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Taktische Hinweise: Puerto Rico

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Roman Pelek

Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Roman Pelek » 18. April 2002, 03:53

Hi,

da unten der Thread zu taktischen Hinweisen steht, möchte ich das mal für PR aufgreifen, um Spielanfängern etwas an die Hand zu geben:

1. Niemals das Geld vernachlässigen.
2. Ein besetztes 4er Gebäude mit Extrasiegpunkten ist quasi Pflicht zum Sieg
3. Monokulturen lohnen selten, und wenn dann nur mit Werft oder frühem Lagerhaus.
4. Mit wenig Mais, Indigo, Zucker ist die Manufaktur Pflicht.
5. Mit Hazienda unbedingt auf Verschiffung + Plantagensiegpunkte spielen.
6. Mit Uni das Spiel als erster mit Gebäuden beenden
7. Ein Steinbruch muss quasi sein, der 2. lohnt sehr. Der dritte fällt vor die Füße - okay. Der 4. ist redundant und nur aus Symmetriegründen enthalten - außer man beschneidet den Führenden.
8. Bauhütte ist zu dritt irrelevant, zu viert und fünft essentiell.
9. Nie Lagerhäuser/Kontor kaufen, bevor man sie braucht (oder meint, dass andere sie dringender brauchen).
10. Der linke Nachbar führt aufgrund Verkauf im Handelshaus? Dieselbe Warensorte anbauen und verkaufen. Zwingt zumindest das Kontor auf.
11. Schiffe im Auge behalten: man kann andere wunderbar damit blockieren.
12. Egal, was man tut, die anderen machen's besser. Drum heisst's: aufpassen, aufpassen, aufpassen... Und situationsabhängig reagieren.
13. verdammt viel Spaß haben. Es ist nur ein Spiel - und genau dazu gedacht :-)

So, nun dürft ihr Gegenmeinungen äußern ;-)

Ciao,
Roman (morgen: Uni-Stratege)

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Holger Janssen

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Holger Janssen » 18. April 2002, 09:08

Roman Pelek schrieb:
> Hi,
> da unten der Thread zu taktischen Hinweisen steht, möchte ich
> das mal für PR aufgreifen, um Spielanfängern etwas an die
> Hand zu geben:
>
> 7. Ein Steinbruch muss quasi sein, der 2. lohnt sehr. Der
> dritte fällt vor die Füße - okay. Der 4. ist redundant und
> nur aus Symmetriegründen enthalten - außer man beschneidet
> den Führenden.
> 8. Bauhütte ist zu dritt irrelevant, zu viert und fünft
> essentiell.
>
> So, nun dürft ihr Gegenmeinungen äußern ;-)

Im großen und ganzen möchte ich dir zustimmen, allerdings widersprechen sich deine Punkte 7 und 8 etwas.
Den einen Steinbruch bekommt man eigentlich immer, wenn man ihn haben will.
Daher kauft man vielleicht besser die kleine Markthalle, um Punkt 1 im Auge zu behalten. Die Bauhütte nützen nämlich meist nur etwas in Runde 2 und 3, während man die Markthalle immer brauchen kann.

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Kathrin Nos
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Taktische Hinweise: PR - Danke Roman!

Beitragvon Kathrin Nos » 18. April 2002, 09:16

Hallo Roman,

"Roman Pelek" hat am 18.04.2002 geschrieben:
> 1. Niemals das Geld vernachlässigen.
> (...)
> 13. verdammt viel Spaß haben. Es ist nur ein Spiel - und
> genau dazu gedacht :-)

Also, da mal ein dickes Lob von mir und danke für diese Liste (kann man so ausdrucken und ins Spiel legen)!

Ich habe ja PR noch nicht gespielt, ausser einer Regellernsimulationsrunde zu zweit, in der jeder zwei Städte/Inseln übernommen hat. Beim nachträglichen Nachlesen der mittlerweile zahlreichen Threads hatte ich auch schon kurz überlegt, dass es toll wäre, das alles etwas zusammengefasst zu haben - und dann sehe ich heute morgen Dein Posting :-)

Alles Gute wünscht
Kathrin (Samstag ist PR-Tag :-)) ).
Spielerin, früher auch Rezensentin

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Petra Schmidt
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Beiträge: 231

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Petra Schmidt » 18. April 2002, 09:25

Hi Roman,

hast Du eine wissenschaftliche Arbeit aus Puerto Rico gemacht? :LOL:

Roman Pelek schrieb:
> 1. Niemals das Geld vernachlässigen.

Tja, das ist wie im richtigen Leben, es ist fast immer zu knapp.
Meine Strategie ist unter anderem möglichst auf Kaffee zu setzen, besonders empfehlenswert im Zusammenhang mit dem Kontor und vielleicht noch einer Markthallte -> Verkauf im Handleshaus.

> 2. Ein besetztes 4er Gebäude mit Extrasiegpunkten ist quasi
> Pflicht zum Sieg

Hatte ich bisher glaube ich auch fast immer.

> 3. Monokulturen lohnen selten, und wenn dann nur mit Werft
> oder frühem Lagerhaus.
> 4. Mit wenig Mais, Indigo, Zucker ist die Manufaktur Pflicht. :???:
> 5. Mit Hazienda unbedingt auf Verschiffung +
> Plantagensiegpunkte spielen.

