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SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Tobias Lang

Re: Ich oute mich!

Beitragvon Tobias Lang » 6. Juni 2002, 17:58

Hallo Wolfgang,

> automatisch. Ich habe von meinen Spielen nur zwei mit dem
> zweiten Platz abgeschlossen, einmal zu dritt gegen den
> Maisspieler verloren, einmal versucht mit Steinbrüchen was zu
> reißen; alle anderen gewonnen.

mich würde interessieren: Wieviele Spiele PR hast Du gemacht?

Liebe Grüsse

Tobias.

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Helmut Lehr

Re: Kopfschüttel!!

Beitragvon Helmut Lehr » 6. Juni 2002, 18:08

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> Helmut Lehr schrieb:
>
> > Nie war mir unerklärlicher, wie man ein Spiel wie TA mehr als
> > 3 mal spielen kann (als Vielspieler wie Wolfgang und
> > Michael).
>
> Ich spiele auch viel und gern und gern TA.
>
> Helmut, Du wirst Dich damit abfinden müssen, daß die
> Geschmäcker verschieden sind. Auch wennb Du bei jeder
> passenden und unpassenden Gelegenheit ;-) nicht müde wirst,
> darauf hinzuweisen, daß Dir und Deiner Spielgruppe (wer ist
> dort das Alpha-Tier? ;-) ) das Spiel nicht gefällt, so
> scheint es doch auch reichlich Leute zu geben, denen es
> gefällt ... und zufälligerweise scheint ein nicht
> unerheblicher Teil der Jury SdJ auch Gefallen daran zu finden.

Tu ich ja, lieber Roland, tu ich! Was die Spiel-Vorlieben der Jury "SdJ" anbetrifft, war ich es nicht, der hier jedes Jahr massenweise Kritik geäußert hat!
Was mich nur wundert, aber das versteht keiner der TA-Gernspieler hier, ist, dass hier von vielen Viel-Spielern wochenlange mathematische Diskussionen über Glücksanteile komplexer Spiele durchgezogen werden, und ein Teil davon ergötzt sich nun an der flachen Neuheit TA, bei der es darum geht, kleine Hölzchen schneller von Ort zu Ort zu legen als die Mitspieler und deren Schienennetz mitzubenutzen oder es zu verhindern!
Dass Ihr Euch davon unterhalten fühlt!?
Wie gesagt, keiner muss jedes Spiel gut finden, und das ist auch gut so!
Viel Spaß bei TA!
Helmut (das meine ich ernst!)

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Frank Biesgen

Re: Kopfschüttel!!

Beitragvon Frank Biesgen » 6. Juni 2002, 18:35

Helmut Lehr schrieb:

> Was mich nur wundert, aber das versteht keiner der
> TA-Gernspieler hier, ist, dass hier von vielen Viel-Spielern
> wochenlange mathematische Diskussionen über Glücksanteile
> komplexer Spiele durchgezogen werden, und ein Teil davon
> ergötzt sich nun an der flachen Neuheit TA, bei der es darum
> geht, kleine Hölzchen schneller von Ort zu Ort zu legen als
> die Mitspieler und deren Schienennetz mitzubenutzen oder es
> zu verhindern!

Hallo Helmut,

das Wörtchen "komplex" ist genau der entscheidende Punkt! Bei TA weiß ich, worauf ich mich einlasse: 10 Minuten pro Runde, 90 % Glück. Da ist das Verhältnis ausgewogen. Je länger ein Spiel dauert, umso mehr stört mich aber ein hoher Glücksfaktor. Ich mag nicht 3 Stunden grüebeln, nur um nachher den Sieger auswürfeln zu können. In dieser Beziehung ist TA sicherlich keine Mogelpackung; es hält genau das, was es verspricht.

Allerdings halte ich es nicht für SdJ-geeignet, dafür ist es zu seicht (nicht unbedingt negativ gemeint) - ein wenig innovativer muß ein SdJ IMHO schon sein.

Gruß FBI

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peer

Re: SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Beitragvon peer » 6. Juni 2002, 20:54

Hi,
Claus schrieb:
>
> >Oh keine Sorge - Der Spielebereich (ohne Computerspiele)
> meldet
> >immer wieder UmsatzPLUS, also kein Grund um die Zukunft der
> >Brettspiele zu fürchten...
>
> Die Spiel Essen vermeldet auch jedes Jahr noch mehr Besucher
> als im Vorjahr und noch mehr... Und ich frage mich jedesmal,
> wo die sich verstecken.

Falls du meinst, die Zahlen werden nicht stimmen, nun ja sie stammen aus dem Wirtschaftsbrief (heisst der so?) und ich denke dass ist schon irgendwo eine vertrauenswürdige Quelle... Vertrauenswürdiger als dein Bauchgefühl alle mal ;-) (Nicht so ernst gemeint, also nicht böse sein).

