Moin moin!
Muß euch leider noch mit einem PEEP vertrösten, da ich Wallenstein zwar Donnerstag in Empfang nehmen konnte, aber keine Partie haben spielen können. Jedoch kann ich euch erste Eindrücke nach Regelstudium und Materialsichtung mitteilen, um die Münder vielleicht wässrig werden zu lassen (meiner ist wässrig - leider wird die erste Partie mindestens 10 weitere Tage auf sich warten lassen).
Öffnet man den großen Karton, so fällt einem sofort das schöne Spielmaterial auf: großer (und ich meine groß : 52*72 cm^2) Spielplan, auf dem das Deutsche Reich des beginnenden 17. Jhdts. in pastellenen Tönen dargestellt ist. Ferner findet man auf dem Plan noch eine Anzeige des Getreidevorrats der Spieler sowie Ablageflächen für Karten. Das Deutsche Reich ist in Regionen aufgeteilt, die ihrerseits wiederum einzelne Länder beinhalten. Das alles ist schön übersichtlich gestaltet und es passen locker 15 Armeen (kleine Holzwürfel) in ein Land nebst evtl. Pappmarker für Gebäude) ohne daß etwas über die Grenzen rutscht.
Dann gibt es noch für jeden Spieler ein Tableau auf dem er während des Spielverlaufs seine Aktionen plant, zu jedem Land eine kleine Spielkarte, viele viele bunte Smarties, äh Holzwürfel (die schon erwähnten) sowie Schatztruhen, auch aus Holz und aus IZdK bekannt sowie - nicht zu vergessen - der Würfelturm. Alles auf dem Tisch ausgebreitet sieht das schon stimmungsvoll aus.
Neben der Anleitung liegt dem Spiel ein kleines Heftchen mit historischem Abriß des Hintergrundes bei, das einem die verschiedenen Charaktere im Spiel (einer wird von jedem Spieler übernommen, wobei das keine Auswirkung auf den Spielablauf hat) und den 30-jährigen Krieg kurz erläutert. Kurz aber informativ - wieder etwas gelernt ;-) - so eine Beilage könnte anderen Spielen mit historischem Hintergrund auch gut tun.
Ok, worum geht es im Spiel. Wir besetzen zu Anfang mehrere Länder mit vorgegebenen Armeen (die Länder suchen wir uns aus zwei offenen Karten aus oder ziehen sie verdeckt – für die Armeen können wir aus verschiedenen Stärken wählen). Gespielt wird über zwei Jahre, jeweils durch die Jahreszeiten. Dabei verlaufen Frühling, Sommer und Herbst identisch, im Winter werden Siegpunkte verteilt. Dann kommt es auf die Anzahl der eigenen Länder, sowie Mehrheiten bei bestimmten Gebäuden an. Wer nach dem zweiten Jahr die meisten Punkte erzielt hat, gewinnt die Partie.
In den ersten drei Jahreszeiten wird eins von vier ausliegenden Ereignissen ausgelöst. Danach bestimmt jeder Spieler auf seinem Tableau – durch ablegen von zu seinen Ländern gehörenden Karten auf die entsprechenden Felder der Aktionen, in welchem Land er welche Aktion durchführen möchte. Dabei ist pro Land pro Jahreszeit nur eine Aktion möglich. So können neue Armeen in das Land gebracht werden, Armeen bewegt werden (und somit Angriffe ausgelöst werden), Gebäude gebaut werden und Geld und Getreide von der Bevölkerung eingetrieben werden. Aber nicht nur, daß ich pro Land nur eine Aktion durchführen kann, nein, ich kann jede Aktion auch nur einmal belegen. Die Reihenfolge, in der die Aktionen in dieser Runde dann aufgelöst werden, ist vorgegeben und anfangs nur zum Teil bekannt (die Reihenfolge der ersten 5 der 10 Aktionen ist vor der Planung bekannt, die der restlichen 5 ergibt sich erst während der Phase). Dabei stehen die oben erwähnten Aktionen teilweise mehrfach zur Auswahl. Bei Kämpfen kommt der Würfelturm zum Einsatz – eigene Verteidigerarmeen und Angreiferarmeen werden gleichzeitig hineingeworfen, von wem die meisten unten in der Auffangschale erscheinen, der gewinnt - somit entscheidet ein einziger Wurf über Sieg oder Niederlage – keine endlosen Würfelduelle und keine lästigen Tabellen. Ich finde dies eine gute Lösung und auch wenn man den Ausgang nicht ganz vorhersehen kann, eine stärkere Armee trägt mit höherer Wahrscheinlichkeit den Sieg davon. Jedoch sind die Kämpfe teuer, da der Sieger genauso viele Armeen verliert wie der Verlierer, und Nachschub bekommt man nur durch 3 der 10 Aktionen. Vielleicht sollte ich noch sagen, daß jeder auch noch ein paar Blankokarten zum Bluffen besitzt, so daß die Gegner nicht ersehen können, welche Aktionen man wirklich plant durchzuführen. Jede Aktion, die ich mit einer Karte eines Landes belegt hatte, muß später durchgeführt werden, wenn die Aktion an der Reihe ist, sofern das Land zu diesem Zeitpunkt noch in meinem Besitz ist.
Im Winter muß die eigene Bevölkerung mit genug Weizen ernährt werden, sonst kommt es zur Revolte und unter Umständen werden ganze Länder wieder von uns bereinigt. Presst man aber im Laufe des Jahres Weizen aus der Bevölkerung, so kommt Unruhe in den entsprechenden Ländern auf. Bei zu großer Unruhe kommt es auch wieder zu Aufständen, es heißt also, Balance zu wahren.
Das klingt für mich bisher recht spannend und unheimlich interessant. Es scheint mir so, als ob man wieder viel mehr machen möchte als man darf und daß man sich schon eine grobe Strategie vorgeben sollte, nachdem man seine Anfangsländer besetzt hat. Wie sich das Spiel letztendlich spielen wird, werde ich hoffentlich bald erfahren. Von der Runde, die ich hier habe beobachten können, kam aber sehr positive Resonanz nach der Partie.
Ich zumindest bin tierisch gespannt auf meine erste Partie Wallenstein.
Schöne Grüße und Tschö,
- Arne -