Anzeige

Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Markus Barnick

Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Markus Barnick » 12. März 2002, 21:32

Da ich seit einiger Zeit fleißig Spiele bewerte, stellen sich mir immer wieder die Fragen:

Was ist 1 und was 10?
Beim Material? Schwierig. 1 kann man sich noch vorstellen, aber 5-10?
beim Spielreiz ist es wieder einfacher.

Was sind da die Normen. Wann ist ein Material 10? Wie ist das bei den anderen Werten: Regel, Design, ... (außer Spielreiz)


Markus Barnick
http://www.Barnick.de/spieler.htm

Benutzeravatar
Thomas Rosanski

Re: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Thomas Rosanski » 12. März 2002, 23:25

"Markus Barnick" hat am 12.03.2002 geschrieben:
> Was ist 1 und was 10?
>
> Was sind da die Normen. Wann ist ein Material 10? Wie ist
> das bei den anderen Werten: Regel, Design, ... (außer
> Spielreiz)

Es gibt keine Normen, zumindest keine offiziellen. Es ist [b]deine[/b] Bewertung, und damit auch deine Entscheidung, wie du die Wertungsskala gestaltest. Ich würde dir vorschlagen, für jeden Bereich erstmal eine "Übersetzungstabelle" zu erstellen.

Beispiel Material, Wertung 1 bis 4 (damit das Beispiel nicht zu lang wird):

Wert 1 = "hochwertiges Material; alles passt zusammen und unterstützt sowohl Spielatmosphäre als auch Spielbarkeit; fast ein kleines Kunstwerk."

Wert 2 = "schön gestaltetes Material; kleiner Unstimmigkeiten zwischen Design und Spielthema oder zwischen Design und Spielbarkeit."

Wert 3 = "die Gestaltung des Spielmaterials enthält Unstimmigkeiten, sieht billig und/oder einfach aus, ist aber zumindest noch ansatzweise ans Spielthema angepasst"

Wert 4 = "Das Spielmaterial sieht grausam aus, enthält eklatante Fehler bezüglich des Spielthemas; das Spiel wird durch schlechte und billige Gestaltung schlecht spielbar"

Das ist natürlich auch noch hinreichend schwammig, aber im Prinzip solltest du mit Hilfe solcher ausformulierter Kriterien nur mehr zwischen zwei Werten schwanken, was bei der von dir angestrebten Zehnteilung der Wertungsskale nicht mehr so ins Gewicht fallen sollte.

Bedenke, schon die Auswahl und Aufteilung einer solchen Wertungsskala ist subjektiv; die Einordnung der Spiele in diese Wertungsskale natürlich erst recht

Fröhlichen Gruß,

Thomas.
--
[i]Heute schon ge:smile:t?[/i]

Benutzeravatar
Volker Kaiser

Re: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Volker Kaiser » 13. März 2002, 00:37

Markus Barnick schrieb:
>
> Da ich seit einiger Zeit fleißig Spiele bewerte, stellen sich
> mir immer wieder die Fragen:
>
> Was ist 1 und was 10?
> Beim Material? Schwierig. 1 kann man sich noch vorstellen,
> aber 5-10?
> beim Spielreiz ist es wieder einfacher.
>
> Was sind da die Normen. Wann ist ein Material 10? Wie ist das
> bei den anderen Werten: Regel, Design, ... (außer Spielreiz)
>

Na ja, man könnte ja mehrere Personen fragen, die dann in einer sinnvollen mehrstufigen Skala das Material bewerten sollen. Der Schnitt der Befragten liegt dann irgendwo zwischen 1 und 10.

Beispiel für eine schwäbische Skala auf die Frage: Was hälst Du von dem Spielmaterial ?

1 - Punkt -> Scheiße
5 - Punkte -> hmmm (Befragter braucht mehr als 10 Sekunden zum antworten)
10 - Punkte -> net schlecht (schwäbisches Maximum)
15 - Punkte -> subber (liegt außerhalb der Skala und deutet darauf hin, dass es sich bei dem Befragten nicht um einen Schwaben handelt und somit diese Skala ungültig ist) ;-)

Ich denke es ist egal, welches Schema Du verwendest, hauptsache es ist für jedes Spiel gleich.