Die Hazienda mag ich überhaupt nicht, die macht mir meine Felder nur unkonntrolliert voll (durch das verdeckte ziehen der Plantagen).

> 6. Mit Uni das Spiel als erster mit Gebäuden beenden

Die Uni kann zumindest bei Spielende sehr, sehr nützlich sein, wenn man dort noch ein großes Gebäude (4er gebäude) kauft und dies sofort aktivieren kann - auch wenn man nicht der ist, der das Spiel beendet.

> 7. Ein Steinbruch muss quasi sein, der 2. lohnt sehr. Der
> dritte fällt vor die Füße - okay. Der 4. ist redundant und
> nur aus Symmetriegründen enthalten - außer man beschneidet
> den Führenden.

Sehe ich genauso.

> 8. Bauhütte ist zu dritt irrelevant, zu viert und fünft
> essentiell.

Die Bauhütte hatte ich noch nie, habe das Spiel aber trotzdem schon öfters gewonnen, und das immer in einem Spiel zu viert oder fünft.

> 9. Nie Lagerhäuser/Kontor kaufen, bevor man sie braucht (oder
> meint, dass andere sie dringender brauchen).

Da bin ich anderer Meinung. Wenn ich ein Lagerhaus oder Kontor haben will, kaufe ich dies, bevor es ein oder zwei andere tun. Was man hat, hat man.
Oder ist das jetzt ein Tip, damit Dir in Zukunft alle das Lagerhaus und den Kontor lassen? :)))

> 10. Der linke Nachbar führt aufgrund Verkauf im Handelshaus?
> Dieselbe Warensorte anbauen und verkaufen. Zwingt zumindest
> das Kontor auf.
> 11. Schiffe im Auge behalten: man kann andere wunderbar damit
> blockieren.

Dies ist fast die einzigste, wirklich fiese Möglichkeit im Spiel :grin:

> 12. Egal, was man tut, die anderen machen's besser. Drum
> heisst's: aufpassen, aufpassen, aufpassen... Und
> situationsabhängig reagieren.
> 13. verdammt viel Spaß haben. Es ist nur ein Spiel - und
> genau dazu gedacht :-)

Viele Grüße
Petra (in deren Spielgruppe schon viele mit Puerto Rico infiziert wurden)

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Wolfgang Ditt

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Wolfgang Ditt » 18. April 2002, 11:55

Hallo Roman,

hier meine Meinungen

den wichtigsten Tipp hast du vergessen: bei PR ist es nicht wichtig, was oder wie viel ich bekomme, sondern dass es mehr ist als meine Mitspieler erhalten. Daraus abgeleitet: wenn du mit keiner Rolle richtig zufrieden bist, nimm den Goldgräber, der immer nur dir einen Vorteil bringt.

Ein zweiter Tipp: konsequent sein und dann nicht kurzfristig handeln. Beispiel: wenn ich alle 5 Waren produziere, spare ich auf die Manufaktur, auch wenn das große Lagerhaus vielleicht kurzfristig drei Klötzchen retten kann.

Nun zu deinen Punkten:
> 1. Niemals das Geld vernachlässigen.
Stimmt, tue ich für ein Wirtschaftsspiel aber als trivial ab.

> 2. Ein besetztes 4er Gebäude mit Extrasiegpunkten ist quasi
> Pflicht zum Sieg
Ja, aber ein zweites ist nicht immer die beste Wahl

> 3. Monokulturen lohnen selten, und wenn dann nur mit Werft
> oder frühem Lagerhaus.

> 4. Mit wenig Mais, Indigo, Zucker ist die Manufaktur Pflicht.
> 5. Mit Hazienda unbedingt auf Verschiffung +
> Plantagensiegpunkte spielen.
Gerade mit Hazienda entsteht leicht 4. Schnell eine Markthalle und schon kann man oft verkaufen.

> 6. Mit Uni das Spiel als erster mit Gebäuden beenden
und immer schon eine Plantage besetzen, zu der man die Fabrik kaufen will. Produziert dann sofort.

> 7. Ein Steinbruch muss quasi sein, der 2. lohnt sehr. Der
> dritte fällt vor die Füße - okay. Der 4. ist redundant und
> nur aus Symmetriegründen enthalten - außer man beschneidet
> den Führenden.
Die werden überschätzt. In nunmehr 6 Spieler habe ich 5 Spiele gewonnen mit insgesamt 4 Steinbrüchen (einmal habe ich ihn erst zwei Runden vor Schluss erworben und genau einmal genutzt)

> 8. Bauhütte ist zu dritt irrelevant, zu viert und fünft
> essentiell.
Nein! Die Bauhütte ist auch zu fünft nur eine Option.

> 9. Nie Lagerhäuser/Kontor kaufen, bevor man sie braucht (oder
> meint, dass andere sie dringender brauchen).
Doch. Allein der Besitz kann andere vom Verschiffen abhalten. "Es passiert dir ja nichts"

> 10. Der linke Nachbar führt aufgrund Verkauf im Handelshaus?
> Dieselbe Warensorte anbauen und verkaufen. Zwingt zumindest
> das Kontor auf.
Soll ich mich hier aufopfern?

