Anzeige

Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Markus Barnick

Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Markus Barnick » 30. November 2001, 15:38

Folgendes Szenario erlebe ich immer wieder:
Ich bin in einem kleinen Spieleladen und der Händler sagt mir:
* "Also für Carcassonne zahle ich im EK mehr, als es im Supermarkt als VK kostet."
* Weltbild nebenan bietet Torres weit unter meinem EK an.
* Hasbro tu ich nicht rein, weil die haben blöde Konditionen
* Bei diesem Verlag muß ich als Mindestmenge für DM 10000 abnehmen.
* Heidelberger ist auch teuer, aber sinnvoll, wenn ein Kunde Extrawünsche hat

Ich bin strikt dagegen, daß kleine Einzelhändler zugunsten von Großen ausgetrickst werden. Wenigstens beim Spiel des Jahres sollte man einheitliche Konditionen machen. Ich empfinde solche Praktiken einfach als Frechheit (Schmidt!!!), weil das einfach auch dem Handel schadet. Der kleine Einzelhändler hat meistens einen besseren Service und kümmert sich mehr um den Kunden und hat oft auch eher Spiele, die es im Supermarkt nicht gibt (dort gibt es ja nur, was Schmidt, Kosmos, Ravensburger und Hasbro rauswerfen). Freilich setzt der kleine Händler nicht die Massen um, aber er fördert das Kulturgut Spiel mehr, weil es meist angenehmer ist, dort zu kaufen und auch oft die Beratung besser ist. So jedenfalls meine Erfahrungen.

Fördert die kleinen Spieleläden!!!

Benutzeravatar
Friedemann

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Friedemann » 30. November 2001, 15:52

soweit ich weiß wurden schon Lieferstops für Läden/Ladenketten ausgesprochen, die Spiele unter dem EK angeboten haben. Da gibt es zumindest Verlage, die sich deutlich darum kümmern.

und in unserer Marktwirtschaft ist es jedem freigestellt, wieviel Gewinn er mit welchen Sachen macht.

Ich sehe das größte Problem immer noch darin, daß es Kunden gibt, die in den Fachhandel gehen sich beraten lassen und dann woanders billig kaufen. Beim Preis im Einzelhandel bezahlt man eben die Beratung mit und wer sich hier beraten läßt und woanders kauft, vernichtet damit den EInzelhandel auf Dauer.

Das Problem des Einzelhandels ist ganz klar auch das, daß wir Spieler inzwischen irgendwie alle im Internet bestellen. Das hat dem Einzelhandel in den letzten Jahren am meisten geschadet.

Friedemann

Benutzeravatar
Michael Blumoehr

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Michael Blumoehr » 30. November 2001, 15:54

Hallo Markus,

abgesehen davon, dass es wahrscheinlich bei Abnahme groesserer Mengen einen ordentlichen Rabatt gibt, ist am jährlichen Preisverfall des SdJ i.d.R. nicht der Verlag Schuld, sondern die Handelsketten selbst. Die Supermärkte, die jetzt Carcassonne unter dem EK eines Einzelhändlers verschleudern tun dies eben auch unter ihrem eigenen EK. Die Kalkulation geht trotzdem auf, denn ist ein Kunde erst mal durch das bunt beworbene Sonderangebot im Laden, dann kauft er vielleicht auch noch etwas anderes ein (man kann ja nicht allen ein Carcassonne schenken :-) )

Ansonsten finde ich es natürlich auch nicht gut, daß die Kleinen so ausgetrickst werden. Es sind aber eben nicht die Hersteller, sondern die Händler untereinander.

Michael

Benutzeravatar
Volker L.

Re: Ausbeutung von Kleinhndlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Volker L. » 30. November 2001, 16:01

Michael Blumoehr schrieb:
>
> Hallo Markus,
>
> abgesehen davon, dass es wahrscheinlich bei Abnahme
> groesserer Mengen einen ordentlichen Rabatt gibt, ist am
> jährlichen Preisverfall des SdJ i.d.R. nicht der Verlag
> Schuld, sondern die Handelsketten selbst. Die Supermärkte,
> die jetzt Carcassonne unter dem EK eines Einzelhändlers
> verschleudern tun dies eben auch unter ihrem eigenen EK. Die
> Kalkulation geht trotzdem auf, denn ist ein Kunde erst mal
> durch das bunt beworbene Sonderangebot im Laden, dann kauft
> er vielleicht auch noch etwas anderes ein (man kann ja nicht
> allen ein Carcassonne schenken :-) )
Gegen solches Dumping gibt es m.E. aber Gesetze, oder?

> Ansonsten finde ich es natürlich auch nicht gut, daß die
> Kleinen so ausgetrickst werden. Es sind aber eben nicht die
> Hersteller, sondern die Händler untereinander.
Und die Kunden, die sich darauf einlassen!

