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Wann sind Varianten sinnvoll?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Frank Biesgen

RE: Siedler / Seefahrer

Beitragvon Frank Biesgen » 19. März 2002, 16:38

Ups, da fehlte noch was:

Frank Biesgen schrieb:

> Jost Schwider schrieb:

> > Daher möchte ich keines von beiden missen!

100 % ACK! :lol:

Gruß FBI

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Joerg Junkersfeld

Re: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Joerg Junkersfeld » 19. März 2002, 16:49

Wolfgang Ditt schrieb:
> Zu vielen Spielen gibt es Varianten, manche schön, manche
> überflüssig, aber wann sind Varianten sinnvoll?

Ein Punkt der noch nicht angesprochen wurde, ist der kreative Prozess bei der Aenderung eines Spiels, auch wenn dieser selbstverstaenlich nicht mit dem Erfinden des Spiels vergleichbar ist. Dank des Netzes kann jeder seine eigenen Varianten und Modifikationen vorstellen, sie kritisieren lassen und dadurch verbessern. Haben so (mit oder ohne Netz) nicht die meisten Spielautoren angefangen?

Oder zugespitzt:
Waere Nautilus ohne die Siedler-Varianten entstanden?

Viele Gruesse,
Joerg

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benjamin

RE: Siedler / Seefahrer

Beitragvon benjamin » 19. März 2002, 17:44

"Jost Schwider" hat am 19.03.2002 geschrieben:

> Städte&Ritter dagegen ist ein besonderer Leckerbissen, den
> man allerdings nur mit ausdauernden "Freaks" spielen kann...

Die Freaks bekommen Kings&Things :)

> Daher möchte ich keines von beiden missen!

Ich auch nicht, da ich ohne das Basisspiel kein S&R spielen kann ;)

Benjamin

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 19. März 2002, 19:35

... und dann gibt es noch die Varianten (oft auch Hausregeln genannt), die entstehen, weil da jemand die Spielregel nicht gerafft hat ... ;-)

Roland

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Heiko Kauffmann

RE: Siedler / S&R / allein zu haus

Beitragvon Heiko Kauffmann » 19. März 2002, 20:03

Hallo Marten!

Du hast einen Mitstreiter. Die Siedler in ihrer Grundversion sind meiner Meinung nach ein absolut "rundes" Spiel mit all seinen zusammenhängenden Elementen.

Der Kreis bei S&R wird zwar etwas grösser, aber auch etwas ovaler. Man kann so viel mit seinen Karten anfangen, dass schonmal Spielelemente zu kurz kommen können. (z. B. nicht mehr so viel handeln) Deswegen könnte man schon der Meinung sein, das Spiel ist etwas zu viel erweitert worden. Es rutscht aber auch vom Familienspiel in die "Vielspielerecke". Die mögen ja meist etwas aufwendigere Spiele. Ich allerdings als Allroundspieler scheine nicht in diese Ecke zu gehören.
Die S&R Erweiterung bleibt allerdings auch für mich ein sehr gutes Spiel.

Ich spiele am liebsten die Seefahrer in der neuen Welt. Es ist immer wieder toll welche neue Welten da entstehen mit seinen Inseln. Dies erweitert und bereichert die Grundversion in seiner Atmosphäre.

Es ist halt immer wieder eine Gradwanderung für einen Autor: Wann hat ein Spiel so viele Elemente, dass es am reizvollsten ist und wann wird es zuviel, so dass auch mal Elemente nebeneinander laufen.

Es kommt schonmal vor, dass Spiele mit mehr Möglichkeiten nicht unbedingt taktischer werden, was dann oftmals gewünscht wird (Vielspieler :wink: ).

Gruß Heiko (immer auf der Suche nach "runden" Spielen)

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Gustav der Bär

Re: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Gustav der Bär » 20. März 2002, 06:22

Ich tue mich da ehrlich gesagt, lieber Wolfgang, ein bisschen schwer mit einer Einteilung von Varianten in "sinnvoll" und "überflüssig".

Warum soll eine Variante, bei der man mit Rücksicht auf Kinder in paar Regeln weg lässt, mehr Sinn haben, als eine Variante, bei der aus Rücksicht darauf, dass eben KEINE Kinder da sind, den einzigen beiden spielenden Personen eben jeweils zwei Spielfarben gibt?