> 11. Schiffe im Auge behalten: man kann andere wunderbar damit
> blockieren.
Ja, deshalb ist der Aufseher so gefährlich. Die anderen entscheiden, ob die Waren verkauft der verschifft werden.

> 12. Egal, was man tut, die anderen machen's besser. Drum
> heisst's: aufpassen, aufpassen, aufpassen... Und
> situationsabhängig reagieren.
Das sollen sie beweisen.

> 13. verdammt viel Spaß haben. Es ist nur ein Spiel - und
> genau dazu gedacht :-)
Ja!

> Roman (morgen: Uni-Stratege)
Uni-Stratege? Denn gibt es nicht. Mit der Uni wird aus PR ein Taktik- statt ein Strategiespiel, weil ich viel schneller reagieren kann.

Wie du siehst, habe ich deutlich andere Meinungen. Ich denke, das ist gut, weil es die Vielseitigkeit zeigt.

Wolfgang (liebt die Uni)

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Michael Schramm

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Michael Schramm » 18. April 2002, 13:34

Hallo Wolfgang,

> > Roman (morgen: Uni-Stratege)
> Uni-Stratege? Denn gibt es nicht. Mit der Uni wird aus PR ein
> Taktik- statt ein Strategiespiel, weil ich viel schneller
> reagieren kann.


wenn ich nicht völlig falsch liege meinte Roman hier das "Real-life" und nicht die Welt des Spiels!

Nice dice

Michael

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Stephan Valkyser

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Stephan Valkyser » 18. April 2002, 14:22

Oh, da möchte ich aber in einigen Punkten deutlich widersprechen!
Aus einer Erfahrung von bislang 15 Partien mache ich folgende Statements:

1) Steinbrüche werden (auch von uns zu Anfang) völlig überschätzt. Ein bis zwei sind ganz nett, aber meist ist es besser, stattdessen eine produzierende Plantage zu nehmen. Aus diesem Grund halte ich auch den Siedler für die schwächste aller Rollen, weil sein Privileg (fast) nichts wert ist.
Ach ja, und die Bauhütte ist natürlich völliger Murks.

2) Die Markthallen sind die besten Gebäude. Schnell kaufen, bevor sie weg sind!

3) Die Hazienda ist Müll. Da stimmt ich Wolfgangs Einschätzung voll und ganz zu!

4) Der Goldsucher ist besser, als viele meinen. In meiner Einschätzung der Rollen kommt er direkt nach Händler und Baumeister. Aufseher und Siedler finde ich am schlechtesten. Hier läßt man lieber einen Mitspieler diese Rolle übernehmen.

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Ralf Arnemann » 18. April 2002, 14:38

Sehr schöne Liste.
Aber einige Tips sind für Anfänger noch zu hoch, und andere für Experten nicht mehr richtig ;-)

> 1. Niemals das Geld vernachlässigen.
Für Anfänger: Ja.
Anfängern sollte man bei Spielerklärung auch explizit klarmachen, daß es überhaupt nur 3 Geldquellen gibt.
Bei Forgeschrittenen würde ich eher formulieren:
Niemals mehr Geld scheffeln, als man wirklich für die benötigten Gebäude braucht. Bei Spielende ist die Kasse nämlich so bitter wenig wert.

> 2. Ein besetztes 4er Gebäude mit Extrasiegpunkten ist quasi
> Pflicht zum Sieg
Für Anfänger: Ja.
Bei Fortgeschrittenen sehe ich das ganz entspannt. Einmal ordentlich die Werft benutzt bringt fast so viel. Und das kann man wiederholen!

> 3. Monokulturen lohnen selten, und wenn dann nur mit Werft oder
> frühem Lagerhaus.
Ja. Ohne Lagerhaus sind Monokulturen Selbstmord. Und ansonsten immer noch riskant. Manchmal bremst man die eigene Produktion aus, weil die Rohstoffe schon im eigenen Lager liegen.

> 4. Mit wenig Mais, Indigo, Zucker ist die Manufaktur Pflicht.
Umgekehrt: Mit Manufaktur sind diese drei Rohstoffe Pflicht ;-)
Natürlich ist die Manufaktur eine schöne Sache.
Aber auch ohne sie ist eine diversifizierte Produktion fein. Da findet sich immer mal ein Plätzchen auf dem ein oder anderen Schiff. Nur das Lagerhaus muß dann halt sein.

> 5. Mit Hazienda unbedingt auf Verschiffung +
> Plantagensiegpunkte spielen.
Ich formuliere es mal drastische: Wenn man diese blöde Hazienda hat, wird einem wohl wenig anderes übrig bleiben ...

> 6. Mit Uni das Spiel als erster mit Gebäuden beenden
Ja. Und aufpassen, daß man im Zweifelsfall noch Platz für ein zweites 4-er-Gebäude hat.

> 7. Ein Steinbruch muss quasi sein, der 2. lohnt sehr. ...
Kann ich schwer widersprechen, das habe ich ja unten vorgerechnet ;-)
Wobei ich das abgeschwächter sehe: Der erste Steinbruch ist immer nützlich (aber muß eben nicht sein, wenn man dazu auf wertvolle Alternativen verzichten müßte). Der zweite ist nur noch nett, wenn er halt so über den Weg läuft.

