Beitragvon Hajo » 15. Mai 2002, 14:05
Hallo Allseits,
> > Eine andere Frage, die man sich stellen kann; warum spielt
> > man eigentlich?
>
> Zunächsteinmal, weil es Spass macht. Es hat sicherlich auch
> die Funktion (insbesondere bei Tieren) Verhalten, das man in
> der harten Wirklichkeit zum Überleben braucht, in einem
> geschützen Raum zu lernen und zu trainieren. Aber darauf
> sollte man das Spiel nicht reduzieren. Man probiert im Spiel
> einiges aus, was man ausserhalb des Spiels nicht machen
> würde, weil es da harte Konsequenzen hätte. Man erlebt eine
> spannende aber stressfreie Zeit. Viele Erfindungen wären
> sicherlich nicht ohne spielerisches Ausprobieren gemacht
> worden.
>
> Ich glaube die Frage nach dem Warum kann man sehr
> unterschiedlich beantworten, je nachdem unter welchem Aspekt
> man das sieht ( Biologisch, psychologisch,...) Interessant
> finde ich auch, dass z.B. die Computerspiele ein Motor für
> die technische Entwicklung von PC, Internet, von
> Grafik-design sind. Der Spieltrieb ist also schon eine
> ziemlich starke Kraft.
>
Also ein wichtiger Aspekt des Spiels (und einer, den man mal schnell übersieht) ist meiner Meinung nach auch die Möglichkeit, auf friedliche und genau definierte Weise seine Fähigkeiten mit denen eines anderen zu messen. Genauso wie z.B. zu diesem Zweck in allen frühen Hochkulturen Wettkämpfe sportlicher Art veranstaltet wurden, ist auch das Spiel in den meisten Formen ein "Gegeneinander" zweier oder mehr Parteien mit dem Ziel, die entsprechenden Siegbedingungen durch cleveres und/oder geschicktes Agieren zuerst zu erfüllen.
Das reizvolle daran ist, dass diese Art des "Kräftemessens" innerhalb fester Rahmenbedingungen/Regeln geschieht und normalerweise für alle Beteiligten die gleichen Ausgangsbedingungen und somit von Haus aus Chancengleichheit herrschen. Sieg oder Niederlage sollten dabei keinerlei negative Konsequenzen haben, insofern also den letztendlich friedlichen Austausch miteinander fördern.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Vielzahl von Geschichten, in denen sich etwa die SF-Literatur damit auseinandersetzt, dass kriegerische Auseinandersetzungen oder politische Machtkämpfe abgelöst werden durch Spiele mit fest vorgegebenen und mehr oder weniger humanen Regeln.
(Als Beispiel kann ich hier nur jedem Interessierten das Buch "The Player of Games" von Ian M. Banks wärmstens empfehlen!!!)
Aber abgesehen davon ist natürlich der Unterhaltungseffekt eines guten Spiels im Kreis von Freunden und Bekannten einfach immens wichtig! Da stimme ich den anderen Kommentaren völlig uneingeschränkt zu!
Schönen Gruss,
Hajo
"Das Spiel ist das einzige, was Männer wirklich ernst nehmen. Deshalb sind Spielregeln älter als alle Gesetze der Welt."