Klar vernichtet die Masche "im Fachhandel beraten lassen, im
Dicounter kaufen" auf Dauer den Fachhandel.
Aber vielen Leuten ist das [ul]
[*] nicht bewusst
[*] sch... egal
[/ul]
oder
[ul]
[*] sie stehen auf dem egoistischen Standpunkt "Prima, dann
sollen die anderen im Fachhandel kaufen und ihn am Leben erhalten,
ich kann dann weiterhin die Vorzuege von Beiden geniessen"
[/ul]

Gruss, Volker

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 30. November 2001, 16:09

Friedemann schrieb:

> soweit ich weiß wurden schon Lieferstops für
> Läden/Ladenketten ausgesprochen, die Spiele unter dem EK
> angeboten haben. Da gibt es zumindest Verlage, die sich
> deutlich darum kümmern.

Es ist aber trotzdem so - und das gilt nicht für Spiele -, daß der EK sich auch nach der Abnahmemenge richtet. Da wird mit harten Bandagen verhandelt. Und bevor eine große Kette ein Produkt nicht mit in ihr Sortiment übernimmt, geht da der Verlag schon mal mit dem Preis etwas runter. Das ist in unserer Wirtschaftsordnung ganz normal. Wenn ich meinen Gewerbeschein schwenke und nur 5 Stück eines Produktes beim Großhändler bestelle bekomme ich nun mal nicht den Preis gemacht, den ein Herr Alldi oder Herr Toys'R'Us erzielt. Da können wir als Kunden am Wenigsten dran ändern, daß ein kleiner Laden mehr für ein Spiel im EK zahlt, als der Endverbraucher bei Toys (Toys ist ein schlechtes Beispiel. Die sind in der Regel eher teuer.) oder einem bekannten Internethändler, der große Mengen abnimmt.

> Ich sehe das größte Problem immer noch darin, daß es Kunden
> gibt, die in den Fachhandel gehen sich beraten lassen und
> dann woanders billig kaufen. Beim Preis im Einzelhandel
> bezahlt man eben die Beratung mit und wer sich hier beraten
> läßt und woanders kauft, vernichtet damit den EInzelhandel
> auf Dauer.

Dazu habe ich weiter unten schon was geschrieben. Natürlich muß Beratung honeriert werden. Aber das könnte auch unabhängig vom Kaufpreis des Produktes geschehen. (Nein, ich habe keinen fertigen Plan, wie so etwas zu reralisieren sei.)

> Das Problem des Einzelhandels ist ganz klar auch das, daß wir
> Spieler inzwischen irgendwie alle im Internet bestellen. Das
> hat dem Einzelhandel in den letzten Jahren am meisten
> geschadet.

Das Internet ist genauso wenig aufzuhalten wie der Kühlschrank und die Tiefkühltruhe, der ja auch das Kaufvberhalten unserer Altvorderen wesentlich verändert hat. (Naja, so weit liegt es nicht zurück, ich kann mich noch erinnern, daß täglich beim kleinen Lebensmittelhändler mit der Milchkanne Milch holten und andere verderblichen Waren (muß so Anfang der 60er gewesen sein). Der Kühlschrank kam erst später.) Das kann man nun so oder so sehen, aber man sollte sich daruf einstellen.

Roland

Benutzeravatar
Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

Re: Ausbeutung von Kleinhndlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Arno C. Hofer » 30. November 2001, 18:47

Hallo Markus,

so naiv habe ich auch einmal gedacht. Wir haben unsere Ludovico-Spieleberatung vorallem eingerichtet um die "Konsumenten" - in diesem Fall ist dieses Wort sehr besch...en - also "potentiell Spielwillige" gut zu beraten: vorallem welches Spiel zu ihrer SpielrInnengruppe und zu ihren Erfahrungen passt. Auch die Spielregeln erklären wir. Wir haben uns auf maximal 5 Exemplare pro Titel im Verleih beschränkt, die man zudem nur einmal im Jahr ausborgen kann - um den Handel nicht zu stören - bei einem Einzugsgebiet von 500.000 Menschen doch wirklich fair. Wir haben die regionale Presse mit Spielempfehlungen vollgepflastert, und, und - und: um den Einzelhändler zu fördern.