> 8. Bauhütte ist zu dritt irrelevant, zu viert und fünft
> essentiell.
Bauhütte ist immer irrelevant. Wenn es einem so wichtig ist, wird man selbst zu fünft immer einen Steinbruch bekommen. Alles weitere ist optional, dafür lohnt sich kein Gebäude.

> 9. Nie Lagerhäuser/Kontor kaufen, bevor man sie braucht ...
Lagerhäuser braucht man immer schneller, als man denkt ...
Denn der Kauf bedeutet ja noch nicht, daß sie schon besetzt sind!
Beim Kontor bin ich ohnehin sehr skeptisch, ob das so viel bringt.

> 10. Der linke Nachbar führt aufgrund Verkauf im Handelshaus?
Egal was im Handelshaus passiert: Es kann nie falsch sein, die Warensorte des linken Nachbarn zu produzieren. Während es meist falsch ist, die des rechten Nachbarn zu produzieren.

> 11. Schiffe im Auge behalten: man kann andere wunderbar damit
> blockieren.
Für Anfänger und Experten wichtig.

> 12. Egal, was man tut, die anderen machen's besser.
So wenig Selbstbewußtsein habe ich nicht ;-)

> 13. verdammt viel Spaß haben. Es ist nur ein Spiel - und genau
> dazu gedacht
Wie heißt es bei Hägar: "Es geht nicht um Siegen oder Verlieren. Es geht darum, den Gegner zu demütigen." ;-)

Anfügen würde ich:

14. Es gewinnt, wer die meisten Siegpunkte hat.

Klingt trivial, wird aber im Spieleifer oft übersehen.
Dukaten, Kolonisten, Plantagen, Produktion und eigentlich auch Gebäude sind nur Mittel zum Zweck.
Zu leicht vergaloppiert man sich mit tollen Strategien und kommt dann gar nicht mehr dazu, die Früchte zu ernten.

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Carsten Wesel

[OT] RE: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Carsten Wesel » 18. April 2002, 15:42

"Wolfgang Ditt" hat am 18.04.2002 geschrieben:

> Wolfgang (liebt die Uni)

Na wenn das mal nicht die Brigitte hört.

Gruß Carsten (liebt die Karin)
--
PS: Das mit dem kleinen Imbiss wird leider nix.

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Wolfgang Ditt

unbeliebte Gebäude

Beitragvon Wolfgang Ditt » 18. April 2002, 16:19

Wenn die Bauhütte oder die Hazienda sehr unbeliebt sind, gibt es eine gute Verwendung für sie. Ich spiele gern mit Uni und evtl. einem Steinbruch. Dann kostet mich ein solches Gebäude 1 Dublone, bringt mir einen Siegpunkt (was für ein tolles Verhältnis) und einen Kolonisten.
Dieser darf dann in der nächsten Bürgermeisterphase Plantagenarbeit verrichten oder als Fabrikarbeiter seinen Lohn verdienen.

Wolfgang

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Ralf Arnemann
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Re: unbeliebte Gebäude

Beitragvon Ralf Arnemann » 18. April 2002, 17:26

So eine Zweitverwertung ist natürlich ganz nett. Man bekommt billigst einen Siegpunkt und nimmt eventuelle weitere Vorteile eines Gebäudes mit.
Es ist auch klar, daß z. B. für die Zusatzpunkte für möglichst viele Plantagen eine Hazienda nützlich ist.

Das sind dann alles Mitnahmeeffekte in der zweiten Spielhälfte, wenn man seine eigentliche Siegstrategie schon definiert hat.
Auf eine sinnvolle Hazienda-Verwendung am Spielanfang warte ich noch ...

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Ralf Arnemann » 18. April 2002, 17:33

2) Die Markthallen sind die besten Gebäude. Schnell kaufen, bevor sie weg sind!
Holla - die Markthallen hätte ich ganz im Gegenteil als ziemlich schwach eingestuft.

Bei uns ist es so, daß das Handelshaus ganz schnell mit Mais/Zucker/Indigo versperrt wird.
Und dann dauert es einige Runden, bis ein Spieler mit Kontor oder einem teuren Rohstoff überhaupt wieder Platz schafft.

Hier könnte es sehr auf die übliche Taktik der Spielerrunde ankommen:
Gilt (wie bei uns) das Handelshaus als schwach, dann ist es das auch. Denn wenn man als Einziger Interesse daran hat, muß man den Händler immer selber spielen und dann auch mit Billigrohstoffen, d.h. selbst mit Gebäudehilfe ist das keine tolle Einnahmequelle, blockiert aber Aktionen.
Hält aber eine Spielerrunde Handeln für stark, dann ist es das auch. Weil dann oft gehandelt wird, fast jeder etwas mit Markthalle verstärkt und ein Kontor sich damit lohnt (und damit das Haus zuverlässig wieder geleert wird).

