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lohnt sich clippers ? kwT

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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ahs

lohnt sich clippers ? kwT

Beitragvon ahs » 13. März 2002, 17:43

d

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michael weber

Re: lohnt sich clippers ? kwT

Beitragvon michael weber » 13. März 2002, 17:56

definitiv ja. regeln sehr überschaubar gehalten, mechanismus gut und spielreiz hoch. dazu eine angemessene ausstattung. man legt halt stäbchen, um inseln an handelslinien anzuschließen. wenn man einen stützpunkt auf den inseln hat, gibt es punkte. so eine kurzfassung. gehört für mich nach den ersten tests zu den positiven überraschungen des frühjahrs.

michael
(der sich über die vielen see-spiele wundert)

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andreas haun

zweifel !

Beitragvon andreas haun » 13. März 2002, 21:44

da es ja santa fe vom gleichen autor im neuen gewand sein soll, ists wohl nix mit ueberraschung ? (santa fe kenne ich auch nicht)

ich habe aber bedenken mit der immergleichen startaufstellung. gibt es da wirklich abwechslung oder stoeren immer die selben strategien den spielfluss und geschehen.

danke td fuer die info ansich

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Roman Pelek

Re: lohnt sich clippers ? kwT

Beitragvon Roman Pelek » 14. März 2002, 01:05

Hi,

ich denke, Clippers lohnt sich. Wir hatten bisher viel Spaß in unseren Runden - wer taktische Legespiele mit einfachen Regeln mag, wird sicher sehr gut bedient. Gestört hat uns etwas die Fitzeligkeit der Niederlassungsmarker und die generelle Übersicht, es braucht gutes Licht und 1-2 Partien, bis man sich damit anfreundet. Ansonsten gibt's wenig auszusetzen, abgesehen von diesem Manko schönes Material und schönes Design.

Was die Startaufstellung anbelangt ist das sicher eine Diskussion, die vielfaches Spielen erfordert, um die Balance fundiert zu beurteilen - insofern noch keine Meinung dazu...

Ciao,
Roman

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michael weber

Re: zweifel !

Beitragvon michael weber » 14. März 2002, 16:31

ich meinte damit auch nur, dass ich eigentlich ein schwächeres spiel erwartet habe. zumal - wenn es denn so ist - eine aufbereitung eines anderen spiels nicht heißen muss, dass es ein schlechtes spiel ist.

zur startaufstellung kann ich noch nicht so viel sagen, die der handelslinien scheinen aber ausgewogen platziert zu sein und haben entsprechend ihres möglichen verlaufs unterschieldich viele holzstäbchen zum gebaut werden.
die der niederlassungen sind eigentlich nicht unausgewogen.

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Michael Andersch

Re: lohnt sich clippers ? kwT

Beitragvon Michael Andersch » 14. März 2002, 17:13

Ich kenne Clippers bis jetzt nicht, aber alles was ich so gehört habe erinnert mich ein wenig an Union Pacific. In wie weit ähneln sich die beiden Spiele?

Unterschiedliche Grüße,
Micha

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Roman Pelek

Re: lohnt sich clippers ? kwT

Beitragvon Roman Pelek » 15. März 2002, 09:45

Hi Micha,

Michael Andersch schrieb:
>
> Ich kenne Clippers bis jetzt nicht, aber alles was ich so
> gehört habe erinnert mich ein wenig an Union Pacific. In wie
> weit ähneln sich die beiden Spiele?

Die Ursprünge liegen eher in Santa Fé denn in UP. Prinzipiell versucht man, möglichst viele verschiedene Handelsrouten an Inseln anzuschließen, auf denen man eigene Niederlassungen besitzt bzw. gedenkt, noch zu errichten. Der Ausbau einer Linie kann nicht beliebig, sondern nur an den Enden erfolgen, an denen ein Clipper steht (jede Linie fängt mit einem an, weitere können für Abzweigungen von den Spielern hinzugekauft werden).

