Anzeige

Nominierungsliste zu kurz!!!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Claus

Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 09:38

Puerto Rico ist ohne Zweifel das überragende Spiel in diesem Jahrgang. Aber leider völlig ungeeignet für den Hauptpreis.

Warum steht es dann auf der Nominierungsliste?
Das sollen doch eigentlich die Spiele sein, die für den Hauptpreis geeignet sind.

Klar, die Jury wollte PR würdigen - aber die eigenen Regeln sprechen dagegen.

Wäre nicht ein Sonderpreis "anspruchsvolles Spiel" angemessener gewesen?
Dann würde das Spiel besonders ausgezeichnet und
würde trotzdem die richtigen Käufer finden.
Klar müßten wir dann auf das Schnäppchen (ungespielter Puerto Rico’s) auf dem Flohmarkt verzichten. Aber das könnte ich verschmerzen, außerdem haben wir es ja alle schon gekauft ;-)

Lange Rede kurzer Sinn: die Entscheidung ist spannend wie nie,
denn es sind nur noch 2 im Rennen. Quasi ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen

Und jetzt sei noch ein herzlichen Glückwunsch an Alea für den Gewinn des Deutschen Spielepreis erlaubt (mit einem noch nie dagewesenen Punkteabstand vor dem zweiten).
Eine Auszeichnung, die das Spiel wirklich verdient hat.

Benutzeravatar
Hajo

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Hajo » 5. Juni 2002, 10:08

Claus schrieb:
>
> Lange Rede kurzer Sinn: die Entscheidung ist spannend wie nie,
> denn es sind nur noch 2 im Rennen. Quasi ein echtes
> Kopf-an-Kopf-Rennen
>
Hab ich hier irgendwas verpasst? Hat man eins der Spiele von der Nominierung zurückgezogen und entscheidet jetzt nur noch zwischen zweien?
Ich verstehe diese Aussage nicht ganz. Soweit es mich betrifft, habe ich es aufgegeben, mir darüber Gedanken zu machen, welches Spiel den Preis kriegt. Ich kann's einfach nicht sagen, weil sowohl PR als auch TA als auch VP aus den verschiedensten Gründen den Preis kriegen bzw. nicht kriegen könnten. Da warte ich jetzt einfach nur noch ab, welchen Schwerpunkt die Jury dieses Jahr setzen will mit der Auszeichnung.
Natürlich hoffe ich auf PR, aber wenn's eins der beiden anderen wird, soll's mir auch recht sein. Immerhin schon ein Zeichen, dass es PR bis zur Nominierung geschafft hat (obwohl das ja quasi für solch ein Ausnahmespiel kaum anders sein dürfte!).


> Und jetzt sei noch ein herzlichen Glückwunsch an Alea für den
> Gewinn des Deutschen Spielepreis erlaubt (mit einem noch nie
> dagewesenen Punkteabstand vor dem zweiten).
> Eine Auszeichnung, die das Spiel wirklich verdient hat.

Ich nehme an, das hier ist ein kleiner Blick in die (gewünschte) Zukunft...


Gruss,

Hajo

Benutzeravatar
peer

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon peer » 5. Juni 2002, 10:48

Hi,
Claus schrieb:
>
> Puerto Rico ist ohne Zweifel das überragende Spiel in diesem
> Jahrgang. Aber leider völlig ungeeignet für den Hauptpreis.

Ich vermute mal, du meinst weil es so kompliziert ist? Ansonsten ist dieses Statement etwas verwirrend ;-) (Es ist das beste Spiel des Jahres, kann aber nicht als bestes Spield es Jahres ausgezeichnet werden)

> Warum steht es dann auf der Nominierungsliste?
> Das sollen doch eigentlich die Spiele sein, die für den
> Hauptpreis geeignet sind.

Du gibst selbst die Antwort - wenn PR auf der Auswahlliste steht, heisst das nichts anderes, als das es Titelchancen hat. Mit anderen Worten: Die JURY hält es für potentiell Hauptpreiswürdig.