Die allerdings haben bei allen Verlagen gegen uns intrigiert: "Die bewerben Spiele, die wir gar nicht führen; die beraten die Leute, die dann nur mehr zum Toys gehen brauchen; die nehmen uns mit dem Verleih das Geschäft weg" und als Gipfel: "Ganz im Vertrauen: die verkaufen Spiele, die machen einen grauen Markt". Für all diese Lügen und Verdächtigungen mußten wir uns bei den Verlagen rechtfertigen. Markus ich sage Dir: es mag wirklich engagierte Ausnahmen unter den Einzelhändlern geben, aber im Großen und Ganzen sind sie Raunzer und am Spiel gar nicht interessiert. (Viele Händler wollen ihr Personal nicht einmal zu den kostenlosen "Spieleschulungen der Verlage" schicken, weil da ein Arbeitstag draufgeht). Wie würden sonst die großen Verlage darauf kommen, dass der Einzelhandel ein bestimmtes Kontingent kaufen muß, damit er überhaupt beliefert wird, wenn nicht dadurch, dass es den Händlern Wurscht ist, wenn ihnen die Spiele ausgehen - sie machen immer noch mit der Barbie, den Pokemons und dem vielen anderen Krempel so viel Geschäft, dass sie existieren können. Ich behaupte: der Handel betreibt Spiele-Zensur (und zwar zum Teil inhaltlich, zum größeren Teil aber aus rein ökonomischen Gründen), Zensur bleibts allemal (denn ganze Bevölkerungsgruppen sind vom Spiel als Medium im Regelfall ausgeschlossen - ganz bewußt ausgeschlossen)! In dieser Situation begrüße ich den Internet-Spielehandel. Ich hoffe, er floriert so, dass die Firmen auch überleben und vorallem mehr werden - denn Konkurrenz belebt den Markt (das sagt ausgerechnet einer wie ich, der bevorzugt aufs kooperative Spielen steht!)

Seit Jahren träume ich davon, bei uns eine Buchhandlung (leider war der Geschäftsführer mit dem ich das schon fast ausverhandelt gehabt habe für seine Konzernmutter mit 50 schon zu alt, so dass sie ihn jetzt gekündigt haben...) zu finden, die sich bereit erklärt auch eine echte Spieleabteilung aufzubauen (wie z.B.: Hugendubel in München/Nürnberg) und: dass Spiele übers Buchregister zu bestellen sind (bei manchen Verlagen geht das ja: aber zu welchen Preisen!). Der Spielwarenhandel hat leider die imposante Entwicklung des Spielemarkts verschlafen - und jetzt sollen sie schauen, wie sie weiterkommen! Die Verlage können IMHO in den meisten Fällen gar nichts (außer sie haben eine dumme Marketingabteilung) dafür, dass es den Einzelhändlern "schlecht geht" (was auch wieder relativ ist, denn die meisten sind nur notorische Jammerer!)

Arno

Benutzeravatar
Markus Barnick

Re: Ausbeutung von Kleinhndlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Markus Barnick » 30. November 2001, 23:47

Mit dem Buchhandel ist das so eine Sache: ich bin ja selber Buchhändler und war auch daran interessiert, Spiele zu verkaufen, was mir ein paarmal auch gelungen ist. Aber:

* Der Spielekauf der Buchhandlungen erfolgt über den Großhandel KNO / Libri und evtl. auch Umbreit usw...
* Diese liefern zu Konditionen, wo der BH auch nicht mehr vernünftig anbieten kann, um dem Supermarkt Konkurrenz zu machen.
* Besonders bei KNO ist mir das aufgefallen. Die sind ein Zwischenhändler und könnten eigentlich von der Menge her so einkaufen, daß ein vernünftiger Preis zustande käme. Allerdings ist es so, daß sie nur wenige Stückzahlen und dann noch einzeln nachkaufen, was wieder einen niedrigeren Rabatt zur Folge hat.
Spiele im Buchhandel sind einfach zu teuer und man kann sie nur an irgendwelche Mütter oder Omas, die zu Weihnachten oder Geburtstag halt was suchen, verkaufen - oder an Studenten, die keine Ahnung haben. Volker Weizel hat immer versucht, den BH zu fördern (er hat mir sogar mal ein Spiel geschenkt, das dann aber ein halbes Jahr rumstand), aber nachdem die Auslieferung von HIG von Schmidt übernommen wurde, wurden die Spiele zumindest bei KNO nochmal teuerer.
* Der Buchhändler muß / will v.a. das ausstellen, womit er Geld verdient. Für Spiele haben sich in unserer Buchhandlung sehr wenige interessiert, obwohl wir eine BH waren, wo v.a. Studenten reinkamen. Nach einiger Zeit hab ich halt die Spiele aus dem Schaufenster wieder rausgeräumt. Aber ein paar wenige hab ich doch verkauft. Aber das ist nichts, womit eine normale Buchhandlung Geld machen kann.

Benutzeravatar
Markus Barnick

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Markus Barnick » 30. November 2001, 23:50

> Das Problem des Einzelhandels ist ganz klar auch das, daß wir
> Spieler inzwischen irgendwie alle im Internet bestellen. Das
> hat dem Einzelhandel in den letzten Jahren am meisten
> geschadet.
>
ja, seh ich auch so und trotzdem mach ichs.
weil:
* Spiele bis DM 30 versuch ich beim Kleinhändler zu kaufen, Spiele > 30 im Internet.
* Ich denk mir oft: "Wenn ich mal Geld verdienen sollte, kauf ich auch mal ein Ursuppe bei meinem Kleinhändler." Aber bis jetzt hab ich noch kein Geld verdient.

Man schaut halt doch aufs Geld :-(

Benutzeravatar
Vinzenz

Re: Ausbeutung von Kleinhndlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Vinzenz » 30. November 2001, 23:59

Arno C. Hofer schrieb:
im Großen und Ganzen sind sie Raunzer und am
Spiel gar nicht interessiert "


Da sage ich als Spielehändler nur: Besten Dank!!!!

