Beitragvon Roman Pelek » 10. Februar 2002, 23:52
Hi Roland,
Roland G. Hülsmann schrieb:
> Noch etwas: es ist bei Spielen wohl so wie mit Software: Wenn
> der Programmierer die Anleitung selbst schreibt, ist sie in
> aller Regelfür den Anwender unbrauchbar, da allzuselten gute
> Programmierer auch gute Schriftsteller sind!
Du hast einen wichtigen Punkt angesprochen, aber, wie ich denke, unvollständig. Es ist nicht notwendigerweise nur so, dass Autoren schlechte Regelschreiber wären (es gibt da m.E. solche und solche), aber als Autor oder selbst als Redakteur eines Spiels hat man ein erhebliches Manko: man kennt ein Spiel so gut, dass man dazu tendiert, Details, die für einen selbst klar sind zu vergessen oder den Draht dazu zu verlieren, was Einsteiger für Probleme mit einem Spiel haben können.
Und das ist das Dilemma: man muss ein Spiel gut kennen, um eine Regel schreiben zu können, kennt man es aber gut, vergisst man häufig Details oder formuliert für andere unverständlich. Wobei das immer ein allgemeines Problem bei "Fachkundigen" ist, wenn sie Inhalte ihrer eigenen Arbeit "Unkundigen" vermitteln sollen - es ist einfach verdammt schwer, weil man sich auch in die Rolle eines Ungeübten hineinversetzen muss, wo einem selbst alles klar ist....
Deshalb braucht's bei Regeln ja auch immer relativ unverbrauchte Testleser, die erstmal ein Spiel anhand einer Rohfassung erlernen und spielen - die geben dann meist die wertvollsten Tipps, wo was unvollständig oder unverständlich ist. Manchmal ist man erstaunt, wieviel Mist in einem Text zutage kommt, den man schon zigmal überarbeitet hat und eigentlich für gut hielt, sobald ein Außenstehender ihn liest...
Ciao,
Roman (Textüberarbeitungsfanatiker... :) )