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Peter Schweizer

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Peter Schweizer » 18. April 2002, 21:37

Hallo Petra

Mir scheint, dass du von Puerto Rico nicht genug kriegen kannst!? ;-)
Ich hatte bisher nur einmal die Gelegenheit PR zu spielen. :seufz:


Petra Schmidt schrieb:
>
> Viele Grüße
> Petra (in deren Spielgruppe schon viele mit Puerto Rico
> infiziert wurden)

Ist deine Spielgruppe Privat oder kann sich da Jedermann/-frau infizieren lassen?

Gruss Peter (der noch immer auf die 2. Partie Puerto Rico wartet!)

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Jürgen Schmidt

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Jürgen Schmidt » 19. April 2002, 08:56

Ralf Arnemann schrieb:
>
> 2) Die Markthallen sind die besten Gebäude. Schnell kaufen,
> bevor sie weg sind!
> Holla - die Markthallen hätte ich ganz im Gegenteil als
> ziemlich schwach eingestuft.

Ich halte die Markthallen für ziemlich starke Gebäude, zumal die kleine Markthalle fast umsonst ist (mit dem obligatorischen Steinbruch wird sie umsonst).

In Kombination mit dem Kontor kommt dies dann fast einem Goldesel gleich. Vor allem in der frühen Phase kann man dann den Händler nutzen und die Mitspieler gehen leer aus, weil das Handelshaus mit Mais/Indigo blockiert ist.

> Hier könnte es sehr auf die übliche Taktik der Spielerrunde
> ankommen:
> Gilt (wie bei uns) das Handelshaus als schwach, dann ist es
> das auch. Denn wenn man als Einziger Interesse daran hat, muß
> man den Händler immer selber spielen und dann auch mit
> Billigrohstoffen, d.h. selbst mit Gebäudehilfe ist das keine
> tolle Einnahmequelle, blockiert aber Aktionen.
> Hält aber eine Spielerrunde Handeln für stark, dann ist es
> das auch. Weil dann oft gehandelt wird, fast jeder etwas mit
> Markthalle verstärkt und ein Kontor sich damit lohnt (und
> damit das Haus zuverlässig wieder geleert wird).

Ich seke es genau anderst herum:
Gilt es als schwach, macht mir keiner meine Markthallen streitig und ich kann mit Markthalle, Kontor und Kaffeeplantage (Petras Lieblingsstrategie) Unmengen an Geld erhalten.

Fährt jeder auf den Händler ab, wird mir das Handelshaus öfters vor der Nase gefüllt. Dann klappt es mit dem Absahnen nicht mehr so gut.


Jürgen (Mit PR-Entzugserscheinungen)

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Petra Schmidt
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Beiträge: 231

[OT] Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Petra Schmidt » 19. April 2002, 09:04

Hallo Peter,

> Ist deine Spielgruppe Privat oder kann sich da
> Jedermann/-frau infizieren lassen?

Unser Spielekreis trifft sich jeden Montagabend in Augsburg. Mitspielen kann eingentlich fast jeder. Falls Du aus der Gegend sein solltest und Interesse hast, setz Dich einfach per Mail mit mir in Verbindung.

Viele Grüße
Petra

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Hajo

Puerto Rico - enorm Vielfältig!

Beitragvon Hajo » 19. April 2002, 09:41

Hi Leute,

Nachdem ich diese Diskussion ein wenig verfolgt habe, ist mir im Prinzip nur eines klar geworden: Diese Spiel hat soviele Facetten wie Spieler, die es spielen, und birgt eine wahnsinnige Spieltiefe und Abwechslungreichtum in sich. Offensichtlich gibt es zu jeder Empfehlung/Vorliebe/Spielstrategie eine entsprechende, völlig gegenteilige Meinung :-)) , was mir zeigt, dass man hier seinen persönlichen Spielstil völlig selbst entwickeln kann! Klingt klasse!

Obwohl ich selbst noch nicht gespielt habe, ist mir allein durchs Lesen hier schon dermassen das Wasser im Mund zusammengelaufen, dass ich wohl bei der nächstbesten Gelegenheit entsprechende Massnahmen ergreifen werde (sprich: Beschaffen!!!).

Ich bin schon mehr als gespannt!

Der Hajo (der neulich erst seine ersten paar Partien "Tadsch Mahal" gespielt hat und von den ALEA-Spielen immer mehr beeindruckt ist!)

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"Das Spiel ist das einzige, was Männer wirklich ernst nehmen. Deshalb sind Spielregeln älter als alle Gesetze der Welt."
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Roman Pelek

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2002, 10:25

Holger Janssen schrieb:

> Im großen und ganzen möchte ich dir zustimmen, allerdings
> widersprechen sich deine Punkte 7 und 8 etwas.
> Den einen Steinbruch bekommt man eigentlich immer, wenn man
> ihn haben will.

Hm, es gab bei uns Runden, da war es anders, sogar zu viert. Wenn alle Mitspieler auf Steinbrüche, auch mit Bauhütte, gieren, wird es für den Startspieler, wenn er nicht gleich einen nimmt (z. B. weil er mit dem Baumeister das Hospiz nimmt) schwierig. Aber evtl. ist das auch nur ausgleichende Gerechtigkeit, da man zudem dann schneller in die Produktion kommen kann...