> Klar, die Jury wollte PR würdigen - aber die eigenen Regeln
> sprechen dagegen.

Das stimmt nicht ganz - Zwar haben einige Jurymitglieder in Presseerklärungen zu Wort gegeben, dass sie einen Schwerpunkt auf Familienfreundlichkeit legen wollen (und das haben sie mit 2 von 3 Nominierungen ja auch getan), sie haben aber nicht gesagt, dass dies das einzige Kriterium wäre. Noch gibt es irgendwelche Regeln oder Statuten, die das Auszeichnen von ansprungsvollen Spielen verbietet.
Bleibt natürlich immer die Frage, ob es wirklich sinnvoll wäre, wenn PR SdJ werden würde (wurde ja auch schon diskutiert)

(Sonderpreis anspruchsvolles Spiel)

Naja, andere mögen das anders sehen - Ich persöhnlich halte von Sonderpreisen nur in Ausnahmefällen etwas. In der Regel verwirren die verschiedenen Preise nur - Wie viele "Schönes Spiel" - Preisträger für SdJs gehalten werden, mag ich nicht mal schätzen...

> Lange Rede kurzer Sinn: die Entscheidung ist spannend wie nie,
> denn es sind nur noch 2 im Rennen. Quasi ein echtes
> Kopf-an-Kopf-Rennen

Und was machst du, wenn PR gewinnt? Abgesehen davon, waren auch in der Vergangenheit nicht selten Spiele drauf, denen man den Titel nicht zutraute (OFUA als Kartenspiel z.B.).

> Und jetzt sei noch ein herzlichen Glückwunsch an Alea für den
> Gewinn des Deutschen Spielepreis erlaubt (mit einem noch nie
> dagewesenen Punkteabstand vor dem zweiten).
> Eine Auszeichnung, die das Spiel wirklich verdient hat.

Das vermute ich zwar auch, aber letztes Jahr hiesse es auch, Medina würde DS bekommen (knapp gescheitert). Bevor man ein Bärenfell verkauft...

Insgesamt sollte man imho PR nicht abschreiben. Ich hab mich noch nie so schwer beim SdJ -Schätzen getan wie dieses Jahr. Aber wie die Jury auch entscheidet: Es wird viele Diskussionen über PR geben - obs nun SDJ wird oder nicht (entweder: Warum nicht? oder Warum so ein kompliziertes?)
ciao,
Peer (der sich über die mässigen Diskussionen wundert)

Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Christian Hildenbrand » 5. Juni 2002, 10:50

Claus schrieb:
>
> Puerto Rico ist ohne Zweifel das überragende Spiel in diesem
> Jahrgang. Aber leider völlig ungeeignet für den Hauptpreis.

> Wäre nicht ein Sonderpreis "anspruchsvolles Spiel"
> angemessener gewesen?

Dann sind wir wieder bei der Diskussion, was Du noch alles an Sonderpreisen vergeben könntest. "Anspruchvolles Spiel" - "Bestes Bauspiel" - "Glücksabhängiges Spiel" - "Taktisches Spiel" - "4-Personen-Haushalt-Spiel" - usw.

Ich denke, daß Puerto Rico schon deswegen eien Stufe höher gestellt wurde gegenüber vielen anderen - zugegebenermaßen auch nicht schlechten - Spielen, indem es nicht nur auf die Auswahlliste, sondern sogar auf die Nominierungsliste kam. Ich denke da nur an Mexica, Nautilus, und und und (will nicht schon wieder alle aufzählen).