Wie kommen Varianten denn zu Stande? Doch wohl immer dadurch, dass man sich mit einem Spiel beschäftigt und während des Spiels auf eigene Ideen kommt.

Das ist also entweder IMMER sinnvoll (wenn wir argumentieren wollen, dass Kreativität einen Sinn hat, da sie das Denken trainiert und Neues in die Welt bringt) oder NIE (wenn wir argumentieren wollen, dass Spielen eine Tätigkeit um ihrer selbst willen ist, die auf kein ausserhalb des Spielens liegendes Ziel ausgerichtet ist).

Ich habe so mein Zweifel, ob man seine Einstellung zu Varianten wirklich an Schach- und Doppelkopf-Beispielen aufhängen kann. Bei Schach wird meist deshalb nach einheitlichen Regeln gespielt, weil es im Schach einheitliche Regeln GIBT. So was wie ein Deutsches Doppelkopf-Gericht oder einen Welt-Doppelkopf-Meister gibt es aber nicht, daher wird Doppelkopf immer gemäß der regionalen Tradition gespielt - das ist aber was ganz anderes als die Frage, ob Varianten sinnvoll sind oder nicht.

Eine Variante ist zunächst mal Privatsache - wenn ich mit Rücksicht auf mein bisweilen leicht auf die Palme zu bringendes Weib zum Beispiel darauf verzichte, bei "Babel" die Fähigkeit der Assyrer zu nutzen, dann habe ich ja auch eine Variante kreiert ("Tod den Assyrern!"), die nur eine minimale Änderung ins Spiel bringt - aus meiner Sicht ist das allerdings keineswegs sinnlos, sondern bisweilen sogar im höchsten Grade empfehlenswert!

Ein völlig anderer Punkt - und vielleicht wolltest du ja eigentlich darauf hinaus, lieber Wolfgang - ist die Frage, wann es sich lohnt, zu einem Spiel eine offizielle Varianten-Sammlung wie das Siedler-Buch zu veröffentlichen. Dort denke ich dann: Wenn etwas Geld kostet, sollte es auch Geld wert sein und Dinge enthalten, die man ohne den Kauf nicht bekommen würde (das Siedler-Buch mit seiner Ideen-Vielfalt und seinem Zusatzmaterial hat in dieser Hinsicht ja einen Maßstab gesetzt).

Was aber Varianten anbetriff, die nur in einigen Spielrunden gespielt werden, so machen sie zunächst mal alle den selben Sinn: Wenn sie aus Angst davor, jemand könnte sie vielleicht als "überflüssig" einstufen, niemals gespielt würden, könnten sie ja auch nie weitere Verbreitung finden, wenn sie so viel neues enthalten wie z.B. die Ergänzungs-Sets zum Siedler-Kartenspiel (die ja zum großen Teil alle mal nichts anderes waren als Zettelchen, auf die veschiedene Leute geschrieben hatten, was ihnen beim Spielen so durch den Kopf gegangen war - und alle in jeder Hinsicht ohne jeden Sinn!)

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

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Thomas Rosanski

Sind die Nutzer von Varianten auch kreativ? (war: Wann sind Varianten sinnvoll?)

Beitragvon Thomas Rosanski » 20. März 2002, 08:02

Hallo "Gustav der Bär",

du hast am 20.03.2002 geschrieben:
> Das ist also entweder IMMER sinnvoll (wenn wir
> argumentieren wollen, dass Kreativität einen Sinn hat, da
> sie das Denken trainiert und Neues in die Welt bringt)

Das setzt aber voraus, dass [b]jeder[/b] Spieler seine [b]eigenen[/b] Varianten entwickelt. Das würde ich dann eher unter [i]Hausregel[/i] einordnen. Ich dachte, dass Wolfgang mit [i]Variante[/i] eher - im Internet, in Zeitschriften oder sonstwie - veröffentlichte Regeländerungen meinte. Also sozusagen ein kreativer Kopf und tausend Leute, die es[i]einfach so[/i] übernehmen. Und würdest du das Ausprobieren von Variantenvorschlägen Dritter schon als besonders kreativ bezeichnen wollen?

> Eine Variante ist zunächst mal Privatsache -

Oh, du sprichst die Hausregeln ja auch an.

> Ein völlig anderer Punkt - und vielleicht wolltest du ja
> eigentlich darauf hinaus, lieber Wolfgang - ist die Frage,
> wann es sich lohnt, zu einem Spiel eine offizielle
> Varianten-Sammlung wie das Siedler-Buch zu veröffentlichen.