Und: Gut Nacht!

Vinzenz

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

Re: Ausbeutung von Kleinhndlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Hanno Schwede » 1. Dezember 2001, 05:49

Hallo Arno

Ich bin zwar kein Spielehändler, ich bin nur der ausgebeutete Fachverkäufer, der für seinen, sicherlich unterbezahlten Nebenjob, eine ganze Menge in unbezahlte Freizeit für Weiterbildung investiert. Und dieses wird auch von meinen Chefs gefördert, allerdings mehr auf der Schiene hier mal ein Spiel, dort mal eine Karte für irgendwelche Messen.....

Wir würden uns über eine Zusammenarbeit mit einer Einrichtung wie der Ludovico-Spieleberatung in unserer Region freuen. Denn grade für ein Gesellschaftsspielefachgeschäft, ich Schreibe absichtlich nicht Spielefachgeschäft, ist eine Einrichtung in der Art bestimmt eine gute Werbung und ein grosser Multiplikator. Wir als Laden leisten anscheinend teilweise das was ihr macht, wir veranstalten Seminare, wie "Spielen mit Senioren" oder "Familienspiele für Nichtspieler" und leihen auch schon mal ein Spiel (allerdings nur an ausgesuchte Stammkunden) aus. Ab Dezember wird es wieder einen Spieletreff geben an dem Spielwillige von uns betreut Spiele antesten können. All dies machen wir als Laden sicherlich nicht aus Spass an der Freud, finanzielle Interessen und Mund-zu-Mund-Werbung sind das Ziel, klar. Das dabei, in jeder Woche 3-4 Abende, verplant sind ist manchmal schon ein lästig, aber nicht zu vermeiden. In so fern würde uns eine Einrichtung, die einen Teil der Seminar und Verleiharbeit abnimmt sicherlich helfen, ich kann mir ausserdem gut vorstellen, das die Spieltesttage noch interessanter werden.

Allerdings kann ich von Dir aufgefügten Einwände des Einzelhandels durchaus in ein oder zwei Punkten nachvollziehen, wenn in einer Zeitung eine ausführliche Rezi zu einem aktuellen Spiel kommt, die von annerkannt kompetenten Leuten so geschrieben wird, das eine Beratung nicht mehr nötig ist, was hindert dann den Kunden daran zu Toys zu fahren und nicht ins Gesellschaftsspielefachgeschäft?? Vielleicht findest Du ja doch noch einen Laden in Deiner Region mit dem die Zusammenarbeit besser klappt, wünschenswert für die Region wäre es sicherlich.

Andererseits ist mir die Vergangenheit in meiner Stadt, also bevor unser Laden eröffnete auch bekannt, inkompetente VerkäuferInnen, schlechtes Programm und überteuerte Preise, da es letztlich nur eine Spielwaren-Kette, einen Buchhändler und einen Spielzeugladen gab bei dem es neben dem Restprogramm auch noch ein paar Gesellschaftsspiele gab.

so ich geh den mal was wichtiges tun mich seelisch auf meinen ersten Weihnachtsgeschäftssamstag vorbereiten *gg*

Hanno

Benutzeravatar
Gustav der Bär

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Gustav der Bär » 1. Dezember 2001, 10:46

Du wendest dich zwar mit deinem ehrenhaften Ansinnen an die Spieleverlage, lieber Markus, aber als Mitarbeiter der von dir namentlich genannten Einzelhandelskette Weltbild (korrekt: "Weltbildplus") fällt mir doch auf, dass nicht alle deine Argumente wirklich stichhaltig sind - vor allem nicht da, wo du öffentliches Interesse wie das Kulturgut Spiel geschädigt siehst.

> Ich bin strikt dagegen, daß kleine Einzelhändler zugunsten von Großen
> ausgetrickst werden.

"Austricksen" setzt doch voraus, dass jemand - in diesem Fall wohl die von dir angesprochenen Verlage - mit unlauteren Mitteln versucht, den kleineren Einzelhändlern bewusst Schaden zuzufügen. Dafür kann ich sehe ich aber auf Seite der Verlage keine Indizien - und vor allem keine Motivation. Würden (im hypothetischen Extremfall) wirklich alle kleinen Händler vom Markt verdrängt und nur noch wenige große Ladenketten übrig bleiben, stünde ein Verlag doch beim Aushandeln von Konditionen auf wesentlich schlechterer Position: Würde nur ein Teil der Handelsketten seine Produkte nicht mehr führen, ginge sein Umsatz drastisch zurück.
Gerade für den Verlag ist es interessant, eine Vielzahl konkurrierender Händler zu beliefern, um nicht jeder Rabatt-Forderung zwangsweise nachkommen zu müssen.
Wir dürfen daher als sicher voraussetzen, dass von einem Verlags-seitigen "Austricksen" bestimmter Händler-Gruppen keine Rede sein kann.

