etwas chaotisch und die Abrechnung auch etwas verwirrend, muss aber zugeben, dass ich das Spiel erst einmal gespielt habe.

Amigo
„Die Gnümies“ (ehemals wohl Asterix) habe ich erstanden und schon gespielt – es ist ein ganz nettes Kartenspiel.

„Gargon, Das Amulett der Macht“ habe ich zwar erstanden, aber noch nicht gespielt :´-(

Abacusspiele
„Anno Domini Flopps“ und „Annodomini Kunst“ habe ich noch testen können und die Flopps auch gleich erworben. Anno Domini ist sicher sehr interessant und gesellig, sicher eine Empfehlung wert :-)

Ich hoffe das ich kein Spiel vergessen habe (hatte den Adam spielt Katalog sozusagen als Gedächtnisvorlage). Alles in allem ist für mich kein richtiges Highlight dabei, sicher ganz viele, ganz nette Spiele, aber kein Spiel wo ich sage „Ja, dass ist es!“. Aber dies ist auch nur meine ganz persönliche Meinung.

Viele Grüße
Petra

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Michael Schramm

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Michael Schramm » 28. November 2001, 12:55

Hi Roman,

leider ist es im Spielbereich nicht anders als im "normalen" Leben:besonders viel Aufhebens wird um fehlerhafte Dinge gemacht, ein feherfreies Teil ist offensichtlich schon so selbstverständlich, dass keiner mehr darüber redet- und das ist schade!

Nice dice

Michael

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Rainer Fieseler

Re: Messe-Neuheitendiskussion: Hundeleben

Beitragvon Rainer Fieseler » 28. November 2001, 14:06

Hi Petra!

Sooo schlecht finde ich das HUNDELBEN gar nicht. Es ist die Frage was man erwartet, für jemanden, der lieber etwas mit weniger taktischem Tiefgang spielen möchte, eignet es sich gut. Und wenn man es kennt, merkt man auch, dass es durchaus auch einige taktische Möglichkeiten bietet, wenngleich ohne Frage der Zufall doch überwiegt.
Was mich allerdings stört, ist zum einen eine Kurzübersicht über die möglichen Aktionen (grade Neulingen fehlt die doch sehr) und eine Klarstellung, welche Stärken welcher Hund hat - was da in der Regel steht ist doch recht mager bis falsch. (Ich habe mir da selbst mal eine Tabelle erstellt). Außerdem stellt sich die Frage ob die Hunde wirklich alle gleiche Chancen haben, Belle kam mir doch recht schwach vor.
Zum Spiel selbst: Man sollte - insbesondere wenn man mit vielen spielt - dringend die zu Anzahl der zu vergrabenden Knochen auf drei reduzieren, sonst zieht es sich doch zu lange hin; und der Hundefänger ist auch bei vielen reichlich stark: alle Naselang sitz man im Tierheim. Fazit: Nicht mit mehr als vier Leuten und nur mit drei Knochen spielen, dann eignet es sich so als "Erholungs-Spiel" z.B. nach einer Partie LA CITTA ganz gut.

gruß rainer (Der die Grafik auch reichlich bunt findet, den das aber nicht sehr stört.)

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Roman Pelek

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Roman Pelek » 28. November 2001, 14:29

Hi Arno,

Arno C. Hofer schrieb:
> vielleicht hat uns da der Carsten gefehlt - bis jetzt. Ich
> glaube mich erinnern zu können, dass er es meistens als
> erster war, der derartige Diskussionen angeleiert hat. Neben
> Dir, versteht sich. Aber Du bist ja auch nicht mehr [i]der
> Alte[/i] hier im Forum ... eigentlich schade. Mir würde es
> nichts ausmachen Deine Spielbox-Kritiken dann noch einmal im
> Heft zu lesen, wenn wir schon vorher hier ein wenig davon
> erfahren könnten ... (aber vielleicht unterliegst Du ja [böse

Nuja, sagen wir's mal so: momentan hängt meine Zeit (nebst Diplom) daran, viel zu spielen und die entsprechenden Artikel für die SB gründlich zu machen. Und dann kommt nächste Woche die Umfrage. Kurzum: mein Pensum ist da relativ voll, so dass mir manchmal etwas der Elan fehlt, Fragen anzuleiern.

> Unterstellung, nicht die feine englische Art, ich weiß!!!]
> einem [b]Maulkorb-bzw. Forumtippverbots-Erlaß[/b], was sehr
> zu bedauern wäre)

Die Erklärungen sind viel banaler. Obwohl ich natürlich nicht unbedingt selbst ein Interesse habe, meine Meinung zu den kommenden Kritiken in vollem Umfang zu veröffentlichen, zumal ich die "Mehrzeit" der Artikel für die Printausgabe nutzen möchte, um's noch gründlicher zu machen. Wenn man schon nicht so aktuell ist wie bei einer Internetrezi, dann kann man die Chancen nutzen, noch tiefgreifendere Erfahrungen zu machen. Das sind aber meine eigenen Entscheidungen, und ich scheue mich auch nicht, zu sagen, was ich bislang schön finde oder nicht oder mich in entsprechende Diskussionen mal einzuklinken. Nur geht die Zeit für eine Spontanrezi oder manchen Forumsbeitrag auch halt anderweitig drauf...