Aus dieser Sichtweise habe ich den Thread bisher verfolgt. Wobei eine [i]offizielle Variante[/i] auch durch Abdruck eines Leserbriefs in einer Zeitschrift oder auf einer privaten oder sonstigen Homepage veröffentlicht wird. Dadurch erhebt meines Erachtens jemand den Anspruch, diese Variante der breiten Öffentlichkeit zu empfehlen. Es muss nicht unbedingt eine käuflich zu erwerbende Variante sein. Eine solche in die [b]breite[/b] Öffentlichkeit getragene Variante muss sich - im Gegensatz zu einer privaten Hausregel - die Sinnfrage m.E. gefallen lassen.

Creative Grüße,

Thomas
--
[i]Heute schon ge:smile:t?[/i]

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Gustav der Bär

"Hauseregeln" und "Varianten"

Beitragvon Gustav der Bär » 20. März 2002, 09:27

Thomas Rosanski schrieb:
> Eine solche in die breite Öffentlichkeit getragene Variante muss sich - im
> Gegensatz zu einer privaten Hausregel - die Sinnfrage m.E. gefallen lassen.

Was den Aspekt der Sinnfrage in Zusammenhang mit der Veröffentlichung anbelangt, stimme ich dir gern vorbehaltlos zu, lieber Thomas.

Allerdings habe ich in Wolfgangs Beitrag nichts über "Veröffentlichung" gelesen und war daher aufs Raten angewiesen, ob er nun speziell daran gedacht hatte.

Macht es eigentlich Sinn - wenn wir denn schon nach Sinn fragen - einen Unterschied zwischen den Bedeutungen der Worte "Hausregel" und "Variante" zu konstruieren? Gibt´s da eine graduellen Unterschied? Wird eine "Hausregel" automatisch zur "Variante", sobald sie in einem Medium veröffentlicht wird? (Ich habe die beiden Wörter bisher immer so angesehen, als hätten sie die selbe Bedeutung - bloß, dass "Variante" halt ein bisschen professioneller klingt.)

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)

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Jost Schwider

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Jost Schwider » 20. März 2002, 09:36

"Thomas Rosanski" hat am 19.03.2002 geschrieben:

> Immer diese Schleichwerbung :-) :-). Und dann auch noch
> die eigenen Varianten als positive Beispiele anzuführen,
> ts, ts, ts. ;-).

Wieso "Schleichwerbung", habe ich doch ganz offen verkauft! ;-)

> Da muss ich jetzt aber auch mal ein
> (schlechtes?) Beispiel von mir anführen:
> http://thomas-rosanski.de/brett+karten/ccstrom.shtml :-)

Puh, hört sich aber sehr brutal an. Ist m.E. nicht nur eine einfache Variante, sondern schon ein sehr tiefer Einschnitt ins Spiel...

> [...] ohne aber das Spielprinzip zu
> verbiegen oder die Spielbalanze zu stark zu verändern.

Das ist m.E. der entscheidene Punkt: Feinschliff ist OK, mehr aber nicht.

> Schlecht finde ich eine Variantenvielfalt, da man durch
> viele Varianten bei jedem Spiel erstmal auf irgendwelche
> Regeln einigen muss.

Och, i.A. geht das doch sehr schnell:
"OK, spielen wir Siedler von Catan. Ist die Almosen-Variante OK?" - "Ja."
"Nehmen wir den Einmal-ist-genug-Räuber?" - "Nöö."
"OK, fangen wir an..."
Da Varianten nach meiner Auffassung die Basisregeln nur enig verändern, können sie Varianten-Neulingen meist in einem Satz erläutert werden.

> Ausserdem mag ich nicht erst x Varianten
> durchprobieren, da greife ich lieber mal zu
> einem ganz anderen Spiel.

Ich finde, dass die Entwicklung von Varianten selbst sehr viel Spaß machen kann, sozusagen als Vorstufe für ein ganzes Spiel.

>Solche Erweiterungen sind für Gelegenheitsspieler,
> die nur zwei, drei Spiele besitzen, sicher geeignet.

:-? Häh? :-?
Gerade "Viel-Spieler" nutzen Erweiterungen, um ein Spiel interessant zu halten, und/oder die Komplexität zu erhöhen!