> Wenigstens beim Spiel des Jahres sollte man einheitliche Konditionen machen. (...)

Es ist für mich nicht ersichtlich, weshalb ausgerechnet die Konditionen für ein bestimmtes Spiel nicht mehr der Vertragsfreiheit unterliegen sollten. Die Abnahme größerer Posten wird üblicher Weise mit besseren Konditionen honoriert - und die Tatsache, dass ein kleinerer Händler eben nur kleinere Posten kauft, liegt ja nicht in der Verantwortung der Verlage. Es steht schließlich auch kleineren Händlern frei, sich zu Einkaufsgemeinschaften zusammenzuschließen, um die selben Vorteile auszunutzen. Da ist halt die Initiative der Betroffenen - der Händler also - gefragt, um ihre Lage zu verbessern.

> Der kleine Einzelhändler hat meistens einen besseren Service und kümmert
> sich mehr um den Kunden (...)

Lassen wir mal dahin gestellt, ob das wirklich stimmt (die Meinungen sind auch in diesem Forum ja durchaus geteilt). Gesetzt den Fall, es sei wirklich so: Ist es dann das, was die Kunden wirklich wollen? Es scheint doch so zu sein, dass zumindest ein relevanter Teil der Kunden dem günstigen Preis den Vorzug gegenüber dem "kümmern" gibt. Der kleine Einzelhändler bietet also anscheinend etwas an, das viele Käufer gar nicht wollen. Zu wessen Wohl sollte das dann geschützt werden?
Falls der Service der kleinen Händler den Kunden wichtig ist, dann findet der Schutz der Händler schon allein dadurch statt, dass sie genug Kunden finden. Hier reguliert der Markt, wer auf ihm weiter aktiv bleibt - und im Umkehrschluss muss der, der am Markt aktiv bleiben will, selbst dafür sorgen, dass er das kann.

> Freilich setzt der kleine Händler nicht die Massen um, aber er fördert das
> Kulturgut Spiel mehr (...)

Da habe ich jetzt meine ernsthaften Zweifel, nicht, was die geringeren Umsätze, sondern was die Förderung des Kulturgutes Spiel anbelangt.
Mein Eindruck ist eher der, dass das Kulturgut durch Spielekreise, Spieletreffen, Spiele-Webseiten gefördert wird, durch private Initiativen also, möglicherweise noch durch kommunale Zuschüsse, nicht aber durch Händler, wie groß oder klein sie auch sein mögen.
Natürlich kann der einzelne Händler gleichzeitig auch ein Förderer der Kultur sein, dann aber in dem Sinne, wie man auch gleichzeitig Katholik und Brillenträger sein kann, nämlich ohne dass das eine das andere notwendig bedingt.

> Fördert die kleinen Spieleläden!!!

Diesem Aufruf kann ich mich - rein privat - vorbehaltlos anschließen. Es macht immer wieder Spaß, in einem Laden, der von jemandem betrieben wird, der selbst gern spielt, einzukaufen und dabei zu fachsimpeln. Zum Glück besteht wohl keine ernsthafte Gefahr, dass die kleinen Spieleläden wirklich vom Markt verschwinden, denn persönliche Initiative und kundengerechte Spezialisierung ermöglichen es auch kleinen Anbietern immer, sich am Markt zu halten, egal, wie viel große Konkurrenz es gibt.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

Benutzeravatar
Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

Re: Ausbeutung von Kleinhndlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Arno C. Hofer » 1. Dezember 2001, 15:30

Hallo Vinzenz,

gehörst Du als Spielehändler vielleicht in die Gruppe der "rühmlichen Ausnahmen", die ich eingangs erwähnt hatte? Dann sollte Dich ja dieser von Dir zitierte Satz nicht betreffen ... aber das fällt mir auch auf: wenn der Stand beleidigt wird sind auch die "wirklich engagierten Ausnahmen" mitbeleidigt (täte mir in Deinem Fall Leid ...) statt die Kolleginnen und Kollegen, die das schlechte Licht werfen ein wenig zur Standesehre zu rufen ...

Nix für ungut. Arno

Benutzeravatar
Marc Figel

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Marc Figel » 2. Dezember 2001, 14:44

Hy!

Alls "kleiner" in erster Linie Gesellschaftsspielehändler
freue ich mich, daß sich der Diskussion auch einige Verkäufer
angeschlossen haben. Sonst ist das so sehr theoretisch.
Im wesentlichen gebe ich meinem Vorschreiber ( Gustav der Bär )
von "Weltbildplus" sogar recht.
Der Kunde bestimmt das Angebot.
Und als Händler/Firmengründer muß ich mich den Gegebenheiten im
Markt stellen.
Der Spielemarkt ist in weiten Teilen leider ziemlich ausgebombt. Das ist kein Gejammere, sondern eine Tatsache.
Auch viele "Vertreter der alten Schule" ( die sich auch
-leider- irgendwann überleben ) sehen das so.

