Anzeige

auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
toasti

auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Beitragvon toasti » 20. Mai 2002, 18:43


hallo,

bezugnehmend auf den thread "Transamerica - wo ist der kick?" möchte ich kurz zur auswahlliste allgemein ein paar gedanken niederschreiben.
bei TRANSAMERICA suchen wir vergeblich nach dem kick - es gibt nämlich keinen! sogar wenigspieler hatten nach einer runde keine lust mehr, dieses "belanglose spielchen" zu spielen - "was soll dass?" war einer der kommentare. es ist ein kurzweiliges spiel, aber nicht mehr! den pöppel hat es nicht verdient ....
auch die VILLA PALETTI hat ihre macken! an und für sich eine geniale grundidee, aber das spiel wirkt konstruiert! in unserem spielclub ist folgendes am nachbartisch passiert:
ein spieler erhält das baumeistersiegel und verursacht später den einsturz! wer hat gewonnen?
wer gewinnt, wenn das baumeistersiegel noch gar nicht vergeben wurde (seltener fall, gebe ich zu!)?
in unserer spieleclub-ausgabe waren die gelben hölzer um knapp einen millimeter kürzer als die andersfarbigen - gerecht??
DSCHUNKE - enger handlungsspielraum, das startspielerrecht ist nicht gleichverteilt - ein böser lapsus... - den hype um das spiel verstehe ich nicht, wenig ist planbar...kardinal und könig ist um längen ausgereifter!
Der Herr der Ringe - abstraktes, funktionierendes Kartenspiel - aber muss der hype sein?? Ravensburger + Der Herr der Ringe??
es gibt genug kartenspiele, die besser sind! vom kap bis kairo, sternenschiff catan und gargon beispielsweise...

insgesamt hat mich die auswahlliste sehr enttäuscht. die jury hatte im vorfeld das thematische spiel mit schnellen einstieg propagiert und setzt dann überwiegend abstrakte spiele bzw. spiele mit aufgesetztem thema (z.b. magellan, das mir gut gefällt) auf die liste.
eine stellungnahme würde transparenz schaffen, wird aber von den "weisen" nicht zu erwarten sein. spiele sind geschmackssache und 12 kompetente erfahrene kritiker können nicht irren, oder??

ein wort zu atlantic star: ein spiel nach 5 jahren wieder nahezu unverändert auf die liste zu setzen, kann nur eines heißen: spiel des jahres 2002!!! - ich würde dies sehr begrüßen, denn
a) das spiel hatte schon 1997 den titel verdient gehabt
b) es ist das "beste" spiel auf der liste.

vermuteter grund: auch der jury ist scheinbar bewusst geworden, dass kein spiel auf der liste so recht "flutscht". puerto rico ist toll, erfüllt aber nicht das ziel des pöppels, nämlich das kulturgut spiel einer breiten masse schmackhaft zu machen.
schade, aber wahr!

toasti

Benutzeravatar
Bernd Eisen

Re: auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Beitragvon Bernd Eisen » 20. Mai 2002, 20:59

Hi Toasti!

Ich habe auch meine Probleme mit Trans America. Das Spiel ist dermaßen belanglos und flach... Gut, mit mehreren Spielern wirds vielleicht lustiger, aber noch zufälliger und unplanbarer.

Ansonsten finde ich die Auswahlliste mit Abstrichen OK und allgemein diesen Speilejahrgang große klasse (im Gegensatz zum letzten!).

Villa Paletti kann man eigentlich nur mit ein paar Flaschen Wein oder Bier spielen. Es ist eigentlich total egal, wer gewinnt - nur fun und Krach, wenn alles einstürzt. 1000 mal lieber, als TA.

Dschunke hat uns ganz gut gefallen. Klar, es mag ein klein wenig unausgewogen sein, weil nicht jeder gleich oft Startspieler ist, aber Planbar ist es in gewissen Grenzen schon.

Ansonsten sind Magellan, Blokus, Dvonn und San Gimignano sehr gute Spiele und zu Puerto Rico muß man nichts mehr sagen...

OK, viel Spaß noch bei den weiteren Diskussionen

Gruß
Bernd

Benutzeravatar
Claudia Hely

Re: auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Beitragvon Claudia Hely » 20. Mai 2002, 23:53

Hi Toasti,

toasti schrieb:

> bei TRANSAMERICA suchen wir vergeblich nach dem kick - es
> gibt nämlich keinen! sogar wenigspieler hatten nach einer
> runde keine lust mehr, dieses "belanglose spielchen" zu
> spielen - "was soll dass?" war einer der kommentare. es ist
> ein kurzweiliges spiel, aber nicht mehr! den pöppel hat es
> nicht verdient ....