Somit hat's mehr mit geschicktem Anschließen denn mit schierem Ausbau und Aktienkauf zu tun. Aber prinzipiell ist es natürlich ein "Eisenbahnlegespiel", wie ja auch obige Ursprünge nahelegen :)

Ciao,
Roman

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Michael Schramm

Re: lohnt sich clippers ? kwT

Beitragvon Michael Schramm » 17. März 2002, 13:16

Hi Roman,

da muß ich Dich kräftig unterstützen: CLIPPERS ist ein bildschönes Spiel mit einer tollen Schachtelgrafik, das nebenbei auch noch spielerisch überzeugt! Chapeau, Eurogames!

Nice dice

Michael

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Markus Barnick

RE: lohnt sich clippers ? kwT

Beitragvon Markus Barnick » 17. März 2002, 13:18

"Michael Andersch" hat am 14.03.2002 geschrieben:
> Ich kenne Clippers bis jetzt nicht, aber alles was ich so
> gehört habe erinnert mich ein wenig an Union Pacific. In
> wie weit ähneln sich die beiden Spiele?
>
überhaupt nicht. Nur das Bauen der Strecken erinnert etwas an das Bauen der Eisenbahnen. Sieht ähnlich aus, hat aber einen anderen Sinn.

Im übrigen Stimme ich Roman bei seiner Beschreibung zu.

Markus Barnick
http://www.Barnick.de/spieler.htm

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Markus Barnick

RE: zweifel !

Beitragvon Markus Barnick » 17. März 2002, 13:18

"andreas haun" hat am 13.03.2002 geschrieben:
> da es ja santa fe vom gleichen autor im neuen gewand sein
> soll, ists wohl nix mit ueberraschung ? (santa fe kenne ich
> auch nicht)
>
> ich habe aber bedenken mit der immergleichen
> startaufstellung. gibt es da wirklich abwechslung oder
> stoeren immer die selben strategien den spielfluss und
> geschehen.
>

deshalb ziehst du ja auch am Anfang eine Karte und damit eine Nation, die wieder eine andere Startaufstellung hat. Die ist schon verschieden. Nur fiel mir auf, daß manche Karten Regionen stark wählen, die eher im unerrreichbaren Teil des Spielplanes liegen, während andere mitten im Geschehen sind. Die Spieler, die am Rand ihre Hauptniederlassungen haben, sind am Anfang etwas benachteiligt - so erschien es uns jedenfalls beim ersten Spiel.


Markus Barnick
http://www.Barnick.de/spieler.htm

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Roman Pelek

Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon Roman Pelek » 18. März 2002, 00:57

Hi Markus,

> Die Spieler, die am Rand ihre Hauptniederlassungen haben,
> sind am Anfang etwas benachteiligt - so erschien es uns
> jedenfalls beim ersten Spiel.

Nuja, hier haben wir ein Hauptproblem, bei dem es mir schon länger auf der Seele brennt, das mal zu diskutieren. Viele, ich wage sogar zu sagen, ca. 90-95% der zu Spielen getätigten Aussagen zur Balance erwachsen unzureichender Spielpraxis sowie mangelnder Beweisführung. Erste Eindrücke reichen nach meinem Dafürhalten nicht einmal annähernd aus, die Spielbalance zu beurteilen; ich denke, dass da zuviel, was die eigene Urteilsfähigkeit angeht, überschätzt wird.

Aber mal von vorne: erste Eindrücke als Spieler, Kritiker reichen nicht zur Beurteilung der Balance aus. Der erste Eindruck täuscht allzu oft. Zudem ist erst einmal im positiven Sinne davon auszugehen, dass sich Autor als auch Verlag - nach zahlreichen Testrunden - etwas dabei gedacht haben, ein Spiel so zu machen und nicht anders. Das trifft nicht immer zu: manchmal wird etwas im letzten Moment verbockt, gelegentlich merkt auch der Autor selbst nicht einmal, dass noch 'ne Macke übrig ist. Okay, Fehler macht jeder. Aber immerhin haben diese Personen sich damit intensiv beschäftigt, so dass davon auszugehen ist, dass sie es [b]in der Regel[/b] besser wissen als die "Erstspieler".