> Klar müßten wir dann auf das Schnäppchen (ungespielter Puerto
> Rico’s) auf dem Flohmarkt verzichten. Aber das könnte ich
> verschmerzen, außerdem haben wir es ja alle schon gekauft ;-)

Bekenne mich als Noch-nicht-Käufer !!! :-)

> Lange Rede kurzer Sinn: die Entscheidung ist spannend wie nie,
> denn es sind nur noch 2 im Rennen. Quasi ein echtes
> Kopf-an-Kopf-Rennen

Das sehe ich noch lange nicht so ... warum sollte die Jury nicht mal über den eigenen Schatten springen, und auf die "Spieler" hören. ;-)

So, WM ruft wieder. Fußballerische Grüße !

Ciao, Christian (... ist gestern Nacht auch über den eigenen Schatten gesprungen ... und viele Spiele eingekauft ... :cry: )

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Michael Andersch » 5. Juni 2002, 11:31

peer schrieb:

(der sich über die mässigen Diskussionen wundert)


Tja, was soll man auch gross diskutieren? Zu jeder Meinung gibt's eine Gegenmeinung. Der eine findet die Juryentscheidung gut, der andere schlecht, dem dritten ist sie egal.
Dem einen fehlt dieses Spiel, dem anderen jenes, dem dritten keines.

Und wer hat recht? Niemand, bzw. alle, da die Geschmäcker verschieden sind.

Wurde doch alles schon (zum Glück nicht so ausufernd wie in den letzten Jahren) hier diskutiert.

Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Claus

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 11:42

>Das sehe ich noch lange nicht so ... warum sollte die Jury nicht mal über den >eigenen Schatten springen, und auf die "Spieler" hören.

Was hätte das denn für einen Sinn?
Ein Spiel des Jahres, sagen wir mal nur für 2.000 bis 3.000 Spielefreaks anstatt für 250.000 bis 1.000.000 Nicht-Spielefreaks?

Ihr wünscht Euch also ein Spiel des Jahres quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit???

Ich sage es mal so: eine Familie mit 2 Kindern und Hund würde sich nie einen Ferrari als Auto zulegen. Und eine Autopreisjury käme auch nie auf die Idee, den Ferrari für Familien mit 2 Kindern und Hund zu empfehlen. Klar das auch ein paar Ferrari-Fans gibt, für die es nur ein Auto geben kann.

Und nur zur Erinnerung: ich bin ein Ferrari Tschuldigung Puerto Rico-Fan.

Benutzeravatar
Claus

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 11:50

>Ich verstehe diese Aussage nicht ganz. Soweit es mich betrifft,
>habe ich es aufgegeben, mir darüber Gedanken zu
>machen, welches Spiel den Preis kriegt. Ich kann's einfach nicht >sagen, weil sowohl PR als auch TA als auch VP
>aus den verschiedensten Gründen den Preis kriegen bzw. nicht
>kriegen könnten.

Welche Gründe sollten denn ernsthaft gegen TA und VP sprechen?
JEDERMANN versteht die Regeln und kann es spielen.
Ganz im Gegensatz zu PR.

Benutzeravatar
Hajo

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Hajo » 5. Juni 2002, 12:04

Claus schrieb:
>
> Welche Gründe sollten denn ernsthaft gegen TA und VP sprechen?
> JEDERMANN versteht die Regeln und kann es spielen.

Das mag zwar sein, rechtfertigt aber alleine nicht die Auszeichnung. Und sowohl über TA als auch über VP habe ich schon eine Reihe negativer Meinungen gehört, was die Spielfreude angeht (gerade auch im Vergleich zu den anderen Spielen Des Jahres der vergangenen Jahrgänge!).
Leider kann ich selber dazu nicht viel sagen, da ich beide Spiele noch nicht gespielt habe (allerdings hab ich bei TA mal ne Weile zugeschaut...). Aber insgesamt lässt sich allein aus den Diskussionen hier im Forum viel rauslesen.

> Ganz im Gegensatz zu PR.

Mag sein, aber das ist auch eigentlich der einzige Punkt, der im Vergleich gegen dieses Spiel sprechen würde. Ansonsten ist es ein sehr gutes, abgerundetes Spiel, dass alle anderen Kriterien eines SdJ erfüllt!