Bei uns war das anders. Mittlerweile gab's in unseren Runden etliche Wenigspieler, die sich das Spiel zugelegt haben (wie auch Carcassonne und Atlantic Star), während bei den Vielspielern die Meinung so kontrovers waren wie hier auch im Forum zu lesen ist. Das Spiel besitzt rudimentäre Taktik und Einschätzung der Mitspieler, der Rest ist Glück. Aber dafür spielt man's auch ein paar Runden und es ist kurz, was für ein Familienspiel ja nix verkehrtes ist...

> auch die VILLA PALETTI hat ihre macken! an und für sich eine
> geniale grundidee, aber das spiel wirkt konstruiert! in
> unserem spielclub ist folgendes am nachbartisch passiert:
> ein spieler erhält das baumeistersiegel und verursacht später
> den einsturz! wer hat gewonnen?

Der Fall passiert, wenn Du als erster auf der zweiten Ebene das Siegel bekommst, dann hast Du verloren, weil Du den Einsturz provozierst. Später bekommt der vormals Zweitplatzierte den Sieg.

> wer gewinnt, wenn das baumeistersiegel noch gar nicht
> vergeben wurde (seltener fall, gebe ich zu!)?

Niemand, der Einstürzer verliert...

> in unserer spieleclub-ausgabe waren die gelben hölzer um
> knapp einen millimeter kürzer als die andersfarbigen -
> gerecht??

Bei uns: gemischt. Insofern noch fair, wenn auch nicht begeisterungswürdig.

> DSCHUNKE - enger handlungsspielraum, das startspielerrecht
> ist nicht gleichverteilt - ein böser lapsus...

Hm, ein böser Lapsus ist etwas anderes, die Probleme/Vorzüge mögen in anderen Bereichen liegen als in der Startspielerverteilung, aber das offenbart sich nicht so schnell.

> Der Herr der Ringe - abstraktes, funktionierendes Kartenspiel
> - aber muss der hype sein?? Ravensburger + Der Herr der Ringe??

Unnötiger Listentitel. Es gibt Kap bis Kairo, Gargon, Pompeji, und HdR verkauft sich von alleine, auch ohne Liste.

> insgesamt hat mich die auswahlliste sehr enttäuscht. die jury
> hatte im vorfeld das thematische spiel mit schnellen einstieg
> propagiert und setzt dann überwiegend abstrakte spiele bzw.
> spiele mit aufgesetztem thema (z.b. magellan, das mir gut
> gefällt) auf die liste.

Viele abstrakte Spiele, ja. Und Magellan ist regeltechnisch problematisch, aber nett und als Versteigerungsspiel ein Kontrapunkt. Und HiG und ein anderer Autor... Nicht nötig, aber nachvollziehbar.

> ein wort zu atlantic star: ein spiel nach 5 jahren wieder
> nahezu unverändert auf die liste zu setzen, kann nur eines
> heißen: spiel des jahres 2002!!! - ich würde dies sehr

Tja, das ist [b]die[/b] Mutmaßung nach Bekanntgabe der Liste.

Gruß,
Claudia

Benutzeravatar
Wolfgang Ditt

TA und Villa Paletti - beide toll!

Beitragvon Wolfgang Ditt » 21. Mai 2002, 10:15

TA wurde hier schon viel diskutiert. Es war nicht nur auf dem Spielertreffen in Oberhof das meistgespielte - auch wiederholt gespielte - Spiel, sondern kommt bei und in den unterschiedlichen Gruppen sehr gut an. Das Spiel ist schnell erklärt und schnell gespielt. Weil es mehrere Durchgänge hat, kommen mehrere Spieler zu einem Erfolgserlebnis und wer scheitert, kann schnell eine Revanche fordern.

Villa Paletti hat ähnliche Qualitäten. Fast alle Spieler mochten es und es faszinierte besonders Jugendliche, die sonst viel Computerspiele spielen.

Beiden gemein ist dann auch noch, dass man zwar gewinnen möchte, es aber nichts macht, wenn man es nicht schafft. Dadurch gibt es bei beiden Spielen eine
entspannte Atmosphäre zwischen den Spielern, denn die Spannung kommt aus den Spielen (TA: "noch keiner fertig?" - VP: "hält es noch bei mir").