> Daher kauft man vielleicht besser die kleine Markthalle, um
> Punkt 1 im Auge zu behalten. Die Bauhütte nützen nämlich
> meist nur etwas in Runde 2 und 3, während man die Markthalle
> immer brauchen kann.

Das habe ich gestern probiert, d. h. eine Strategie mit kl.+gr Markthalle und Uni zu fünft. Einen Steinbruch habe ich (zufällig, mangels Interesse der anderen) recht spät auch noch dazu bekommen. Meine Strategie ging aber nicht auf, da das Handelshaus mangels Kontor/Tabak/Kaffee zu Beginn lange blockiert war (was allerdings wohl in der Runde ungewöhnlich war, da zumindest einem Spieler Tabak-Anbau genutzt hätte, er sich aber auf anderes konzentrierte). Dementsprechend gewannen zwei Vielverschiffer (Siegpunkte zu Ende), bevor die beiden Uni-Spieler ihre Stadt zeitig genug ausbauen konnten. Aber das wird in der nächsten Runde gleich wieder so oder ähnlich ausprobiert, denn normalerweise lief sowas mal besser auch bei uns ;-)

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Uni

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2002, 10:30

Hi Michael,

Michael Schramm schrieb:

> > > Roman (morgen: Uni-Stratege)

> wenn ich nicht völlig falsch liege meinte Roman hier das
> "Real-life" und nicht die Welt des Spiels!

Ich meinte doppeldeutigerweise beides ;-) Aber zu Wolfgangs Kommentar mag ich noch sagen, dass mit Besitz der Uni das Spiel für einem selbst taktischer, d.h. kurzfristig planbarer wird, klar. Aber alleine das Spielen auf eine Uni empfinde ich als Strategie, da's ein bisschen dauert und man zu Anfang vieles andere links liegen lassen muss.

Apropos: was war generell in Euren Runden der beste Weg zur Uni? Nur eisernes Sparen, damit als erstes Gebäude - oder zuerst Anbau von teureren Waren wie Zucker/Tabak für's Handelshaus und dann Uni? Oder doch eher die Uni etwas später kaufen und dafür evtl. noch Markthallen o.ä. mitnehmen? Oder was ganz anderes?

Ciao,
Roman

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Marten Holst

Re: Puerto Rico - enorm Vielfältig!

Beitragvon Marten Holst » 19. April 2002, 10:32

Moin Hajo,

> Obwohl ich selbst noch nicht gespielt habe, ist mir allein
> durchs Lesen hier schon dermassen das Wasser im Mund
> zusammengelaufen, dass ich wohl bei der nächstbesten
> Gelegenheit entsprechende Massnahmen ergreifen werde (sprich:
> Beschaffen!!!).

Du sprichst mir sowas von aus der Seele - die vielen Möglichkeiten, die hier erwähnt werden, machen mir Mut, dass es ein großartiges Spiel ist. Und Adam hat schon geliefert - nun muss ich nur noch heute Abend das Spiel auspacken :-). Aber selten wurde mir ein Spiel bei Beschreibungen so mundwässernd vorgestellt...

Zu den Siegstrategien: sicherlich gibt es Fehler, aber mir sind schon dermaßen viele Spiele begegnet, in denen man in einer Spielrunde sicher war, [i]die[/i] Strategie gefunden zu haben - und dann kommt so ein blöder Neuling hinzu, denkt sich seinen Teil, macht alles anders als den Standard und gewinnt damit dann. Eventuell spielen verschiedene Strategien einfach immer wieder mal Stein-Schere-Papier? (Meine Erfahrung bei Fürsten von Florenz: Werke schlägt Misch schlägt Gebäude schlägt Werke - wenn jeweils der dritte nicht gespielt wird. Ist aber nur eine Erfahrung und nicht theoretisch untermauert)

Vorfreudige Grüße
Marten (der fast keines der in der letzten Zeit besprochenen Spiele kennt :-()

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Roman Pelek

Handelshaus-Blockade, die 2.

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2002, 10:44

Hi Ralf,

Ralf Arnemann schrieb:
>
> 2) Die Markthallen sind die besten Gebäude. Schnell kaufen,
> bevor sie weg sind!
> Holla - die Markthallen hätte ich ganz im Gegenteil als
> ziemlich schwach eingestuft.

Für die besten Gebäude halte ich sie auch nicht, aber sie geben eine gute Basis her. Evtl. bedingen sie aber, s.u., dann auch noch das Kontor - dann wird's aber happig und schwierig zu spielen. Gestern bin ich genau damit untergegangen.

> Bei uns ist es so, daß das Handelshaus ganz schnell mit
> Mais/Zucker/Indigo versperrt wird.
> Und dann dauert es einige Runden, bis ein Spieler mit Kontor
> oder einem teuren Rohstoff überhaupt wieder Platz schafft.

Exakt. Wenn kein Spieler auf die Idee kommt, Tabak/Kaffee zu produzieren, um an Geld zu kommen, dauert's bis zum Kontor (und auch noch der entsprechenden Ware, die allzuleicht bei 3 Waren/3 Schiffen mitverschifft werden muss, so dass man mit leeren Händen dasteht), bis man wieder damit an Geld kommt.