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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Jost Schwider

RE: Siedler / Seefahrer

Beitragvon Jost Schwider » 20. März 2002, 10:13

"benjamin" hat am 19.03.2002 geschrieben:

>> Städte&Ritter dagegen ist ein besonderer Leckerbissen, den
>> man allerdings nur mit ausdauernden "Freaks" spielen kann...
>
> Die Freaks bekommen Kings&Things :)

:-O Nicht [i]solche[/i] Freaks! ;-)

>> Daher möchte ich keines von beiden missen!
>
> Ich auch nicht, da ich ohne das Basisspiel kein S&R spielen
> kann ;)

:roll: :LOL:

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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Jost Schwider

RE: Siedler / Seefahrer

Beitragvon Jost Schwider » 20. März 2002, 10:13

"Frank Biesgen" hat am 19.03.2002 geschrieben:

> Ups, da fehlte noch was:

Hey, das ist [i]mein[/i] Spruch! ;-)

>> > Daher möchte ich keines von beiden missen!
>
> 100 % ACK! :lol:

Hey, das ist [i]mein[/i] Spruch! :LOL:

Viele Grüße
Jost aus Soest (hat gerade ein Deja Vu)

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peer

RE: Siedler / S&R / allein zu haus

Beitragvon peer » 20. März 2002, 12:22

Hi,
Marten Holst schrieb:
>
> Moinle,
>
> > > Und bei Städte&Ritter kann man schon fast von einem
> > > gänzlich neuen Spiel reden!
> >
> > Und nur dann ist es für meinen Geschmack endlich ein richtig
> > gutes Spiel.
>
> Definitiv ein neues, aber ein gutes? Bin ich denn der
> einzige, der findet, dass hier zu weit erweitert wurde?

MMh, ich finde die Erweiterung macht das Spiel schon besser - aber nicht für mehr als 4 Spieler geeignet (Da sind die Seefahrer vorzuziehen). Ein Teilweises Ja also
ciao,
Peer

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Volker L.

Re: Siedler / Seefahrer / K&T

Beitragvon Volker L. » 20. März 2002, 12:30

benjamin schrieb:
>
> "Jost Schwider" hat am 19.03.2002 geschrieben:
>
> > Städte&Ritter dagegen ist ein besonderer Leckerbissen, den
> > man allerdings nur mit ausdauernden "Freaks" spielen kann...
>
> Die Freaks bekommen Kings&Things :)

(nach 0,75 Sekunden Blick auf die Hexfelder):
Also, [b][i]das[/i][/b] ist ja nun wirklich genau wie Siedler ;-) :lol:

> > Daher möchte ich keines von beiden missen!
>
> Ich auch nicht, da ich ohne das Basisspiel kein S&R spielen
> kann ;)

:lol: :lol: :lol:

Gruss, Volker (der Kings & Things schon viel zu lange nicht mehr
gespielt hat :'-( )

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Thomas Rosanski

Re: "Hauseregeln" und "Varianten"

Beitragvon Thomas Rosanski » 20. März 2002, 14:25

Gustav der Bär schrieb:
> Allerdings habe ich in Wolfgangs Beitrag nichts über
> "Veröffentlichung" gelesen und war daher aufs Raten
> angewiesen, ob er nun speziell daran gedacht hatte.

Stimmt, geschrieben hat ers nicht, aber ich habe es "kontextsensitiv" so wahrgenommen, da ein Urteil über eine private Variante, die irgendjemand nur für sich nutzt, m.E. eh nichts bringt.

> Macht es eigentlich Sinn - wenn wir denn schon nach Sinn
> fragen - einen Unterschied zwischen den Bedeutungen der Worte
> "Hausregel" und "Variante" zu konstruieren? [...]
> (Ich habe die beiden Wörter bisher immer so angesehen, als
> hätten sie die selbe Bedeutung - bloß, dass "Variante" halt
> ein bisschen professioneller klingt.)

Es ist für mich ein feiner, kleiner Unterschied: Eine Hausregel ist auf jeden Fall etwas lokales. Eine Variante muss nicht aber kann einen globalere Verbreitung gefunden haben und damit "professioneller" wirken. Zumindest klingt das in meinen Ohren so.

Professionelle Grüße,

Thomas.