Wolfgang

Benutzeravatar
Peter Kolb

Re: Auswahlliste, Senf, der 2.

Beitragvon Peter Kolb » 21. Mai 2002, 11:56

toasti schrieb:

> bei TRANSAMERICA suchen wir vergeblich nach dem kick - es
> gibt nämlich keinen! sogar wenigspieler hatten nach einer
> runde keine lust mehr

Deckt sich _nicht_ mit unserem Eindruck! Wenigspielern gefällt´s gut - und auch manchen Vielspielern (inkl. mir). Natürl. als "Entspannungsübung", aber was ist daran verkehrt? Und - gerade zu sechst - kann man durchaus planen. Wer wird noch wohin wollen; wie kann ich genügend lang und immer wieder mal was für mich und am wenigsten für andere tun?
Wir haben sogar schon Leute passen sehen, nur weil nicht _sie_ die Verbindung zwischen zwei Netzen legen wollten...
Sicher, für ein SdJ schon ein wenig dünn, aber durchaus zu der (eigentlichen!) Zielgruppe des Preises passend. Sehr viel ärgerlicher war eigentlich die Wahl eines El Grande oder Torres zum SdJ, denn damit hat man tatsächlich 100 Tausende (!!) in den Regen geschickt. Aber die äußern sich hier im Forum nicht, denn sie sind eben keine Freaks, sondern die berühmte "breite Masse"...


> auch die VILLA PALETTI hat ihre macken!

Welches Spiel (des Jahres) hat die nicht?? Ist SvC beispielsweise in seiner Grundform nicht auch ein (massives!) Glücksspiel!!??

> in unserer spieleclub-ausgabe waren die gelben hölzer um
> knapp einen millimeter kürzer als die andersfarbigen -
> gerecht??

Natürlich nicht, aber Holz lebt nun mal.

> DSCHUNKE - enger handlungsspielraum, das startspielerrecht
> ist nicht gleichverteilt - ein böser lapsus...

Zustimmung!

> den hype um das spiel verstehe ich nicht

Ich auch nicht. Es ist okay, aber schon auch ziemlich konstruiert.

> wenig ist planbar...kardinal und könig ist um längen ausgereifter!
> Der Herr der Ringe - abstraktes, funktionierendes Kartenspiel

Verstehe die Listenplatzierung auch nicht.

> - aber muss der hype sein??

Welcher Hype??

> eine stellungnahme würde transparenz schaffen, wird aber von
> den "weisen" nicht zu erwarten sein. spiele sind
> geschmackssache und 12

... es sind nur noch 10.

> ein wort zu atlantic star: ein spiel nach 5 jahren wieder
> nahezu unverändert auf die liste zu setzen, kann nur eines
> heißen: spiel des jahres 2002!!! - ich würde dies sehr
> begrüßen

Ich gar nicht!!! Was, wenn das wirklich passiert?? Alle Verlage machen nur noch Reprints, oder wie?? Amigo beginnt mit Tut-Ench 2, Goldsieber folgt mit Löwenherz 2, dann FXSchmid resp. Ravensburger mit Basari 2 und so weiter. Und außer dem Thema muss man nicht viel ändern, und schon klappt das!? Sehr bedenkliche Entwicklung!

> a) das spiel hatte schon 1997 den titel verdient gehabt

Naja, so dolle war Showmanager nun auch wieder nicht.

> b) es ist das "beste" spiel auf der liste.

Also, das "beste" Spiel (ob nun in Anführungen oder nicht) auf der Liste ist zweifelsohne Puerto Rico. Und wenn es Wenigspieler einigermaßen gut erklärt bekommen, haben sie damit m.E. sogar mehr (und vor allem länger!) Spaß als mit AS oder Dschunke, aber eine Einstiegshürde ist natürlich da. Aber war/ist die bei El Grande niedriger?

> puerto rico ist toll, erfüllt aber nicht das ziel des
> pöppels, nämlich das kulturgut spiel einer breiten masse
> schmackhaft zu machen.

s.o. War die breite Masse 1996 etwa anders drauf?? Klüger gar?

> schade, aber wahr!

Meine größte Enttäuschung auf der Liste ist übrigens San Gimignano. Wir haben es uns aufgrund der Auswahlliste besorgt, ausgepackt - und erstmal einen Tag in den Keller verbannt. Der Gestank ist wirklich unzumutbar!! Selbst am nächsten Tag war er noch penetrant - und einer der Spieler klagte (ungelogen!) nach dem Spiel über Kopfschmerzen.

