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Lumberjack

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Erhard Portner

Lumberjack

Beitragvon Erhard Portner » 26. Februar 2002, 21:17

Hallo,

das Erfolgsduo Alan R. Moon & Aaron Weissblum, im letzten Jahr mit "Capitol" noch stolze Gewinner des "Portner 2001", haben in diesem Jahr bei Schmidt Spiele "Lumberjack" (Untertitel: "Ein gigantisches Bauspiel mit allerlei Tücken") vorgelegt. Ein heißer Anwärter für den "Portner 2002"? Das Spiel ist neu, das Material toll (100 Baumstämme und 10 Baumkronen aus Holz), die Regel klingt durchaus vielversprechend (ich werde entfernt an alte Spiele meines Lieblingsautors Sid Sackson erinnert), die Spannung vor Spielbeginn ist mithin groß.

Also schnell die nach der Regel erforderlichen Vorbereitungen getroffen. Die 100 Baumstämme sollen zu einem Stapel aufgeschichtet werden, von dem im weiteren Spielverlauf die Mitspieler jeweils einen freien Baumstamm zu nehmen haben.

Der Aufbau des Holzstapels erweist sich jedoch als ausgesprochen "tückisch" (der Untertitel des Spiels hat insofern in der Tat seine Berechtigung!). Teile des Turms stürzen während des Aufbaus trotz aller Vorsicht immer wieder ein. Als der Stapel dann dennoch glücklich aufgebaut ist und die Spielvorbereitungen damit endlich abgeschlossen sind, kracht der gesamte Stapelaufbau, kurz nachdem das eigentliche Spiel angefangen hat, durch eine kleine Ungeschicklichkeit eines Mitspielers zusammen. Das Spiel ist damit kaputt und der Ärger groß.

Es wird noch ein zweiter Spielversuch unternommen. Wieder kracht der Stapel zusammen! Nicht das wir uns missverstehen: "Lumberjack" soll eigentlich kein Geschicklichkeits-, sondern mehr ein Taktikspiel sein. Obwohl das Regelwerk hierfür m.E. dem geneigten Spielefreund auch einiges an Spielspass erhoffen lässt, halte ich "Lumberjack" in dieser Form für nicht spielbar. Oder aber es müssen zumindest einige Vorbedingungen erfüllt sein:

- Alle Spieler nehmen vorher 2 Tage Urlaub, damit sie auch alle ruhig und ausgeruht sind.

- Es muss vor Spielbeginn 1 Woche striktes Alkoholverbot eingehalten werden, damit die Hände beim Aufbau des Holzstapels und beim Abgreifen der Stämme nicht zittern.

- Kinder und Hunde müssen während des Spiels unbedingt weggesperrt werden.

Mit verspielten Grüßen
Erhard

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Michael Andersch

Re: Lumberjack

Beitragvon Michael Andersch » 27. Februar 2002, 07:34

Hallo Erhard,

Erhard Portner schrieb:
>
> Der Aufbau des Holzstapels erweist sich jedoch als
> ausgesprochen "tückisch" (der Untertitel des Spiels hat
> insofern in der Tat seine Berechtigung!). Teile des Turms
> stürzen während des Aufbaus trotz aller Vorsicht immer wieder
> ein.

Das mussten wir leider auch feststellen. Wir konnten allerdings nicht ausmachen, ob der Grund hierfür unsere Ungeschicklichkeit oder die teilweise doch sehr unterschiedlich hohen Bausteine waren.
Als Spielhilfe empfiehlt sich vielleicht eine Rolle Doppelkekse, um die herum man das ganze aufbauen könnte.

> Obwohl das Regelwerk hierfür m.E.
> dem geneigten Spielefreund auch einiges an Spielspass
> erhoffen lässt

Nun, wir beide haben ja bekanntlich (außer zu Capitol) zu vielen Dingen konträre Meinungen, von daher empfiehlt sich durchaus eine Verifizierung Deinerseits.
Meine Meinung zum Spielspass bei Lumberjack ist allerdings die (wir sind dann irgendwann doch noch zum Spielen gekommen) dass die ganze Sache relativ wenig spassig und spannend ist, da helfen auch die verschiedenen Spielvarianten nicht viel weiter.
Auf eine zweite Partie hatte zumindest niemand von uns Lust.