Als Ladenbesitzer muß ich mir ständig die Frage stellen,
ob mein Angebot überhaupt an der Nachfrage orientiert ist.

Wer kauft bei mir ein, was wollen die Kunden?

Es ist relativ schwierig als Verkäufer von Spielen richtig Geld
zu verdienen. Viele, viele Spieleläden und Versender machen das nebenher oder haben ein zweites Standbein. Viele werfen auch nach einigen Jahren das Handtuch.

Nur wenn es gelingt, die richtige Nische zu finden ist man überlebensfähig. Jeder ( Händler, Kunde und Hersteller )
muß dazu seinen Beitrag leisten.
Das funktioniert, ist aber unheimlich spannend...

Benutzeravatar
Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Arno C. Hofer » 2. Dezember 2001, 16:51

Super Marc,

Dein Statement gefällt mir außerordentlich gut: nur wer sich was einfallen läßt kann auch "Spaß am Spiel haben", ist es nicht auch so, wenn wir am Spieltisch sitzen? Wer in seinen ausgetretenen Latschen dahinspielt wird keine Chancen haben.

Habe weiter unten, unter "Fachverkäufer ausbilden" gerade dieses Posting verbrochen:
http://www.spielbox-online.de/phorum4/read.php4?f=1&i=31977&t=31743
Vielleicht denken wir alle ein wenig für Euch Händler mit, auch zu unserem Nutzen. In einem Open Source Verfahren ... Zweites Standbein Kaffee würde mir gut gefallen. Oder Konditorei ...(wo ich z.B.: auch die süßen Spiele von Milka, etc. verkaufen könnte oder Kelloggs ...)

Arno (wünscht sich allseits reges Nachdenken und Zusammenfühlen ... im Advent, damit ein neues Zeitalter der Spielevermarktung [b]ankommen kann[/b])

Benutzeravatar
Markus Barnick

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Markus Barnick » 2. Dezember 2001, 23:33

> (korrekt: "Weltbildplus") fällt mir doch auf, dass nicht alle
> deine Argumente wirklich stichhaltig sind - vor allem nicht
> da, wo du öffentliches Interesse wie das Kulturgut Spiel
> geschädigt siehst.
gestehe ich ein.
>
> > Ich bin strikt dagegen, daß kleine Einzelhändler zugunsten
> von Großen
> > ausgetrickst werden.
>
> "Austricksen" setzt doch voraus, dass jemand - in diesem Fall
> wohl die von dir angesprochenen Verlage - mit unlauteren
ich tu mir manchmal ein wenig schwer mit der Wortwahl oder erwische auch mal das falsche Wort. Austricksen ist falsch gewählt. Evtl. paßt Übertrumpfen besser.

> > Wenigstens beim Spiel des Jahres sollte man einheitliche
> Konditionen machen. (...)
>
> Es ist für mich nicht ersichtlich, weshalb ausgerechnet die
> Konditionen für ein bestimmtes Spiel nicht mehr der
nicht ganz. Mein ehem. Chef hat mir erzählt, früher gab es eine Preisbindung für Spiele. Das heißt, jeder kleine Schreibwarenladen hatte ein Schach oder Mensch oder Monopoly oder dgl. auf Lager. Das ist heute halt nicht mehr so.
Ich bin für die Wiedereinführung der Preisbindung bei Spielen - halt - da seh ich ein Problem: Wo kauf ich denn dann billig Spiele ein???
Markus (ratlos)

> > Freilich setzt der kleine Händler nicht die Massen um, aber
> er fördert das
> > Kulturgut Spiel mehr (...)
>
> Da habe ich jetzt meine ernsthaften Zweifel, nicht, was die
> geringeren Umsätze, sondern was die Förderung des Kulturgutes
> Spiel anbelangt.
geb ich ja zu. ich war nicht ganz objektiv und habs auch nicht ganz durchdacht, aber ich wollte auch euer Statement dazu hören.

Benutzeravatar
Markus Barnick

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Markus Barnick » 2. Dezember 2001, 23:45

> Vielleicht denken wir alle ein wenig für Euch Händler mit,
> auch zu unserem Nutzen. In einem Open Source Verfahren ...
> Zweites Standbein Kaffee würde mir gut gefallen. Oder
> Konditorei ...(wo ich z.B.: auch die süßen Spiele von Milka,
> etc. verkaufen könnte oder Kelloggs ...)
>
oder selberessen?

Markus
(denkt gerade dran, von Tikal mit Kellogs oder so gehört zu haben (früheres Postiing))
hält nix von Siedler mit Schokoladenhäuschen...