Aber sieht man mal über diese stinkenden (und trotz des ungewöhnlichen Materials eigentl. nicht wirklich schönen oder sinnvollen) "Beton"pfeiler hinweg, was bleibt dann als Spiel. Abwechselndes Chips (diesmal aus Holz!!??) legen - und der, der anfängt, hat als erster ne 4er-Kette - und wehe, man hat gegen ihn gespielt, schon hat man selbst einen Chip weniger. Und schwupps, schon ist durch den nächsten Mitspieler der nächste weg... Keine Chance mehr!

Das ist trocken, öde - und auch völlig überdimensioniert! Selbst für 15 Euro würde ich mir mehr von einem Taktikspiel erwarten. Mit dem Ding macht man´s keinem recht! Für Vielspieler gibt´s (sehr vieles) besseres! Und für Wenigspieler bietet es weder kurzfristigen noch langanhaltenden Fun noch was?
Überdimensioniert, überflüssig, überaus stinkend!
Da wäre doch PUEBLO die in jeder Hinsicht bessere Alternative gewesen, oder!!??
Kann mir das mal einer erklären?

viele Grüße
Peter

Benutzeravatar
Peter Steinert

Re: Auswahlliste, Senf, der 2.

Beitragvon Peter Steinert » 21. Mai 2002, 12:27

Peter Kolb schrieb:

> Aber sieht man mal über diese stinkenden (und trotz des
> ungewöhnlichen Materials eigentl. nicht wirklich schönen oder
> sinnvollen) "Beton"pfeiler hinweg, was bleibt dann als Spiel.
> Abwechselndes Chips (diesmal aus Holz!!??) legen - und der,
> der anfängt, hat als erster ne 4er-Kette - und wehe, man hat
> gegen ihn gespielt, schon hat man selbst einen Chip weniger.
> Und schwupps, schon ist durch den nächsten Mitspieler der
> nächste weg... Keine Chance mehr!
>
> Das ist trocken, öde - und auch völlig überdimensioniert!
> Selbst für 15 Euro würde ich mir mehr von einem Taktikspiel
> erwarten. Mit dem Ding macht man´s keinem recht! Für
> Vielspieler gibt´s (sehr vieles) besseres! Und für
> Wenigspieler bietet es weder kurzfristigen noch
> langanhaltenden Fun noch was?
> Überdimensioniert, überflüssig, überaus stinkend!
> Da wäre doch PUEBLO die in jeder Hinsicht bessere Alternative
> gewesen, oder!!??
> Kann mir das mal einer erklären?

Nein, Peter, kann ich nicht. Deine Eindrücke decken sich zu 100 % mit meinen Erfahrungen.
Keine Ahnung, wem mit "San Gimignano" gedient sein soll.
Fragt sich nur, warum die Jury trotz des Gestanks und der sehr dünnen spielerischen Substanz derart die Zähne zusammengebissen und das Spiel auf die Liste gesetzt hat.

Gruß

Peter

Benutzeravatar
günter-spielbox

Re: auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Beitragvon günter-spielbox » 22. Mai 2002, 11:19

klingt TA nur wie "Linie 1" oder ists auch tatsächlich ähnlich?

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Beitragvon Michael Andersch » 22. Mai 2002, 11:31

Das Spielziel (Verbinden mehrerer je Spieler unterschiedlicher Punkte) ist ähnlich.
Der Weg zur Erreichung dieses Zieles ist aber sehr unterschiedlich. Während man bei TA "nur" Verbindungsstücke legt und hofft, damit und unter Nutzung der Streckenteile der Mitspieler sein Ziel schneller zu erreichen als die anderen gibt es bei Linie 1 ein gewisses Ärgerpotential, welches durch die unterschiedlichen Schienenteile und - im weiteren Spielfortschritt - durch die Enge des Raumes entsteht.

Viele Grüße,
Micha (der Linie 1 im Vergleich jederzeit den Vorzug geben würde, vorausgesetzt die zur Verfügung stehende Zeit spricht nicht dagegen)

Benutzeravatar
Marc

VillaPaletti Regelerklärung

Beitragvon Marc » 22. Mai 2002, 11:41

Hy!

Beim lesen deiner Beschreibung zu VP gewann ich den Eindruck, daß etwas bemängelt wird, was geregelt ist:

> ein spieler erhält das baumeistersiegel und verursacht später
> den einsturz! wer hat gewonnen?