Insgesamt würde ich sagen, dass es oftmals zu viele Faktoren gibt, als dass man eine Spielbalance binnen kurzer Zeit und einer begrenzten Zahl von Partien fundiert beurteilen kann. Bei den meisten Spielen sprengt das den Rahmen sowohl der mathematischen Berechenbarkeit als auch der in der Praxis zu ermittelnden Werte. Kurzum: für offensichtlich einseitige Spiele gibt's wenig Berechtigung, aber das meiste bewegt sich in einer Grauzone der höchstens theoretisch interessanten Balancediskussionen, die in der Praxis allzu selten eine Rolle spielen.

Und mich wundert's doch sehr, wie viel in letzter Zeit an Kommentaren zu Spielbalancen hier kommt, was nachweislich aus zu wenigen Partien und argumentativ schwachen Positionen stammt. Man nehme mal die Threads zu Mexica, Puerto Rico, Dschunke oder Clippers. Zumindest konnte ich aus keiner der Diskussionen auch nur ein Jota Information jenseits der eigenen Partien ziehen... Als Frage formuliert ist sowas sicherlich immer ein Anreiz, interessante Threads anzuregen, aber allzuoft stehe ich doch perplex vor vermeintlich allgemeingültigen Aussagen...

Nuja, aber damit hätten ein generelles Problem der Spieleindrücke und der Spielkritik im allgemeinen: manches Mal ist man halt allzu (vor-)schnell mit dem Urteil zur Hand. Spiel ist eben nicht nur Kultur, nicht nur Kunst, es erfordert nebenbei auch analytische Hingabe und im Zweifelsfall naturwissenschaftliche Analyse. Vielleicht ist's eben auch eher Kunsthandwerk...

Ciao,
Roman

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RoGo

Re: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon RoGo » 18. März 2002, 13:42

Hallo Roman,
offensichtlich gibt es zwei Möglichkeiten für den Test der Balance:

1. Einer (Roman) testet 50mal, probiert verschiedene Taktiken/Strategien und schreibt nach drei Monaten einen Spileboxartikel.

2. 50 spielen einmal mit der Strategie, die ihnen einfällt, posten in der Nacht im Forum und am nächsten Tag gibt es eine Auswertung (von Roman) und übermorgen verschickt adam 100 neue Spiele oder eben nicht.

Gruß
Roland

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Thomas Rosanski

RE: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon Thomas Rosanski » 18. März 2002, 14:04

"RoGo" hat am 18.03.2002 geschrieben:
> 1. Einer (Roman) testet 50mal, probiert verschiedene
> Taktiken/Strategien und schreibt nach drei Monaten einen
> Spileboxartikel.

Habt ihr wirklich so viel Geduld? :-)

> 2. 50 spielen einmal mit der Strategie, die ihnen einfällt,
> posten in der Nacht im Forum und am nächsten Tag gibt es
> eine Auswertung (von Roman) und übermorgen verschickt adam
> 100 neue Spiele oder eben nicht.

Hier besteht aber die Gefahr, dass komplexere Strategien einem beim "einmalspielen" nicht ein/auffallen und alle nur mit "einfachen" Strategien gespielt haben.

Fröhlichen Gruß,

Thomas
--
[i]Heute schon ge:smile:t?[/i]

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peer

Re: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon peer » 18. März 2002, 15:01

Hi,
100% AKZ.
Aber noch eine Ergänzung: Natürlich will man schnell erste Eindrücke loswerden und umgekehrt ist man froh, wenn man schnell erste Eindrüce liest (man kann sich ja leider nicht alles kaufen)
Leider hat es oft den Effekt der "Vorverurteilung" in Form z.B. Mit der Taktik abc gewinnt man immer, der dritte Spieler ist zwangsläufig der Looser oder wer Zypern spielt, verliert oder so.
Ein weiterer Effekt der mich persöhnlich nervt ist der: "Das Spiel xy ist doch nur eine Kopie von uvw" Das halte ich besonders bedenklich, da es nicht selten von Leuten nachgeplappert wird, die augescheinlich weder das eine noch das andere kennen und als Freund des Spieles ist man in der Defensive die Unterschiede aufzuzeigen.
So kommt es zu Vergleichen wie "Die Suche = Entdecker", "Magalon=Malefiz" "Ta Yü= Nil" oder "Alles = Siedler"
Also bitte, bitte, bitte, postet bei Einmaleindrücken nur unter Vorbehalt und bei Vergleichen nur wenn ihr beide Spiele kennt.
ciao,
Peer

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Arne Hoffmann

Re: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. März 2002, 16:58

Moin Peer, moin Roman!