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Roman Pelek » 28. November 2001, 14:37

Hi Michael,

Michael Schramm schrieb:
> leider ist es im Spielbereich nicht anders als im "normalen"
> Leben:besonders viel Aufhebens wird um fehlerhafte Dinge
> gemacht, ein feherfreies Teil ist offensichtlich schon so
> selbstverständlich, dass keiner mehr darüber redet- und das
> ist schade!

Ja, ich find's auch schade. So ärgerlich es auch ist, und so notwendig und richtig darauf hinzuweisen, dass, wie und wo Fehler sind und wie man sie beheben kann/Ersatz bekommt, es erschreckt mich etwas, dass und wie sich vieles momentan darauf reduziert. Ich habe zeitweilig das ungute Gefühl, dass mehr nach Fehlern gesucht als eigentlich gespielt und über's Spielen geredet wird. Und das macht, so finde ich, das Forum um einiges ärmer und uninteressanter derzeit, weil's rein zur negativen Seite hin kippt und man doch einen Eindruck bekommt, der schlimmer ist als die Realität (zumindest für mich)...

Ciao,
Roman (selbst gerne mal 'ne Nörgelnase, der heuer gleich mal den schon nach 2 Monaten feuchtem Wischen sich auflösenden Klarlack seines Küchentisches reklamieren geht *seufz*)

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Michael Schramm

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Michael Schramm » 28. November 2001, 16:51

Hi Roman,

ich sehe, wir liegen da auf einer Wellenlänge - mal wieder!Am letzten Wochenende habe ich erlebt, wie unbefangen Wenig-Spieler an die neuen Spiele herangehen( z.B. EVO,MÜLL UND MONEY,AMULETT,MEDINA,ATLANTIC STAR usw.) und wieviel Spaß man hierbei haben kann. Wohlgemerkt, zu 90% waren es Spieler, die vielleicht ein- oder zweimal im Jahr sich die Zeit zum Spielen nehmen und die ansonsten weiten Abstand von der Szene haben.Abends habe ich einige Leute sogar mit Begeisterung zu STICHELN und MIT LIST UND TÜCKE gewinnen können, zwei Kartenspiele, die aufgrund ihres Mechanismus sicher nicht ganz einfach sind.Und wie groß der Spaß war, kann man daran ablesen, dass wir fast drei Stunden "gestichelt" haben.Natürlich kann jetzt gesagt werden: klar, wenn die Regeln von einem "Fachmann" erklärt werden, sind alle Spiele einfach!Aber genau das ist nicht immer der Knackpunkt, vielmehr ist es doch oft so, dass man vor lauter Diskussionen um angebliche oder tatsächliche Fehler einfach den SPASS am Spiel gar nicht mehr bekommt, und das soll Spiel doch in erster Linie sein - Spaß und Geselligkeit, nicht Fortsetzung der Realität mit Pöppeln und Karten!

Nice dice

Michael

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michael weber

"unsere" sichtweise: sind alle aktuellen spiele schlecht

Beitragvon michael weber » 28. November 2001, 18:14

> Am
> letzten Wochenende habe ich erlebt, wie unbefangen
> Wenig-Spieler an die neuen Spiele herangehen( z.B. EVO,MÜLL
> UND MONEY,AMULETT,MEDINA,ATLANTIC STAR usw.) und wieviel Spaß
> man hierbei haben kann. Wohlgemerkt, zu 90% waren es Spieler,
> die vielleicht ein- oder zweimal im Jahr sich die Zeit zum
> Spielen nehmen und die ansonsten weiten Abstand von der Szene
> haben.

[...]

> vielmehr ist es doch oft so, dass man vor lauter Diskussionen
> um angebliche oder tatsächliche Fehler einfach den SPASS am
> Spiel gar nicht mehr bekommt, und das soll Spiel doch in
> erster Linie sein - Spaß und Geselligkeit, nicht Fortsetzung
> der Realität mit Pöppeln und Karten!


Kann ich nur bestätigen. Ich möchte auch mal uns alle hier vorsichtig fragen, ob unsere erwartungen nicht sogar gänzlich unterschiedlich von denen so genannter wenig-spieler sind. ist es denn immer notwendig, alles mit caracassone oder medina zu vergleichen?

sind neuheiten wie hick hack in gackelwack wirklich relativ "schwach", nur weil sie sich NICHT an hardcore-spieler richten? ich denke nicht. ich denke vielmehr, dass viele neuheiten eine zielgruppe ins auge gefasst haben, die eben nicht unbedingt aus uns forums-verrückten besteht. schließlich darf man nicht vergessen, dass bald weihnachten ist ;-)

das soll jetzt nicht heißen, dass wir nicht die aktuellen spiele mit denen des frühjahrs vergleichen können oder dürfen. aber vielleicht fällt ein vergleich schwerer, wenn man den ganzen spieler fordernde und zudem komplexe oder neuartige eigenwillige mag.

der masse werden spiele wie kupferkessel co. oder herr der ringe (eigentlich alle) gefallen, uns fehlen hier und da die feinheiten im mechanismus und in den ideen.

außerdem gibt es u.a. mit tenjo ganz vorzügliche spiele, die aber eine kleine zielgruppe haben.

in diesem sinne: advent!

