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Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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gerd wapke

Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon gerd wapke » 27. März 2002, 11:24

Hi,

vor ein paar Tagen haben wir uns (zu viert) an Puerto Rico versucht. Nach ca. 1 Stunde Regelstudium und fast 2 Stunden Spiel haben wir auf allgemeinen Wunsch abgebrochen.

Es tut mir leid, ich kann die allgemeine "Hysterie" um dieses Spiel nicht verstehen. (Sollte aber vielleicht hinzufügen, dass z.B. Der Herr der Ringe und La Citta bei uns auch gnadenlos abgestürzt sind, hingegen Evo, Urland oder auch Britannia und Anno 1452 immer wieder gern gespielt werden! Ist also nicht so, dass wir keine komplexeren Spiele mögen.)

Meine Hauptkritikpunkte sind derzeit (ich werd's aber sicher nochmal versuchen):

* Die Spielregel ist eine Katastrophe (in jedem Abschnitt heißt es: "Beachten sie aber die besonderen Funktionen der Universität..." o.ä. ohne das dann die Info folgen würde!?). Sie ist unstrukturiert, ohne Querverweise od. Stichwortverzeichnis, es gibt keine übersichtliche Kurzregel od. ein Einführungsspiel (wie z.B. Prof. Easy) und man kann erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn man die ganze Regel durch hat (und muss dann immer wieder nachblättern).

* Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und langwierig, der Aufbau kommt nicht wirklich ins Laufen. Bis die Plantagen bewirtschaftet werden, die Produktion steht und man was verkaufen kann, zieht sich die Sache. (Vielleicht sollte man doch nicht ganz bei 0 starten?!)

* Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange Zeit überhaupt keinen Sinn (höchstens mit ein paar Münzen drauf, wegen der Münzen!)

* Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar sicher (auf lange Sicht gesehen) interessant und vielfältig, aber insgesamt ist das Spiel doch eher kompliziert und (ich muss es leider sagen) auf Dauer langweilig.

Wie gesagt, ich kann die anfängliche Euphorie und die Begeisterung der Spieler aus Essen bei weitem nicht teilen (und auch hier wurde ja schon sehr positiv über Puerto Rico geschrieben).

Mein Fazit (derzeit): Wer was mit Inseln, Aufbau, Handel usw. spielen will sollte lieber zu Anno 1602 greifen (Computerspiel) - ein tolles Spiel! Wer komplexe Spiele mag, wird mit anderen Titeln besser bedient. Leider...

Gerd

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Christian Hildenbrand

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Christian Hildenbrand » 27. März 2002, 11:54

Ciao Gerd !

Es muß Dir nicht leid tun, daß das Spiel so bei Euch durchgefallen ist, ich denke, das ist mal wieder ein neues Kapitel im großen Buch "Die Geschmäcker sind verschieden".

Aber ich will trotzdem mal ein bißchen auf Deine Kritikpunkte eingehen:

> * Die Spielregel ist eine Katastrophe (in jedem Abschnitt
> heißt es: "Beachten sie aber die besonderen Funktionen der
> Universität..." o.ä. ohne das dann die Info folgen würde!?).
> Sie ist unstrukturiert, ohne Querverweise od.
> Stichwortverzeichnis, es gibt keine übersichtliche Kurzregel
> od. ein Einführungsspiel (wie z.B. Prof. Easy) und man kann
> erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn man die ganze
> Regel durch hat (und muss dann immer wieder nachblättern).

Die habe ich selbst noch nicht in der Hand gehabt, weil wir in unserer ersten Partie jemanden hatten, die uns die Regel erklärt hat (außerdem daheim vergessen, von dem her MUSSTE sie uns die Spielregel aus dem Kopf her erklären ;-) ). Aber es ist mir da auch schon aufgefallen, adß es sehr viele Ausnahmen gibt bei jedem kleinen Regelabschnitt. Sei es das kleine oder große Lagerhaus, die Universität oder sonst irgendwas. Aber das íst einfach was, wo man m.E. im ersten Spiel den Überblick noch gar nicht haben muß, sondern ruhig auch noch taktische Fehler und auch Formfehler im Spiel selbst machen darf. Dazu sind erste Partien doch da, oder ?

> * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und
> langwierig, der Aufbau kommt nicht wirklich ins Laufen. Bis
> die Plantagen bewirtschaftet werden, die Produktion steht und
> man was verkaufen kann, zieht sich die Sache. (Vielleicht
> sollte man doch nicht ganz bei 0 starten?!)

Nach dem Spiel meinte einer meiner Mitspieler: "Das ist ein Spiel, bei dem Du am Anfang machen kannst, was Du willst, Du machst Dir für den Rest des Spieles nichts kaputt."
Das ist m.E. die positive Konsequenz aus Deinem Kritikpunkt. Aber stimmt schon, ich mag es eigentlich auch lieber, wenn man von vorneherein weiß, was man warum, macht. Das ist bei PR schon so, daß Du einfach in alle möglichen Richtungen mal testen kannst, um Dich dann während des Spiels für eine Taktik zu entscheiden. Je nach Spielverlauf halt.

> * Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange Zeit
> überhaupt keinen Sinn (höchstens mit ein paar Münzen drauf,
> wegen der Münzen!)

Ach das würde ich so nicht sagen. Sie machen nur nicht für jeden Spieler einen Sinn.

> * Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar
> sicher (auf lange Sicht gesehen) interessant und vielfältig,
> aber insgesamt ist das Spiel doch eher kompliziert und (ich
> muss es leider sagen) auf Dauer langweilig.

Auf Dauer kann ich das leider noch nicht beurteilen, ich habe mein eigenes Exemplar noch nicht hier bei mir liegen. Aber ich werde berichten, wenn ich neue Erfahrungen gesammelt habe.

Wie schon am Anfang gesagt: Geschmäcker sind nun mal verschieden. Ich habe auch immer wieder komplexere und einfachere Spiele, zu denen ich einfach den Draht nicht finden kann. Und dann ist es auch schwer, bei einer zweiten oder dritten Partie meine Meinung zu ändern. Z.B. zu Anno 1452 habe ich irgendwie gar keine Motivation nach dem Lesen der Regeln gehabt, von dem her steht es seit zwei Jahren ungespielt bei mir im Regal.

Ich werde mit Sicherheit noch oft PR spielen, aber niemanden dazu zwingen, es genauso toll zu finden wie ich es tue. Ich denke, das ist die einzig sinnvolle Lösung in solch einem Fall. ;-)

Grüße !

Ciao, Christian (... gestreßt von der Kirch-Krise ... :-( )

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Roman Pelek

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Roman Pelek » 27. März 2002, 12:07

Hi Gerd,

gerd wapke schrieb:

> vor ein paar Tagen haben wir uns (zu viert) an Puerto Rico
> versucht. Nach ca. 1 Stunde Regelstudium und fast 2 Stunden
> Spiel haben wir auf allgemeinen Wunsch abgebrochen.