> Hier könnte es sehr auf die übliche Taktik der Spielerrunde
> ankommen:
> Gilt (wie bei uns) das Handelshaus als schwach, dann ist es
> das auch. Denn wenn man als Einziger Interesse daran hat, muß
> man den Händler immer selber spielen und dann auch mit
> Billigrohstoffen, d.h. selbst mit Gebäudehilfe ist das keine
> tolle Einnahmequelle, blockiert aber Aktionen.
> Hält aber eine Spielerrunde Handeln für stark, dann ist es
> das auch. Weil dann oft gehandelt wird, fast jeder etwas mit
> Markthalle verstärkt und ein Kontor sich damit lohnt (und
> damit das Haus zuverlässig wieder geleert wird).

Und das ist ein m. E. wichtiger, bisher vernachlässigter Punkt: die Spielrunde. Sehr leicht etablieren sich in erfahrenen Runden mit gleicher Zusammensetzung feste Vorgehensweisen, die dafür sorgen, das bestimmte Dinge gut funktionieren und man auf die Idee kommen kann, es gäbe eine feste Siegstrategie oder sehr starke und sehr schwache Gebäude. Bei uns hat sich dieser Eindruck aber jedes Mal in einer anderen Runde wieder verworfen. Gerade die Handelshaus-Geschichte oben scheint mir ein gutes Beispiel - wenn man als einziger aufs Handelshaus spielt, kann das sehr, sehr gefährlich werden...

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Puerto Rico - enorm Vielfältig!

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2002, 10:48

Hi Hajo,

Hajo schrieb:

> Nachdem ich diese Diskussion ein wenig verfolgt habe, ist mir
> im Prinzip nur eines klar geworden: Diese Spiel hat soviele
> Facetten wie Spieler, die es spielen, und birgt eine
> wahnsinnige Spieltiefe und Abwechslungreichtum in sich.

Dieses Fazit würde ich bislang unterschreiben, denn so seh ich's auch: kaum hat man mal zu einem eigenen Stil in einer Runde gefunden, gibt's andere (eigene Runden oder Meinungen im Forum), die das widerlegen. Das zeugt von der enormen Variabilität des Spiels und auch davon, dass das Mitspielerverhalten das Spiel doch vermutlich deutlich mehr beeinflusst als festgefahrene Bahnen.

> Klingt klasse!

Spielt sich auch so, je öfter man es spielt, und je mehr man ausprobiert. Es gibt immer was Neues zu entdecken im Spiel (oder hier im Forum) ;-)

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Taktische Hinweise: Puerto Rico

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2002, 10:56

Hi Wolfgang,

>Die werden überschätzt. In nunmehr 6 Spieler habe ich 5 Spiele gewonnen mit insgesamt 4 Steinbrüchen (einmal habe ich ihn erst zwei Runden vor Schluss erworben und genau einmal genutzt)<

Das zeigt, wie unterschiedlich das Verhalten der Spieler sein kann. Stellt sich die Frage: werden Steinbrüche wichtiger, je begehrter sie in einer Runde sind? D.h. ist es ein merklicher Nachteil, wenn alle viele Steinbrüche besitzen und man selbst keinen?

>> 8. Bauhütte ist zu dritt irrelevant, zu viert und fünft
>> essentiell.
>Nein! Die Bauhütte ist auch zu fünft nur eine Option.

S.o. Was ist, wenn alle auf Steinbrüche spielen? Ist sie dann - in solchen Runden - ein Muss oder doch ein "Kann"?

>> 10. Der linke Nachbar führt aufgrund Verkauf im Handelshaus?
>> Dieselbe Warensorte anbauen und verkaufen. Zwingt zumindest
>> das Kontor auf.
>Soll ich mich hier aufopfern?

Bei uns gelang es immer gut, das mit den eigenen Wünschen zu kombinieren. Aufopfern wäre allerdings eine schlechte Idee, dann sollte man es lieber lassen, wenn's gar nicht passt. Aber wenn man z. B. Tabak oder Kaffee zur Wahl hat und der linke Nachbar hat eine Sorte davon und der direkte rechte nicht... Dann würde ich es als wichtig erachten, sich danach zu richten. Das kam bei uns häufig vor.

>Wie du siehst, habe ich deutlich andere Meinungen. Ich denke, das ist gut, weil es die Vielseitigkeit zeigt.<

Ja, das würde ich auch als generelles, sehr positives Fazit zum Spiel so stehenlassen. Und auch von obigen Tipps von mir scheint es sich ja zum Teil nur um Dinge zu handeln, die sich in unseren Runden teilweise etabliert haben. Nebenbei waren diese ja auch eher zur Diskussion als Tipps für Anfänger gestellt, um evtl. mal was Grundlegendes für die ersten Runden zu finden. Aber wie ich schon weiter unten im Thread "Taktische Tipps" vermutete, wird's bei Puerto Rico verdammt schwer, allgemeingültige Sachen zu finden...

Ciao,
Roman

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Stephan Valkyser

Re: Handelshaus-Blockade, die 2.