Gruß
Volker (Schwabe)

Benutzeravatar
Andreas Keirat/Claudia Schlee

Re: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Andreas Keirat/Claudia Schlee » 13. März 2002, 07:25

Markus Barnick schrieb:
>
> Da ich seit einiger Zeit fleißig Spiele bewerte, stellen sich
> mir immer wieder die Fragen:
>
> Was ist 1 und was 10?
> Beim Material? Schwierig. 1 kann man sich noch vorstellen,
> aber 5-10?
> beim Spielreiz ist es wieder einfacher.
>
> Was sind da die Normen. Wann ist ein Material 10? Wie ist das
> bei den anderen Werten: Regel, Design, ... (außer Spielreiz)
>
>
>

Hallo!

Normen gibt es nicht. Unsere Bewertungskriterien reichen von 1 (sehr schlecht) bis 6 (der Hit). Beide Extreme werden sehr selten vergeben (obwohl ich derzeit wieder zwei 1er Kandidaten habe, so viele hatte ich im ganzen letzten Jahr nicht). Unsere allgemein gehaltenen Kriterien findest Du auf unserer Webseite www.spielphase.de.

Eine Differenzierung in Spielreiz, Material etc. machen wir bewußt nicht, da oft nicht unbedingt gleichmäßig geurteilt wird. Daher bin ich auch kein Freund von 10er oder 100er Skalen (nein, nicht weil ich nicht so weit zählen kann, aber ein Unterschied zwischen 5+6 oder 7+8 erscheint mir zu niedrig, von 77 zu 78 gar überhaupt nicht vorhanden ;) ).

Im Prinzip geht da jeder seinen eigenen Weg.

Ciao,

Andreas Keirat (der derzeit mitten in Klausurvorbereitungen steckt und daher die vorhandenen Neuheiten zwar spielen, aber noch nicht besprechen konnte...)

Benutzeravatar
Gregor Breckle
Kennerspieler
Beiträge: 648

Re: Schwaebische Bewertung

Beitragvon Gregor Breckle » 13. März 2002, 08:31

Natürlich gibt es auch im schwaebsischen die 15-Punkte-Wertung, die dann lautet "Net gschumpfa isch gnuag globt"

Grüße

Gregor ((Exil-)Schwabe)

Benutzeravatar
Jost Schwider

RE: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Jost Schwider » 13. März 2002, 09:59

"Markus Barnick" hat am 12.03.2002 geschrieben:

> Was ist 1 und was 10?

Das kannst nur du beantworten, will sagen: Normen gibt es nicht, es ist immer eine persönliche Geschmacksfrage. Die einen mögen z.B. alles aus Holz, auch wenn es völlig abstraktes Spielmaterial ist, die anderen bevorzugen Papp-Counter, da alle Spiel-relevanten Daten gleich mit draufstehen können...

> beim Spielreiz ist es wieder einfacher.

:-O Tatsächlich?
[i]Hier[/i] sehe ich den größten Subjektiv-Faktor!
Ob ich ein Spiel kaufe, entscheidet sich [i]immer[/i] bei diesem Kriterium, niemals nach dem Material. (OK, das Preis/Leistungs-Verhältnis muss schon stimmen...)

> Wie ist das bei den anderen Werten: Regel, Design, ...

Auch hier das gleiche Problem: Geschmäcker sind verschieden!

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

RE: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Hanno Schwede » 13. März 2002, 10:25


> > beim Spielreiz ist es wieder einfacher.
>
> :-O Tatsächlich?
> [i]Hier[/i] sehe ich den größten Subjektiv-Faktor!
> Ob ich ein Spiel kaufe, entscheidet sich [i]immer[/i] bei
> diesem Kriterium, niemals nach dem Material. (OK, das
> Preis/Leistungs-Verhältnis muss schon stimmen...)
>
> > Wie ist das bei den anderen Werten: Regel, Design, ...
>
> Auch hier das gleiche Problem: Geschmäcker sind verschieden!