Das sind erhebliche Zeiten... Bei mir hat das Regelstudium (komplett, vor der Partie) ca. 1/2h gedauert, danach habe ich es (ungeübteren) Mitspielern erklärt und unsere erste 4er-Partie hat ca. 75 Minuten gedauert; über 90 Minuten sind wir zu viert bislang nicht hinaus gekommen. Nur zu fünft wurden's mal an die 2h. Ich denke mal, dass das allgemeine Regellesen kurz vor und während der ersten Partie bei PR nicht unbedingt sinnvoll ist (ich find's generell nicht sinnvoll, da man zu viele Fehler macht und es viel länger aufhält, als es vorher zu lesen und zu erklären...).

> Es tut mir leid, ich kann die allgemeine "Hysterie" um dieses
> Spiel nicht verstehen.

Hm, ich denke, dass man mit etwas mehr Ruhe vielleicht einen besseren Zugang findet.

> Meine Hauptkritikpunkte sind derzeit (ich werd's aber sicher
> nochmal versuchen):
>
> * Die Spielregel ist eine Katastrophe (in jedem Abschnitt
> heißt es: "Beachten sie aber die besonderen Funktionen der
> Universität..." o.ä. ohne das dann die Info folgen würde!?).
> Sie ist unstrukturiert, ohne Querverweise od.

Nun ja, die Karten und die Weise des Anbaus/Weiterverarbeitung sind separat erläutert, um's nicht alles auf einmal zu präsentieren. Ich kam damit gut zurecht, habe erstmal die "Beachte..." überlesen und am Ende dann die Gebäude studiert. Das klappte sehr gut, auch ohne ganz genaue Querverweise, da man unter den Gebäuden und deren Namen ja sehr leicht die Sachen findet... Mir hat die Struktur gut gefallen, zumindest fiel mir angesichts der Komplexität nichts auf, was ich gerne anders gesehen hätte oder mir Probleme gemacht hätte.

> Stichwortverzeichnis, es gibt keine übersichtliche Kurzregel

Die "Kurzregel" am Rand sowie die Erläuterungen der Karten auf dem Spielplan und die Texte auf den Gebäuden empfanden wir als sehr hilfreich. Ein Stichwortverzeichnis wäre wohl etwas zu viel des guten - es ist ja "nur" eine Regel und kein Buch - und so viele Begriffe werden ja nun nicht neu definiert, denke ich... Im Prinzip besteht der Spielablauf ja aus den "Rollenkarten", durch die man die Spielphasen selbst definiert, und die sind ja gut erläutert...

> od. ein Einführungsspiel (wie z.B. Prof. Easy) und man kann
> erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn man die ganze
> Regel durch hat (und muss dann immer wieder nachblättern).

Aufgrund der Gebäude und ihren Sondereigenschaften würde wohl ein Einführungsspiel nur teilweise etwas bringen. Für mich liegt auch der Reiz darin, das Spiel in diesen Punkten selbst zu entdecken - auch auf die Gefahr hin, zu Anfang mal "Mist" zusammenzuspielen.

Bei uns hat jedenfalls die Geschichte "Einer liest die Regel und erklärt" gut funktioniert, wir haben dann zu Beginn nur bei den Gebäuden ab und an mal nachgeschlagen.

> * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und
> langwierig, der Aufbau kommt nicht wirklich ins Laufen. Bis
> die Plantagen bewirtschaftet werden, die Produktion steht und
> man was verkaufen kann, zieht sich die Sache. (Vielleicht
> sollte man doch nicht ganz bei 0 starten?!)

Das kommt auf die Spielweise an. Man kann mit Mais und Indigo sehr schnell zum Verschiffen kommen, sofern man das möchte. Aber der Anbau ist ja auch nur ein Teil des Spiels, es gibt ja auch noch den Stadtausbau. Ich fand diesen Aspekt aber für ein Aufbauspiel nicht ungewöhnlich.

> * Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange Zeit
> überhaupt keinen Sinn (höchstens mit ein paar Münzen drauf,
> wegen der Münzen!)

In der ersten Runde meist nicht, aber danach kam es bei uns schon häufiger zu ersten Verkäufen (Indigo/Mais mit kl. Markthalle) oder Verschiffen (1-2 Mais/Indigo). Der Händler gibt gerade zu Beginn dringend benötigtes Geld (jede Münze zählt), der Aufseher und Kapitän sind gerade zu Beginn, wo wenig verschifft wird, durch die Privilegien besonders stark.

> * Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar
> sicher (auf lange Sicht gesehen) interessant und vielfältig,
> aber insgesamt ist das Spiel doch eher kompliziert und (ich
> muss es leider sagen) auf Dauer langweilig.

Ich tippe da auf Probleme beim parallelen Regelstudium. Viele unserer Partien waren mit ungeübten Mitspielern, und die liefen alle sehr gut. Grundtenor all unserer Partien: "Ist ja gar nicht so kompliziert, wie's zu Anfang aussieht". Und Langeweile kam bei uns zu keiner Zeit auf, da man immer sehr genau aufpassen muss, anderen keine Vorteile zu verschaffen (Aufseher kritisch, falls der nächste den Kapitän nimmt, beim Kapitän muss man aufpassen, dass man viel verschifft bekommt, Händler kann anderen auch viel Geld bescheren) und wann das Spiel wie endet, um noch genug Siegpunkte durch Verschiffen oder 4er-Gebäude zu sammeln.

> Wie gesagt, ich kann die anfängliche Euphorie und die
> Begeisterung der Spieler aus Essen bei weitem nicht teilen
> (und auch hier wurde ja schon sehr positiv über Puerto Rico
> geschrieben).

Geht's nochmal in Ruhe an. Sobald die Regeln klar sind, kommt auch das Spiel viel besser in die Gänge, denke ich.

> Mein Fazit (derzeit): Wer was mit Inseln, Aufbau, Handel usw.
> spielen will sollte lieber zu Anno 1602 greifen

Hm - wenn ich aber mit anderen Mitspielern am Tisch spielen will? ;-) Und auch Anno 1602 hat zu Beginn ein paar Längen...

> (Computerspiel) - ein tolles Spiel! Wer komplexe Spiele mag,
> wird mit anderen Titeln besser bedient. Leider...

Ich denke, dass man PR durchaus etwas mehr Ruhe gönnen darf - vielleicht wird's ja was bei der nächsten Partie. Bei uns war's jedenfalls in allen Runden, von Familie bis hin zu Vielspielern, ein Highlight... Und das von Beginn an - aber es hilft ungemein, wenn zumindest eine(r) vorab die Regeln gut kennt und erläutert.

Ciao,
Roman

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Jürgen Schmidt

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Jürgen Schmidt » 27. März 2002, 12:41

Hallo Gerd

ein Spiel kann nicht jedem gefallen, aber ich möchte doch ein paar Kommentare zu deinem Beitrag abgeben.


> Nach ca. 1 Stunde Regelstudium und fast 2 Stunden
> Spiel haben wir auf allgemeinen Wunsch abgebrochen.

Komisch, nach 2 Stunden solltet ihr (bei normalem Grübeln) fast fertig gewesen sein. War noch kein Ende absehbar?

> * Die Spielregel ist eine Katastrophe (in jedem Abschnitt
> heißt es: "Beachten sie aber die besonderen Funktionen der
> Universität..." o.ä. ohne das dann die Info folgen würde!?).
> Sie ist unstrukturiert, ohne Querverweise od.
> Stichwortverzeichnis, es gibt keine übersichtliche Kurzregel
> od. ein Einführungsspiel (wie z.B. Prof. Easy) und man kann
> erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn man die ganze
> Regel durch hat (und muss dann immer wieder nachblättern).