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Thomas Rosanski

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Thomas Rosanski » 20. März 2002, 14:37

Jost Schwider schrieb:
> Wieso "Schleichwerbung", habe ich doch ganz offen verkauft!
> ;-)

Dann solltest du aber die Preisauszeichnungspflicht beachten :-)

> > (schlechtes?) Beispiel von mir
>
> Puh, hört sich aber sehr brutal an. Ist m.E. nicht nur eine
> einfache Variante, sondern schon ein sehr tiefer Einschnitt
> ins Spiel...

Oh, eine erste Meinung zu dieser Seite. Schön, denn genau deswegen hatte ich sie mail ins Netz gestellt. Nicht, weil ich die dort aufgeführte "Variante" empfehlen wollte (das sei jedem selber überlassen), sondern weil ich Reaktionen bekommen wollte.

> Och, i.A. geht das doch sehr schnell:
> "OK, spielen wir Siedler von Catan. Ist die Almosen-Variante
> OK?" - "Ja."
> "Nehmen wir den Einmal-ist-genug-Räuber?" - "Nöö."
> "OK, fangen wir an..."
> Da Varianten nach meiner Auffassung die Basisregeln nur enig
> verändern, können sie Varianten-Neulingen meist in einem Satz
> erläutert werden.

Erläutert schon, aber bis man den Einfluss der Variante auf die Spielstrategie im Bauch hat... - und dann noch verschiedene Varianten kombinieren. Na ja, vieleicht liegts auch nur daran, dass ich im Moment wenig zum Spielen komme (an dieser Stelle einen Gruß an meine Uni : )

> >Solche Erweiterungen sind für Gelegenheitsspieler,
> > die nur zwei, drei Spiele besitzen, sicher geeignet.
>
> :-? Häh? :-?
> Gerade "Viel-Spieler" nutzen Erweiterungen, um ein Spiel
> interessant zu halten, und/oder die Komplexität zu erhöhen!

Hmm, dann gehöre ich wohl nicht zu den Viel-Spielern. Zu den Gelegenheitsspielern würde ich mich aber auch nicht mehr zählen. Aber da ich ein Spiel nicht zu oft spiele, komme ich nur bei wenigen Spielen soweit, dass eine Variante her [b]muss[/b].


Erweiterte Grüße,

Thomas.
(der sich eh fragt, wie manche Leute schon über alle Nürnberg-Neuheiten reden, während er noch nichtmal alle Essen-Neuheiten kennt)

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Marten Holst

Re: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Marten Holst » 20. März 2002, 14:42

Xuntheitle,

> Ich habe so mein Zweifel, ob man seine Einstellung zu
> Varianten wirklich an Schach- und Doppelkopf-Beispielen
> aufhängen kann.

Ich denke, als Beispiele sind sie schon geeignet. Denn es gibt hier "allgemeingültige" Grundregeln (doch, auch im Doppelkopf gibt es einen deutschen Verband und Turniere nach festgelegten Regeln, die allerdings privat fast niemand spielt). Über "Varianten" von Spielen zu reden, die eh fast niemand hat, ist eher witzlos, denn wenn ich Ur 1830 spiele, dann doch nur bei Björn - und dann gelten dessen Hausregeln. Ich habe ja auch nie etwas anderes kennen gelernt.

Ich denke auch, dass die Diskussion mit Thomas hier bzgl. Hausregeln - Varianten, genau darauf hinausläuft: Varianten werden von mehreren Leuten "unabhängig voneinander" gespielt, haben eine gewisse Verbreitung und können oftmals mit zwei, drei Stichworten erwähnt werden, sodass jeder weiß, worum es geht - weil sie eben bekannt sind ("Mit oder ohne Schweine?").

Hausregeln liegen oftmals in einem kleinen Spielkreis, oftmals um einen zentralen Veranstalter, und müssen Leuten, die nur das Spiel kennen meist komplett erklärt werden, da diese sie vorher noch nicht gehört haben ("Dann gibt es noch einen Punkt für den Matriarchatsstich, wenn die Herz-Dame drei Buben oder Könige fängt").

Wie jeder Übergang, so ist auch dieser ein fließender welcher.

Häusliche Grüße
Marten (hat Zahnschmerzen)

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Marten Holst

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Marten Holst » 20. März 2002, 14:47

Moinle Jost,

> Och, i.A. geht das doch sehr schnell:
> "OK, spielen wir Siedler von Catan. Ist die Almosen-Variante
> OK?" - "Ja."
> "Nehmen wir den Einmal-ist-genug-Räuber?" - "Nöö."
> "OK, fangen wir an..."