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Michael Andersch

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Michael Andersch » 28. November 2001, 19:56

Hallo Arno,

Arno C. Hofer schrieb:
>
> ...wirklich mit der Diskussion über die
> Essen-Neuheiten zu beginnen.

Wozu dieser Aufruf? In (großen) Teilen haben wir es doch schon getan, mehr oder weniger ausgiebig. Der Rest scheint aus verschiedenen Gründen durch das Raster des diskussionswürdigen zu fallen (zu durchschnittlich, keine Regelunklarheiten, etc., halt kein Ansatzpunkt für eine Diskussion).
Muss denn wirklich jedes Ei mit Gewalt begackert werden?

Viele Grüße,
Micha (der manchmal den Eindruck hat, dass hier im Forum im Falle zeitweise fehlender Themen diese etwas verbissen gesucht werden)

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Markus Barnick

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Markus Barnick » 29. November 2001, 00:24

> wirklich guten Spielen in Essen, die auch nach 5,6,7 Partien
> gerne wieder hervorgeholt werden, wobei jetzt kein neues
> Carcassonne oder Medina dabei ist.
>

mir fällt auf, daß ich früher, als ich noch nicht so viele Spiele (im Moment genau 240 1/2) hatte, die Spiele öfter und auch intensiver gespielt habe. Und da waren bei weitem keine besonderen Highlights dabei. Z.B. Lancelot, Vorsicht Lehrer oder Flußpiraten.

Heute liegen mehr Spiele öfter ungenutzt rum.

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Roman Pelek

Gegackere

Beitragvon Roman Pelek » 29. November 2001, 00:56

Hi Michael,

Michael Andersch schrieb:

> Wozu dieser Aufruf? In (großen) Teilen haben wir es doch
> schon getan, mehr oder weniger ausgiebig. Der Rest scheint
> aus verschiedenen Gründen durch das Raster des
> diskussionswürdigen zu fallen (zu durchschnittlich, keine
> Regelunklarheiten, etc., halt kein Ansatzpunkt für eine
> Diskussion).
> Muss denn wirklich jedes Ei mit Gewalt begackert werden?

Nein, nicht jedes Ei muss begackert werden, schon gar nicht mit Gewalt. Ich habe nur momentan den Eindruck, dass nur manche Eier schlecht gegackert werden und nach dem Rest überhaupt kein Hahn kräht ;-) Und ich persönlich sehe da durchaus noch Eier, über die man gackern darf, auch kontrovers. Bei den letzten 3,4 Messen gab's Spiele, die wurden im Forum breitgetreten, obwohl sie nicht unbedingt zu den erwähnenswertesten Neuerscheinungen gehörten. Heuer: Totenstille. Ich find's persönlich sehr merkwürdig, dass so urplötzlich so ein radikaler Umschwung vorherrscht... Vielleicht werde ich langsam alt oder blind, aber für mich schimmert da ein bissl Lethargie und "Nur-äußern-wenn-was-ärgert" durch.

> Viele Grüße,
> Micha (der manchmal den Eindruck hat, dass hier im Forum im
> Falle zeitweise fehlender Themen diese etwas verbissen
> gesucht werden)

Hm, ich seh's etwas anders: in Zeiten, da niemand interessante Themen aufbringt, wird etwas verbissen nach Fehlern gesucht, um was im Forum zu haben... Sind wir so einfallslos geworden?

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Sichtweisen / Hick-Hack und selbiges in Gackelwack

Beitragvon Roman Pelek » 29. November 2001, 01:25

Hi ihr Michaels,

> > vielmehr ist es doch oft so, dass man vor lauter Diskussionen
> > um angebliche oder tatsächliche Fehler einfach den SPASS am
> > Spiel gar nicht mehr bekommt, und das soll Spiel doch in
> > erster Linie sein - Spaß und Geselligkeit, nicht Fortsetzung
> > der Realität mit Pöppeln und Karten!
>
> Kann ich nur bestätigen. Ich möchte auch mal uns alle hier
> vorsichtig fragen, ob unsere erwartungen nicht sogar gänzlich
> unterschiedlich von denen so genannter wenig-spieler sind.
> ist es denn immer notwendig, alles mit caracassone oder
> medina zu vergleichen?