Benutzeravatar
Claus

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 12:18

>Das mag zwar sein, rechtfertigt aber alleine nicht die
>Auszeichnung.

Da hast du vollkommen Recht. Alles weitere ist vor allem Geschmachliches.

>> Ganz im Gegensatz zu PR.

>Mag sein, aber das ist auch eigentlich der einzige Punkt, der im >Vergleich gegen dieses Spiel sprechen würde.

Gebe ich dir vollkommen Recht.
Aber es ist der eine ENTSCHEIDENDE Punkt, den ein Spiel auf der Nominierungsliste erfüllen MUSS. Sonst ist es nicht für das SDJ gegeignet, sondern für den Deutschen Spielepreis.

>Ansonsten ist es ein sehr gutes, abgerundetes Spiel,

Dito. Ein Hammerspiel, deswegen steht auch zu Recht auf der Auswahlliste.

>dass alle anderen Kriterien eines SdJ erfüllt!

Nein, da muß ich erneut widersprechen,
es ist völlig unzugänglich für Otto-Normalverbraucher.
Es ist eben der EINE Punkt, den es nicht erfüllt.

Benutzeravatar
Thomas Jereczek

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Thomas Jereczek » 5. Juni 2002, 12:48

Hallo Claus,

Claus schrieb:
>
> Nein, da muß ich erneut widersprechen,
> es ist völlig unzugänglich für Otto-Normalverbraucher.
> Es ist eben der EINE Punkt, den es nicht erfüllt.

San Gimignano ist ein einfaches Spiel und steht deshalb wohl auch auf der Auswahlliste, es hat allerdings eine miserable Anleitung.
Wenn die Spielregel Deiner Meinung nach DER entscheidende Punkt ist, dann ist es deshalb wohl nicht nominiert worden, und die Spielanleitung von Puerto Rico ist damit anscheinend besser. Das bedeutet, Puerto Rico kann auch gewinnen und ist nicht im Nachteil gegenüber Trans America und Villa Pilati. ;-)

Gruß
Thomas (der die Regel von PR verständlich und übersichtlich findet, besser als bei manchem sog. einfachen Spiel)

Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Christian Hildenbrand » 5. Juni 2002, 13:01

Wenn Ihr jetzt aber anfangen wollt, alle Spiele auf der Nominierungsliste anzuzweifeln, bei denen die Spielregeln un- oder mißverständlich sind, dann werdet Ihr nie zu einem Ende kommen. :-/

Unmißverständliche Grüße !

Ciao, Christian (... findet, daß Spielregeln was sind, was man auch problemlos zur nächsten Auflage hin ändern kann, wenn der Titel gewonnen werden würde ... ;-) )

Benutzeravatar
Thomas Jereczek

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Thomas Jereczek » 5. Juni 2002, 13:05

Claus schrieb:
>
> >Das sehe ich noch lange nicht so ... warum sollte die Jury
> nicht mal über den >eigenen Schatten springen, und auf die
> "Spieler" hören.
>
> Was hätte das denn für einen Sinn?
> Ein Spiel des Jahres, sagen wir mal nur für 2.000 bis 3.000
> Spielefreaks anstatt für 250.000 bis 1.000.000
> Nicht-Spielefreaks?
>

Was ist ein Spielefreak??

Die Auszeichnung heißt "Spiel des Jahres" und nicht "bestes und empfehlenswertestes Spiel für Familien oder Wenig-Spieler".

Es geht ums Spielen, und wenn ein Spiel wie Puerto Rico in seiner Gesamtheit neue Maßstäbe setzt und Spielbegeisterte in den Bann zieht, dann hat es die Auszeichnung mehr als verdient.

Was nutzt ein Trans America, wenn von den 1.000.000 Exemplaren 999.999 nach drei Monaten im Regal verstauben und nicht mehr gespielt werden, weil es langweilig geworden ist und den Spielreiz verloren hat.
Dann sind 999.999 Leute und noch mehr enttäuscht vom "Spiel des Jahres", daß sie im nächsten Jahr wieder die Finger davon lassen.