Vielschichtige Spiele haben nun mal umfangreiche Regeln. Im Vergleich zu den "Händlern von Genua" sind die Regeln aber gut gemacht. Sie sind klar in 2 Kapitel strukturiert: "Rollen" und "Gebäude". Sonst gibt es nicht viel Wissenswertes. OK, bei den Rollen hätte man schreiben können, wo die "besonderen Funktionen" beschrieben sind - da habe ich auch gestöhnt.
Als Kurzspielregel gibt es auf jedem Spielplan eine Beschreibung der Rollen. Zusätzlich haben wir die Regel noch 4x kopiert. Jeder Mitspieler kann nun die Gebäudefunktionen genauer nachlesen und hat auf der letzten Seite eine Übersicht über die Gebäude - was braucht man mehr.


>
> * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und
> langwierig, der Aufbau kommt nicht wirklich ins Laufen. Bis
> die Plantagen bewirtschaftet werden, die Produktion steht und
> man was verkaufen kann, zieht sich die Sache. (Vielleicht
> sollte man doch nicht ganz bei 0 starten?!)
Die Spieler, die am Anfang Mais haben, können i.A. sofort (nach der 1. Bürgermeisterphase) produzieren. Die anderen Spieler folgen meist nicht viel später. Ihr habt doch de Startplantagen ausgeteilt, oder?

>
> * Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange Zeit
> überhaupt keinen Sinn (höchstens mit ein paar Münzen drauf,
> wegen der Münzen!)
s.o. Für die Maisbesitzer ist dies sofort interessant!

> * Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar
> sicher (auf lange Sicht gesehen) interessant und vielfältig,
> aber insgesamt ist das Spiel doch eher kompliziert und (ich
> muss es leider sagen) auf Dauer langweilig.
Ja, PR ist kein schnell wirkendes Spiel, aber jedes gekaufte Gebäude wirkt sich langsam, aber sicher aus. Bereits mit der ersten oder zweiten Kaufphase wird die Basis für die Strategie gelegt.


>
> Wie gesagt, ich kann die anfängliche Euphorie und die
> Begeisterung der Spieler aus Essen bei weitem nicht teilen
> (und auch hier wurde ja schon sehr positiv über Puerto Rico
> geschrieben).

Das sehe ich nicht so. PR ist momentan mein großer Favorit. Sogar einige ansonsten zögerliche Mitspieler wollen sich dieses Spiel kaufen - ganz ohne Spielbox-Besprechung oder Knopf-Kritik ;-)


Jürgen (der Petra fast täglich mit neuen Spielen ausstatten muß, äh darf :-) )

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Christian Hildenbrand

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Christian Hildenbrand » 27. März 2002, 12:46

Jürgen Schmidt schrieb:
>
> Jürgen (der Petra fast täglich mit neuen Spielen ausstatten
> muß, äh darf :-) )

Und das wahrscheinlich gaaaaaanz uneigennützig ! :lol: :lol: :lol:

Amüsierte Grüße !

Ciao, Christian (... muß sich alle Spiele selber kaufen wenn er nicht gerade bei Hall9000 gewinnt...)

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Petra Schmidt
Kennerspieler
Beiträge: 231

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Petra Schmidt » 27. März 2002, 13:06


> * Die Spielregel ist eine Katastrophe (in jedem Abschnitt
> heißt es: "Beachten sie aber die besonderen Funktionen der
> Universität..." o.ä. ohne das dann die Info folgen würde!?).
> Sie ist unstrukturiert, ohne Querverweise od.
> Stichwortverzeichnis, es gibt keine übersichtliche Kurzregel
> od. ein Einführungsspiel (wie z.B. Prof. Easy) und man kann
> erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn man die ganze
> Regel durch hat (und muss dann immer wieder nachblättern).

Alea-Spielregeln sind nich jedermanns Sache. Wir haben uns die Regeln beim ersten Spiel zusammen erabeitet und das hat sehr gut funktioniert. Wenn man von den Beschreibungen der Gebäude und Rollen mal absieht, schrumpft die Regel auf ungefähr die Hälfte zusammen und wenn man dann noch die Feinheiten (wie es in der Anleitung heisst) nicht mit liest, ist es gar nicht so schlimm.
Die Rollen sind auf dem eigenen Spielplan nochmal zusammengefasst und die Gebäude lernt man im Laufe des Spiels kennen. Am Anfang kann man sich die teuren sowieso nicht leisten. Da wir die Spielregel für jeden Mitspieler kopiert haben, kann jeder die einzelnen Gebäude nach und nach nachlesen.
Zuviel erklären im Vorfeld verwirrt bloss!

> * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und
> langwierig, der Aufbau kommt nicht wirklich ins Laufen. Bis
> die Plantagen bewirtschaftet werden, die Produktion steht und
> man was verkaufen kann, zieht sich die Sache. (Vielleicht
> sollte man doch nicht ganz bei 0 starten?!)

Bei uns sind die Runden relativ flott gegangen, selbst mit Leuten die sonst schon mal in tiefes Grübeln verfallen. Es ist interessant zu sehen, auf was die einzelnen Leute setzen. Mais z.B. bringt ziemlich schnell "Einkünfte".

> * Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange Zeit
> überhaupt keinen Sinn (höchstens mit ein paar Münzen drauf,
> wegen der Münzen!)

Für die Maisanbauer kann es schon interessant sein, vor allem im Zusammenhang mit evtl. darauf liegenden Münzen.

> * Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar
> sicher (auf lange Sicht gesehen) interessant und vielfältig,
> aber insgesamt ist das Spiel doch eher kompliziert und (ich
> muss es leider sagen) auf Dauer langweilig.

Das schöne an dem Spiel finde ich, dass es eigentlich schon einigermaßen flott geht und man fast immer was zu tun hat. Wirklich kompliziert finde ich es auch nicht, zumindest nicht denGrundmechanismus. Bis man natürlich den vollen Überblick hat, kann es schon etwas dauern, d.h. bis mal genau weiss was jede Rolle macht und man die Vor- und evtl. Nachteile der Gebäude kennen gelernt hat.

> Wie gesagt, ich kann die anfängliche Euphorie und die
> Begeisterung der Spieler aus Essen bei weitem nicht teilen
> (und auch hier wurde ja schon sehr positiv über Puerto Rico
> geschrieben).

Es gibt ja noch genug Spiele - die Geschmäcker sind (Gott sei Dank) verschieden, sonst wäre es ja langweilig.

Petra

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Esther Schmitz

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Esther Schmitz » 27. März 2002, 13:42

Hallo zusammen!

Ich kann schon verstehen, daß Puerto Rico nicht jedem gefällt. Ich finde das Spiel jedoch sehr gut und mag vor allem den Spielmechanismus (daß in jeder Runde jeder Spieler Aktionen machen kann). Das reduziert die langen Wartezeiten bis man endlich wieder dran ist erheblich (vor allem, wenn man den ein oder anderen Langgrübler dabei hat). Außerdem kann man viel schneller auf Aktionen der Mitspieler reagieren.