Beitragvon Stephan Valkyser » 19. April 2002, 11:01

Selbstverständlich fußt eine Handelshaus-Strategie nicht auf Mais oder Indigo, sondern auf Zucker/Tabak/Kaffee. Für ein verkauftes Gut lassen sich so mit beiden Handelshäusern zwischen 6 und 8 Dublonen verdienen - mehr als genug, um damit sofort das nächste Produktionsgebäude bezahlen zu können.
Kontore können bei dieser Strategie wichtig werden, wenn zuviele andere Spieler ebenfalls Zucker/Tabak/Kaffee produzieren.
In unseren Spielrunden (immer zu viert) hat sich übrigens auch oft die folgende Situation ergeben:
Spieler A (Markthallen, hochwertige Waren) wählt den Händler und verdient mit Kaffee besagte 6-8 Dubonen. Spieler B und C verkaufen mit etwas geringerem Erlös Tabak und Zucker.
Spieler D (ohne Markthallen) steht nun vor der Wahl, ein Indigo für 1 Dublone zu verkaufen und damit das Handelshaus wieder leer zu räumen, oder aber auf einen Verkauf zu verzichten mit der Idee, in der nächsten Händlerrunde nur einem Spieler einen Verkauf zu ermöglichen.
Interessanterweise hat sich der vierte Spieler meistens dafür entschieden, selbst für die eine schlappe Dublone sein Indigo zu verkaufen, weil er diese Dublone meist dringend für weitere Investitionen gebraucht hat. Gerade ein Spieler ohne gutes Einkommen aus dem Handelshaus ist nämlich auf jede Dublone angewiesen!
Blieb das Handelshaus bei 3 Waren stehen, war das - eigentlich nicht überraschend - ein großer Anreiz, in der nächsten Runde den Händler sofort noch mal zu nehmen, da nun der Händlerspieler sogar noch als einziger verdienen konnte!
Fazit:
Eine _Blockade_ des Handelshauses haben wir selten feststellen können.

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Stephan Valkyser

Re: Puerto Rico - enorm Vielfältig!

Beitragvon Stephan Valkyser » 19. April 2002, 11:04

Kann ich nur unterschreiben. In meiner wöchentlichen Spielrunde, welche ungefähr seit 1985 existiert, ist seit 1830 von Avalon Hill kein Spiel mit solcher Begeisterung aufgenommen und mit solcher Intensität gespielt worden wie Puerto Rico.
Großes Lob an den Autor Andreas Seyfarth und den Verlag alea!

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Handelshaus-Strategie gefährlich für Einzelgänger ...

Beitragvon Ralf Arnemann » 19. April 2002, 11:15

> Ich halte die Markthallen für ziemlich starke Gebäude, zumal
> die kleine Markthalle fast umsonst ist ...
Klar, die kleine Markthalle kommt oft preisgünstig vorbeigehoppelt, und es kann selten falsch sein, sie sich bei Ermangelung besserer Gebäudechancen einfach zu nehmen.
Ist allemal ein Siegpunkt ...
Bei der großen Markthalle ist das aber schon ganz anders, mit der legt man sich sehr auf Handelshaus-Strategie fest.

> In Kombination mit dem Kontor kommt dies dann fast einem
> Goldesel gleich.
Wenn man Handelshaus-Orientierung vorhat, ist das Kontor wohl Pflicht.
Aber eine ganze Weile lang ist das trotzdem nur ein sehr schwachbrüstiges Goldeselchen: Für sein Mais/Indigo bekommt man halt 2-3 Dublonen, kaum mehr als beim durchschnittlichen Goldsucher (und der erfordert keine Vorleistungen).

Mit der großen Markthalle und teuren Rohstoffen sieht das schon lukrativer aus.
Aber dafür muß man dann schon ganz gut investieren, und es wird auch einiges an Kolonisten für alle diese Gebäude benötig.
Das geht natürlich zwangsläufig auf Kosten der Produktionsketten.

> Ich seke es genau anderst herum:
> Gilt es als schwach, macht mir keiner meine Markthallen
> streitig und ich kann mit Markthalle, Kontor und Kaffeeplantage
> (Petras Lieblingsstrategie) Unmengen an Geld erhalten.
Unmengen Geld: Ja.
Aber erst spät und mit erheblichen Vorleistungen.
Und damit die sich rechnen, muß dann auch jede Runde ein Händler gespielt werden.

Und jetzt kommt der Knackpunkt: Ist man der einzige Handelshaus-Spieler, dann bleibt diese Aufgabe auch allein an einem selber hängen.
Und ich befürchte, daß einem diese Einschränkung der Aktionsmöglichkeiten trotz Geldsegen letztlich den Sieg kosten wird.
Allein der Kolonistenmangel wg. fehlendem Bürgermeister-Bonus wird die Produktion hemmen (Uni/Hospiz kann man sich zwar prinzipiell leisten, aber zu spät, um noch große Wirkung zu zeigen).
In jeder Kapitänsphase läuft man Gefahr, diese wenige Produktion zwangsverschiffen zu müssen: Zuwenig aufs Schiff, um nennenswert Siegpunkte zu bringen, zuviel, um noch die Handelshaus-Gewinne machen zu können.

Fazit: Solange noch mindestens ein Spieler Händler-Interesse zeigt, scheint diese Strategie stark zu sein.
Aber ganz alleine verhungert man mit all' seinem Geld.


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