> Ihr wünscht Euch also ein Spiel des Jahres quasi unter
> Ausschluß der Öffentlichkeit???
>

Nein, nur einen würdigen Preisträger.
Das Thema Spiel verbreiten ist nicht Sache der Jury oder des SdJ-Preises, sondern der Vielspieler. :-) Es ist wie Missionsarbeit. Die Bibel wurde auch nicht erst gedruckt, mit einer Auszeichnung versehen und dadurch unters Volk gebracht.
Die Verkündung des Inhalts erfolgte vorher. Meiner Meinung nach ist es Aufgabe der Vielspieler, immer wieder nach neuen "Opfern" zu suchen und sie zum Spielen zu bekehren/zu infizieren mit den entsprechenden Spielen und unter Anleitung.

Gruß
Thomas

Benutzeravatar
Thomas Jereczek

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Thomas Jereczek » 5. Juni 2002, 13:09

Hallo Christian,

Christian Hildenbrand schrieb:
>
> Wenn Ihr jetzt aber anfangen wollt, alle Spiele auf der
> Nominierungsliste anzuzweifeln, bei denen die Spielregeln un-
> oder mißverständlich sind, dann werdet Ihr nie zu einem Ende
> kommen. :-/

Es geht nicht ums Anzweifelen.
Claus nahm es als einziges (!) und entscheidendes Kriterium fürs Spiel des Jahres.

Daraufhin habe ich logisch nachgewiesen, das dann PR auch gewinnen kann und nicht von vornherein ausgeschieden ist.

Bitte die Beiträge richtig lesen und im Zusammenhang sehen.
Keine Meinungen oder sonst etwas hinein deuten oder interpretieren. ;-)

eindeutige Grüße
Thomas

Benutzeravatar
Claus

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 13:29

Halt, ein Missverständniss!

Die Regel von Puerto Rico ist sehr gut.
Puerto Rico hat nur eine Menge Regeln.
Zählt mal die Seiten.
Sprich PR ist komplex.Hat einen schweren Einstieg.
Einen ZU schweren Einstieg für Otto-Normalverbraucher.
Es ist ein Spiel AUSSCHLIESSLICH für Freaks.

Das EINE Kriterium das ich meine, ist also:
das es auch für Otto-Normalverbraucher spielbar ist.

Benutzeravatar
Claus

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 13:40

>Das Thema Spiel verbreiten ist nicht Sache der Jury oder des SdJ->Preises, sondern der Vielspieler. Es ist wie
>Missionsarbeit. Die Bibel wurde auch nicht erst gedruckt, mit
>einer Auszeichnung versehen und dadurch unters Volk gebracht.

Deine Einstellung freut mich.
Aber Du kannst doch nicht PR jedem persönlich erklären.

Und ich glaube nicht das 1.000.000 Trans America verstauben,
wenn es mehr oder weniger die ganze Bevölkerung spielen kann.
Mit einem Puerto Rico aber im Verhältnis dazu werden nur sehr wenige mit klar kommen können. Eben besonders interessierte Spieler.
DAS wird im Regal verstauben, genauso wie das hervorragende (und einfachere!) Torres es tat.

Wenn viele Spielfreaks keinen besonderen Spielreiz mehr für leichte Kost wie TA mehr entwickeln können, liegt das an dem intensiven Umgang mit Spielen. Da wächst der Anspruch von Jahr zu Jahr. Aber mit 99% der Bevölkerung hat das überhaupt nichts zu tun.

Benutzeravatar
Hanno Schwede
Kennerspieler
Beiträge: 392

PR zu Komplex??

Beitragvon Hanno Schwede » 5. Juni 2002, 13:56

Hallo Claus


> Halt, ein Missverständniss!
>
> Die Regel von Puerto Rico ist sehr gut.