Enttäuschte Grüße,
Micha

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Christian Spohr

Re: Lumberjack

Beitragvon Christian Spohr » 27. Februar 2002, 09:13

Zu zweit fanden wir Lumberjack auch etwas öde, zu dritt hat es dann aber doch ziemlich Spaß gemacht.
Beim ersten Mal spielen hatten wir auch Problem mit dem Turmbau, beim zweiten Mal gings super (vielleicht lag das daran, daß ich, statt zu helfen, die Regeln der Varianten durchgelesen habe ;- ) )

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Roman Pelek

Re: Lumberjack

Beitragvon Roman Pelek » 27. Februar 2002, 10:31

Hi Erhard,

Erhard Portner schrieb:

> Es wird noch ein zweiter Spielversuch unternommen. Wieder
> kracht der Stapel zusammen! Nicht das wir uns missverstehen:
> "Lumberjack" soll eigentlich kein Geschicklichkeits-, sondern
> mehr ein Taktikspiel sein. Obwohl das Regelwerk hierfür m.E.
> dem geneigten Spielefreund auch einiges an Spielspass
> erhoffen lässt, halte ich "Lumberjack" in dieser Form für
> nicht spielbar. Oder aber es müssen zumindest einige

Der Spielaufbau war auch in unseren Runden tückisch. Zu Beginn ein Ärgernis ("Wie soll man das jemals aufgebaut bekommen?"), später, nach etwas Gewöhnung, wie man das Ding aufbaut, ging es dann. Das Spiel selbst hat uns in Runden mit seltener spielenden Mitmenschen recht viel Spass gemacht (Grundregel).

> Vorbedingungen erfüllt sein:
> - Es muss vor Spielbeginn 1 Woche striktes Alkoholverbot
> eingehalten werden, damit die Hände beim Aufbau des
> Holzstapels und beim Abgreifen der Stämme nicht zittern.

Ich dachte, man zittert vom Nichttrinken und nicht vom Trinken? *g* Aber von Kaffee würde ich definitiv abraten, das führte bei meinem ersten Aufbauversuch zu einem Desaster :(

Insgesamt halte ich das Spiel zwar nicht für unspielbar, den Aufbau aber für zeitraubend und tückisch wie Du. Was doppelt schade ist, denn das eigentlich Spiel machte uns, s.o., durchaus einigen Spass als lockeres kleines Taktik-Ärger-Spiel.

Ciao,
Roman

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Michael Andersch

Re: Lumberjack

Beitragvon Michael Andersch » 27. Februar 2002, 10:37

Hallo Roman,

Roman Pelek schrieb:
>
> Insgesamt halte ich das Spiel zwar nicht für unspielbar, den
> Aufbau aber für zeitraubend und tückisch wie Du. Was doppelt
> schade ist, denn das eigentlich Spiel machte uns, s.o.,
> durchaus einigen Spass als lockeres kleines Taktik-Ärger-Spiel.

Wo siehst Du hier das Ärger-Potential? Du baust halt vor Dich hin und versuchst, die Stämme möglichst so abzunehmen, dass der nachfolgenden Spieler möglichst nichts für ihn passendes nehmen kann. Mit etwas Glück bekommst Du's u.U. hin, auch noch zu beeinflussen, was der Übernächste nehmen kann (was aber eher selten ist).
Sehr oft hat man die Wahl zwischen "ich nehme was, was ich brauche, dafür bleibt/wird aber auch ein Stein frei den der Nachfolger benötigt" oder "ich nehme einen Stein weg, den der Nachfolger benötigt (bzw. der keinen für den Nachfolger passenden Stein freilegt), mit dem ich aber selbst auch nicht so viel anfangen kann."

