Beitragvon Gustav der Bär » 16. April 2002, 23:04
Du führst ja schon treffend die meisten Hindernisse auf, lieber Ralf, die gegen die Herstellung eines Einzelstücks als wirkliches Fertigexemplar sprechen.
Eine - zumindest hypothetisch zu durchdenkende - Alternative ist die, die du ja auch schon ansprichst: Eine Art Halbfertig-Produkt, das der Besteller dann durch eigene Bastelarbeit vollenden kann.
Nennen wir das Konzept mal, damit das Kind einen Namen hat, "Games IKEA-Style"
- Die Produktion von fertig vorgestanzten Papp-Bögen für die Marker dürfte im Einzelfall zu teuer sein, aber die ungestanzten Bögen haben üblicher Weise eine Norm-Größe, so dass der Druck ohne Stanzung durchaus machbar ist. Den Rest müsste der Besteller dann mit einer scharfen Klinge allein erledigen.
- Spielpläne können unterschiedlich groß sein, aber auch der größte lässt sich durch Aneinanderlegen von mehreren kleineren Plänen herstellen. Wir können uns also einen Standard-Spielplan vorstellen, von dem bei einem Spiel mit größerem Plan halt mehrere einzeln und unterschiedlich bedruckte nebeneinander gelegt werden.
- Aufwändiger würde die Sache natürlich da, wo Holz- oder Kunststoffteile ins Spiel kommen, die individuelle Formen aufweisen: Kichen, Schiffe, Lastwagen ... Aber selbst da kann man sich behelfen, in dem man als GoD halt nur eine Art "reduzierter" Variante anbietet: Auch die "Siedler von Catan" müssen nicht unbedingt Häuser, Kirchen, Schiffe und Stadtmauern aus Holz haben; Pappmarker würden für die Spielmechanik genau so ausreichen.
Eine ganz andere Frage ist, wie du ja auch richtig anmerkst, ob so ein Konzept sich wirtschaftlich tragen kann. Man kann das kaum als Hobby betreiben, da ja, bevor auch nur das erste Spiel angeboten werden kann, eine wohl recht teure Vorleistung vom Anbieter zu erbringen ist. Das Einzelstück würde zudem erheblich teurer werden als ein einzeln gedrucktes Buch - und die Nachfrage (die wohl nur aus Kreisen von ausgesprochenen Spiele-Freaks kommen wird) dürfte sich - selbst über einen längeren Zeitraum betrachtet - in Grenzen halten.
Trotzdem kann es lohnen, noch etwas genauer darüber nachzudenken. Es lassen sich ja oft noch Normierungs- und Einsparmöglichkeiten finden, wo man sie im ersten Moment noch nicht sieht. Die grundsätzliche Möglichkeit, ein entsprechendes Konzept zu organisieren, sehe ich nämlich durchaus.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)