Stimmt

> Puerto Rico hat nur eine Menge Regeln.
> Zählt mal die Seiten.

getan und??

> Sprich PR ist komplex.Hat einen schweren Einstieg.

Was hat die Anzahl der Seiten in der Anleitung mit der komplexität zu tun? Gut man bekommt auf mehr Seiten mehr Regeln, aber auch bessere Erklärungen hin.

> Einen ZU schweren Einstieg für Otto-Normalverbraucher.

Widerspruch, energischer welcher

> Es ist ein Spiel AUSSCHLIESSLICH für Freaks.

nochmal Widerspruch

> Das EINE Kriterium das ich meine, ist also:
> das es auch für Otto-Normalverbraucher spielbar ist.

Das allerdings hat die Jury noch nie gestört, es gab ja sogar schon ein SDJ das für niemanden so recht spielbar war. *gg* MQ

Ich bin der Meinung, das PR nicht komplexer ist als Siedler. Siedler war als es heraus kam auch ein Spiel mit zu viel Regel und einem schwierigen Einstieg, ich denke 90% der Siedlerfans hätten niemals ein Siedler gekauft, wenn sie es nicht von Freunden erklärt bekommen hätten. Nur durch diese Welle, die bestimmt auch von Spielfreaks und den Mehrspielern im spielerischen Mittelstand ausging, hat sich Siedler so darmaßen verbreiten können, bei CC ist es übrigens Ähnlich. Es braucht nur eine Keimzelle und es geht los, so lange das Spiel selbst gefällt und nicht als zu komplex empfunden wird.
Ach ja die Regel von Siedler ist übrigens, wenn man alles zusammenzählt was sich da im Grundkasten tummelt nicht wesentlich kürzer als die von PR.

Ciao

Hanno

Benutzeravatar
Claus

Re: PR zu Komplex??

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 14:03

Frage:
Du hast Deine Oma und Deinen kleinen Neffen zu Besuch.
Die wollen spielen.
Spielst du mit ihnen PR?

>Ich bin der Meinung, das PR nicht komplexer ist als Siedler.

Widerspruch!

Benutzeravatar
hannes

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon hannes » 5. Juni 2002, 14:14

Claus schrieb:
>
> DAS wird im Regal verstauben, genauso wie das hervorragende
> (und einfachere!) Torres es tat.

Widerspruch !

Torres ist nicht einfacher als PR. Zwar sind die Regeln etwas kürzer, aber sie sind nicht immer klar verständlich formuliert.
Der Knackpunkt ist aber, dass Torres ein sehr abstraktes Spiel mit aufgesetztem Thema ist. Deswegen ist Torres relativ schwer zu kapieren. Es ist nicht immer logisch, warum jetzt die Regel so lautet und nicht anders.

Bei Puerto Rico hingegen greift alles stimmig ineinander. Nachdem man es einmal gespielt hat, weiss man wie es funktioniert. Ähnlich wie bei Siedler.
Und vor allem kriegt man bei P.R. nach der ersten Partie Lust auf weitere Partien.

Das Problem bei PR ist das man sich getraut, es erst einmal zu versuchen. Wenn aber (u.a. durch die Verleihung S.d.J) PR einmal den Nimbus hat, ein ähnliches Kultspiel zu sein resp. zu werden wie Siedler, werden es viele kaufen, einmal ausprobieren und dann immer wieder gerne spielen.

Ciao
hannes

Benutzeravatar
Claus

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 14:18

>Zwar haben einige Jurymitglieder in Presseerklärungen zu Wort
>gegeben, dass sie einen Schwerpunkt auf Familienfreundlichkeit
>legen wollen (und das haben sie mit 2 von 3 Nominierungen ja auch >getan), ...

Dann lieferst du ja gerade ein sicheres Argument gegen PR.
Würde es SDJ, wäre der Schwerpunkt Familienfreundlichkeit nicht gegeben, sondern das Gegenteil.

