Beitragvon Gustav der Bär » 14. Mai 2002, 12:21
... ist, scheint mir die Tatsache zu sein, dass Michael Knopfs Kritik eine reine Kritik am SPIEL war. Mit keinen Wort hat er Günter Burkhardts Person oder seine Fähigkeiten angegriffen.
Ganz anders kommt dann Burkhardts Stellungnahme daher - und auch in manchen Forums-Beiträgen zum Thema steht die Kritik am Menschen Michael Knopf auf einmal als zentrales Thema da.
Wenn also überhaupt etwas nicht angemessen ist, dann ist es dieses Umschwenken von einem Thema auf ein anderes.
Michael Knopf hat ein Spiel besprochen, dass ihm nicht so recht gefallen hat. Es ist nicht nur sein Recht, das in einer Kritik zum Ausdruck zu bringen - es gibt geradezu keine Möglichkeit, eine Kritik zu verfassen, die NICHT den subjektiven Eindruck des Rezensenten wiedergibt. Schon Francois Truffaut schrieb über Kritiken, sie könnten niemals etwas anderes sein als eine Analyse des persönlichen Ge- oder Missfallens, das der Rezensent empfunden hat.
"Fairness" beim Schreiben einer Rezension kann nicht bedeuten, keine Meinung mehr zu haben (oder sich nicht zu trauen, sie zu sagen), sondern nur, seine Meinung auf den rezensierten Gegenstand zu beschränken: Das Spiel nämlich.
Das hat Michael Knopf in der "Kupferkessel"-Rezension in vollem Maß getan, und genau so bei jeder anderen Renzension, die ich je von ihm gelesen habe.
Wenn Günter Burkhardt den Eindruck gewonnen hat, es ginge dabei gegen ihn persönlich (eine Ansicht, der sich anscheinend einige meiner Vorposter zu eigen gemacht haben), so ist das bestenfalls durch völliges Unverständnis für Knopfs Rezension zu erklären.
Und wenn Matthias Hardel auf einen Brief von Michael Burkhardt antwortet, so finde ich das völlig in Ordnung: Es ist ja wohl kaum ungewöhnlich, auf Briefe zu antworten - und für eine Zeitschrift ist es schon gar nicht ungewöhnlich, Leserbriefe zu veröffentlichen und zu kommentieren.
Eine Zeitschrift, in der Spiele kritisiert werden, stehen halt Spielkritiken, und es liegt in der Natur der Dinge, dass in den Kritiken das steht, was die Kritiker denken - nicht dass, was die Spielautoren gern lesen würden, und auch nicht das, was eine Geschmacks-Abstimmung unter einer repräsentativen Mehrheit der Bevölkerung vielleicht ergeben könnte.
Ich selbst liebe Michael Knopfs sehr persönlichen, lockeren, witzigen Stil und hoffe, das die Zukunft der "spielbox" sich darin wiederspiegelt und niemals vom Bemühen, nur ja nirgendwo anzuecken, dominiert wird. MEINE Meinung muss ich in der "spielbox" nicht bei jedem Spiel dokumentiert finden, die hab´ ich nämlich ganz allein und brauche niemandes Bestätigung dafür, sie auch weiter zu haben.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)
(Bitte bei Bedarf Smilies in beliebiger Menge einfügen)