Der Spieler, von dem er den Baumeistersiegel erhalten hat ( erkennbar an der Farbe,
die man nach oben dreht ). Bsp.: Rot übernimmt die Führung von blau.
Rot legt den BS mit der blauen seite nach oben vor sich ab. Somit ist der Führende und der davor Führende klar ersichtlich. Bringt rot die Villa zum Einsturz hat blau gewonnen.

> wer gewinnt, wenn das baumeistersiegel noch gar nicht
> vergeben wurde (seltener fall, gebe ich zu!)?

Dann müßte bei der ersten Säule die gezogen wird alles einstürzen?!?
Sehr seltener Fall. Da gibt es dann keinen Gewinner. Nur Verlierer.


> in unserer spieleclub-ausgabe waren die gelben hölzer um
> knapp einen millimeter kürzer als die andersfarbigen -
> gerecht??

Nein. Bei Zoch reklamieren. Gibt bestimmt kostenlosen Ersatz!

Grüßle,
Marc
MF

Benutzeravatar
Hajo

Re: Auswahlliste, Senf, der 2.

Beitragvon Hajo » 22. Mai 2002, 15:26

Tach Zusamm!

Peter Kolb schrieb:
> Also, das "beste" Spiel (ob nun in Anführungen oder nicht)
> auf der Liste ist zweifelsohne Puerto Rico. Und wenn es
> Wenigspieler einigermaßen gut erklärt bekommen, haben sie
> damit m.E. sogar mehr (und vor allem länger!) Spaß als mit AS
> oder Dschunke, aber eine Einstiegshürde ist natürlich da.
> Aber war/ist die bei El Grande niedriger?
>
Das sehe ich aber 100% genauso! Das Spiel ist komplex, aber an sich durchaus logisch und verständlich. Leider braucht dieser Mechanismus halt einiges an Regelumfang, um schriftlich eindeutig(!) erklärt zu werden, aber wenn man mal anfängt zu spielen, erschliesst sich einem das Spiel sehr schnell. Und wenn man einen guten Erklärer hat, dann sowieso.
Ähnlich ging es mir z.B. auch bei Bohnanza oder den Händlern von Genua, beides Spiele, die bei eigentlich allen Personen, mit denen wir bisher gespielt haben, sehr gut ankamen, egal ob Viel- oder Wenigspieler.


> > puerto rico ist toll, erfüllt aber nicht das ziel des
> > pöppels, nämlich das kulturgut spiel einer breiten masse
> > schmackhaft zu machen.
>
> s.o. War die breite Masse 1996 etwa anders drauf?? Klüger gar?
>
Also wenn man das Spiel als Kulturgut der Breiten Masse schmackhaft machen will, mit welchem Spiel denn, wenn nicht mit einem solch offensichtlichen Ausnahmedesign wie Puerto Rico?


> Da wäre doch PUEBLO die in jeder Hinsicht bessere Alternative
> gewesen, oder!!??
>
Also wenn man es vergleicht mit dem Rest der Auswahl, wundert mich das auch ganz schön. Schien mir doch ein Spiel zu sein, dass an sich genau die Anforderungen der Jury erfüllt?! Kann man nicht nachvollziehen...

Gruss,

Der Hajo

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Auswahlliste, Senf, der 2.

Beitragvon Michael Andersch » 22. Mai 2002, 16:37

Hajo schrieb:

> > Da wäre doch PUEBLO die in jeder Hinsicht bessere Alternative
> > gewesen, oder!!??
> >
> Also wenn man es vergleicht mit dem Rest der Auswahl, wundert
> mich das auch ganz schön. Schien mir doch ein Spiel zu sein,
> dass an sich genau die Anforderungen der Jury erfüllt?! Kann
> man nicht nachvollziehen...

Sehe ich nicht ganz so.
Was mich an Pueblo stört ist, dass ich einen Stein setze, und dann (im schlimmsten Fall) 3 anderen Leuten beim Denken zusehen kann, d.h. nur 1/4 der Spielzeit ins Geschehen eingebunden bin.
Trotz des (sehr!) interessanten Prinzips von Pueblo ist es aus meiner Sicht daher zurecht nicht auf der Liste.

Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Oli-spielbox

Re: Auswahlliste, Senf, der 2.

Beitragvon Oli-spielbox » 22. Mai 2002, 17:01

Hallo Micha!