Ich fand die Regel sogar sehr gut. Mir hat auch die Aufteilung (erst Spielmechanismus, dann Gebäude) gefallen. Da kann man sich erst einmal damit vertraut machen, wie das Spiel ablaufen soll und die ganzen Einzelheiten zu den Gebäuden später nachlesen (weil die braucht man nicht um zu verstehen, wie das Spiel an sich funktioniert). Vor allem hat mich beeindruckt, daß so ziemlich jeder Sonderfall (in den kursiv gedruckten Absätzen) beschrieben wurde und auf Umstände, die man durch Lesen der Regel mißverstehen könnte extra nochmal hingewiesen wurde. Während des Spiels mußten wir noch ein paarmal Feinheiten zu Gebäuden nachsehen, aber insgesamt hat die Regel für mich keine Fragen offengelassen. Ich habe sie in etwa 20 bis 30 Minuten durchgelesen und dann den anderen das Spiel erklärt. Dabei fand ich die Kurzanleitung am Rand sehr hilfreich.

Wie man sieht, bin ich ziemilch begeistert von der Regel. Das ist aber wohl auch Geschmacksache. Ich jedenfalls hoffe, daß Alea bei dieser Art von Regel bleibt und nicht auch zu Prof.Easy Anleitungen umschwenkt.

-Esther

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HBS

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon HBS » 27. März 2002, 14:10

Moin Gerd,

nachdem inzwischen in diesem Thread fast alle meiner Lieblings-Puerto-Rico Mitspieler vertreten sind ( :-) ), denen ich mich in vielen Punkten anschließen könnte, trotzdem auch noch von mir eine Meinung:

"gerd wapke" hat am 27.03.2002 geschrieben:

> vor ein paar Tagen haben wir uns (zu viert) an Puerto Rico
> versucht. Nach ca. 1 Stunde Regelstudium und fast 2 Stunden
> Spiel haben wir auf allgemeinen Wunsch abgebrochen.

hmmm, das klingt schonmal ganz anders, als es bei uns so gelaufen ist. Habt Ihr die Regel zusammen gelesen? damit habe ich im Allgemeinen schlechte Erfahrungen gemacht: es dauert länger und ist nicht so effektiv, wie wenn einer sich gründlich vorbereitet und den anderen das Spiel erklärt. Wenn nur einer liest, kann er besser vor und zurückblättern, erstmal nur seine Fragen klären und es geht einfach schneller!

> Es tut mir leid, ich kann die allgemeine "Hysterie" um
> dieses Spiel nicht verstehen. (Sollte aber vielleicht
> hinzufügen, dass z.B. Der Herr der Ringe und La Citta bei
> uns auch gnadenlos abgestürzt sind, hingegen Evo, Urland
> oder auch Britannia und Anno 1452 immer wieder gern
> gespielt werden! Ist also nicht so, dass wir keine
> komplexeren Spiele mögen.)

wie Christian schon schrieb: typischer Fall von "Geschmackssache" - ich mag Puerto Rico eben, allerdings auch fast alle der von Dir oben genannten Spiele...

Trotzdem: "Hysterie"??? :-?


> Meine Hauptkritikpunkte sind derzeit (ich werd's aber
> sicher nochmal versuchen):
>
> * Die Spielregel ist eine Katastrophe (in jedem Abschnitt
> heißt es: "Beachten sie aber die besonderen Funktionen der
> Universität..." o.ä. ohne das dann die Info folgen
> würde!?). Sie ist unstrukturiert, ohne Querverweise od.
> Stichwortverzeichnis, es gibt keine übersichtliche
> Kurzregel od. ein Einführungsspiel (wie z.B. Prof. Easy)
> und man kann erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn
> man die ganze Regel durch hat (und muss dann immer wieder
> nachblättern).

Ich komme mit den Alea-Regeln immer wieder gut zurecht, finde sie übersichtlich und gut strukturiert und die Aufteilung in Spalten und Schriftarten für verschiedenartige Regelaspekte geradezu genial... (um auch mal ein starkes Wort zu gebrauchen... ;-) ) Völlig objektiv kann ich aber wohl bei der PR-Regel nicht sein: ich hatte bei Puerto Rico das Glück, die damals noch nicht (schriftlich) existente Regel erklärt zu bekommen - was sicherlich immer die beste Variante ist. Daraufhin war das Regellesen, als ich ca. fünf Monate später endlich, endlich, endlich das Spiel in der Hand hatte, natürlich leichter, da ich mich zumindest an die Grundstruktur des Spieles noch erinnerte... Trotzdem: auch beim ersten Lesen ging es mir eigentlich immer so, daß, sobald eine Frage auftauchte, sie sofort danach im darauffolgenden kursiven Teil der Beispiele und Ausnahmen geklärt wurde!

Inzwischen habe ich das Spiel auch schon zweimal selbst erklärt, das erste Mal mit Hilfe und Struktur der Regel (und mit Mitspielern, die sich schon gut vorbereitet hatten), das zweite Mal aus dem Kopf (und wer hier aufmerksam liest, ahnt jetzt, von wem Christian die Regel erklärt bekommen hat... ;-) - sie fand sich übrigens trotz intensieveren Suchens erst zwei Tage später zufällig wieder :-) ). Daß ich das Spiel mit Einzelfällen so schnell recht gut aus dem Kopf erklären konnte spricht, finde ich, auch sehr für die Regel. Sogar eine Frage, die ich aus dem Kopf nicht mehr beantworten konnte, entschieden wir im Spiel "richtig"...

Zu den vielen Einzelregeln kann ich nur sagen, daß ich finde, gerade das macht einen großen Teil des Spielreizes aus: es ist halt komplex und kompliziert, jede "Rolle" hat ihre Eigenheiten, die durch Gebäude verstärkt oder aufgehoben werden können. Das mag beim ersten Lesen unüberschaubar wirken, macht aber auf längere Sicht ein interessantes Spiel aus, bei dem man immer wieder neue Strategien und andere Möglichkeiten hat.


> * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und
> langwierig, der Aufbau kommt nicht wirklich ins Laufen. Bis
> die Plantagen bewirtschaftet werden, die Produktion steht
> und man was verkaufen kann, zieht sich die Sache.
> (Vielleicht sollte man doch nicht ganz bei 0 starten?!)

Das ist bei den, grob gesagt, "Siedel-Civilisations-Spielen" doch immer so, oder? Man fängt mit wenig an, möchte am liebsten alles gleichzeitig tun und es fehlt an allen Ecken und Enden. Und ganz bei Null startet man ja nun auch nicht: man kann sich schon in der ersten Runde ein kleineres Gebäude bauen, zumindest ein Teil der Mitspieler kann schon Mais produzieren, je nach Spielreihenfolge der Rollen kann auch schon Indigo oder sogar Zucker produziert werden (letzteres aber nur bei der hypothetischen Rollenreihenfolge: Siedler - Baumeister - Bürgermeister - Aufseher, wenn der Zuckeranbauende selbst den Bürgermeister spielt - zugegebenermaßen ein sehr spezieller Ablauf aber theoretisch möglich!)

OK, ich gebe zu "das ist doch immer so" ist keine "Rechtfertigung" für irgendetwas, womit wir wieder beim Thema "wer's mag" wären...


> * Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange
> Zeit überhaupt keinen Sinn (höchstens mit ein paar Münzen
> drauf, wegen der Münzen!)

Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen! In meiner letzten Runde war ich "Schlußspieler" und so blieben gerade in den ersten Runden meistens nur gerade diese Rollen übrig. So kam es irgendwie, daß ich, entgegen meiner sonstigen Neigung erstmal alles "schön" auszubauen, eher schnell auf Siegpunkte spielte... und so auch mit der geringeren Produktion, die man am Anfang wegen der wenigen Felder hat, schon am Anfang Siegpunkte sammelte. Ohne Indigo, also nur mit einer Mais-Zucker-Kombination, die sich auch irgendwie ergeben hatte, hatte ich gleichzeitig von Anfang an Einnahmen, die zwar für sich genommen jeweils nicht hoch waren, aber insgesamt dann doch immer wieder zum Bauen reichten... es läppert sich eben!


> * Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar
> sicher (auf lange Sicht gesehen) interessant und
> vielfältig, aber insgesamt ist das Spiel doch eher
> kompliziert und (ich muss es leider sagen) auf Dauer
> langweilig.

Auf Dauer kann ich noch nicht viel sagen, finde aber bisher, daß sich doch jede Partie anders entwickelt. Ich verstehe nicht ganz, wie Du aus "eher kompliziert" auf "auf Dauer langweilig" schließt???


> Wie gesagt, ich kann die anfängliche Euphorie und die
> Begeisterung der Spieler aus Essen bei weitem nicht teilen
> (und auch hier wurde ja schon sehr positiv über Puerto Rico
> geschrieben).

Ich schon! Unbedingt! Und gebe zu, daß ich schon seit meinem Probespiel sehr auf PR gewartet habe und mich auch jetzt wieder auf eine eventuelle Partie am Wochenende (Petra? Jürgen? Christian? ;-) ) freue!

Nach den Antworten auf Deine Kritikpunkte, jetzt noch meine Antwort auf Deine allgemeiner Frage der Überschrift: [i]Was ist an Puerto Rico toll?[/i] Für mich - und ich weiß, daß einiges dessen, was kommt, sehr subjektiv ist - folgendes:

- Es ist ein Spiel, bei dem viele Wege zum Ziel führen, und bei dem es (zumindest bisher ;-) ) keine "richtige" Strategie gibt.

- Man kann sich zwar immer wieder überlegen, was wohl am besten/ günstigsten / effektivsten ist, muß seine Strategie aber je nach Spielentwicklung immer wieder anpassen. Es ist also nicht von Anfang an absehbar, wie ein Spiel laufen wird, man muß sich auf das Spiel einlassen und wird oft gezwungen, anders zu spielen, als man sich es schön zurechtgelegt hatte - man muß also wach und dabei bleiben!

- Es sind immer alle Spieler beteiligt. Auch wenn nicht miteinander gehandelt wird (und das, die fehlende direkte Interaktion zwischen den Spielern, ist wohl auch einer meiner Kritikpunkte - allerdings wäre "auch das noch" wohl etwas viel von einem einzigen Spiel verlangt!) muß man doch bei jeder Rolle wieder selbst entscheiden, was man tut. Auch wenn man dem anderen nicht direkt schaden kann, wird man doch umso erfinderischer, was das indirekte schaden angeht... und muß zusätzlich zu Überlegungen zum eigenen Vorteil auch darauf achten, daß die eigene Rollenwahl nicht günstiger für andere, als für einen selbst ist.

- Es ist eine schöne Umsetzung des Themas, hübsch gemacht, ohne gleich zu spezifisch oder postkolonial-kritisch zu sein, eben "spielerisch", nicht sozialkritisch.

Einen Kritikpunkt hätte ich allerdings auch noch: es ist immer wieder viel zu schnell vorbei! :-))

So, ich hoffe inzwischen haben nicht alle anderen schon genau das gepostet, was ich jetzt hier aufgeschrieben habe ;-)

Gruß,
Hanna
(bastelt schon an einer Strategie für die nächste Runde... um Jürgen mit seiner gr. Markthalle/ kl. Lagerhaus/ Hafen/ Werft-oder-so-ähnlich Strategie gründlich zu schlagen! ;-) )

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Marco Aschwanden

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Marco Aschwanden » 27. März 2002, 14:24

> Z.B. zu Anno
> 1452 habe ich irgendwie gar keine Motivation nach dem Lesen
> der Regeln gehabt, von dem her steht es seit zwei Jahren
> ungespielt bei mir im Regal.

Dass nenn ich Perlen vor die Säue geworfen - solltest du schleunigst nachholen.

Gruss,
Marco

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Jürgen Schmidt

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Jürgen Schmidt » 27. März 2002, 15:07

HBS schrieb:
> (bastelt schon an einer Strategie für die nächste Runde... um
> Jürgen mit seiner gr. Markthalle/ kl. Lagerhaus/ Hafen/
> Werft-oder-so-ähnlich Strategie gründlich zu schlagen! ;-) )

Da ich mich bei den letzten beiden Partien mit einem vierten Platz begnügen musste, werde ich meine Strategie erst mal grundlegend überdenken und am Wochenende mit einer PuertoRico2002-Strategie antreten.

Jürgen (mit Schumacher-Feeling)

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Volker L.

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Volker L. » 27. März 2002, 15:09

Christian Hildenbrand schrieb:
>
> > * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und
> > langwierig, der Aufbau kommt nicht wirklich ins Laufen. Bis
> > die Plantagen bewirtschaftet werden, die Produktion steht und
> > man was verkaufen kann, zieht sich die Sache. (Vielleicht
> > sollte man doch nicht ganz bei 0 starten?!)
>
> Nach dem Spiel meinte einer meiner Mitspieler: "Das ist ein
> Spiel, bei dem Du am Anfang machen kannst, was Du willst, Du
> machst Dir für den Rest des Spieles nichts kaputt."
> Das ist m.E. die positive Konsequenz aus Deinem Kritikpunkt.
> Aber stimmt schon, ich mag es eigentlich auch lieber, wenn
> man von vorneherein weiß, was man warum, macht. Das ist bei
> PR schon so, daß Du einfach in alle möglichen Richtungen mal
> testen kannst, um Dich dann während des Spiels für eine
> Taktik zu entscheiden. Je nach Spielverlauf halt.

An diesem Punkt moechte ich mal etwas allgemeiner antworten, da
ich konkret ohnehin kaum etwas dazu sagen kann (meine bislang
einzige Partie war auf der Messe in Essen - und das unvollstaendig,
weil erst am Sonntag um 16:30 begonnen! -, zu Weihnachten war
es ja leider noch nicht erhaeltlich :-/ und mein Geburtstag ist
erst in 7 Wochen) aber den Eindruck mit "am Anfang machen kannst,
was Du willst, Du machst Dir für den Rest des Spieles nichts kaputt"
hatte ich auch - und ich finde das gut :-)
Hier im Forum wird ja oefter ueber die Problematik
Spielen/gespielt werden diskutiert. Nun, wenn ein Spiel so ausgelegt
ist, dass mehrere moegliche Wege zum Erfolg fuehren, ich mich aber
gleich im ersten oder spaetestens zweiten Zug endgueltig fuer
einen entscheiden und diesen konsequent durchhalten muss, dann
[i]werde[/i] ich doch praktisch gespielt - voellig unabhaengig davon,
ob ich nun zu Beginn des Spiels zwischen 2 oder 20 verschiedenen
Strategien waehlen konnte.
Unsere Testpartie war zu kurz (inkl. Regelerklaerung 1 Stunde, da
die Teilnehmer vor Messeschluss noch ein paar Sachen kaufen wollten),
als dass ich schon Peilung haette, welche Wege zum Erfolg fuehren,
aber wenn es noch nach mehreren gespielten Runden moeglich ist,
seine Strategie zu aendern, waere das ein deutlicher Pluspunkt.