Darob etwas gelangweilte Grüße,
Micha

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Arne Hoffmann

Re: Lumberjack

Beitragvon Arne Hoffmann » 27. Februar 2002, 10:51

Moin moin!

Ich habe Lumberjack bisher noch nicht aus der Naehe begutachten, geschwiege denn spielen koennen. Da es von den Vorberichten her doch recht interessant klang, habe ich aufmerksam eure Berichte hier verfolgt. Schade, wenn der Aufbau des Turmes und dessen Standhaftigkeit waehrend des Spiels sich schwieriger gestaltet als angenommen.

In welchem zeitlichen Verhaeltnis steht denn der Aufbau des Turmes zum restlichen Spiel?

Kann man den Turm nicht irgendwie ersetzen? Wenn ich das richtig sehe, kann man doch nur die obersten "n" Holzstaemme nehmen. Die koennte man auch in einer Reihe auslegen und bei Wegnahme eventuell einen blind gezogenen dazu legen. Oder benoetigt man doch das Wissen ueber die darunter befindlichen Steine? Optisch koennte diese Version mit dem Turm natuerlich in keiner Weise mithalten ;-)

Tschoe,

- Arne - (muss noch warten, bis er sich neue Spiele leisten kann :cry: ).

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Thomas Rosanski

RE: Lumberjack

Beitragvon Thomas Rosanski » 27. Februar 2002, 11:29

"Arne Hoffmann" hat am 27.02.2002 geschrieben:
>
> Kann man den Turm nicht irgendwie ersetzen? [...]
> Oder benoetigt man doch das Wissen ueber die
> darunter befindlichen Steine?

Ja, das braucht man. Je nachdem welchen Stein man wegnimmt, gibt man ja andere (darunter liegende) Steine frei oder eben nicht. Und das ganze nicht nur direkt, sondern evtl. auch mehrere Ebenen vorausplanend (wenn man unbedingt grüne Steine haben will, muss man schauen, wo die Chance am grössten ist, die in nächster Zeit freizulegen. Oder umgekehrt: Wenn man merkt, dass grüne Steine in nächster Zeit nicht freigelegt werden können (z.B. liegen alle ganz unten), dann wird man wohl auch nicht so gerne den einzigen grünen Stein nehmen wollen, der oben liegt.)

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Michael Andersch

Re: Lumberjack

Beitragvon Michael Andersch » 27. Februar 2002, 11:32

Arne Hoffmann schrieb:
>
> In welchem zeitlichen Verhaeltnis steht denn der Aufbau des
> Turmes zum restlichen Spiel?

1:2, würde ich sagen.


> Kann man den Turm nicht irgendwie ersetzen?

Das haben wir uns auch gefragt, z.B. durch flaches Auslegen und Definition, welche Seite "oben" ist. Dass das ganze eigentlich ein Kreis ist muss man sich eben entsprechend dazudenken.

> Oder
> benoetigt man doch das Wissen ueber die darunter befindlichen
> Steine?

Unbedingt! Durch die Steine, die Du nimmst erlaubst oder verhinderst Du ja gerade Züge Deiner Mitspieler.


Leider etwas wackelige Grüße,
Micha

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Fritz Meinhard

Re: Lumberjack - gutes Spiel

Beitragvon Fritz Meinhard » 27. Februar 2002, 12:02

Jetzt muss ich doch einmal eine Lanze, vielmehr einen Holzstamm brechen.
In unseren Spielrunden mit Bekannten und auch zuhause mit dem Nachwuchs
gab es keinerlei Probleme bei der Spielvorbereitung. Dazu bin ich nicht gerade
Häuptling sichere Hand. Aufbau und Spieldauer hielten sich die Waage und
alle bisherigen Holzarbeiter hatten viel Spielspaß. Lumberjack gehört von den
Neuheiten zur Zeit zu den vielgespielten in unseren Runden!
weiß Fritz

