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Mexica

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Bernd Eisen

Mexica

Beitragvon Bernd Eisen » 8. Februar 2002, 20:03

Hallo Leute!

Wir haben jetzt Mexica schon ein paar mal gespielt und sind weitestgehend begeistert. Aber ich werde das Gefühl nicht los, daß der Schlußspieler einen gewaltigen Vorteil hat. Bis jetzt hat auch stets (bis auf ein mal) der Schlußspieler gewonnen.
Beendet irgendein Spieler das Spiel, wird ja trotzdem die Runde noch zu Ende gespielt.
Der Startspieler zum Beispiel muß immer abwägen, ob er überhaupt noch einmal an die Reihe kommt. So hatte in einem Spiel der Startspieler am Ende noch 6 Extrapunktchips übrig. Der Schlußspieler muß sich dagegen keine Gedanken machen, er kann zum Spielende noch alle Chips ausgeben bzw. alle Gebäude errichten.

Meiner Meinung nach schwächt dieser Makel den Gesamteindruck von Mexica doch ziemlich ab.

Was meint ihr?

Viele Grüße

tschau
Bernd

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Gerd Hebbinghaus

Re: Mexica

Beitragvon Gerd Hebbinghaus » 9. Februar 2002, 17:42

Auch ich hatte bei den beiden bisherigen Runden den Eindruck das der Startspieler benachteiligt ist.
Was neben dem hohen Preis ein weiteres Manko dieses ansonsten recht guten Spieles ist.

Gerd

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Michael Andersch

Re: Mexica

Beitragvon Michael Andersch » 9. Februar 2002, 18:47

Bernd Eisen schrieb:
>
> Der Startspieler zum Beispiel muß immer abwägen, ob er
> überhaupt noch einmal an die Reihe kommt. So hatte in einem
> Spiel der Startspieler am Ende noch 6 Extrapunktchips übrig.

Hallo Bernd,

das sehe ich nur bedingt so.
In Deinem Fall würde ich sagen, dass sich das Spielende irgendwann dann tendenziell doch mal abzuzeichnen beginnt. Der Startspieler sollte dann eben versuchen, alle seine Chips zu verbrauchen und somit das Spielende in der aktuellen Runde zu forcieren.
Wenn man das geschickt genug macht hat und rechtzeitig in das tendenziell eher große "Mittelgebiet" geht hat man m.E. als Startspieler nicht unbedingt einen Nachteil.

Viele Grüße,
Micha (hat bislang alle 3 Partien Mexica gewonnen - sowohl als Start- als auch als Schlussspieler - und findet das Spiel nicht nur deshalb sehr gelungen!)

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Wolfgang Kramer
Kennerspieler
Beiträge: 122

Re: Mexica

Beitragvon Wolfgang Kramer » 9. Februar 2002, 18:59

Hallo Bernd, hallo Gerd,

vor drei Tagen hat mich jemand angemailt und behauptet, bei Mexica sei eindeutig der Startspieler im Vorteil. Ihr seid der Meinung der Schlussspieler sei im Vorteil. So unterschiedlich können Meinungen sein!

Ich denke, dass der Startspieler beim Gründen Vorteile hat und der Schlussspieler beim Beenden des Spiels, was sich meiner Meinung nach in etwa aufhebt.
In meinen ca. 45 dokumentierten Testspielen gab es in den Ergebnissen weder Vorteile für den Startspieler noch für den Schlussspieler. Auf jeder Position wurde das Spiel mehrfach gewonnen und die letzten Plätze waren ebenfalls gut verteilt.

Es ist natürlich richtig, dass man als Startspieler aufpassen muss, wann das Spiel zu Ende gehen kann. Dies muss man unbedingt im Auge behalten. Wenn man dies aber tut, sehe ich keinerlei Nachteile für den Startspieler.

Das Spiel wird vielmehr von dem Spieler gewonnen, der für Siegpunkte die wenigsten Aktionspunkte benötigt. Für die Bewegung also möglichst wenig Aktionspunkte einsetzen, denn für das Bewegen gibt es keine Siegpunkte.

Zu beachten ist auch, wie viele Gebäudepunkte (AP für das Bauen) muss man für einen Siegpunkt einsetzen. Wer z.B. in einem 12er Bezirk den ersten Platz mit dem Gebäudewert 12 erreicht, hat für einen Siegpunkt 1 AP (1 Baupunkt) eingesetzt. Wer hier am sparsamsten arbeitet, wird das Spiel gewinnen.