Benutzeravatar
Thomas Jereczek

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Thomas Jereczek » 5. Juni 2002, 14:24

Claus schrieb:
>
> Und ich glaube nicht das 1.000.000 Trans America verstauben,
> wenn es mehr oder weniger die ganze Bevölkerung spielen kann.

Können schon, aber auch wollen?
Meiner Meinung nach ist Trans America selbst für Wenigspieler zu anspruchslos. Nach kurzer Zeit geht der Spielreiz verloren. Bei Carcassonne sah das anders aus. Die große Welle setzte soweit ich weiß, auch erst weit nach der SdJ-Wahl ein. Monate später in Essen war es immer noch in aller Munde und der große Renner. Ich bezweifle, daß das mit TA dieses Jahr genauso läufen könnte, wenn es denn gewinnen würde.

>
> Wenn viele Spielfreaks keinen besonderen Spielreiz mehr für
> leichte Kost wie TA mehr entwickeln können, liegt das an dem
> intensiven Umgang mit Spielen. Da wächst der Anspruch von
> Jahr zu Jahr. Aber mit 99% der Bevölkerung hat das überhaupt
> nichts zu tun.

Was das Spiel des Jahres betrifft bestimmt. Aber zum Ein- oder Ausstieg in einen Spieleabend bzw. als Lückenfüller für zwischendurch spielen auch eingefleischte Vielspieler mal etwas lockeres, belangloses wie Carcassonne, Blokus, Metro, 6 nimmt! oder etwas anspruchsloses ;-) wie Siedler. Wer hat denn immer die Zeit (außer vielleicht Roman ;-) ) PR, Wallenstein, Civi oder Renaissance zu spielen?

Die Frage bleibt, was will ich mit der Auszeichnung erreichen?
Das Kulturgut Spiel verbreiten oder für Motivation in der Szene (Verlage/Autoren, Spieler) sorgen.

Benutzeravatar
Sylvia Berger

Re: PR zu Komplex??

Beitragvon Sylvia Berger » 5. Juni 2002, 14:26

Claus schrieb:
>
> Frage:
> Du hast Deine Oma und Deinen kleinen Neffen zu Besuch.
> Die wollen spielen.
> Spielst du mit ihnen PR?
>

Nein, mit denen spiele ich das "Kinderspiel des Jahres".
Ein SdJ muss nicht von 0-99 Jahren spielbar sein. Ein gewisses Alter der Kinder kann durchaus vorausgesetzt werden. Ein kleiner Neffe kann auch nicht Elfenland oder Tikal oder El Grande spielen.
Ich bin ebenso wie Hanno der Meinung, dass sich Puerto Rico durchaus für Normalspieler eignet. Ich würde es in der Komplexität vielleicht nicht mit dem Siedler-Brettspiel (Grundspiel) vergleichen wollen, aber durchaus mit dem Siedler-Kartenspiel.

Vielleicht sollte alea mal über eine auf der homepage bereitgestellte Multimediaspielregel nachdenken (vielleicht ähnlich aufgebaut wie die Multimedia-Regel für den Meuterer), das könnte einem PR-Käufer, der das Spiel "blind" gekauft hat und der auch keinen Vielspieler an der Hand hat, der es ihm erklären könnte, helfen, den Spielablauf erst mal generell zu begreifen. Alles weitere (bestimmte Taktiken etc. ) ergeben sich dann durch mehrmaliges Spielen schon von selbst.

Grüße
Sylvia

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: PR zu Komplex??

Beitragvon Michael Andersch » 5. Juni 2002, 14:30

Hanno Schwede schrieb:
> Ich bin der Meinung, das PR nicht komplexer ist als Siedler.