Ich stimme euch aus voller Seele zu! Ich halte es auch fuer sehr kritisch, um nicht zu sagen als "Rufmord", wenn man nach einer oder zwei Partien allgemeingueltige Aussagen ueber die Spielbalance oder die Vergleichbarkeit verschiedener Spiele macht. Zum einen kann man nach so kurzer Zeit unmoeglich eine solche Bandbreite an "Szenarien" durchgespielt haben, die fuer eine fundierte Aussage ueber die Spielbalance noetig waere, zum anderen vertraue ich, wie Roman, den Autoren, Verlagen und Testspielern schon sehr (und die mathematische Durchrechenbarkeit halte ich in den meisten Faellen eh fuer nicht durchfuehrbar, da zuviele Parameter Einfluss auf die Balance haben).

Ferner sollte man bei solchen Aussagen vielleicht auch mal bedenken, dass nicht jedes Spiel ausbalanciert sein will (ohne dies explizit zu sagen). Wieso sollten unterschiedliche Startpositionen es nicht unterschiedlich schwer haben, so dass man gezwungen wird bei demselben Spiel komplett anders zu denken und zu handeln. Das ist fuer mich auch ein grosser Reiz bei Spielen.

Ich habe aber nichts dagegen, wenn jemand postet, dass in seinen Runden immer der Spieler mit Position xyz gewonnen hat und der auf abc verloren - wenn nicht direkt auf eine unausgewogene Balance des Spiels geschlossen wird. So kann man u. Umstaenden feststellen, ob man in seiner Spielrunde "festgefahren" ist, irgendeine Regel uebersehen hat oder ob wirklich eine Macke im Spiel vorliegt.

Tschoe,

- Arne - (spielt gerne AoR - auch wegen der fehlenden Balance)

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Michael Schramm

Der erste Eindruck oder Die Ausnahme AoA

Beitragvon Michael Schramm » 18. März 2002, 18:38

Hi Roman,

Du sprichst mir hier aus der Seele, viel zu oft wird der Daumen schon nach einem einzigen Versuch nach unten geneigt, eine zweite (oder dritte etc.) Chance erhalten manche Spiele erst garnicht - und das haben eben viele Spiele so nicht verdient! Bei einem Spiel muß ich allerdings sagen, dass der zweite Versuch schon dicht an einer Selbstbestrafung liegt oder aber man ist stark masochistisch veranlagt, es ist unser geliebtes AGE OF AVENTINUS. Wenn ich ein Spiel kenne, wo der erste Eindruck auch schon gleich der endgültige Eindruck war, dann ist es dieses Meisterwerk, Du kennst es ja aus eigener Erfahrung. Und wenn ich mich recht erinnere, haben wir auch einmal ein suppi tolles Spiel mit Kühen und deren Stoffwechselendprodukten gespielt, bei dem jeder weitere Spielversuch wohl mit kollektivem Suizit geendet hätte. GOTT SEI DANK, SOLCHE SPIELE GIBT ES NUR SELTEN!!!!!

Nice dice

Michael

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Marten Holst

Re: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon Marten Holst » 18. März 2002, 19:12

Moinle Roman,

> > Die Spieler, die am Rand ihre Hauptniederlassungen haben,
> > sind am Anfang etwas benachteiligt - so erschien es uns
> > jedenfalls beim ersten Spiel.
>
> Nuja, hier haben wir ein Hauptproblem, bei dem es mir schon
> länger auf der Seele brennt, das mal zu diskutieren. Viele,
> ich wage sogar zu sagen, ca. 90-95% der zu Spielen getätigten
> Aussagen zur Balance erwachsen unzureichender Spielpraxis
> sowie mangelnder Beweisführung. Erste Eindrücke reichen nach
> meinem Dafürhalten nicht einmal annähernd aus, die
> Spielbalance zu beurteilen; ich denke, dass da zuviel, was
> die eigene Urteilsfähigkeit angeht, überschätzt wird.