Ohne Dir jetzt auf die Füße treten zu wollen, aber ist das bei Carcassonne anders? Vielleicht geht da das Legen schneller, aber wenn man mit einer halbwegs engagierten Truppe spielt, dann kann das auch schon einmal ein Weilchen dauern, bis man wieder drankommt. Wir brauchen gewöhnlich 45-60 Minuten für eine Partie.

Ciao, Oli

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Auswahlliste, Senf, der 2.

Beitragvon Michael Andersch » 22. Mai 2002, 18:08

Oli schrieb:

> Ohne Dir jetzt auf die Füße treten zu wollen

Tust Du mitnichten!

> aber ist das bei Carcassonne anders? Vielleicht geht da das Legen
> schneller

Würde ich so im Durchschnitt schon sagen.

> aber wenn man mit einer halbwegs engagierten
> Truppe spielt, dann kann das auch schon einmal ein Weilchen
> dauern, bis man wieder drankommt.

OK, dann läuft's vielleicht auf was subjektives raus (ich übertreibe jetzt mal):

Wenn ich eine Stunde spiele, aber davon nur 25% am Zug bin, dann ist es mir lieber, in jeder Minute 15 Sekunden dran zu sein und 45 Sekunden zu warten, als 15 Minuten am Stück dran zu sein und 45 Minuten zu warten.


Wir brauchen gewöhnlich
> 45-60 Minuten für eine Partie.

Mit allem (Fluss + Erweiterung), oder was? Das Grundspiel sollte doch in 30 Minuten "durch" sein.
Wobei zugegebenermassen eine >flotte< Partie Pueblo (ohne Abbau) auch nicht viel länger dauert. Nur komme ich da in dieser Zeit 9x dran, bei Carcassonne (71 / 4) 17 mal.


Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Oli-spielbox

Re: Auswahlliste, Senf, der 2.

Beitragvon Oli-spielbox » 22. Mai 2002, 18:26

Michael Andersch schrieb:
>
> > aber wenn man mit einer halbwegs engagierten
> > Truppe spielt, dann kann das auch schon einmal ein Weilchen
> > dauern, bis man wieder drankommt.
>
> OK, dann läuft's vielleicht auf was subjektives raus (ich
> übertreibe jetzt mal):

Spielspaß ist natürlich immer subjektiv! Ich habe auch mehrere Spiele, die mir nicht so zusagen, obwohl ich es nicht an einer bestimmten Sache festmachen kann.

> Wenn ich eine Stunde spiele, aber davon nur 25% am Zug bin,
> dann ist es mir lieber, in jeder Minute 15 Sekunden dran zu
> sein und 45 Sekunden zu warten, als 15 Minuten am Stück dran
> zu sein und 45 Minuten zu warten.

Das stimmt natürlich. Da ich Pueblo nicht kenne, kann ich keine Aussage darüber machen, wie lange man da jeweils warten muß. Die Frage ist aber auch, kann ich während des Zuges meines Gegners schon etwas vorausplanen? Bei Carcassonne ist das jedenfalls nicht möglich.

>
> Wir brauchen gewöhnlich
> > 45-60 Minuten für eine Partie.
>
> Mit allem (Fluss + Erweiterung), oder was? Das Grundspiel
> sollte doch in 30 Minuten "durch" sein.

Also ca. 45 min das Grundspiel, ca. 60 min mit "Fluss", weil da die Legemöglichkeiten doch gewaltig anwachsen. Aber wir basteln schon einmal ein bißchen rum, um den "besten" Platz zu finden (übrigens auch in meinen "Wenigspielergruppen") und ich bin häufig überrascht, auf welche tollen Ideen manche kommen.

> Wobei zugegebenermassen eine >flotte< Partie Pueblo (ohne
> Abbau) auch nicht viel länger dauert. Nur komme ich da in
> dieser Zeit 9x dran, bei Carcassonne (71 / 4) 17 mal.
>
>
> Viele Grüße,
> Micha

Es stellt sich natürlich generell die Frage, ob sich die Jury mit einem erneuten Lege- bzw. Setzspiel (wie z. B. Transamerica) als SdJ wirklich einen Gefallen tut. Die Leute, die Carcassonne toll fanden, werden das Neue dann wahrscheinlich auch mögen, aber ob man damit wirklich die ganze Breite der Spielepalette darstellt und neue Käuferschichten gewinnt? Ich wage es zu bezweifeln.

Ciao, Oli

Benutzeravatar
Peter Kolb

Re: Pueblo?