Viele Grüße Wolfgang Kramer

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Roman Pelek

Re: Mexica

Beitragvon Roman Pelek » 9. Februar 2002, 19:15

Hi Bernd,

Bernd Eisen schrieb:

> Der Startspieler zum Beispiel muß immer abwägen, ob er
> überhaupt noch einmal an die Reihe kommt. So hatte in einem
> Spiel der Startspieler am Ende noch 6 Extrapunktchips übrig.
> Der Schlußspieler muß sich dagegen keine Gedanken machen, er
> kann zum Spielende noch alle Chips ausgeben bzw. alle Gebäude
> errichten.

Der Startspieler muss aufpassen wegen der Aktionschips, den Eindruck hatten wir auch. Andererseits sollte das aber auch nicht allzu schwer sein, man muss schon recht unaufmerksam sein, um ein sich abzeichnendes Spielende anhand der verbleibenden Gebiete/Gebäude/Aktionschips der Mitspieler bzw. der Mehrheiten zu verschlafen. Dafür hat man als Startspieler gegen Ende aber eher die Möglichkeit, noch Gebiete "dichtzumachen", die der Schlussspieler nicht mehr bekommt.

Bei unseren Partien hatten wir insgesamt nicht den Eindruck, dass der Startspieler einen nachweisbaren Nachteil hätte. Obwohl's in der ersten Runde und der letzten etwas "bequemer" ist, als letzter dran zu sein, weil man mehr reagiert als agiert - aber dafür kann aber auch in manchen Fällen "der Zug schon abgefahren" sein.

Ciao,
Roman (der aber generell ganz gerne [i]nicht[/i] Startspieler ist, egal bei welchem Spiel...)

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Peter Steinert

Re: Strategie je nach Position

Beitragvon Peter Steinert » 9. Februar 2002, 19:48

Hallo Bernd,

selbst auf die Gefahr hin, jetzt zu viel zu meinem derzeitigen Lieblingsspiel Mexica zu schreiben:
Natürlich ist es bei vielen Strategiespielen so, daß der Schlußspieler sozusagen "alles klar" machen kann, da er ja mit seinem letzten Zug "nur" noch reagiert, sich jedoch keine Gedanken mehr über mögliche Folgezüge machen muß. Einen grundsätzlichen Vorteil sehe jedoch auch ich hier nicht, denn:

-jedem Spieler stehen die gleichen Ressourcen zum Erreichen des Ziels zur Verfügung.

-Es ist möglich, daß der Schlußspieler entweder keine Geeigneten Ressourcen mehr besitzt, um einen großen Coup zu landen, oder aber durch ein forciertes Spielende eines anderen Spielers diese gar nicht mehr vorteilhaft einsetzen kann.

-Der Startspieler hat besonders zu Beginn der zweiten Runde den ausgleichenden Vorteil, lukrative Gebiete günstig bilden und gründen zu können.

Bedenke auch, daß jede Spielposition (Startspieler, Schlußspieler etc.) eine andere Strategie nötig macht.
So kann es besser sein, frühzeitig Gebäude in die Nähe fremder Mexica zu setzen, oder aber seine Aktionspunkte für Kanäle und Bewegungen zu verwenden.
Auch sollte man nicht auf Teufel komm raus große Gebiete gründen, oder sich an jedem Konflikt beteiligen.

Ich bin ziemlich sicher, daß Mexica prima ausbalanciert ist. Zumindest habe ich nach etwa 15 Partien nichts gegenteiliges fstgestellt.

Viele Grüße

Peter (mag bei Mexica die kleinen Gebiete am liebsten)

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Bernd Eisen

Re: Mexica

Beitragvon Bernd Eisen » 9. Februar 2002, 23:51

Hallo Wolfgang (und die anderen)!

Es stimmt schon, daß der Startspieler beim Gründen von Bezirken Vorteile hat, so war es auch bei uns.
Ich war der Startspieler und auf der Punkteleiste stets einige Punkte vorne, um dann am Schluß mitansehen zu müssen, daß alle anderen an mir vorbeizogen.

Es war auch nicht unbedingt eine Unachtsamkeit meinerseits, ob ich noch mal an die Reihe komme, oder nicht - es war nur eine ungünstige Konstellation, sodaß bis zum Schlußspieler das letzte Gebiet nicht mehr gegründet werden konnte und dieser dann auch seine letzten Gebäudeteile setzen konnte... und Schluß war es.

Aber wie gesagt, ist Mexica trotz allem ein tolles Spiel und es wird noch einige male bei uns auf den Tisch kommen, denn wir haben vielleicht noch nicht alle taktischen Feinheiten entdeckt.

