Beitragvon Dieter Niehoff » 23. März 2002, 11:16
Auch ich kenne solche Situationen durchaus.
Zwar habe ich das Glück, in einer ganz, ganz feinen Spieler-Runde Stammgast zu sein (ein großes Dankeschön an Uwe, Lisa, Rainer, Oliver, Markus und Jörg), aber
ich habe regelmäßig, auch beruflich, mit unaufmerksamen, begriffstutzigen (frei nach Loriot: "Ich spiel zwar nicht oft, aber gerne") Spielern zu tun, deren erste aktiver Beitrag häufig aus einem der folgenden Sätze besteht:
"Was möchtet Ihr denn trinken" (am liebsten mitten hinausposaunt während man als Erklärer auf des Pudels Kern zusteuert)
oder:
"Können wir nicht erst mal anfangen" (nach ungefähr 2 Sätzen des erklärens)
Dennoch. Mein Rat nach 10 Jahren regelmäßigen Spiele erklärens:
Erst mal an die eigene Nase fassen.
Kann es daran liegen, das man selbst die Regeln nicht gut rüberbringt?
Und damit die alte Spielefrage: WIE erklär ichs meinen aufpassenden bis schlafmützigen Mitstreitern?
Womit wir uns mitten in den Anforderungen der Spieldidaktik eines Spielabends befinden.
- Wie kann ich eine miese Regel selbst kapieren?
- Wie kann ich eine miese Regel links liegen lassen und
eigenständig - ohne vorlesen - das Spiel den anderen klarmachen?
Kommen wir nun also zur - oberlehrerhaften, aber m. E. erfolgversprechenden - didaktischen Vorbereitung eines Spielabends:
Ein Kardinalfehler in einer wie von Dir beschriebenen Runde wäre es, selbst nix vom (neuen) Spiel zu wissen:
Also
- neue Spiele stets zuvor selber auspacken, Regeln lesen, alleine anspielen
Am Spielabend dann:
- den schlafmützigsten am Tisch das Spiel geben, den Aufbau erklären - aber selber nicht groß die Initiative dabei ergreifen
- stets direkt ansprechen, fragen ("Alles klar bis hierher? "Hab ich mich deutlich ausgedrückt"? usw.)
- die Regel nur dann zur Hand nehmen, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß, bzw. besser:
- nur dann, wenn andere am Tisch Fragen stellen
Ich selber kann am besten dem Erklärer zuhören und folgen, der - auch komplexe Spiele - aus dem Stehgeif anfängt zu erklären, und nur ab und an die Regel zu Rate zieht (Hallo Rainer, ja genau Du bist gemeint!).
Ganz fein können das auchn meine "Stammmitspieler" (mit drei "m"?) in Bilstein
Andreas, Ulli und Toni.
Es gäbe noch vielerlei mehr, was mir dazu einfällt, aber mich würde eher interessieren,
wie machen andere das denn?
Gruß
Dieter