Obwohl kein FDP-Mitglied möchte ich hier mit einem klaren "Ja, aber eventuell dann doch sowohl als auch, denn Ihr habt ja alle recht" antworten... natürlich gibt es einen ganzen Haufen entsprechender Postings hier, aber die sind inhaltlich oft nicht "völlig" unberechtigt, sondern nur falsch formuliert...

Falsch ist die Aussage "Bei Die 'Autobahnen von Nürnberg' gewinnt man immer, indem man am Anfang den Audi ersteigert und dann nach Osten zieht, das hat die ersten zwei Male locker geklappt.".

Interessant ist die Frage/Diskussion "Wenn der erste Spieler den Audi bekommt und nach Osten zieht - was kann man da noch machen? Irgendwie fällt uns da nichts ein." Erstens ist es eventuell interessant, einen "Tipp" zu bekommen, um ein Spiel zu retten, bei dem man selbst nichts sieht. Zweitens mag ja wirklich ein Fehler vorliegen...

Natürlich muss man das Spiel oft genug spielen - und auch ein paar kreative Amokstrategienentwickler in der Runde haben, die völlig irrational agieren - und plötzlich gewonnen haben, halt solche, die auch mal einfach "sehen wollen, was passiert". Wenn immer alle nur auf Gaukler gehen und der Rest mehr Zufall ist, dann ist FvF vielleicht mit einer gewissen Siegstrategie ausgestattet... Aber was für überraschende Neuideen auch nach vielen Partien möglich sind (und man neigt oft dazu, sich auf gewisse Taktiken einzuschießen), das habe ich gerade erst am Freitag bei Lost Cities erfahren dürfen... :-)

> Aber mal von vorne: erste Eindrücke als Spieler, Kritiker
> reichen nicht zur Beurteilung der Balance aus. Der erste
> Eindruck täuscht allzu oft. Zudem ist erst einmal im
> positiven Sinne davon auszugehen, dass sich Autor als auch
> Verlag - nach zahlreichen Testrunden - etwas dabei gedacht
> haben, ein Spiel so zu machen und nicht anders.

Jemand anderer würde hier "Einhundert Prozent Ah-Ceh-Kah" schreiben. Und das gilt nicht nur für die strategische Ausgewogenheit, sondern auch für die Variantentendenz, "neue" Elemente, die einem komisch vorkommen, nicht einmal ernsthaft anzutesten, sondern gleich ein "Aber die folgende Variante rettet das Spiel" hier posten - obwohl meist das Spiel mit den Originalregeln besser ist (Jüngste Beispiele: Urland, Ohne FuA).

> Bei den meisten Spielen sprengt das den Rahmen sowohl der
> mathematischen Berechenbarkeit als auch der in der Praxis zu
> ermittelnden Werte.

Nebenbei: Na hoffentlich. Ein praktisch "lösbares" Spiel hätte einen Spielreiz unterhalb der Außentemperatur Helsinkis im Dezember...

Spätabendliche Grüße
Marten (der bei Mexica auch schimpfte, allerdings leider missverständlich, sodass die wörtliche Kritik voll unter Romans Kritik fällt, aber anders gemeint war)

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Roman Pelek

Re: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon Roman Pelek » 19. März 2002, 12:47

RoGo schrieb:

> 1. Einer (Roman) testet 50mal, probiert verschiedene
> Taktiken/Strategien und schreibt nach drei Monaten einen
> Spileboxartikel.

:-D Das musste ja kommen... Aber mal im Ernst: in den seltensten Fällen bleibt irgendjemandem Zeit/Muße, ein Spiel binnen kurzer Zeit richtig häufig zu spielen, das ist natürlich ein Dilemma. Daraus ergibt sich aber gerade bei komplexen Spielen das Phänomen, dass man oft erst richtig schlau aus einem Spiel geworden ist, wenn's für die meisten schon wieder zum alten Eisen zählt, weil die nächsten Neuheiten auf dem Tisch liegen. Zudem werden damit dann eh nur die Spiele mit beehrt, die sowieso schon, Balance hin oder her, einen so hohen Spielreiz haben ;-) Nuja, das muss jeder für sich selbst entscheiden: wer schnell Eindrücke haben möchte, geht ein höheres Risiko ein - wer nur ab und an ein gutes Spiel kaufen will, kann vielleicht auch warten, bis mehr Spielerfahrung zusammen gekommen ist.