Unsere Erwartungen sind definitiv höher, wir bemerken eher Fehler, gähnen ab und an bei der 20. Parallele in Mechanismen und verfallen ganz gerne in eine gewisse Lethargie, wenn's nix außergewöhnliches zu entdecken gibt. Per se ist eine hohe Erwartungshaltung als Spieler auch nix verkehrtes, denn ohne Neuerungen, Außergewöhnliches und Highlights gibt's keine Weiterentwicklung des Spielemarktes. Jedoch sollte eine hohe Erwartungshaltung m.E. nicht zu einer übersteigerten werden a la "Höher, schneller, weiter" jedesmal und zigfach. Denn niemand kann in meinen Augen so etwas leisten. Auch ein Hans-im-Glück nicht, ebenso tut Alea gut daran, sich die Zeit zu nehmen und nicht auch noch zu Essen ein Spiel fertig haben zu wollen. Denn Highlights brauchen auch Zeit, und kein Highlight zu haben kann auch heißen, dass Highlights noch kommen, weil sie eben zeitintensiv sind und nicht hektisch hervorgezaubert werden können.

> sind neuheiten wie hick hack in gackelwack wirklich relativ
> "schwach", nur weil sie sich NICHT an hardcore-spieler
> richten? ich denke nicht. ich denke vielmehr, dass viele
> neuheiten eine zielgruppe ins auge gefasst haben, die eben
> nicht unbedingt aus uns forums-verrückten besteht.
> schließlich darf man nicht vergessen, dass bald weihnachten
> ist ;-)

Ich persönlich finde als Forumsverrückter und Spielefreak ein "Hick-Hack in Gackelwack" richtig gut. Nicht weil's meinen taktisch-anspruchsvollen Horizont erweitert (was ich auch gerne genieße), sondern weil's einfach 'ne Riesengaudi in größeren Runden (5-6) sein kann, an der sowohl Spielbegeisterte als auch Nichtspieler ihre Freude haben. Es ist somit vielleicht kein Messe-Highlight für mich, aber ein Spiel, das ich nicht missen möchte. Denn so viele Spiele, die auch in 6er-Besetzungen flüssig laufen und Spass bereiten, gibt's nun auch wieder nicht...

> das soll jetzt nicht heißen, dass wir nicht die aktuellen
> spiele mit denen des frühjahrs vergleichen können oder
> dürfen. aber vielleicht fällt ein vergleich schwerer, wenn
> man den ganzen spieler fordernde und zudem komplexe oder
> neuartige eigenwillige mag.

Es ist m.E. sowieso schwer, Essen und Nürnberg zu vergleichen. Auch letztes Jahr kamen die für Spieler interessanteren Sachen zu Nürnberg (Medina, Händler von Genua, Amulett, Capitol etc.). Natürlich könnte man sich jetzt beklagen, dass ausgerechnet zur Spiele(r)messe Essen von den bekannteren Verlagen weniger für Freaks dabei war in jüngster Vergangenheit - aber das ist eigentlich schon wieder einen eigenen Thread wert.

> der masse werden spiele wie kupferkessel co. oder herr der
> ringe (eigentlich alle) gefallen, uns fehlen hier und da die
> feinheiten im mechanismus und in den ideen.

Und selbst wenn uns da die Feinheiten fehlen: was ist denn mit Kap bis Kairo, Dvonn, Titicaca, Urland, Gargon, Sternenschiff Catan etc.? In denen entdecke ich durchaus Sachen, die auch abgebrühte Spielern mehr als nur ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubern könnten.

> außerdem gibt es u.a. mit tenjo ganz vorzügliche spiele, die
> aber eine kleine zielgruppe haben.

Tenjo ging bisher an mir vorüber, da ich persönlich mit exzessiver Würfelei nicht so viel anfangen kann - zumindest so, wie sich die Informationen mir bisher präsentieren, ist das ein Vertreter dieser Gattung. Irgendwelche Einwände, die neugierig machen können?

> in diesem sinne: advent!

Eben drum: Um den Adventskranz 'rum lässt sich's doch schön spielen. Man sollte nur aufpassen, dass der Funke nicht im negativen Sinne überspringt *g*

Ciao,
Roman

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Roland G. Hülsmann
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Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 29. November 2001, 09:35

Ich war zwar nicht auf der Messe, einige Neuheiten (bzw. Neuauflagen) habe ich mir zugelegt:

TAL DER MAMMUTS - konnte auf Anhieb überzeugen. Die Regel sieht komplexer aus, als sie ist. (Übersichtstafeln mit den Zugweiten und Erträgen der 6 Tierarten wären hilfreich beim Spiel, um nicht die Anleitung zu zerfleddern.) Das Spiel gewinnt schnell an Spannung. Naturkatastrophen treffen gerne den Schwächsten ... oder machen einen dazu ;-)