Ne, hier noch nicht:

Kann man sich vom Räuber freikaufen?
Spielen wir mit Straßenabriss?
2*3:1=1*2:1?
Und so weiter?
Nicht mit dem Nachbarn handeln?
Grün schlägt blau?

(Falls jemand der Meinung sein sollte, dass mir gerade keine sinnvollen Varianten einfallen, so hat er recht). Es lohnt sich z.B. kaum, mit vier Leuten nur [i]ein[/i]mal Doppelkopf zu spielen, denn kaum hat man die Regeln geklärt (und am besten notiert, man weiß ja nie, was man vergisst), ist der Abend schon wieder vorbei.

Invariable Grüße
Marten (hat nur einen Kopf)

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Marc Engeldinger

Re: "Hauseregeln" und "Varianten"

Beitragvon Marc Engeldinger » 20. März 2002, 15:28

Hmm, ich hab' das eigentlich nie auf die 'Professionalität' bezogen, sondern war - und bin :-) - eigentlich der Ansicht, eine 'Hausregel' sei eine Modifikation des Spieles um echte oder vermutete Schwächen auszugleichen - oder um unzulänglichkeiten der lokalen Spielerunde auszugleichen ;-) - wogegen eine Variante eben eine Variation des Spieles darstellt und, wie etwa bei den diversen SvC Varianten, mehr oder minder deutlich vom Ursprungsspiel abweicht.

Gruss
Marc

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Carsten Wesel

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Carsten Wesel » 20. März 2002, 16:13

"Wolfgang Ditt" hat am 19.03.2002 geschrieben:

> Habt ihr weitere Pros und Cons?

- wenn sie von Wolfgang verfasst wurde :-)

Gruß Carsten (der schon Elfenland-Varianten erdacht hat)
--
Sollte obiges etwas zu ernst klingen, so liegt das daran, daß ich bestimmt den einen oder anderen Smilie vergessen habe :-|

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Volker L.

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Volker L. » 20. März 2002, 16:20

Carsten Wesel schrieb:
>
> "Wolfgang Ditt" hat am 19.03.2002 geschrieben:
>
> > Habt ihr weitere Pros und Cons?
>
> - wenn sie von Wolfgang verfasst wurde :-)

:-? Ist das jetzt ein "pro" oder ein "con" :-? :lol: :lol: :lol:

Gruss, Volker

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Thomas Rosanski

Re: "Hauseregeln" und "Varianten"

Beitragvon Thomas Rosanski » 20. März 2002, 16:41

Marc Engeldinger schrieb:
>
> Hmm, ich hab' das eigentlich nie auf die 'Professionalität'
> bezogen, sondern war - und bin :-) - eigentlich der Ansicht,
> eine 'Hausregel' sei eine Modifikation des Spieles um echte
> oder vermutete Schwächen auszugleichen - oder um
> unzulänglichkeiten der lokalen Spielerunde auszugleichen ;-)

Ich mache das auch nicht an "Professionalität" fest. Sondern daran, wie weit das Verbreitung findet. Wenn jemand Tichu im Uhrzeigersinn spielt, ist das wohl eine Hausregel. Aber wenn jemand Mensch ärgere dich nicht ohne Rausschmeissen spielt, dann ist das auch eine Hausregel. Erst wenn jemand auf die Idee kommt, diese Hausregel auch "ausser Haus" zu etablieren, wäre der Begriff "Hausregel" zu einengend und ich würde auf Begriffe wie "Variante", "Modifikation" oder "Veränderung" zurückgreifen. Trotzdem ist natürlich jede Hausregel implizit auch eine Variante, wohingegen nicht jede Variante auch eine Hausregel ist.

Und Professionalität kommt erst in zweiter Instanz ins Spiel, nämlich dadurch, dass von einer Modifikation, die man "ausser Haus" in der Öffentlichkeit verbreitet, mehr Professionalität [b]erwartet[/b] wird, als von einer [i]einfachen[/i] Hausregel. Aber das sind nur Erwartungen, von denen Ausnahmen die Begrifflichkeit der Hausregel zu variieren versuchen :-).