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Roman Pelek

Re: Lumberjack

Beitragvon Roman Pelek » 27. Februar 2002, 12:07

Hi Michael,

Michael Andersch schrieb:

> Wo siehst Du hier das Ärger-Potential? Du baust halt vor Dich
> hin und versuchst, die Stämme möglichst so abzunehmen, dass
> der nachfolgenden Spieler möglichst nichts für ihn passendes
> nehmen kann. Mit etwas Glück bekommst Du's u.U. hin, auch
> noch zu beeinflussen, was der Übernächste nehmen kann (was
> aber eher selten ist).
> Sehr oft hat man die Wahl zwischen "ich nehme was, was ich
> brauche, dafür bleibt/wird aber auch ein Stein frei den der
> Nachfolger benötigt" oder "ich nehme einen Stein weg, den der
> Nachfolger benötigt (bzw. der keinen für den Nachfolger
> passenden Stein freilegt), mit dem ich aber selbst auch nicht
> so viel anfangen kann."

Deine Ausführungen kann ich nur unterstreichen, aber bei uns kam da irgendwie Stimmung bei auf, gerade wenn z. B. der nachfolgende bewusst nicht den Stein nimmt, den man von ihm erwartet hat oder die Vorgänger einem in einen Zwiespalt stürzen, selbst etwas unliebsames zu nehmen oder zu werten, um dem Nachfolger eins auszuwischen...

Ich denke, das Gefühl beim Spiel ist wohl höchst subjektiv. Wollte man ketzerisch sein, reduziert sich auch (bei dem weitaus besseren und an sich nicht vergleichbaren!) "Medina" das Spielgeschehen darauf, etwas zu bauen, was der Nachfolger so nicht gebrauchen und maximal bestimmte Dinge an den übernächsten Spieler weiterzureichen bzw. auch Vorlagen vom vorhergehenden Spieler zu bekommen, worüber sich andere dann ärgern ("Warum hast Du bloß XY so was 'geschenkt'?!?"). Das ist jetzt ein ansonsten arg hinkender Vergleich, aber ich denke, dass o.g. Aspekte des "nur an den nächsten Spieler-Weiterreichens" nicht per se einem Ärgerpotential widersprechen.

Wenn dann würde ich also die Einschätzung des Spiels (spannend oder nicht, Ärgerfaktor oder eben nicht) an anderen Sachen festmachen, z. B. Art der Wertung, Regelung des Aufbaus der Türme vor einem oder explizit an dem Aufbau des Hauptturms, der eine relativ zufällige Vorgabe darstellt... Ich denke, dass Du mit obigem vermutlich das gemeint hast und ich mich wahrscheinlich zu sehr auf das "Weiterreichen" von Zwängen gestürzt habe, oder?

Ciao,
Roman (der angesichts der Tatsache, dass ein(e) Spieler(in) bevorzugt Lumberjack gewinnt aber doch etwas mehr im Spiel für möglich hält als bloßes zufälliges Ziehen :) )

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Sylvia Berger

Re: Portner 2002

Beitragvon Sylvia Berger » 27. Februar 2002, 12:34

Gibt es schon weitere Anwärter auf den Portner 2002?
(Voriges Jahr um die Zeit war doch schon alles klar, oder?)

Sylvia

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Erhard Portner

Re: Portner 2002

Beitragvon Erhard Portner » 5. März 2002, 09:47

Sylvia Berger schrieb:
>
> Gibt es schon weitere Anwärter auf den Portner 2002?
> (Voriges Jahr um die Zeit war doch schon alles klar, oder?)
>

Nein, liebe Sylvia, die gibt es noch nicht.

"Mexica" ist ein Spiel, das vielleicht in die nähere Auswahl kommen könnte.

"Lumberjack" halte ich nach wie vor - trotz verschiedener gegenteiliger Auffassungen - wenn nicht schon für nahezu unspielbar, so doch zumindest für einen enttäuschenden Flopp.

Mit verspielten Grüßen
Erhard


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