HERR DER RINGE - das ganze Programm. Zwar nicht nur Highlights aber unserer Meinung nach kein Totalausfall. Knizias Werke rangieren da sicher - auch für Leute, die mit dem Thema nichts anfangen können - an oberster Stelle. Seien es nun "Die Gefährten" von Ravensburger oder das kooperative "Herr der Ringe" von KOSMOS (aus ver "Vor-Essen-2001-Ära") nebst Erweiterung "Die Feinde". Für letzteres muß man natürlich gewillt sein, kooperativ zu sein, sonst wird man rasch von dsen dunklen Mächsten vom Spielplan gelegt. Nichts für Leute, die Spielen, um sich selbst zu beweisen, daß sie den anderen intellektuell (oder sonstwie) überlegen sind. "Der Hobbit" und "Die Gefährten" von KOSMOS sind recht ordentliche Umsetzungen von Buch bzw. Film in ein Familienspiel. Ganz gewiß keine Taktikhämmer, aber sicher gelungene Unterhaltung für Familien mit Kinder. Bei "Die Gefährten" muß man darauf achten, daß man hier nicht ZUU koperativ spielt (wie es vom Thema her passen würde), da man sonst schnell keine Chance gegen Mitspieler hat, die den Sieg deutlicher im Auge haben. Gewisse kooperative Elemente sind trotzdem wichtig, da man nur gemeinsam vorwärts kommt. (Fast möchte man sagen: Wie im Leben! ;-)) "Der Hobbit" macht insbesondere Kindern Spaß. Meine 8-jährige Tochter hat mich da schon zweimal ziemlich im Regen stehen lassen ...
Das Legespiel "die Suche" ist auch nicht schlecht, wenn auch hier Thema und Spielmechanik nicht so 100%ig kompatibel zu sein scheinen.

... und das soll erst mal reichen.

Roland

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Arne Hoffmann

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon Arne Hoffmann » 29. November 2001, 09:46

Moin moin!

So ein Erlebnis hatten wir hier vor zwei Wochen auch. Wir hatten einen Spieleabend organisiert, wobei die Mehrheit der Leute nur recht selten spielt. Waerend eine Gruppe zu Skat griff, konnte ich die anderen fuer Hick Hack in Gackelwack gewinnen - haben das Spiel dann auch prompt mal zu siebt ausprobiert, funktioniert auch noch, wird aber chaotischer. Die Runde hatte eine Riesengaudi und wir sind erst einmal 90 Minuten bei dem Spiel haengen geblieben. Aehnliches wiederholte sich zum Abschluss dann mit Spacebeans (was zugegeben keine Messeneuheit ist :-) ).

Jetzt aber mal zu den Messeneuheiten - es war vielleicht kein dicker Ueberflieger dabei, aber eine Menge interessanter und guter Spiele. Wenn ich mir meinen Rucksack der mitgebrachten Spiele so anschaue (was war drin? Urland, Liberte, DVONN, Kanaloa, Gods, Ur 1830bc, Titicaca, und bestimmt was, das ich jetzt vergessen habe), dann kann ich persoenlich zufrieden sein. Mein Spielgeschmack ist damit sehr gut bedient, das reicht mir doch (verzeiht mir den Egoismus). Ich denke nicht, dass ich allein bin mit dieser Meinung.

Ferner zeichnen sich ja schon gute Spiele fuer den Fruehling ab, wenn man Puerto Rico und Dschunke so ansieht (konnte beide leider nicht anspielen).

Bei den "grossen" Verlagen fand man halt nichts aufregendes in diesem Jahr, die haben aber im Zuge von Harry Potter und dem Herrn der Ringe ein lukrativeres Publikum im Auge als uns "Fanatiker". Das kann ich ihnen nicht veruebeln, denn eine goldene Kuh sollte man melken (vielleicht sollte ich doch meinen Carcassonne Fluss bei Ebay einstellen :-)) ). In dem ganzen Merchandising-Wahn wird da die eine oder andere Mark schon abfallen. Ferner werden die Spiele gekauft und gespielt, wenn ich mich in meinem weiteren Bekanntenkreis so umhoere. Sie werden gespielt - also bereichern auch sie den Kulturraum Spiel, vielleicht nicht durch aufregende Mechanismen oder neue Ideen, aber durch "Volksnaehe". Und wenn dadurch Menschen an Spiele herangefuehrt werden, haben auch diese Spiele ihren Stellenwert.

Tschoe,

- Arne -

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peer

Re: Messe-Neuheitendiskussion

Beitragvon peer » 29. November 2001, 12:49

Hi,
eigentlich scheinen ja doch alle Leute die Spiele ganz nett zu finden. Vielleicht fehlt an den neuen Spielen die Möglichkeit sich daran zu "reiben", wie es bei Saloon passiert ist (das einzige Spiel, was hier nach Essen richtig ausdiskutiert wurde).
Bei den meisten Spielen reicht ein "Ist halt Geschmackssache" oder "Für die Familie" scheinbar aus. Super-Toll fande ich aber letztlich höchstens Gargon - eine REihe fand ich halt auch nett. Ob ich Frachtexpress oder HdR-Gefährten-Kartenspiel jetzt durchdiskutieren müsste (wies aber auch z.T. geschehen ist) bezweifel ich.
Einzig und allein die positiven Anmerkungen zu "Vabanque" iritieren mich - DEM konnte ich rein gar nichts abgewinnen - Reines Glücksspiel, da bietet Meiern mehr bei weniger Regeln. Man hat keine richtigen Eingriffsmöglichkeiten und die Bluffkomponente versinkt im "Er könnte dahin gehen oder dahin. Weiss nicht. Ist auch egal". Und ob man die Bluffkarte legt oder in den Tisch beisst, ist auch relativ egal...
(Ihr seht - ich versuchs mal :-) )