Geregelte Grüße,

Thomas.
--
1. Wenn einer Spieler sagt, "Das haben wir aber immer schon so gespielt", dann wird nach Hausregeln gespielt.
2. Wenn ein Spieler sagt, "Wir könnten das ja mal so und so spielen", dann wird eine Variante vorgeschlagen.
Aus 1. und 2. folgt: Wenn jemand sagt, "Wir könnten ja mal statt nach Hausregeln nach den Originalregeln spielen", dann wird die Originalregel zur Variante.

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Carsten Wesel

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Carsten Wesel » 20. März 2002, 17:14

"Volker L." hat am 20.03.2002 geschrieben:

>> > Habt ihr weitere Pros und Cons?
>>
>> - wenn sie von Wolfgang verfasst wurde :-)
>
> :-? Ist das jetzt ein "pro" oder ein "con" :-? :lol: :lol:
> :lol:

OK - Du hast mich ertappt!

Gruß Carsten (der Wolfgang nach Ostern über den Weg laufen wird)

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Jost Schwider

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Jost Schwider » 20. März 2002, 19:29

"Thomas Rosanski" hat am 20.03.2002 geschrieben:

>> Wieso "Schleichwerbung", habe ich doch ganz offen verkauft!
>> ;-)
>
> Dann solltest du aber die Preisauszeichnungspflicht
> beachten :-)

:-))

>> > (schlechtes?) Beispiel von mir
>>
>> Puh, hört sich aber sehr brutal an. Ist m.E. nicht nur eine
>> einfache Variante, sondern schon ein sehr tiefer Einschnitt
>> ins Spiel...
>
> Oh, eine erste Meinung zu dieser Seite. Schön, denn genau
> deswegen hatte ich sie mail ins Netz gestellt.

Siehst du, das war meine gute Tat für heute.
Jetzt kann ich wieder ganz natürlich sein... hähähä :-D ;-)

>> Da Varianten nach meiner Auffassung die Basisregeln nur wenig
>> verändern, können sie Varianten-Neulingen meist in einem Satz
>> erläutert werden.
>
> Erläutert schon, aber bis man den Einfluss der Variante auf
> die Spielstrategie im Bauch hat... - und dann noch
> verschiedene Varianten kombinieren.

Wenn die Varianten völlig verschiedene Aspekte behandeln, dürfte das kein ganz großes Problem sein. Aber sonst hast du natürlich recht!
Ich glaube, man spricht dann oft von "Rückkopplungschaos"... :-)

> Thomas.
> (der sich eh fragt, wie manche Leute schon über alle
> Nürnberg-Neuheiten reden, während er noch nichtmal alle
> Essen-Neuheiten kennt)

Wieso, die meisten sprechen doch schon über die Neuheiten der Essen'2002... :LOL:

Viele Grüße
Jost aus Soest (hat von den Nürnbergern Neuen noch nichts auf den Tisch gekriegt)

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Jost Schwider

RE: Wann sind Varianten sinnvoll?

Beitragvon Jost Schwider » 20. März 2002, 19:29

"Volker L." hat am 20.03.2002 geschrieben:

> Carsten Wesel schrieb:
>>
>> "Wolfgang Ditt" hat am 19.03.2002 geschrieben:
>>
>> > Habt ihr weitere Pros und Cons?
>>
>> - wenn sie von Wolfgang verfasst wurde :-)
>
> :-? Ist das jetzt ein "pro" oder ein "con" :-? :lol: :lol:
> :lol:

Carsten hat ein "-" (Minus) davor geschrieben... :-D ;-)

Viele Grüße
Jost aus Soest (macht öfter mal +/- Listen)

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Wolfgang Ditt

Re: Wann sind Varianten sinnvoll? - Dank an alle

Beitragvon Wolfgang Ditt » 20. März 2002, 20:48

Liebe Schreiber,

Vielen Dank für die vielen Beiträge. ALs ich die Frage stellte, hatte ich mir über den Begriff "Variante" noch gar nicht so viele Gedanken gemacht, hatte aber im Hinterkopf so etwas wie die Medina-für-2-Variante im Kopf bzw. das neueste Machwerk, was dann Sonntag Abend online gehen soll.

Dasselbe gilt auch für das wort "sinnvoll", für das ich auch keinen weiteren Kontext als die Frage erdacht hatte. Aber vieleicht gerade dadurch wurden viele Antworten und vor allem auch Details gepostet.

Also, nochmals vielen Dank.

Gangwolf (Die neueste Variante zu Wolfgang)


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