Gruss, Volker

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Christian Hildenbrand

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Christian Hildenbrand » 27. März 2002, 15:09

Jürgen Schmidt schrieb:
>
> HBS schrieb:
> > (bastelt schon an einer Strategie für die nächste Runde... um
> > Jürgen mit seiner gr. Markthalle/ kl. Lagerhaus/ Hafen/
> > Werft-oder-so-ähnlich Strategie gründlich zu schlagen! ;-) )
>
> Da ich mich bei den letzten beiden Partien mit einem vierten
> Platz begnügen musste, werde ich meine Strategie erst mal
> grundlegend überdenken und am Wochenende mit einer
> PuertoRico2002-Strategie antreten.
>

Habt Ihr jetzt eben festgelegt, daß ich am Samstagabend PR spielen werde ??? :-?

Fragende aber nicht unzufriedene Grüße !

Ciao, Christian (... spielt auch schon mal ohne Taktik sehr erfolgreich ...)

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Dieter Niehoff

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Dieter Niehoff » 27. März 2002, 15:30

Hallo Hanna,
>
> (bastelt schon an einer Strategie für die nächste Runde... um
> Jürgen mit seiner gr. Markthalle/ kl. Lagerhaus/ Hafen/
> Werft-oder-so-ähnlich Strategie gründlich zu schlagen! ;-) )

So schnell wie möglich Hospiz plus 1,2 Steinbrüche zulegen. Und Du kannst mitansehen, wie Dir die anderen hinterherhecheln. Lass die anderen ruhig produzieren. Hol Dir im Mittelspiel eine Werft für Deine zwei, drei Warenarten und Du kannst in aller Ruhe sehen, wie die anderen Stress mit dem Kapitän haben.
Ich glaube, die Werft ist sowieso eine stark unterschätzte Lagerhalle (nur viel effektiver, denn sie bringt Siegpunkte)

Und nicht den Goldsucher außer acht lassen. Denn der bringt wirklich nur Dir einen Vorteil.

Bei meinen bislang vier Partien habe ich Derartiges zweimal ausprobiert.........
..........gewonnen habe ich damit aber nie.

Faszinierend war, was Mitspieler Uwe in der allerersten unserer Partien versucht und durchgezogen hat:
- nach und nach - und durchaus fix - alle großen Produktionsgebäude gekauft,
- dadurch stets für eine Fülle von Kolonisten gesorgt, die sich nach einer Bürgermeisterphase (die bekanntlich stetig kommt) immer wieder auf dem Kolonistenschiff einfanden
- dadurch das Spiel schnell gemacht,
- als letzte Aktion die Zunfthalle gekauft,
- das Spiels wg. Kolonistenmangels beendet,
- und mit großem Abstand gewonnen.


(Aber ganz egal, welche Strategie Du mal ausprobierst. Mache es einfach ganz anders als Jürgen .........)

Do it
Dieter Niehoff

(Warum heißen die Sklaven mitsamt Sklavenschiff bei alea eigentlich "Kolonisten" und "Kolonistenschiff"?)

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Jost Schwider

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Jost Schwider » 27. März 2002, 15:37

"gerd wapke" hat am 27.03.2002 geschrieben:

> vor ein paar Tagen haben wir uns (zu viert) an Puerto Rico
> versucht. Nach ca. 1 Stunde Regelstudium und fast 2 Stunden
> Spiel haben wir auf allgemeinen Wunsch abgebrochen.
> [etc. pp.]

Gerd, ich will dir herzlich für deine kritische Hinterfragung danken!

Ich habe PR bisher noch nicht selbst gespielt, aber der bisherige "Sekundär-Eindruck" (Forum-Postings und Regelstudium) hat mir doch ein gewisses "unbehagliches" Gefühl bereitet... :-/

Dank dir bekomme ich jetzt viele neue Facetten zu sehen! :-))

Viele Grüße
Jost aus Soest (freut sich schon auf seine erste PR-Runde)

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Sven Weiss

Re: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Sven Weiss » 27. März 2002, 15:42


>
> Ciao, Christian (... muß sich alle Spiele selber kaufen
> wenn er nicht gerade bei Hall9000 gewinnt...)

...gratuliere noch. (grummel, habe leider nix gewonnen...)

Sven

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Petra Schmidt
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Beiträge: 231

[OT] Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Petra Schmidt » 27. März 2002, 16:00

Christian Hildenbrand schrieb:
> Habt Ihr jetzt eben festgelegt, daß ich am Samstagabend PR
> spielen werde ??? :-?

Nur weil HBS und Jürgen "versuchen" Strategien für Puerto Rico zu entwickeln :grin:, ist das noch kein Entschluss PR auch zu spielen ;-)

Petra (die PR mag, aber nun auch mal wieder was anderes ausprobieren möchte)

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Michael Schramm

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Michael Schramm » 27. März 2002, 17:05

Hi Dieter,

die Kolonisten heißen so, weil sie eben keine Sklaven sondern Kolonisten sind! Das manche Leute immer nur solche Vorurteile haben, einige Leute in den Kolonien haben eben auch richtig Geld verdient, eben die Kolonisten!

Nice dice

Michael

PS: Was glaust Du, wie die Horden über Alea hergefallen wären, wenn wirklich Deine Beghriffe verwandt worden wären....

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Dieter Niehoff

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Dieter Niehoff » 27. März 2002, 18:47

Mensch Michael,

bei meiner sklavischen Bermerkung fehlte ein Smily (ich bin immer noch zu blöd, denn aus meiner Tastatur zu holen).
Ich hoffe, bei Dir fehlte auch ein solcher.
Aber wurden diese gebeutelten "Agrarhelfer" damals wirklich Kolonisten genannt?

fragt
Dieter Niehoff

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HBS

Re: [OT] Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon HBS » 27. März 2002, 19:33

Petra Schmidt schrieb:
>
> Christian Hildenbrand schrieb:
> > Habt Ihr jetzt eben festgelegt, daß ich am Samstagabend PR
> > spielen werde ??? :-?
>
> Nur weil HBS und Jürgen "versuchen" Strategien für Puerto
> Rico zu entwickeln :grin:, ist das noch kein Entschluss PR
> auch zu spielen ;-)
> Petra (die PR mag, aber nun auch mal wieder was anderes
> ausprobieren möchte)

Reines Wunschdenken meinerseits... :-) ;-)

... aber "Dschunke" klingt auch nicht schlecht! Weiteres aber wohl doch besser per Mail! :-D

Gruß,
Hanna
(hätte da auch noch einiges bisher ungespieltes...)

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Michael Schramm

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Michael Schramm » 27. März 2002, 19:59

Hi Dieter,

:D stimmt, dieser Smiley hätte dem Ganzen gut getan!