Närrische Grüße

ciao
Bernd

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Michael Schramm

Re: Mexica

Beitragvon Michael Schramm » 10. Februar 2002, 00:12

Hallo Wolfgang,

bei unseren Partien hat es mehrfach ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben, das letztendlich durch die Sonderpunkte wg. der Besetzung des Startfeldes entschieden wurde - und hierbei war es dann nicht ausschlaggebend, ob man Start- oder Schlußspieler war! Insgesamt gesehen bekommt das Spiel sehr gute Bewertungen, mir persönlich ( aber ich glaube, dass Du das sowieso weißt!) gefällt allerdings JAVA besser, da hier doch eine breitere eigene Einflusspalette vorhanden ist und die Vielschichtigkeit tatsächlich nur den besseren Spieler gewinnen läßt. Gerne gebe ich zu, dass JAVA viel weniger Fehler verzeiht als MEXICA, daher ist MEXICA bestimmt das "familiengerechtere" Spiel und diesen wirklich zu empfehlen. Alles in allem: herzlichen Glückwunsch zu einem - wieder mal!- gelungenen Spiel und viel Erfolg bei den diesjährigen Preisverleihungen!

Nice dice aus Bochum

Michael

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Sylvia Berger

Re: Mexica

Beitragvon Sylvia Berger » 11. Februar 2002, 09:13

Bernd Eisen schrieb:
> Es stimmt schon, daß der Startspieler beim Gründen von
> Bezirken Vorteile hat, so war es auch bei uns.
> Ich war der Startspieler und auf der Punkteleiste stets
> einige Punkte vorne, um dann am Schluß mitansehen zu müssen,
> daß alle anderen an mir vorbeizogen.
>
Exakt so war es bei uns auch. War einmal Startspieler und einmal zweiter in der Reihe und habe beide Spiele verloren. Da ich das Spiel aber trotzdem ganz ausgezeichnet finde, grüble ich jetzt schon eine Woche nach einer Strategie für die morgen stattfindende dritte Partie.

Ich glaube, daß man sich auf den vorderen Startplätzen zu sehr verleiten läßt, Bezirke zu gründen, statt mehr zu bauen. Dadurch kriegt man zwar im ersten Spielabschnitt recht viele Punkte fürs Gründen (ich habe zu diesem Zeitpunkt auf der Punkteleiste auch geführt), aber "plötzlich" ist der erste Abschnitt um (weil die anderen nämlich mehr gebaut haben und man selbst bleibt auf einem Teil seiner Pyramiden sitzen. Das ist meiner Meinung nach schon der Anfang der Niederlage.

Im zweiten Abschnitt versucht man dann verzweifelt, die vielen Pyramiden loszuwerden, hat dazu aber natürlich auch nicht mehr Züge oder Aktionspunkte zur Verfügung wie die anderen Spieler. Ich habe durchaus gesehen, daß die anderen nicht mehr viele Pyramiden vor sich auf dem Tisch liegen hatten und damit das Spielende nicht mehr weit war, konnte aber einfach nichts dagegen tun.
Einer der hinten sitzenden Spieler hat dann das Ende eingeläutet, als vorderer Spieler kommt man ja dann gar nicht noch mal dran und so hatte ich am Ende wieder Pyramiden übrig (ungefähr die gleiche Anzahl wie schon nach der ersten Runde, habe also meinen Überschuß praktisch mitgeschleppt).

Fazit für mich: auf den vorderen Startplätzen ist es enorm wichtig, von Anfang an die Aktionen der Mitspieler zu beobachten und das eigene Verhältnis von Gründen und Bauen dem der Mitspieler anzupassen, also auch im gleichen Maß wie die Mitspieler Pyramiden zu setzen, damit am Ende der 1. Runde keine Steine übrig bleiben.

Sylvia
(die sich noch überlegt, ob sie morgen diese Theorie auf ihre Richtigkeit überprüft oder lieber mal Schlußspieler wird)

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Frank Gartner
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Beiträge: 257

Re: Mexica

Beitragvon Frank Gartner » 11. Februar 2002, 15:51

Hallo Wolfgang,

bei meinem ersten Spiel (mit 3 Spielern) war ich weder erster noch war ich letzter Spieler, sondern genau mittendrin.
Ich habe relativ eindeutig gewonnen.
Folglich gewinnt IMMER der mittlere Spieler ;-)

Ernsthaft: Ich glaube nicht, dass die Reihenfolge all zu großen Einfluss hat. Dazu wird über zu viele Runden gespielt. Das ist zumindest mein erster Eindruck.

MfG
Frank


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