Beitragvon Gorodin » 13. Januar 2002, 11:45
Hallo Arne,
auch aus dem geschichtlichen Interesse heraus habe ich mir Konradin vor zwei oder drei Jahren gekauft. Ich habe es jetzt so 5 oder 6 Mal gespielt, jeweils 4 oder 5 Stunden lang.
Das Spiel ist hervorragend ausgetüftelt und hat, wie ich finde, auch recht schönes Material, das den Zeitgeist des Mittelalters versucht einzufangen. Bei meinen Mitspielern, die nicht solche Geschichts-Freaks sind, ist das aber eher schlecht angekommen, obwohl die auch alle begeisterte Spieler von Renaissance oder Civilization sind.
Das Spiel bietet viele Möglichkeiten, und die Zusatzregeln von A bis Z durchnummeriert machen es zu einer wirklichen herausforderung. Dabei läuft das Spiel dann aber eher zäh, und ein Spiel bis zum bitteren Ende (was einen halben Tag kosten kann) haben wir noch nie fertiggespielt. Auch der Spielplan ist verwinkelt und nicht wirklich übersichtlich, so dass es manchmal schwierig wird, den Überblick zu behalten.
Was ich wirklich sehr originell finde, sind die Möglichkeiten der Ämtervergabe, des Heiratens und im Prinzip auch das Kampfsystem.
Zusätzliche Reiz hat das ganze, da man, ähnlich wie bei Risiko, verschiedene Auftragkärtchen zieht, die jedem der Fürsten ein individuelles Ziel vor historischem Hintergrund geben.
Ich finde Konradin insgesamt wirklich sehr gut, aber es ist ein Spiel für Vielspieler, die viel Zeit mitbringen und auf Geschichtsspiele stehen. Man muß die Regeln mehrfach durchlesen, sich am besten selbst eine Kurzübersicht schreiben, und den Mitspielern die Angst vor hunderten von Plättchen, Kärtchen und Markern nehmen, dann macht es viel Spass und reizt immer mal wieder zu einer Runde.