Sehe ich anders. Die Komplexität macht sich meiner Meinung nach am Regelumfang (der ist bei beiden Spielen in etwa gleich), bei der Stimmigkeit und der "Logik" der Mechanismen (dito) und beim "Hineinfinden" in's Spiel fest.
Und letzteres ist bei PR deutlich schwerer, aufgrund der verschiedenen Gebäude , deren Wirkung und Ineinandergreifen nicht so schnell durchschaubar ist.

Nach ein paar Partien hat sich das gelegt (und dann sind beide von der Komplexität her womöglich tatsächlich vergleichbar), aber der Einstieg in PR ist doch eine Nummer schwerer als bei DSvC.

Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Claus

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 14:34

>Das Problem bei PR ist das man sich getraut, es erst einmal zu
>versuchen. Wenn aber (u.a. durch die Verleihung
>S.d.J) PR einmal den Nimbus hat, ein ähnliches Kultspiel zu sein >resp. zu werden wie Siedler, werden es viele
>kaufen, einmal ausprobieren und dann immer wieder gerne spielen.

Das mit dem "Trauen" ist der Knackpunkt.
Bei 20 Minuten Spielaufbau, auf der Hälfte der Karten Texte, bei denen man ständig in der Regel nachschauen muß und einem richtug fettem Regelheft. Da ist der Spielunerfahrene überfordert.
Klar, wenn er es ein mal gespielt hat, weiss er ungefähr, wo es lang geht. Aber diese Hürde muß erstmal überwunden werden.

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Michael Andersch » 5. Juni 2002, 14:34

hannes schrieb:
>
> Torres ist nicht einfacher als PR.

Finde ich schon.

> Zwar sind die Regeln etwas kürzer, aber sie sind nicht immer klar verständlich formuliert.

Sie sind für einen Gelegenheitsspieler, der sich nicht über die letzten Details haarespaltend den Kopf zerbricht ausreichend klar formuliert.


> Der Knackpunkt ist aber, dass Torres ein sehr abstraktes
> Spiel mit aufgesetztem Thema ist. Deswegen ist Torres relativ
> schwer zu kapieren. Es ist nicht immer logisch, warum jetzt
> die Regel so lautet und nicht anders.

Sorry, aber das ist Quatsch. "Dame" ist ebenfalls ein abstraktes Spiel, aber deshalb nicht schwer zu spielen.


> Bei Puerto Rico hingegen greift alles stimmig ineinander.
> Nachdem man es einmal gespielt hat, weiss man wie es
> funktioniert. Ähnlich wie bei Siedler.
> Und vor allem kriegt man bei P.R. nach der ersten Partie Lust
> auf weitere Partien.

Das stimmt allerdings.

Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Claus

Re: PR zu Komplex??

Beitragvon Claus » 5. Juni 2002, 14:44

>Nein, mit denen spiele ich das "Kinderspiel des Jahres".
>Ein SdJ muss nicht von 0-99 Jahren spielbar sein. Ein gewisses
>Alter der Kinder kann durchaus vorausgesetzt
>werden. Ein kleiner Neffe kann auch nicht Elfenland oder Tikal
>oder El Grande spielen.

Wunderbar! Das "Kinderspiel des Jahres" ist eigentlich das "Familenspiel des Jahres". Läuft hier was falsch?
"El Grande" und Tikal können übrigens auch viele erwachsene Normalos nicht spielen.

>Vielleicht sollte alea mal über eine auf der homepage
>bereitgestellte Multimediaspielregel nachdenken
>das könnte einem PR-Käufer, der das Spiel "blind"
>gekauft hat und der auch keinen Vielspieler an der Hand hat, der >es ihm erklären könnte, helfen, den Spielablauf
>erst mal generell zu begreifen.

Schöne Idee. Aber dabei setzt Du auf ein außergewöhnlich hohes Engagement bei den Leuten. Die packen das Spiel abends aus und wollen gleich losspielen. Kommen nicht klar, packen es wieder ein und spielen etwas anderes. Und man findet das Spiel ein Jahr später auf dem Flohmarkt.
Was es nicht verdient hat.


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 41 Gäste