Ach ja, ein weiterer Aspekt: Vielleicht haben wir auch einfach mehr Spiele im Schrank? Dann wird es natürlich nicht leichter noch etwas zu finden, dass einen neuen Aspekt in die Sammlung bringt?!?
ciao,
Peer (der sich lieber an solchen Diskussionen beteiligt, als an ebay-Preisfragen)

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Wolfgang Ditt

Re: Messe-Neuheitendiskussion - Herr der Ringe, Harry Potter und der Rest

Beitragvon Wolfgang Ditt » 29. November 2001, 14:15

Dieses Jahr wird die Szene von HdR und HP beherrscht. Im Kino sowieso, bei den Spielen stark und auch beim Spielzeug, so dass viel Wirtschaftskraft in diesen Bereich gehen. Viele Verlage haben dieses Mal zu Essen keine große Neuheit außerhalb dieser Themen (HiG-Attilaschachtel, Goldsieber - Isisschachtel, Ravensburger und Alea traditionsmäßig im Januar und später, Kosmos - HdR-Produkte, Amigo-mit Heimlich&Co Wiederveröffentlichung, Schmit und Hasbro ohne).
Als größeres bleiben Eurogames Hundeleben und Zochs Villa und im Kinderspielbereich Haba mit Höchst verdächtig und dem Pizza-Monster.

Da nun Weihnachten die Geschenke größer sind und aktuelle Themen sich gut verkaufen, werden es wohl oft die HdRs und HPs sein, die unterm Weihnachtsbaum liegen. Hier darf man die Spiele nicht aus Vielspielersicht sehen. Bei HdR gibt es die Feinde, die mir und vielen anderen gut gefallen haben, der kleine Hobbit begeistert gerade bei den um die 10-jährigen und auch Kosmos Gefährten kommen in diesem Kreis gut an. Was die Ravensburger Gefährten angeht, so sind sie taktischer und akstrakter. HdR-Stimmung ist hier am wenigsten; es hätten aus Eisbären sein können, die an Löchern im Eis fischen.

Ich denke, die Vielspieler müssen auf Nürnberg warten. Ich erwarte, dass so mancher Verlag dort seine - vielleicht zurückbehaltene - große Neuheit dort präsentiert.

Wolfgang

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michael weber

Re: Sichtweisen / Hick-Hack und selbiges in Gackelwack

Beitragvon michael weber » 29. November 2001, 16:58

> Unsere Erwartungen sind definitiv höher, wir bemerken eher
> Fehler, gähnen ab und an bei der 20. Parallele in Mechanismen
> und verfallen ganz gerne in eine gewisse Lethargie, wenn's
> nix außergewöhnliches zu entdecken gibt.

ich meinte: anders, nicht höher. nur dass wir uns da nicht falsch verstehen!

> Es
> ist somit vielleicht kein Messe-Highlight für mich, aber ein
> Spiel, das ich nicht missen möchte.

jetzt erklär mir bitte den unterschied zwischen kein messehighlight aber ganz viel spass UND nicht missen möchten ;)

> Und selbst wenn uns da die Feinheiten fehlen: was ist denn
> mit Kap bis Kairo, Dvonn, Titicaca, Urland, Gargon,
> Sternenschiff Catan etc.? In denen entdecke ich durchaus
> Sachen, die auch abgebrühte Spielern mehr als nur ein müdes
> Lächeln auf die Lippen zaubern könnten.

also doch nicht alles so schlecht?

> Tenjo ging bisher an mir vorüber, da ich persönlich mit
> exzessiver Würfelei nicht so viel anfangen kann - zumindest
> so, wie sich die Informationen mir bisher präsentieren, ist
> das ein Vertreter dieser Gattung. Irgendwelche Einwände, die
> neugierig machen können?

nö, hat schon viel mir würfeln zu tun, aber auch mit taktik und diplomatischen heruzmgealbere.


der um den advendskranz das spiel aufbauende michael

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Roman Pelek

Re: Sichtweisen / Hick-Hack und selbiges in Gackelwack

Beitragvon Roman Pelek » 29. November 2001, 17:32

Hi Michael,

michael weber schrieb:

[Erwartungen]
> ich meinte: anders, nicht höher. nur dass wir uns da nicht
> falsch verstehen!

Ich meine, dass die Erwartungen sowohl teilweise anders als auch höher sind. Höher denke ich vor allem, was die Neuartigkeit angelangt, da man als Spieler hat häufig schon viele Spiele mit ähnlichen Mechanismen hat.

> jetzt erklär mir bitte den unterschied zwischen kein
> messehighlight aber ganz viel spass UND nicht missen möchten ;)

Das ist die Stufe unter Messehighlight :) Zum Highlight fehlte mir bei dem Spiel dann eben das, was Spieler so gerne haben: was Neuartiges, Außergewöhnliches, absolut vom Hocker reißendes... Und diesen letzten Kick hat mir Hick Hack bei allem Spass und aller Freude dabei nicht ganz. Aber das macht nix, ich spiel's trotzdem auch ohne dass es ein Messehighlight für mich ist, da's eben für mich einfach ein wirklich gutes Spiel für Zwischendurch (oder auch mehrere Zwischendurchs hintereinander) ist.