Beitragvon Peter Kolb » 22. Mai 2002, 18:52

Michael Andersch schrieb:

> Sehe ich nicht ganz so.
> Was mich an Pueblo stört ist, dass ich einen Stein setze, und
> dann (im schlimmsten Fall) 3 anderen Leuten beim Denken
> zusehen kann, d.h. nur 1/4 der Spielzeit ins Geschehen
> eingebunden bin.

Aber genau das gilt doch auch für das von mir in diesem Zusammenhang monierte San Gimi. auf der Liste auch! Auch hier kann ich nichts ausrichten, solange die anderen am Grübeln sind! Aber hier lohnt sich m.E. all das Grübeln nicht, weil´s Ergebnis offensichtlich ist. Fade Sache, das!

Dein - für dich persönl. durchaus nachvollziehbarer Grund - kann m.E. also bei der Jury keinesfalls der Ablehnungsgrund gewesen sein. Aber was dann...?? rätsel, such, grübel...

> Trotz des (sehr!) interessanten Prinzips von Pueblo ist es
> aus meiner Sicht daher zurecht nicht auf der Liste.

s.o. Vergleich doch Pueblo mal mit Tikal!!!!
Bei welchem Spiel ist dein aktiv sein/Minuten-Quotient wohl besser!!??

viele Grüße
Peter

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Beitragvon Attila » 23. Mai 2002, 13:14

toasti schrieb:

> bezugnehmend auf den thread "Transamerica - wo ist der kick?"
> möchte ich kurz zur auswahlliste allgemein ein paar gedanken

Ich habe Transamerica in einigen Spielrunden gespielt und bisher fanden es alle Spieler prima (ca. 10-15 Leute) !

Das "wir suchen nach dem Kick" kann man genauso bei Puerto Rico fragen, bei vielen Aktionen ist es völlig wurscht ob man am Tisch sitzt und mitspielt, oder ob man gerade auf'm Klo ist und der Mitspieler für einen "den Zug" macht. z.B. das nehmen der braunen Scheiben,(meistens) das nehmen der Rohstoffe,(meistens) das verschiffen von Rohstoffen ...

TA ist ein schönes, Tatisches legespiel, wo jeder versucht so zu bauen, das er den anderen am wenigsten hilft. Dazu versucht man natuerlich seine Ziele nicht all zu früh zu verraten, damit die anderem einem - unbewusst - helfen.
Wer gut überlegt, gewinnt !


Ich finde TA hat den Pöppel durchaus verdient ! (Auch wenn ich Blokus bevorzuge ! :-) ).

Atti

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

Re: auswahlliste - reprise (Transamerica wo bleibt der kick?)

Beitragvon Hanno Schwede » 23. Mai 2002, 17:22

Hallo

Ich denke, TA hat seine Käuferschichten und es für den engagioerten Fachhandel auch ein leichtes dieses Spiel unter die Kundschaft zu bringen, auch wenn dem Vielspieler hier und da der Kick zu fehlen scheint und es dem Spielerischen Mittelstand zum Teil zu langweilig ist. So gibt es doch den Snackspieler der mal ein kurzes Quarto, Carcasonne (nett gespielt) oder auch Uno (Mau Mau ist besser aber egal) spielen möchte, für den ist mit TA ein gutes neues Spiel erschienen.

Aber zum Pöppel gehört meines Erachtens mehr, ein Spiel des Jahres darf nicht darauf ausgelegt sein bestimmte Käuferschichten anzusprechen, das Spiel des Jahres sollte ein Spiel sein, das in irgendeiner Form Innovativ ist und dabei noch Spielspass vermittelt.
Die Spiele des Jahres sollten, wenn man sie rückwirkend betrachtet immer in irgendeiner spielerischen Form aus dem Umfeld herausragen.

Leider kann TA dieses nicht leisten, es ist letztlich auch nur eine vereinfachte Deutschland-Europa-Weltreise ohne Würfeln, oder ein Dampfross für Anfänger. Aber es bringt Spass.

Carcasonne dagegen konnte dieses Leisten, letztlich wurde ein unbequemer Mechanismus sehr geschickt verpackt und damit die Mehrheitensammelspiele einer breiteren Spielerschicht zugänglich gemacht. Carcasonne vermittelt durch den Mechanismus nicht den Eindruck eines taktischen Spiels ist es aber dann ansatzweise doch. Hier wurde die Spielelandschaft tatsächlich erweitert.