Aber nuja, da haben wir auch wieder Chancen und Risiken des Internets: schnell und aktuell, aber dafür auch häufigere Schnellschüsse. Und umgekehrt Printmedien: wenig aktuell im Vergleich, aber dafür dann die Chance oder gar Notwendigkeit, etwas mehr in die Tiefe zu gehen.

> 2. 50 spielen einmal mit der Strategie, die ihnen einfällt,
> posten in der Nacht im Forum und am nächsten Tag gibt es eine
> Auswertung (von Roman) und übermorgen verschickt adam 100
> neue Spiele oder eben nicht.

Hm, das klappert nich' :) Wenn 50 Leute ein Spiel einmal spielen, machen 50 Leute Anfängerfehler beim Spielen. Die Bandbreite der Eindrücke ist dann zwar schon gut, aber die Substanz fehlt immer noch...

Aber das war ja ursprünglich alles gar nicht das Thema, denn das alles sind Problemchen, mit denen man irgendwie leben muss - jeder muss für sich selbst entscheiden, was er als Info hinsichtlich des Spielekaufs braucht. Stören tut mich subjektiv nur, wenn erste Eindrücke für verallgemeinernde, verfrühte Aussagen zur Spielbalance herhalten. Ich lese erste Eindrücke, Vorschläge für Varianten etc. mit großem Interesse und Spaß, und find's spannend zu sehen, was in anderen Runden passiert oder welche Gedanken sich andere machen.

Nur wird's eben zu sehr aufgebauscht, bei komplexeren Spielen kann man da nach meinem Dafürhalten eben noch keine sinnvolle oder faire Diskussion um Ausgewogenheit, Varianten oder Langzeitspielspaß starten. Schade finde ich in diesem Zusammenhang, dass zu späteren Zeitpunkten (wenn einige ein Spiel wirklich öfter gespielt haben und die Diskussionen reizvoll wären) diese Diskussionen dann aber nur selten stattfinden, weil meist das Interesse an den aktuellen Neuheiten überwiegt...

Ciao,
Roman (geht jetzt in Hannos Sinne was wichtigeres machen: Koffer packen für'n Urlaub ;-) )

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Roman Pelek

Re: Der erste Eindruck oder Die Ausnahme AoA

Beitragvon Roman Pelek » 19. März 2002, 12:58

Hi Michael,

Michael Schramm schrieb:

> Und wenn ich mich recht erinnere, haben wir auch
> einmal ein suppi tolles Spiel mit Kühen und deren
> Stoffwechselendprodukten gespielt, bei dem jeder weitere
> Spielversuch wohl mit kollektivem Suizit geendet hätte. GOTT
> SEI DANK, SOLCHE SPIELE GIBT ES NUR SELTEN!!!!!

Ja, es gibt Spiele, bei denen ist ein Spiel zuviel ;-) Aber wie Du richtig sagst: sowas ist (zumindest bei den renommierten Verlagen) eine Seltenheit - solche Hämmer habe ich dieses Jahr zum Glück noch nicht in den Händen halten müssen, auch wenn's auch einige nicht so dolle Spielchen gibt... :)

Ciao,
Roman (hat auch so seine Aversionen gegen diverse Bingo- und Burgenspiele...)

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Roman Pelek

Re: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon Roman Pelek » 19. März 2002, 13:07

Moin Arne,

Arne Hoffmann schrieb:

> Ich stimme euch aus voller Seele zu! Ich halte es auch fuer
> sehr kritisch, um nicht zu sagen als "Rufmord", wenn man nach
> einer oder zwei Partien allgemeingueltige Aussagen ueber die
> Spielbalance oder die Vergleichbarkeit verschiedener Spiele
> macht.

Tja, wie's im Leben so ist: der Negativeindruck wird eher und schneller geäußert und bleibt auch noch besser im Gedächtnis kleben. Deswegen halte ich's ja für so kritisch...