Jo, dem kann ich nur Zustimmen, im allgemeinen lehne ich die Punktevergabe ab, meiner Meinung nach sollte man als Kritiker die Spielbesprechung am Ende noch mal kurz in 1-5 Sätzen zusammenfassen. Genauso sollten auch weitere Kritiker die eine zusätzliche Meinung vertreten agieren. (Wertungskasten Spielbox).

Oder wenn es schon eine Notenvergabe gibt, sollten die Bewertungsrichtlinien für alle gleich sein und offengelegt werden, ausserdem sollten sie schnell erreichbar sein.

sigdmwwt faulsein

Hanno, der von bestimmten Kritikern zerfetztes gerne spielt.

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

FAQ ???

Beitragvon Hanno Schwede » 13. März 2002, 10:28

Ach ja könnte man für solche immer wieder kommenden Fragen nicht mal ein FAQ einrichten?

Ich errinnere mich das es irgendwann schon mal eine ziemlich tolle antwort auf diese Frage gab.

sigdmwwt weiter faulenzen

Hanno

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: FAQ ???

Beitragvon Michael Andersch » 13. März 2002, 10:51

Hanno Schwede schrieb:
>
> Ich errinnere mich das es irgendwann schon mal eine ziemlich
> tolle antwort auf diese Frage gab.

Meinst Du die:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=32109&t=31998 ?

Hilfreiche Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

Re: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Christian Hildenbrand » 13. März 2002, 13:15

Ciao !

Ich bin mir sicher, diese Diskussionen über Bewertungen von Spielen werden immer wieder und ständig hier auftauchen, sobald ein Spiel von irgendjemanden in irgendeiner Zeitschrift oder irgendeiner Internet-Spieleseite auf irgendeine Weise bewertet wird, die nicht mit der Meinung eines der Leser übereinstimmt. Und das wird wohl in 95 % der Fälle so sein. :roll:

Es wird NIE möglich sein, ein einheitliches Bewertungssystem zu erstellen. Richtlinien hin oder her, es fließen immer die subjektiven Punkte mit ein, die Vergleiche mit anderen Spielen / Lieblingsspielen, die Abneigung nach einer ungerechten Niederlage beim Testspielen, die besondere Beziehung zu einem Spiel wegen was auch immer, und und und ...

Aber auf der anderen Seite lese ich sehr gerne Meinungen verschiedener Leute zu Spielen, da ich doch gelegentlich danach entscheide, ob ich mir ein Exemplar zulege oder nicht. Und sehr oft muß ich feststellen, daß meine Meinung zu einem Spiel sich überhaupt nicht deckt mit dem, was ich zuvor gelesen habe ... positiv und negativ ...

Ich denke, daß man Spielebewertungen deshalb immer in einem gewissen Maße respektieren sollte, da man selbst wahrscheinlich auch nicht viel objektiver sein würde. ;-)

Viele Grüße aus München !

Ciao, Christian (... spielt vieles, was sonst keiner aus dem Regal nehmen würde...)

Benutzeravatar
Volker L.

Re: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Volker L. » 13. März 2002, 14:40

Thomas Rosanski schrieb:

> Beispiel Material, Wertung 1 bis 4 (damit das Beispiel nicht
> zu lang wird):
>
> Wert 1 = "hochwertiges Material; alles passt zusammen und
> unterstützt sowohl Spielatmosphäre als auch Spielbarkeit;
> fast ein kleines Kunstwerk."
>
> Wert 2 = "schön gestaltetes Material; kleiner
> Unstimmigkeiten zwischen Design und Spielthema oder zwischen
> Design und Spielbarkeit."
>
> Wert 3 = "die Gestaltung des Spielmaterials enthält
> Unstimmigkeiten, sieht billig und/oder einfach aus, ist aber
> zumindest noch ansatzweise ans Spielthema angepasst"
>
> Wert 4 = "Das Spielmaterial sieht grausam aus, enthält
> eklatante Fehler bezüglich des Spielthemas; das Spiel wird
> durch schlechte und billige Gestaltung schlecht spielbar"
>
> Das ist natürlich auch noch hinreichend schwammig, aber im
> Prinzip solltest du mit Hilfe solcher ausformulierter
> Kriterien nur mehr zwischen zwei Werten schwanken, was bei
> der von dir angestrebten Zehnteilung der Wertungsskale nicht
> mehr so ins Gewicht fallen sollte.

Die Schwammigkeit sehe ich hier nicht als das Hauptproblem.
Aber Du hast versucht, 2 voellig unabhaengige Faktoren in
eine gemeinsame Wertung zu quetschen, naemlich den aesthetischen
Eindruck und die Funktionalitaet des Materials.
[b]DAS[/b] halte ich auch fuer die Hauptschwierigkeit, da es
einerseits verfaelscht (wie wuerdest Du z.B. Material, das sehr
kuenstlerisch ist aber extreme Probleme bei der Handhabung
verursacht oder umgekehrt sehr gut funktioniert aber potthaesslich
ist, bewerten? Mit einer mittleren Note?), andererseits zu
unuebersichtlich wird, wenn Du 67 verschiedene in 67 einzelnen
Noten ausdrueckst.
Gruss, Volker

Benutzeravatar
Sven Weiss

Re: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Sven Weiss » 13. März 2002, 15:07

Und dazu haben wir ja auch dieses Forum – um nach Herzenslust zu diskutieren, unsere (unterschiedlichen) Meinungen auszutauschen und uns manchmal – virtuell – die Köpfe einzuhauen.

:-) :-) :-) :-) :)) :D :-) :P :-) :O :-)

Gruss

Benutzeravatar
michael weber

warum noten schwierig sind

Beitragvon michael weber » 13. März 2002, 17:47

das problem ist weniger, dass es immer eine subjektive wertung ist und auch nicht, was eine 1 oder zehn ist. das problem, was ich an noten ganz eindeutig sehe, ist folgendes: die noten gelten immer für den moment der besprechung und sind bei der besprechung eines weiteren spiels bereits vergangenheit. dadurch wird eine spielwertung für mehrere spiele im vergleich aber verzerrt. beispiel: spiel eins hat bei spielreiz eine 7 bekommen, spiel zwei ein paar tage später eine 8. ist es zwangsläufig so, dass spiel zwei wirklich genau eine note besser ist? oder änbdert sich die einschätzung nach den 20. spiel noch einmal und man findet spiel eins spannender?

das ist das problem mit noten für "weiche" faktoren im allgemeinen. und genau deshalb gibt es bei uns auch ein ausformulierte bewertung und keine noten.

zumal bei einer skala von 1-10 immer die gefahr besteht, nur zwischen 6 und zehn zu werten. wirklich schlimme spiele erhalten mal eine drei, aber sind die wirklich so schlimm im vergleich? irgendwo habe ich mal gehört, dass der mensch - wenn schon skala - mit einer fünfer-skala am bestenb klar kommt. dann muss man aber auch mal den mut haben statt einer sieben auf einer zehner eben eine drei oder sogar zwei auf einer fünfer zu geben!

Benutzeravatar
michael weber

Re: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon michael weber » 13. März 2002, 17:53

> Es wird NIE möglich sein, ein einheitliches Bewertungssystem
> zu erstellen. Richtlinien hin oder her, es fließen immer die
> subjektiven Punkte mit ein, die Vergleiche mit anderen
> Spielen / Lieblingsspielen, die Abneigung nach einer
> ungerechten Niederlage beim Testspielen, die besondere
> Beziehung zu einem Spiel wegen was auch immer, und und und ...

genau hier sehe ich ein problem. liegen die verscheidenen wewrtung für verschiedene wertungen eines kritikers denn unter sich gesehen alle in der richtigen gewichtung - selbst der kritiker dürfte sich ab und an wundern, warum er dem einen spiel ein punkt mehr gegeben hat als dem anderen...


michael
(schwört auf ein reich der spiele ohne noten)

Benutzeravatar
Roman Pelek

Subjektivität

Beitragvon Roman Pelek » 13. März 2002, 20:34

Hi Christian,

>Ich denke, daß man Spielebewertungen deshalb immer in einem gewissen Maße respektieren sollte, da man selbst wahrscheinlich auch nicht viel objektiver sein würde. <

Eben, absolute Objektivität gibt's nicht, und Messwerte bei Spielen nun mal auch nicht... Deshalb finde ich's wichtig, dass aus dem Text ersichtlich wird, warum es zu gerade dieser Wertung kommt und man den persönlichen Geschmack des Rezensenten im Vergleich zum eigenen abschätzen kann.

Subjektive Grüße,
Roman (jetzt haben wir mit den Grüßen endlich wieder'n neuen Fimmel ;-) )

Benutzeravatar
Andreas Keirat/Claudia Schlee

Re: warum noten schwierig sind

Beitragvon Andreas Keirat/Claudia Schlee » 14. März 2002, 07:19

michael weber schrieb:
>
>
> das ist das problem mit noten für "weiche" faktoren im
> allgemeinen. und genau deshalb gibt es bei uns auch ein
> ausformulierte bewertung und keine noten.
>
> zumal bei einer skala von 1-10 immer die gefahr besteht, nur
> zwischen 6 und zehn zu werten. wirklich schlimme spiele
> erhalten mal eine drei, aber sind die wirklich so schlimm im
> vergleich? irgendwo habe ich mal gehört, dass der mensch -
> wenn schon skala - mit einer fünfer-skala am bestenb klar
> kommt. dann muss man aber auch mal den mut haben statt einer
> sieben auf einer zehner eben eine drei oder sogar zwei auf
> einer fünfer zu geben!

Hallo!

Ich kenne das eben nur mit der Sechserskala, wie bei den Schulnoten. Dies wird den Leuten von Klein an "antrainiert", daher beherrschen sie das System entsprechend gut. Es ist jedenfalls so, daß eine stärkere Polarisation auftaucht, wenn wenig Notenwerte zur Verfügung stehen.

Ciao,

Andreas Keirat

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

Ja

Beitragvon Hanno Schwede » 14. März 2002, 10:27

genau die *gg*

Benutzeravatar
Thomas Rosanski

RE: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Thomas Rosanski » 14. März 2002, 11:42

"Volker L." hat am 13.03.2002 geschrieben:
> Thomas Rosanski schrieb:
>
>> Beispiel Material, [...]

> Aber Du hast versucht, 2 voellig unabhaengige Faktoren in
> eine gemeinsame Wertung zu quetschen, naemlich den
> aesthetischen Eindruck und die Funktionalitaet des Materials.

Moment, das war nicht zur Nutzung für reale Bewertungen gedacht. Ich wollte mit einem Beispiel nur etwas verdeutlichen, nämlich, dass man den Zahlenwerten für sich konkrete Bedeutungen zuordnen sollte. Es ging mir keinesfalls darum, diese 4 Noten mit diesen 4 Beispielbedeutungen zu verknüpfen. Ich habe einfach das "Material" als ein Element aufgegriffen. Wobei ich schon denke, dass das Material beiden Ansprüchen (Ästhetik und Funktionalität) genügen sollte, ob man das getrennt oder zusammen bewertet, muss der einzelne Bewerter entscheiden. Manche geben einem Spiel ja auch nur eine Note, in der dann neben Spielidee und Spielreiz auch Materialästetik und Materialfunktionalität mit einfliessen. Du müsstest also protestieren, wenn jemand einem Spiel insgesamt nur [i]eine[/i] Wertung aufdrücken will.


> [b]DAS[/b] halte ich auch fuer die Hauptschwierigkeit, da es
> einerseits verfaelscht (wie wuerdest Du z.B. Material, das
> sehr kuenstlerisch ist aber extreme Probleme bei der Handhabung
> verursacht oder umgekehrt sehr gut funktioniert aber
> potthaesslich ist, bewerten?

Ich glaube nicht, dass Material, dass potthässlich ist, die Spielatmosphäre utnerstützen würde und daher auch alleine aus optischen Gründen im besten Fall nur suboptimale Funktionalität bieten kann. Neben der von dir vorgeschlagenen Mittelwertbildung käme für mich eher die Minimumbildung in Frage: "Die Spielplangestaltung ist zwar gut auf den Spielmechanismus abgestimmt, allerdings bleibt dass Spiel wegen des potthässlichen Materials doch nach einmal Spielen ungespielt um Regal liegen. Daher gibt es nur ein 'ausreichend' für das Material dieses Spiels." (Beispieltext, fiktiv)

> andererseits zu unuebersichtlich wird, wenn Du 67 verschiedene
> in 67 einzelnen Noten ausdrueckst.

Hmm, wenn ich möchte, dann stelle ich mir vorher 67 verschiedene Aspekte auf, bewerte sie einzeln und fasse diese Bewertungen dann zu Gruppen zusammen, in denen ich einzeln das Minimum, den Durchschnitt oder sonstwas bilden kann und diese Gruppen fasse ich entweder zu einer Note zusammen oder - wenn es nur noch drei, vier Gruppen sind - gebe sie den Interessierten getrennt an. (Theoretischer Fall, Ich habe im Moment keinen Bedarf, meine Meinung über Spiele in Wertungszahlen anzugeben.)

Fröhlichen Gruß,

Thomas.
--
[i]Heute schon ge:smile:t?[/i]

Benutzeravatar
Volker L.

RE: Einheitliche Bewertung / Bewertungsrichtlinien

Beitragvon Volker L. » 14. März 2002, 13:34

Thomas Rosanski schrieb:
>
> "Volker L." hat am 13.03.2002 geschrieben:
> > Thomas Rosanski schrieb:
> >
> >> Beispiel Material, [...]
>
> > Aber Du hast versucht, 2 voellig unabhaengige Faktoren in
> > eine gemeinsame Wertung zu quetschen, naemlich den
> > aesthetischen Eindruck und die Funktionalitaet des
> Materials.
>
> Moment, das war nicht zur Nutzung für reale Bewertungen
> gedacht. Ich wollte mit einem Beispiel nur etwas
> verdeutlichen, nämlich, dass man den Zahlenwerten für sich
> konkrete Bedeutungen zuordnen sollte.

Ist schon klar. Und ich habe Dein Beispiel als Anlass genutzt,
um auf die von mir angesprochene Problematik hinzuweisen.

> Wobei ich schon denke, dass das Material beiden
> Ansprüchen (Ästhetik und Funktionalität) genügen sollte, ob
> man das getrennt oder zusammen bewertet, muss der einzelne
> Bewerter entscheiden. Manche geben einem Spiel ja auch nur
> eine Note, in der dann neben Spielidee und Spielreiz auch
> Materialästetik und Materialfunktionalität mit einfliessen.
> Du müsstest also protestieren, wenn jemand einem Spiel
> insgesamt nur [i]eine[/i] Wertung aufdrücken will.

Klar, aber da werden die Teilaspekte schon separat deutlich, bevor
sie dann in ein Endergebnis gequetscht werden (oder sollten es
zumindest). Je nach persoenlicher "Weltanschauung" ist es
voellig legitim, einem Spiel mit wunderschoenem aber funktionell
katastrophalem Material in diesem Punkt eine mittlere oder eine
niedrige Note zu geben, aber es sollte fuer den Leser erkennbar
sein, wie das zustande kommt.