SvC auch hier wurden bekannte spielerische Elemente geschickt verbunden und so eine neue Gattung Gesellschaftsspiel "erfunden" . SvC versteckt den Glücksspielcharakter sehr stark unter den scheinbaren taktischen Möglichkeiten.

Ich hoffe ich kann mit diesen beiden Beispielen zeigen, was ich meine, es ist doch schwer zu vermitteln, was ich ausdrücken will. Naja meine Stimme geht gegen TA.

Blockus, kann ich immer noch nix zu sagen, es fehlt noch auf meiner Liste.

San Gimignano dazu kann ich nur sagen, ein anderer Verlag hätte dem Spiel gut getan. Für den Geruch der Ankerbausteine können die bei Piatnik ja nix, aber die Gestaltung des Materials hätte besser Ausfallen können, das Tiefziehteil ist auch nicht für das Material geeignet und wenn man es Wortwörtlich nach Regeln spielt wird es sehr schwer auch nur einen Stein zu setzen. (Mal sehen ob ich es noch im Kopf zusammen bekomme: Die 4 Farben symbolisieren Zünfte..............In jeder Zunft dürfen maximal 2 Steine liegen.)

PR erfüllt eindeutig meine Anforderungen und kann auch unter dem Weihnachtsbaum gespielt, werden, allerdings mit etwas Vorarbeit, aber darauf weist der Fachhandel ja hin *gg*

Villa Paletti erfüllt meiner Meinung nach auch die Kriterien, da es ein spielerisches Taktikspiel ist.

So das wars dann erstmal, ich hab mich lange genug vor dem Lernen gedrückt.

Hanno

Benutzeravatar
Roman Pelek

Vielspielerschätzung bzgl. Gelegenheitsspielenr

Beitragvon Roman Pelek » 24. Mai 2002, 04:54

Moin Hajo,

Hajo schrieb:

[El Grande]
> Das sehe ich aber 100% genauso! Das Spiel ist komplex, aber
> an sich durchaus logisch und verständlich. Leider braucht
> dieser Mechanismus halt einiges an Regelumfang, um
> schriftlich eindeutig(!) erklärt zu werden, aber wenn man mal
> anfängt zu spielen, erschliesst sich einem das Spiel sehr
> schnell. Und wenn man einen guten Erklärer hat, dann

Ja, das ist die Vielspieleransicht. Die Realität sieht anders aus: 75% der Leute haben's ob des Regelumfangs im Schrank stehen. Die anderen 25% sind Vielspieler oder waren bei der ersten Partie mit der Taktik überfordert.

> Ähnlich ging es mir z.B. auch bei Bohnanza oder den Händlern
> von Genua, beides Spiele, die bei eigentlich allen Personen,
> mit denen wir bisher gespielt haben, sehr gut ankamen, egal
> ob Viel- oder Wenigspieler.

Ja - wenn man es erklärt!

> > > puerto rico ist toll, erfüllt aber nicht das ziel des
> > > pöppels, nämlich das kulturgut spiel einer breiten masse
> > > schmackhaft zu machen.
> > s.o. War die breite Masse 1996 etwa anders drauf?? Klüger
> gar?

Nö. Genausowenig zugeneigt wie Anno 2002. Auch wenn man ein gewisses Defizit bzgl. der interpretatorischen Fähigkeit attestieren mag.

> Also wenn man das Spiel als Kulturgut der Breiten Masse
> schmackhaft machen will, mit welchem Spiel denn, wenn nicht
> mit einem solch offensichtlichen Ausnahmedesign wie Puerto
> Rico?

Dreimal unterstrichen als Anspruch. Dreimal durchgestrichen als Einschätzung der Realität. Vermutlich brauchen wir wirklich sehr einfache Spiele, um die Exzellenz anderer Spiele nahebringen zu können.

[Pueblo als geeignet für die SdJ-Liste]
> Also wenn man es vergleicht mit dem Rest der Auswahl, wundert
> mich das auch ganz schön. Schien mir doch ein Spiel zu sein,
> dass an sich genau die Anforderungen der Jury erfüllt?! Kann
> man nicht nachvollziehen...

Einfach erklärt, kurz - okay. Pueblo ist ein prima Spiel, solange man nicht auf jemanden stößt, der kein dreidimensionales Denken beherrscht. Und davon gibt es genug, und schon "Torres" war eine SdJ-Bauchlandung. Das ändert nix an der Güte und Einfachheit der Spiele, aber an der Zielgruppe...

Ciao,
Roman


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste