Hi,
nach einem ersten kurzen Anspielen kamen wir gestern zu dritt zum ersten Mal dazu, Friedemanns "Funkenschlag" richtig zu spielen. Ich möchte hier mal unseren Spieleindruck/Verlauf zu Diskussion stellen, um evtl. Tipps dazu zu erhalten.
Das Spiel begann vielversprechend mit einem interessanten Konflikt zwischen Streckenausbau, Kraftwerkskauf und der Budget-Kalkulation für die notwendigen Rohstoffe zum Betrieb der Kraftwerke. So hatten wir eine spannende 1. Stufe, die damit endete, dass ein Spieler 8, der andere 6 und der dritte 5 Städte angeschlossen hatte.
In der zweiten Stufe reduzierte sich die Spannung etwas, da die Kraftwerksversteigerungen uninteressanter wurde, die Hauptüberlegungen konzentrierten sich dabei auf die Spielerreihenfolge. Als lukrativ erwies sich, als letzter dran zu sein, um evtl. ein zufällig nachgezogenes oder nachrückendes Windkraftwerk billig zu erstehen. Aufgrund der Kraftwerke ohne notwendige Rohstoffe wurde allerdings der Rohstoffmarkt zusehendes uninteressanter, er verharrte meist bei recht preiswerten 2-3 für Kohle, 3-4 für Öl, 5-6 für Müll und 7-8 für Uran, da die 3 Spieler auf recht unterschiedliche Rohstoffe gingen und somit das ganze recht konkurrenzlos war. Die Hauptfrage war, wie man sich gegenseitig die Städte so "verbaut", dass es den anderen teuer kommt, sie anzuschließen.
In der 3. Stufe dann waren die meisten mit ihren Kraftwerken gut versorgt, jeder kaufte konkurrenzlos im Verlaufe dieser Stufe noch ein 7/8er-Kraftwerk, um auf 21 mögliche Städte zu kommen. Die Geldeinnahmen lagen für alle Spieler konstant um die 100 Elektro, so dass niemand sich da einen Vorteil herausarbeiten konnte. Die nun recht langen Strecken zum Anschließen der Städte arteten in eine recht anstrengende Rechnerei aus, ohne dass es irgendwie spannender geworden wäre, es reduzierte sich auf die zu 100% durchrechenbare Frage "Wer kommt mit seinem Geld in den nächsten 3 Runden zuerst an >=20 Städte", da alle problemlos 21 Städte versorgen konnten. Am Ende hatte ein Spieler mit 21 Städten, 47 Elektro vor einem anderen Spieler mit 21 Städten, 23 Elektro gewonnen, der dritte mit 20 Städten und 17 Elektro hatte das nachsehen, da die fehlenden 3 Städte von den anderen so verbaut waren, dass die Kosten extrem hoch gewesen wären. Dies war auch der Spieler, der zu Beginn mit 5 Städten schon leicht im Hintertreffen lag.
Kurzum: die anfängliche Spannung nahm gegen Ende ab und das Spiel wurde durch die Rechnerei ab ca. der 15. Stadt reichlich zäh und anstrengend.
Es stellen sich mir nun folgende Fragen:
- Ist das ein Einzelfallphänomen?
- Hängt es mit 3 Spielern zusammen, dass der Rohstoffmarkt so uninteressant wird? Bei der Versteigerung mag das ja noch verständlich sein, obwohl diese durch das Nachziehen von Kraftwerken die Glückskomponente auch stark betont
- Ist es normal bzw. hängt es mit der Geldtabelle/Rohstoffmarkt zusammen, dass der Nachschub so gleichförmig, ja fast uninteressant wird?
- Haben wir etwas in der Regel übersehen, dass das "Verbauen" von Städten verbietet? Bei 3 Spielern und 23 Städten wären zudem durch "mutwilliges" Verbauen (Sternform in 6 Richtungen von Städten aus) ja sogar Situationen möglich, die ein Spielende (1 Spieler schließt 20 Städte an) blockieren
Alles in allem war bei unserer Partie die behutsame Einkommenssteigerung, die es schlechteren Spielern gestattet, aufzuholen, leider auch ein Element, das das Spielende uninteressanter gestaltete. Niemand konnte einen Vorteil herausarbeiten, die letzten drei Runden waren nur eine Frage des "Wer-schafft's-mit-100-Geld pro Runde die 20./21. Stadt zu erreichen" - leider in diesem Fall reine Rechnerei, ohne dass Rohstoffmarkt oder Kraftwerkskauf da irgendwie entscheidende neue Impulse gebracht hätten.
Da in der 1. Hälfte des Spiels die Mechanismen sehr schön ineinandergriffen, war ich persönlich etwas irritiert davon, dass dies in der 2. Hälfte des Spiels bei uns nicht mehr so war. Haben wir alle grobe taktische Fehler begangen oder waren wir so gleich gut, dass die 3er Besetzung dann zu einem zu uninteressanten "Markt" führten? Haben wir irgendeine entscheidene Regel missachtet (bei Rohstoffnachschub und den Mechanismen des Kraftwerksmarktes wie Aussortieren/Neuordnen haben wir 4x nachgelesen - wohl absolut korrekt gespielt)?
Für Tipps zum Spiel oder der Regel bzgl. obigem Spielverlauf wäre ich sehr dankbar (Friedemann?). Generell würde ich mich auch freuen, wenn andere Spieler, wie zum Teil auch schon geschehen, ihre Spiele bzgl. Übereinstimmungen/Unterschiede zu unserer Erfahrung schildern könnten.
Ach so, und ja: wer hat Erfahrungen gemacht, wie sich's mit Folienstiften auf dem Plan malt? Welche Dicke/Farben sind empfehlenswert? Ich halte die Wachsmalstifte trotz Mikrofasertuch und Allzweckreiniger für eine recht Quälerei am Spielende... Besser als vorher, aber nicht notwendigerweise der Weisheit letzter Schluss ;-)
Ciao,
Roman