Benutzeravatar
Lindemann Brigitta

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Lindemann Brigitta » 3. Dezember 2001, 00:01

Markus Barnick schrieb:
>Mein ehem. Chef hat mir erzählt, früher gab es
> eine Preisbindung für Spiele. Das heißt, jeder kleine
> Schreibwarenladen hatte ein Schach oder Mensch oder Monopoly
> oder dgl. auf Lager. Das ist heute halt nicht mehr so.
> Ich bin für die Wiedereinführung der Preisbindung bei Spielen

wär ich auch dafür. Wir leben schließlich mit der Preisbindung bei Büchern auch ganz gut. Und verramscht werden die Bücher eben später, dann sind sie auch billiger. Wenn ich also nicht topaktuell sein will, habe ich immer noch die Möglichkeit billiger an Bücher heranzukommen

> > > Freilich setzt der kleine Händler nicht die Massen um, aber
> > er fördert das
> > > Kulturgut Spiel mehr (...)

Dem würde die Preisbindung doch zu gute kommen

Brigitta

Benutzeravatar
benjamin

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon benjamin » 3. Dezember 2001, 00:26

Markus Barnick schrieb:
>
> Mein ehem. Chef hat mir erzählt, früher gab es eine Preisbindung
> für Spiele. Das heißt, jeder kleine Schreibwarenladen hatte ein
> Schach oder Mensch oder Monopoly oder dgl. auf Lager. Das ist
> heute halt nicht mehr so. Ich bin für die Wiedereinführung der
> Preisbindung bei Spielen - halt - da seh ich ein Problem: Wo kauf
> ich denn dann billig Spiele ein???


gute frage... eine preisbindung schadet meiner meinung nach dem einzelhandel mehr als sie nutzt. bei büchern sollte die preisbindung auch u.a. die vielen buchhandlungen schützen. aber das tut sie nicht: eine buchhandlung nach der anderen schließt. und warum? weil leute wie ich seit jahren keine buchhandlung mehr von innen gesehen haben. seit der gründung von telebuch (heute besser bekannt als amazon.de) habe ich genau zwei bücher NICHT dort bestellt - denn warum soll ich den weiten weg in eine buchhandlung antreten, wenn ich das buch zum gleichen preis im briefkasten an der haustür abholen kann?
und so ist es auch mit spielen: was mich in ein bestimmtes geschäft locken könnte, ist eben ein günstiger preis. sonst gibt es für mich (leider) nichts, was mir ein fachgeschäft bieten könnte und das internet nicht. im gegenteil: als ich vor gar nicht so langer zeit gesellschaftsspiele als hobby entdeckte, war ich nach meinem ersten besuch bekannter versandhändler geradezu entsetzt über die auswahl an spielen - das war ich aus keinem geschäft gewohnt. ich hätte nie gedacht, dass es so viele spiele überhaupt gibt!
das einzige, was mich - unanhängig vom preis - sofort in ein fachgeschäft ziehen würde, wäre die möglichkeit, ein spiel dort testen zu können: die regel zu lesen, mir das material anzusehen, eine runde zu spielen. wenn mir dann ein spiel gefällt, wäre ich viel zu ungeduldig, noch andere läden nach günstigeren preisen zu durchforsten :) aber diese möglichkeit konnte ich bisher nirgends entdecken. gibt es sowas?

benjamin

Benutzeravatar
Lindemann Brigitta

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Lindemann Brigitta » 3. Dezember 2001, 02:13

benjamin schrieb:
> gute frage... eine preisbindung schadet meiner meinung nach
> dem einzelhandel mehr als sie nutzt. bei büchern sollte die
> preisbindung auch u.a. die vielen buchhandlungen schützen.
> aber das tut sie nicht: eine buchhandlung nach der anderen
> schließt.

trotzdem findet man immer noch viel mehr Buchhandlungen als Spielfachgeschäfte. Wenn ich allein bei uns den Markt überblicke: Früher hatten wir im Tegernseer Tal (alle Gemeinden zusammen etwa rund 21000 Einwohner) 5 Spielzeugfachgeschäfte und 5 Buchhandlungen, heute noch ein Kaufhaus,in dem es auch Spiele gibt (wobei die Abteilung nicht schlecht ist und sich wirklich bemüht) und 3 Buchhandlungen und 2 Geschäfte mit einer unterschiedlich großen Buchabteilung

> das einzige, was mich - unanhängig vom preis - sofort in ein
> fachgeschäft ziehen würde, wäre die möglichkeit, ein spiel
> dort testen zu können: die regel zu lesen, mir das material
> anzusehen, eine runde zu spielen. wenn mir dann ein spiel
> gefällt, wäre ich viel zu ungeduldig, noch andere läden nach
> günstigeren preisen zu durchforsten :) aber diese möglichkeit
> konnte ich bisher nirgends entdecken. gibt es sowas?

Gerade das würde für den gebundenen Preis sprechen. Denn Bücher kann ich im Geschäft anlesen, weil sie mir selbstverständlich von der Folie befreit werden (sofern die Verlage nicht sowieso schon auf die Folie verzichten). Ich könte mir gut vorstellen, dass dies dann auch bei Spielen möglich wäre.....Aber leider ist das ja Schnee von gestern, ist doch auch der gebundene Preis bei Büchern nicht mehr gesichert, und so werden wir über kurz oder lang auf dem Buchmarkt dasselbe Fiasko erleben wie wir es im Spielebereich schon jetzt erdulden müssen.
Brigitta (hat lesenderweise schon viel Zeit in Buchhandlungen verbracht, manchmal zu viel, und ist dann nach Hause gegangen ohne ein Buch gekauft zu haben - dafür geht's dann vieleicht bei einem anderen Besuch in der Buchhandlung schneller und ist mit einem Kauf verbunden)

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 3. Dezember 2001, 07:33

Preisbindung für Spiele? Wo denn dann noch überall? Bei CDs, Computerprogrammen, Benzin, Lebensmitteln, etc. .... Kann das die Lösung sein? Wer legt dann die Preise fest? Der Staat? Oder sind wir dann der Willkühr der Spiele-Konzerne und -Unternehmer ausgeliefert?

Es gab mal einen deutschen Staat, da waren alle Preise gebunden ...

Roland (etwas verwundert über derartige Forderungen)

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Hanno Schwede » 3. Dezember 2001, 08:02

Hallo Roland

in meinen Augen sind Spiele mit Büchern vergleichbar, beide erzählen Geschichten und beide fesseln die Phantasie.

Vielleicht kann man da auch über eine Preisbindung nachdenken, vielleicht auch über die Aufhebung derselbigen beim Kulturgut Buch??

sigdmwwt R-Suchen

Hanno

Benutzeravatar
Dirk Piesker
Kennerspieler
Beiträge: 950

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Dirk Piesker » 3. Dezember 2001, 09:29

Hallo Hanno,

Ansatzpunkt der Preisbindung bei Büchern ist ja, nicht, Bücher generell billiger zu machen oder einem größeren Publikum "schmackhaft" zu machen.
Vielmehr ist de facto so, dass unterschiedlich hohe Auflagen ausgeglichen werden, Bestseller subventionieren sozusagen Bücher mit sehr geringer Auflage. Diese Bücher mit extrem kleiner Auflage wären sonst toxisch teuer und würden schlicht nicht mehr verlegt.

Bei Spielen ist die Situation doch eine Andere. Klar macht auch hier die Auflage den Preis. Doch die Gefahr, dass Spiele von "Kleinstverlagen" gar nicht mehr verlegt werden, sehe ich nicht.


Dirk

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Hanno Schwede » 3. Dezember 2001, 10:42

Hallo Dirk

meiner Meinung nach, wäre es auch der falsche Weg es über die Preisbindung zu versuchen, egal ob beim Buch oder beim Spiel.

Ich wollte lediglich darauf hinweisen, das dieser Punkt im Umfeld Buch kontrovers diskutiert wird, und das Bücher und Spiele sehr ähnliche Produkte sind..

sigdmwwt STUDIEREN

Hanno

Benutzeravatar
HBS

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern.

Beitragvon HBS » 3. Dezember 2001, 12:06

benjamin schrieb:
>
> das einzige, was mich - unanhängig vom preis - sofort in ein
> fachgeschäft ziehen würde, wäre die möglichkeit, ein spiel
> dort testen zu können: die regel zu lesen, mir das material
> anzusehen, eine runde zu spielen. wenn mir dann ein spiel
> gefällt, wäre ich viel zu ungeduldig, noch andere läden nach
> günstigeren preisen zu durchforsten :) aber diese möglichkeit
> konnte ich bisher nirgends entdecken. gibt es sowas?

Natürlich gibt es sowas! Es kommt natürlich darauf an, wo Du suchst... Ich kenne z.B. in Hannover sogar einen Laden, in dem man sich Spiele sogar nicht nur im Laden spielen, sondern zur Probe leihen kann. Wenn man's dann kauft, wird die Leihgebühr auf den Kaufpreis angerechnet... Ansonsten haben gerade kleinere Spieleläden oft einen "Probespielabend", wie gesagt, es kommt drauf an, wo Du suchst...

Gruß,
Hanna
(probespielt und probeliest gerne)

Benutzeravatar
Marten Holst

Re: Ausbeutung von Kleinhändlern. Liebe Spieleverlage...

Beitragvon Marten Holst » 3. Dezember 2001, 14:46

Moinle,

> und in unserer Marktwirtschaft ist es jedem freigestellt,
> wieviel Gewinn er mit welchen Sachen macht.

Quietsch, brems, nicht ganz (zum Glück). Es gibt im Falle (teil-)marktbeherrschender Situationen durchaus Regelungen, dass keine "zu hohen" Gewinne (der Kunde kann nicht auf einen anderen Anbieter ausweichen) oder "zu niedrige" (Dumping, ich treibe Konkurrenten aus dem Markt und finanziere das mit Gewinnen in anderen Bereichen) Preise entstehen. Wahrscheinlich ist das hier nicht direkt der Fall, aber erwähnen wollte ich es dann doch noch.

Tschüß
Marten (Nachfrager)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 57 Gäste