Beitragvon Brigitta Lindemann » 6. März 2002, 18:27
Jost Schwider schrieb:
> Jetzt komm mir aber bloss nicht mit der Frage nach unserer
> "Schuld"!
Von Schuld hatte ich nicht gesprochen, sondern nur vom Nicht-Wissen. Und das ist sicher eine Frage des Alters. So bin ich der Meinung, dass alle die 10, 20 Jahre jünger als ich sind, das Recht haben unbefangener mit z.B. Sätzen wie dem hier angesprochenen umzugehen als es beispielsweise meine Generation tun kann als echte Nachkriegskinder, d.h. als Kinder der Betroffenen - und in irgendeiner Form ist die Generation meiner Eltern eben betroffen, die einen, weil es ihnen egal war, Hauptsache, sie konnten ihr Leben leben, die anderen, weil sie die Nazis für gut befanden, die anderen, weil sie nichts dagegen unternommen haben aus welchen Gründen auch immer, die anderen, weil sie Gegner waren und ihre Gegnerschaft nicht äußerten aus welchen Gründen auch immer, die große Gruppe der aktiven Gegner und die aus den verschiedenen Gründen Verfolgten.
> >> Natürlich ist es mit Sprüchen wie "... bis zur Vergasung"
> >> etwas ganz anderes. Ich denke aber, man kann "Jedem das
> >> Seine" nicht auf die gleiche Ebene setzen.
> >
> > Da bin ich nicht deiner Meinung. Wenn Buchenwald auch kein
> > Lager mit Vergasungsanlagen war, so war es doch ganz klar
> > auf Vernichtung - in diesem Fall durch "Arbeit und Hunger"
> > ausgerichtet.
>
> Es ging hier um einen Vergleich der Sprüche, nicht der Lager!
Jedem das Seine: Die, die draußen blieben - das Leben. Die, die drin waren - der Tod. Das war die Bedeutung dieses Satzes. Ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt.
Brigitta