> also doch nicht alles so schlecht?

Ich finde nicht, dass alles so schlecht ist :) Wobei viel von dem, was mir gefällt, halt eben von Kleinverlagen kommt oder auch durchaus mal "kleinere" Spiele sind...

[Tenjo]
> nö, hat schon viel mir würfeln zu tun, aber auch mit taktik
> und diplomatischen heruzmgealbere.

Hm... Kannst Du das ein bissl präzisieren? Die Aussage klingt jetzt so wie eine Kniffelrunde, die diplomatisch drüber verhandelt, ob ein Würfel auf der Kante nun gilt oder nicht :-D

> der um den advendskranz das spiel aufbauende michael

Der noch keinen Adventskranz habende
Roman

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Michael Andersch

Re: Gegackere

Beitragvon Michael Andersch » 29. November 2001, 18:49

Hallo Roman,

Roman Pelek schrieb:
>
> Ich habe nur momentan den Eindruck, dass nur
> manche Eier schlecht gegackert werden

Meinst Du damit: schlechter gemacht werden als sie sind? Oder meinst Du: einfach wenig dazu geschrieben wird?
Ersteres fände ich schlecht. Zweiteres nicht, denn ich unterstelle einfach mal, dass das seine Gründe hat und befürchte nicht, dass da eine Perle unentdeckt an uns vorüber gehen könnte. Denn bis jetzt hat die geballte Forumskompetenz noch jedes Highlight an’s Licht gezaubert. Und das ist gut so!

> und nach dem Rest überhaupt kein Hahn kräht ;-) Und ich persönlich sehe da
> durchaus noch Eier, über die man gackern darf

Natürlich darf man jederzeit gerne dürfen. Aber man muss ja nicht gewaltsam müssen.

> Bei den letzten 3,4 Messen gab's Spiele, die
> wurden im Forum breitgetreten, obwohl sie nicht unbedingt zu
> den erwähnenswertesten Neuerscheinungen gehörten. Heuer:
> Totenstille. Ich find's persönlich sehr merkwürdig, dass so
> urplötzlich so ein radikaler Umschwung vorherrscht...

Sehe ich nicht so. Wie gesagt: Meiner Meinung nach hat ein Grossteil der Spiele aus Essen hier in irgendeiner Form Erwähnung gefunden, mehr oder weniger ausgiebig, mehr oder weniger positiv.
Aber manche Spiele quittiert man einfach mit einem Schulterzucken, und davon gab's für meinen Geschmack dieses Jahr in Essen reichlich (nicht: ausschließlich!!!). Es sind Spiele, die funktionieren, die man spielen kann, aber nicht muss, und die ich niemals kaufen, mit ein bisschen Überredung aber durchaus mal mitspielen würden. Typische "Naja"-Spiele eben.

> Vielleicht werde ich langsam alt oder blind, aber für mich
> schimmert da ein bissl Lethargie und
> "Nur-äußern-wenn-was-ärgert" durch.

Bei letzterem stimme ich Dir durchaus zu. Ich finde, dass einige "Fehlproduktionen" (sei es nur ein Rechtschreibfehler in der Regel oder wirklich ein massiver Fehldruck) hier im Forum von manchen bisweilen durchaus sehr kleinlich gesehen werden. Irgendwo haben sie ja recht, denn für 1a Geld erwartet man auch einen 1a Gegenwert. Dennoch finde ich, dass man manchmal die Kirche schon im Dorf lassen könnte, noch dazu, wo fast alle Verlage im Fehlerfall - sofern korrigierbar - häufig sehr kulant reagieren.

Viele Grüße,
Micha

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michael weber

Re: Sichtweisen / Hick-Hack und selbiges in Gackelwack

Beitragvon michael weber » 29. November 2001, 20:30

> Hm... Kannst Du das ein bissl präzisieren? Die Aussage klingt
> jetzt so wie eine Kniffelrunde, die diplomatisch drüber
> verhandelt, ob ein Würfel auf der Kante nun gilt oder nicht :-D


man würfelt aus, wie viele aktionen man pro spielzug hat. außerdem kommt der würfel bei den gefechten ins spiel. der reiz liegt aber wo ganz anders: man weiss nicht, wie viele fremde (oder eigene *g*) samurai krieger auf einem feld stehen, deshalb ist es äußerst taktisch. dazu kommt halt ein verbales miteinander, bei dem zum beispiel famileinmitglieder (aber bitte nur im spiel :)) ) untereinander als "pfand" getauscht werden (um angriffe zu verhindern). von daher ist das spiel schon eine gute simulation des japanischen feudalismus. problem ist, es geht nur mit drei oder vier (nach regel ab zwei) spieler und dauert ewig lange. versuch mal mindestens zwei weitere für einen ausgiebigen test zu finden. bisher haben wir kein spiel zu ende gebracht :(

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Roman Pelek

Re: Gegackere

Beitragvon Roman Pelek » 30. November 2001, 00:50

Hi Michae,

Michael Andersch schrieb:

> > Ich habe nur momentan den Eindruck, dass nur
> > manche Eier schlecht gegackert werden
> Meinst Du damit: schlechter gemacht werden als sie sind? Oder
> meinst Du: einfach wenig dazu geschrieben wird?