> > [b]DAS[/b] halte ich auch fuer die Hauptschwierigkeit, da es
> > einerseits verfaelscht (wie wuerdest Du z.B. Material, das
> > sehr kuenstlerisch ist aber extreme Probleme bei der
> Handhabung
> > verursacht oder umgekehrt sehr gut funktioniert aber
> > potthaesslich ist, bewerten?
>
> Ich glaube nicht, dass Material, dass potthässlich ist, die
> Spielatmosphäre utnerstützen würde und daher auch alleine aus
> optischen Gründen im besten Fall nur suboptimale
> Funktionalität bieten kann. Neben der von dir vorgeschlagenen
> Mittelwertbildung käme für mich eher die Minimumbildung in
> Frage:
Durchaus legitim, aber nicht jeder wird der Aesthetik den gleichen
Stellenwert zuschreiben.

> "Die Spielplangestaltung ist zwar gut auf den
> Spielmechanismus abgestimmt, allerdings bleibt dass Spiel
> wegen des potthässlichen Materials doch nach einmal Spielen
> ungespielt um Regal liegen. Daher gibt es nur ein
> 'ausreichend' für das Material dieses Spiels." (Beispieltext,
> fiktiv)

Wenn so ein Text vor der Finalnote steht, ist meine o.g. Forderung
an die Erkennbarkeit ja erfuellt :-)

> > andererseits zu unuebersichtlich wird, wenn Du 67
> verschiedene
> > in 67 einzelnen Noten ausdrueckst.
>
> Hmm, wenn ich möchte, dann stelle ich mir vorher 67
> verschiedene Aspekte auf, bewerte sie einzeln und fasse diese
> Bewertungen dann zu Gruppen zusammen, in denen ich einzeln
> das Minimum, den Durchschnitt oder sonstwas bilden kann und
> diese Gruppen fasse ich entweder zu einer Note zusammen oder
> - wenn es nur noch drei, vier Gruppen sind - gebe sie den
> Interessierten getrennt an. (Theoretischer Fall, Ich habe im
> Moment keinen Bedarf, meine Meinung über Spiele in
> Wertungszahlen anzugeben.)

Wie schon gesagt, solange die Teilaspekte fuer den Leser
nachvollziehbar sind, ist das OK. Verschiedene Aspekte haben
fuer die Leute ja unterschiedliche Wichtigkeit.
Vor allem finde ich, dass man unterscheiden koennen muss (das
muss nicht zwangslaeufig aus der Note hervorgehen, sondern kann
auch im Text stehen), ob eine (schlechte) Berwertung sich auf
eine spezielle Auflage der Firma XY oder auf das Spiel an sich
bezieht. Irgendwer hat ja mal hier den Satz zitiert: "Die Regeln
sind das Spiel". Ich wuerde da sogar noch weitergehen und sagen:
"Der Spielmechanismus ist das Spiel", d.h., Regeln, die zwar
durchdacht aber schlecht formuliert sind, machen das Spiel nicht
schlecht, im Gegensatz zu Regeln, bei deren Aufstellung der
Autor gewisse Killerstrategien oder Wiedersprueche uebersehen hat.
Vom Material erwarte ich, dass es gut funktioniert, d.h., es muss
leicht zu unterscheiden sein, welchem Spieler welcher Stein
gehoert (nicht, dass die Farben so aehnlich sind, dass man beim
fluechtigen Hinsehen einen gegnerischen fuer einen eigenen haelt
und dementsprechend einen taktischen Fehler macht), die Figuren
duerfen nicht so leicht umfallen, wenn es laut Regel moeglich
ist, dass mehrere Steine auf einem Feld stehen, muss das Feld
auch gross genug sein etc.
Die Aesthetik des Materials hat fuer mich sehr nachgeordnete
Bedeutung, etwa so wie das Dekor der Teller fuer die Entscheidung,
ob ein Restaurant gut ist oder die Qualitaet des Papiers fuer
die Bewertung eines Buches.
Ich weiss aber, dass ich mit dieser Einstellung einer eher kleinen
Minderheit angehoere :-)

Gruss, Volker


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 53 Gäste