Beitragvon Roman Pelek » 4. März 2002, 10:37
Hi Toasti,
toasti schrieb:
> mit der begründung machst du es dir zu einfach! dein erster
> gedanke stimmt - trotzdem finde ich es fatal, dass ein (zu
> dritt) bzw. zwei spieler (zu viert) 1x öfters startspieler
> sind! dieser spieler hat die freie auswahl auf alle zur
> verfügung stehenden aktionen - und dass ist ein
> ungleichgewicht, das die spieler betrifft ohne dass
> spielerische fähigkeiten eine rolle spielen!! einfach so!
Das ist richtig, dennoch für mich nicht notwendigerweise dazu angetan, ein Urteil über die Spielbalance zu fällen. Wenn man gleiche Startspielerverteilung hat, ist man argumentativ auf der sicheren Seite, aber selbst da gibt es Belange, die oft übersehen werden. Z. B. ist es nicht nur von Relevanz, wer wie häufig Startspieler ist, sondern auch wann und welche Optionen zur Verfügung stehen, denke ich. Häufig kommt es in Spielen vor, dass beispielsweise der erste oder letzte Startspieler spezifische Vor- oder Nachteile im Spiel haben. Es gibt auch viele Spiele, bei denen die Startspielerverteilung ungleichmäßig ist, wo diese Diskussionen nicht auftauchen, ich nehme jetzt mal wiederum als Beispiel die "Fürsten" (ohne dass jetzt in dieses Beispiel irgendwas hinein interpretiert werden sollte, es fällt mir nur grade ein, zumal ich's zuvor schon angesprochen hatte). Oder ein "Puerto Rico", bei dem das Spielende variabel ist. Ein Spiel, wo ich sowas z. B. für kritischer halte, ist ein "Hyano", wo manche Spieler nur 2x Punkte machen können, andere 3x.
> dass sich dieses ungleichgewicht von spiel zu spiel (durch
> spezifische spielereignisse) relativieren kann, mag sein -
> ist aber keine hinreichende begründung auf diesen fauxpas!!
> lieber hätten die dschunken nicht gleichmäßig besucht werden
> können - es gibt ja sonderkarten mit extra-planken-legen und
> die joker-dschunke!
Ja, aber dennoch kann man dann auch dort argumentieren, dass man dann als Startspieler in bestimmten Runden einen Vorteil hat, z. B. weil häufiger besuchte Dschunken häufiger Geld bringen können oder öfter überbaut werden. Es ist schwer einzuschätzen, ob das besser wäre, ich möchte es auch gar nicht ausprobieren müssen. Ich denke halt nur, dass man's aus dem Stehgreif so leicht nicht sagen kann, dass es besser wäre.
> versteh´ ich nicht, roman. es geht um die aktion des händlers
> (karten ziehen) - was hat dass mit haushalten zu tun? bzw.
> mit abgreifen von sonderkarten? - du ziehst mit der aktion
> "karten ziehen" 3 oder mehr waren - aber wofür? um möglichst
> den warenpoker um max. 4 yuän zu gewinnen! naja....
Bei uns in den Spielen kam's durchaus vor, dass man mit vielen Karten einer Sorte sich über mehrere Runden ein "Monopol" in einer Ware sichern konnte und damit Sonderkarten und 2,3,4 Yüan je Runde abgreifen. Gerade Sonderkarten finde ich teilweise sehr gewinnbringend...
> nachzählen hin oder her - meine frau hat´s versucht und wurde
> von den mitspielern ausgebuht.... - zu viel strategie sollte
> wir bei diesem sammel- und bluffspielchen auch nicht
> hineininterpretieren.
Ich sehe in Dschunke mehr als ein Sammel- und Bluffspielchen - die Verteilung der Aktionen, Karten und die Aufträge in den Sonderkarten/Dschunkenabrechnung am Ende erfordern durchaus Planung, will man im Spiel gut abschneiden. Wie ernsthaft oder locker man "Dschunke" spielen will, bleibt ja jeder Runde selbst überlassen, ich denke man kann es sowohl lockerer als auch strategischer spielen, ich würde aber von lockeren Runden nicht notwendigerweise darauf schließen, dass man strategisch nix machen könnte... Das haben wir in unseren Runden anders erlebt.
> die diskussion mit den fürsten finde ich überhaupt nicht
> angebracht, da die fürsten eindeutig in einer anderen liga
> spielen.... .
Der Vergleich war nicht unbedingt dazu angetan, die Qualität/Komplexität zu messen, sondern im Hinblick auf Aufträge in Sonderkarten mal eine Parallele zu ziehen - ich wollte das nicht überinterpretiert oder auf die Goldwaage gelegt haben ;-)
Ciao,
Roman