> waere, zum anderen vertraue ich, wie Roman, den Autoren,
> Verlagen und Testspielern schon sehr.

Ich denke, man kann da schon erstmal positiv rangehen, Macken gibt's schon, aber selten so gravierende, als dass man diese beim ersten Spiel beurteilen könnte...

> Wieso sollten unterschiedliche
> Startpositionen es nicht unterschiedlich schwer haben, so
> dass man gezwungen wird bei demselben Spiel komplett anders
> zu denken und zu handeln. Das ist fuer mich auch ein grosser
> Reiz bei Spielen.

Ja - klar. Es gibt Spiele, die definitiv ihren Reiz daraus ziehen oder auch aus der historischen Anlehnung heraus nicht anders können/wollen!

> Ich habe aber nichts dagegen, wenn jemand postet, dass in
> seinen Runden immer der Spieler mit Position xyz gewonnen hat
> und der auf abc verloren - wenn nicht direkt auf eine
> unausgewogene Balance des Spiels geschlossen wird. So kann
> man u. Umstaenden feststellen, ob man in seiner Spielrunde
> "festgefahren" ist, irgendeine Regel uebersehen hat oder ob
> wirklich eine Macke im Spiel vorliegt.

Genau - das ist ja das schöne hier! Ich bin auch schon sehr häufig aus den ersten Eindrücken hier auf Fehler oder übersehene Strategien gestoßen - das finde ich klasse, denn das Forum kann hier viel zum eigenen Spielspaß und Erfahrungsaustausch beitragen. Problematisch sehe ich ja nur die Art, wie sowas manchmal vermittelt wird bzw. überzogene Verallgemeinerungen, die aus ersten Eindrücken gemacht werden. Erste Eindrücke möchte ich hier mindestens genauso viele lesen wie jetzt ;-)

> - Arne - (spielt gerne AoR - auch wegen der fehlenden Balance)

Dito :-)

Ciao,
Roman

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Jost Schwider

RE: Spielbalancen: Hauptproblem erste Eindrücke

Beitragvon Jost Schwider » 19. März 2002, 13:40

"Marten Holst" hat am 18.03.2002 geschrieben:

>> Aber mal von vorne: erste Eindrücke als Spieler, Kritiker
>> reichen nicht zur Beurteilung der Balance aus.

100% ACK.

>> Der erste
>> Eindruck täuscht allzu oft. Zudem ist erst einmal im
>> positiven Sinne davon auszugehen, dass sich Autor als auch
>> Verlag - nach zahlreichen Testrunden - etwas dabei gedacht
>> haben, ein Spiel so zu machen und nicht anders.
>
> Jemand anderer würde hier "Einhundert Prozent Ah-Ceh-Kah"
> schreiben.

Also [i]ich[/i] nicht! ;-)

> Und das gilt nicht nur für die strategische
> Ausgewogenheit, sondern auch für die Variantentendenz,
> "neue" Elemente, die einem komisch vorkommen, nicht einmal
> ernsthaft anzutesten, sondern gleich ein "Aber die folgende
> Variante rettet das Spiel" hier posten - obwohl meist das
> Spiel mit den Originalregeln besser ist (Jüngste Beispiele:
> Urland, Ohne FuA).

Meistens, aber nicht immer. Ein "super" Gegenbeispiel ist etwa Formel Fun (Franjos). Mit den Originalregeln ist das Spiel nun wirklich nicht [i]spiel[/i]bar!
s.a. http://www.schwider.de/formlfun.htm

BTW: Nein, dieser Punkt ist nicht verhandelbar! ;-)

>> Bei den meisten Spielen sprengt das den Rahmen sowohl der
>> mathematischen Berechenbarkeit als auch der in der Praxis zu
>> ermittelnden Werte.
>
> Nebenbei: Na hoffentlich. Ein praktisch "lösbares" Spiel
> hätte einen Spielreiz unterhalb der Außentemperatur
> Helsinkis im Dezember...

Trotzdem gibt es genug, die noch Tic-Tac-Toe spielen... :würg: :-D

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")


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