Ich meinte schlechter gemacht oder zumindest, auch durchaus ungewollt, in schlechterem Licht erscheinend, weil ellenlang über irgendwelche Ärgernisse diskutiert wird und die eigentliche Spielspass-Diskussion daneben untergeht. Bei manchen Spielen, die ich besitze und gespielt habe, hätte ich nach den Forumsbeiträgen einen schlechteren Eindruck davon als ich ihn so von den Spielen habe.

[Über Spiele reden]
> Natürlich darf man jederzeit gerne dürfen. Aber man muss ja
> nicht gewaltsam müssen.

Schreib drüber oder stirb? Gut so? ;-)

> Aber manche Spiele quittiert man einfach mit einem
> Schulterzucken, und davon gab's für meinen Geschmack dieses
> Jahr in Essen reichlich (nicht: ausschließlich!!!).

Nuja, aber ich bekomm' durchaus 'ne Liste von 10,12 Spielen zusammen, bei denen durchaus eine Diskussion denkbar wäre. Und, wie ich meine, wurde hier schon zu anderen Zeiten etwas intensiver über Belangloseres geredet - deswegen meine Verwunderung. Auch so Fragen a la "Wie findet Ihr Spiel XY, lohnt sich's nun oder doch nicht" kommen relativ wenig bzw. wenn dann zu alten Spielen. Man hat ja fast den Eindruck, die meisten haben alles schon gespielt und abgehakt :) Aber ist ja auch egal: ich denke, wir werden's in der Umfrage sehen, was wie ankommt und wie viel gespielt wurde.

> Bei letzterem stimme ich Dir durchaus zu. Ich finde, dass
> einige "Fehlproduktionen" (sei es nur ein Rechtschreibfehler
> in der Regel oder wirklich ein massiver Fehldruck) hier im
> Forum von manchen bisweilen durchaus sehr kleinlich > gesehen werden.

Ja, so meinte ich das auch mit in schlechterem Licht. Manchmal bekommt man bei manchen Diskussionen das Gefühl, ein Spiel so vollkommen misslungen oder unspielbar, dabei isses ein auszubügelnder Druckfehler, von dem ein paar Exemplare durchgerutscht sind und für den man binnen 3 Tagen Ersatz im Briefkasten hat. Sowas soll nicht passieren und ärgert für's Geld, aber man muss es nicht zum Dauerbrenner-Thema machen. Und bis Normalkunde XY das Spiel im Laden ersteht, ist meist die Auflage sogar schon 100% korrigiert. Man darf auch nicht vergessen, dass man als Spielespinner sich immer der Gefahr aussetzt, auch die meisten Fehler abzukommen, wenn welche vorkommen, aber als ebensolcher weiss man sich ja auch zu helfen...

Ciao,
Roman

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Michael Andersch

Re: Gegackere

Beitragvon Michael Andersch » 30. November 2001, 15:08

Hallo Roman,

Roman Pelek schrieb:
>
> Ich meinte schlechter gemacht oder zumindest, auch durchaus
> ungewollt, in schlechterem Licht erscheinend, weil ellenlang
> über irgendwelche Ärgernisse diskutiert wird und die
> eigentliche Spielspass-Diskussion daneben untergeht. Bei
> manchen Spielen, die ich besitze und gespielt habe, hätte ich
> nach den Forumsbeiträgen einen schlechteren Eindruck davon
> als ich ihn so von den Spielen habe.

OK, in solchen Fällen gebe ich Dir recht, das finde ich auch bedauerlich. Aber kam das wirklich so oft vor, konkret jetzt auf die Spiele aus Essen bezogen? Mir fiele da gerade nichts ein, wobei ich aber gerne zugebe, dass ich seit etwa 2 Monaten aufgrund der Fülle der Postings von meiner alten Gewohnheit, jeden Beitrag zu lesen abgewichen bin und nur noch die Threads durchlesen, die für mich interessant sind.


> Und, wie ich meine, wurde hier schon zu anderen Zeiten etwas
> intensiver über Belangloseres geredet

Vollste Zustimmung. Manchmal werden hier Dinge diskutiert, da muss ich schon den Kopf schütteln (wobei das aber wohl Geschmackssache ist - der eine findet gewisse Themen unnötig bis nervig, der andere erachtet sie für wichtig oder witzig...). Wobei ich eine Teilschuld daran der "Top-Autoren"-Funktion gebe. Seit deren Einführung habe ich verstärkt den Eindruck, das viele Postings einiger Personen nur deswegen entstanden sind, um sich im Ranking besser zu positionieren. Der sittliche Nährwert dagegen tendiert m.E. des öfteren gegen Null. Aber auch das ist natürlich Ansichtssache.

Viele Grüsse,
Micha (Der aber immer noch keine Idee hat, zu welchen Aspekten eines bislang wenig diskutierten Spieles er eine Diskussion starten sollte)


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