Nice dice

Michael

PS: Als Kolonisten bezeichneten sich nach meinen Geschichtskenntnissen die europäischen Einwanderer in den Überseegebieten, ganz so als ob das Land vorher noch nicht besiedelt sei... die Ureinwohner waren eben nach Meinung dieser europäischen Homo superiores keine "echten" Menschen (extra hier ohne Smilies, bei diesen Dingen kann einem wirklich die Galle hochkommen - vor allem, da einige Trottel auch heute noch so denken und sich am liebsten alle Bewohner der sog. 3.Welt weiterhin als "dienende Klasse" halten würde!

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Udo Bartsch
Kennerspieler
Beiträge: 115

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Udo Bartsch » 27. März 2002, 23:32

Eins vorweg: Unsere Geschmäcker scheinen stark unterschiedlich zu sein. HdR und vor allem La Citta mag ich gern, Urland und Anno 1452 kann ich nicht viel abgewinnen. Insofern ist es vielleicht gar nicht möglich, dass wir uns bei Puerto Rico einig werden. Trotzdem (und obwohl bereits vieles geantwortet worden ist, was ich auch so sehe) kann ich mir eine Gegenrede nicht verkneifen, denn aus meiner Sicht ist Puerto Rico den anderen Neuheiten tatsächlich so dermaßen voraus, wie man es dem Forum auch immer wiederentnehmen kann.

1. Die Regel ist keine "Katastrophe"! Da setze ich auch kein diplomatisches "meiner Meinung nach" davor - sie ist keine Katastrophe. Ich habe Puerto Rico ohne Schwierigkeiten anhand der Regel erlernen können. Da gibt´s ganz andere Regeln. Mein Lieblingsbeispiel: "Quidditch" von Mattel. DAS ist eine katastrophale Regel. Die Regel von PR ist lediglich sehr genau. Sie lässt mich auch bei Spezialfragen, die erst während des Spiels auftauchen, nicht im Stich. Die "Prof. Easy"-Regeln sind eine tolle Sache, aber vom Aufwand her (doppelte Kosten, doppelte Arbeit) ein echter Luxus, den sich schlichtweg nicht jeder Verlag leisten kann.

2. Seid ihr bei eurer Einstiegspartie allesamt sofort auf die hochwertigen Waren wie Zucker, Kaffee, Tabak gegangen? Und habt ihr nur große und keine kleinen Produktionsgebäude errichtet? Es klingt danach, wenn du schreibst, dass es so lange gedauert hätte, bis man seine Plantagen bewirtschaftet, oder dass es "lange Zeit" keinen Sinn mache Aufseher, Händler oder Kapitän zu sein. Der Kapitän macht schon ab da Sinn, wo der erste Mais geerntet worden ist. 2 Siegpunkte und mindestens 1 Dublone (die auf dem Kapitän liegt) für Mais sind super. Zumal die anderen Spieler in dieser Phase noch kaum was zu verschiffen haben. (Ihr habt doch wohl beachtet, dass jeder Spieler bereits mit einer Plantage beginnt, Mais also schon im Spiel ist?)
Ich stimme dir zu, dass nicht alle Rollen das ganze Spiel über gleichermaßen attraktiv sind, aber deshalb kommt ja auch das Geld auf die verschmähten Karten.

3. Es ist sicher schwierig, Spielreiz in Worte zu fassen. Ich will es aber trotzdem versuchen, um auf deine Frage in der Überschrift zu antworten. Ich finde Puerto Rico toll,
- weil ich in jeder Partie etwas Neues lerne. Meine Spielweise verbessert sich, ist aber immer noch nicht "fertig". Ohnehin kann man bei PR nicht starr von Anfang an ein bestimmtes Konzept verfolgen; viel hängt davon ab, welche Plantagen und Gebäude man bekommt. Die Partien laufen auch immer wieder anders.
- weil es ein komplexes Spiel ist, aber kein Grübel- und Rechenspiel. Wir spielen PR inzwischen sehr flott runter. Die Abläufe und die Funktionen der Gebäude hat man schnell intus. Kaum Glückselemente, viele Entscheidungen - aber trotzdem nicht so ein Denker wie meinetwegen Java, wo ich jedesmal wieder alles durchrechnen muss.
- weil es eine interessante Taktik erfordert (ohne dass ich mit einer Definition aufwarten könnte, was eine Taktik "interessant" macht und welche Taktiken für mich gefühlsmäßig "unattraktiv" sind): Von den meisten Spielzügen profitieren auch meine Gegner. Ich finde es spannend, mir zu überlegen, wovon ich am meisten profitiere, welche Aktion ich auf keinen Fall einem anderen Spieler überlassen darf und wie ich es hinkriege, dass andere für mich arbeiten.
- weil ich Spiele mag, bei denen ich mir etwas aufbaue. Selbst wenn ich am Schluss nicht gewinne, macht es mir Spaß, das Gesamtgefüge meiner Insel herzustellen und ins Laufen zu bringen. Am PC mag´s da noch viel ausgefeiltere Sachen geben, aber mich reizt gerade die auf wenige Prinzipien reduzierte Brettspiel-Version.
- weil es thematisch gut eingebettet ist. Ich habe nichts gegen abstrakte Spiele - Euphrat & Tigris beispielsweise ist großartig - aber wenn etwas so schön passt wie bei PR, dann macht es umso mehr Spaß. Mit "Thema" meine ich den sehr einsichtigen und nachvollziehbaren roten Faden: auf Plantagen Rohstoffe ernten, weiterverarbeiten, verschiffen, Arbeiter ranholen, expandieren. (Ob nun eine Universität in Wirklichkeit auch zusätzliche Kolonisten auf Gebäude bringt, ist für mich irrelevant.)

Der Spielreiz äußert sich darin, dass ich dauernd Lust habe, PR zu spielen. Es scheint noch viele Partien zu dauern, bis es mir langweilig wird.

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Ärgerlicher Beitrag

Beitragvon Ralf Arnemann » 28. März 2002, 13:17

Nicht nur Spiele sollten Qualität haben, sondern auch Spielekritik. Und da fällt dieser Beitrag doch sehr ab.

> * Die Spielregel ist eine Katastrophe
Definitiv falsch. Man kann beliebig darüber streiten, ob die Regel noch besser sein könnte, noch mehr Beispiele oder Querverweise enthalten sollte, didaktisch besser aufgebaut sein könnte.
Aber die Regel ist korrekt und vollständig und klar strukturiert. Damit ist sie auf jeden Fall keine "Katastrophe", sondern minimal guter Durchschnitt, m. E. sogar wesentlich darüber.
Ein so pauschales Niedermachen der Regel ist auf jeden Fall unqualifiziert.

> ... und man kann erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn
> man die ganze Regel durch hat.
Was nun bei komplexen Spielen eine Selbstverständlichkeit ist. Auch die von Gerd als Positivbeispiele genannten Spiele kann man natürlich nicht spielen, ohne vorher einmal die komplette Regel gelesen zu haben!

> * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und langwierig,
Banane. Die ersten Runden gehen sogar besonders schnell, weil es wie bei allen Aufbauspielen noch wenige Optionen gibt.
Auf jeden Fall ist schon ganz früh einige Produktion möglich.

> * Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange Zeit
> überhaupt keinen Sinn ...
Sachlich falsch, wie schon in einigen Beiträgen hier beschrieben.
Im übrigen sorgt der Münzausgleich nach Vinci-Vorbild dafür, daß die im Spielverlauf unterschiedlichen Wertigkeiten von Rollen sehr gut ausbalanciert werden.

> * Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar sicher > ...interessant und vielfältig, aber insgesamt ist das Spiel
> doch eher kompliziert und (ich muss es leider sagen) auf Dauer
> langweilig.
Diese Aussage ist eine Frechheit!
Ihr habt das Spiel einmal angespielt und noch nicht einmal zu Ende gebracht. Daraus solche Bewertungen abzuleiten ist unsinnig.
Durch die Euch bekannten Reaktionen hier im Forum war auch klar, daß Puerto Rico auf jeden Fall kein Flop ist und Ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit die Regeln mißverstanden und Murks gespielt habt. Eine Nachfrage hier zu "warum ist Puerto Rico so toll" wäre ok gewesen und hätte das geklärt.
Aber die Frage schon zu beantworten, obwohl man keine qualifizierte Basis dafür zustande gebracht hat, das ist lächerlich.

Die Qualität und Originalität des Spielsystems von Puerto Rico steht außer Zweifel.
Was noch überhaupt nicht heißt, daß es den persönlichen Geschmack treffen muß. Ich habe volles Verständnis für jeden, der nach einige Proberunden abwinkt und seine Spielelust lieber anderswo auslebt. Jedes Spiele hat Fans und Gegner.

> Mein Fazit (derzeit): ... Wer komplexe Spiele mag, wird mit
> anderen Titeln besser bedient. Leider...
Lächerliches Fazit.
Wer komplexe Spiele mag, weiß, daß man sie verstanden haben muß, bevor man sie bewerten oder gar Empfehlungen aussprechen kann.

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Gerd Wapke

Ärgerlicher Ralf Arnemann

Beitragvon Gerd Wapke » 28. März 2002, 17:54

Vorneweg mal *Danke* an alle die versucht haben mir mit ihren Postings doch wieder Lust auf Puerto Rico zu machen. (Ich werd's in anderer Besetzung sicher nochmal versuchen!)

An Ralf Arnemann:

Da hat wohl einer was in den falschen Hals gekriegt, fühlt sich auf den Schlips getreten?! Oder warum gehst Du so auf mich los? (Und das tw. nicht zu knapp!)

> Nicht nur Spiele sollten Qualität haben, sondern auch Spielekritik...

Oder auch die Kommentare auf anderer Leute Postings, meinst Du nicht? Übrigens habe ich keine Kritik abgegeben, sondern meiner Enttäuschung luftgemacht, weil ich einfach so sehr dieses Spiel mögen wollte (nach den vielen Vorschußlorbeeren) und gehofft habe, das einige hier mich auf den rechten Weg zurückführen können. :)

>> * Die Spielregel ist eine Katastrophe
> Definitiv falsch... Aber die Regel ist korrekt und vollständig und klar strukturiert.

Korrekt und vollständig ist sie sicher, aber nicht klar strukturiert (und für uns war sie eine Katastrophe - keiner kannte das Spiel und alle waren begierig darauf zu spielen). Bei (fast) allen anderen Spielen ist die Regel im Spielfluß aufgebaut und man kann die erste (Probe-)Partie recht flott beginnen und liest bei den entsprechenden Punkten dann genauer nach.

>> ... und man kann erst anfangen zu verstehen und spielen, wenn
>> man die ganze Regel durch hat.
>Was nun bei komplexen Spielen eine Selbstverständlichkeit ist.

s.o. und weil' hier gut dazupasst: Puerto Rico ist (und das kann ich auch schon nach dem kurzen Anspielen beurteilen) mehr kompliziert als komplex. Der Spielmechanismus ist nicht sehr komplex und die vielen versch. Mechanismen & Ausnahmen machen es kompliziert (Britannia z.B. ist auch eher kompliziert, weil's viele Ausnahmen hat). Ich/wir mögen halt offenbar eher komplexe Spiele (da ist Britannia vielleicht die große Ausnahme?!).

>> * Die ersten Spielrunden verlaufen viel zu zäh und langwierig,
>Banane. Die ersten Runden gehen sogar besonders schnell,...

Du warst dabei, bei unserer Spielrunde? Obige Aussage war, wie auch alle anderen in meinem Posting sehr subjektiv und persönlich gefärbt und KEINE Spielekritik. Da ist mir wurscht, wie das wer anderer spielt oder ob's dort flott geht! Bei uns war's zäh.

>> * Die Rollen Aufseher, Händler und Kapitän machen lange Zeit
>> überhaupt keinen Sinn ...
>Sachlich falsch, wie schon in einigen Beiträgen hier beschrieben.

siehe vorigen Punkt (aber sag mal, bist Du Lehrer, weil Du immer alles verbessern oder erklären musst?)

>> * Die verschiedenen Abhängigkeiten und Effekte sind zwar sicher >> ...interessant und vielfältig, aber insgesamt ist das Spiel
>> doch eher kompliziert und (ich muss es leider sagen) auf Dauer
>> langweilig.
>Diese Aussage ist eine Frechheit!

Ich empfinde z.B. die meisten Deiner Kommentare als solche (oder als Beleidigung, aber gut...). :

> Durch die Euch bekannten Reaktionen hier im Forum war auch klar, daß Puerto > Rico auf jeden Fall kein Flop ist und Ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit die Regeln > mißverstanden und Murks gespielt habt. Eine Nachfrage hier zu "warum ist
> Puerto Rico so toll" wäre ok gewesen und hätte das geklärt.

Gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der uns beobachtet, über das richtige Verhalten der Forumsteilnehmer wacht und bei Verstößen maßregelt. (Ich entscheide schon noch selbst was ich kenne und wie ich nachfrage, OK?!)

> Die Qualität und Originalität des Spielsystems von Puerto Rico steht außer
> Zweifel.

Oh entschuldige, ich konnte ja nicht wissen, dass Du das so festgesetzt hast, aber jetzt ist natürlich alles klar! Ich habe unrecht und Du hast recht... :(

>> Mein Fazit (derzeit): ... Wer komplexe Spiele mag, wird mit
>> anderen Titeln besser bedient. Leider...
>Lächerliches Fazit.

Lächerlicher oder besser gesagt entbehrlicher Kommentar, oder...?!

Gerd

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Gerd Wapke

RE: Puerto Rico? Was ist daran so toll?!

Beitragvon Gerd Wapke » 28. März 2002, 17:56

Dank Dir für Deinen netten Kommentar! Aber wie gesagt, ich werd's sicher nochmal probieren - ich wollt's so gern mögen das Puerto Rico... :)

Gerd

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Gerd Wapke

Re: Danke für die netten Tipps & Kommentare

Beitragvon Gerd Wapke » 28. März 2002, 18:00

Allen ein herzliches Dankeschön, die versucht haben mir das Spiel doch wieder schmackhaft zu machen! Ich werde es sicher nochmal versuchen (in anderer Runde und vorher die Regel ordentlich durcharbeiten), aber so ganz dürfte es doch nicht meins sein. (Darum gibt's eben so viele Spiele) :)


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