Ich meine, sieh dir doch mal die Spielegeschichte an: In den 70ern gabs nurextrem wenig Spiele jenseits der Klassiker, und die meisten davon so hässlich, dass nur Freaks Spiele kauften... In den 80ern war die Auswahl praktisch auf "Ravensburger oder Schmidt oder MB?" begrenzt. Man siehts ja an den Auswahllisten: Die hatten nur so 4-5 Spiele pro Jahr drauf (obwohl es noch kein Sonderpreis Kinderspiel gab!). Erst in den 90ern wuchsen die Auswahlliste so richtig in den 2-stelligen Bereich, es gab weitaus mehr Firmen und auch Spiele von 2-Mann-Betrieben á la Hans im Glück oder Adlunc bekommt man bei Karstadt. Und mittleweile gibt es erfolgreiche Spielemarken, die ERWACHSENEN-Spiele rausbringen. Spezielle Zielgruppe: Erwachsenen OHNE Familie, das gab es, als ich klein war eigentlich nur in reinen Spieleläden.
Dieses Jahr mag es kein Carci geben, aber die Spieleindustrie ist nich lange nicht am Boden - eher im Gegenteil...
ciao,
Peer

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Helmut Lehr

Re: Kopfschüttel!!

Beitragvon Helmut Lehr » 6. Juni 2002, 21:38

Frank Biesgen schrieb:
>
>> Allerdings halte ich es nicht für SdJ-geeignet, dafür ist es
> zu seicht (nicht unbedingt negativ gemeint) - ein wenig
> innovativer muß ein SdJ IMHO schon sein.

100 % Zustimmung!

Beste Grüße
Helmut

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Wolfgang Ditt

PR aus heutigen Blickwinkel

Beitragvon Wolfgang Ditt » 6. Juni 2002, 23:11

Hallo,

ich habe PR irgendwas zwischen 15 und 20 mal gespielt. Ich bin auch per Email gefragt worden, wie das ganze so vor sich ging. Ich habe es mir bis heute nicht bewusst gemacht, wie ich PR spiele. Das folgende sind also für mich auch neue Erkenntnisse. Sie sind persönlich und was mir besonders wichtig ist: dies ist in keiner Weise etwas, was gegen PR als Spiel spricht. Ich habe die bisherigen Partien genossen und vor allem möchte ich niemanden mit diesem Posting den Spaß an PR nehmen. Wenn man ein Spiel, welches irgendetwas zwischen 1 und 2 Stunden dauert, so oft gespielt hat, dann zeigt das seine Qualitäten.

Nun zu PR: Wenn ich die sieben Rollen von PR anschaue, sind einige in der Ausführung trivial (Goldsucher, Aufseher, meist auch Bürgermeister), andere erfordern nur Aufpassen (Kapitän, Händler), beim Siedler habe ich zu Beginn des Spiels wichtige Entscheidungen zu treffen, am Ende kaum (relativiert sich bei mir, siehe unten), der Baumeister ist die einzige Rolle, die mich außer bei Dublonenmangel immer fordert (Einschränkungen siehe auch unten). Da die Rollen nicht mehr viel Spielraum lassen, ist die wichtigste Entscheidung die, welche Rolle ich nehme und auch hier tue ich mich nur selten schwer, eine Entscheidung herbeizuführen. Anders ausgedrückt bin ich von meinem Gefühl her mehr ein Automat, der PR spielt, denn ein nachdenkendes Wesen.

Wie kam es dazu. Durch die Eröffnung - sie ist für 3 Spieler und man kann sie mit einfachen Überlegungen schnell auf 4 und 5 Spieler ausdehnen (und auch auf die 2-Personen-Variante) - sind die ersten beiden Züge fast automatisch. Da ich meist keinen, manchmal einen Steinbruch nehme, habe ich beim Siedler nur wenig Entscheidungsspielraum (nimm, was keiner hat oder etwas, wofür die Fabrik schon steht). Der Baumeister ist zu Beginn auch schnell abgehakt: entweder brauche ich eine Fabrik - ich bevorzuge Tabak - bekomme eine kl. Markthalle oder spare auf Größeres. Die Rolle nehme ich aus dem kurzfristigen Bedarf, je später der Abend je seltener der Aufseher; ich halte es für einen großen Fehler ihn bei hoher Produktion der anderen Spieler zu nehmen, weil diese dann entscheiden, wohin die Waren gehen. Also überlege ich nur die großen Gebäude (Kontor - manchmal, gr. Markthalle - manchmal, Manufaktur - häufig, Universität - häufig, Hafen - bisher nur einmal, Werft - selten, 4er Gebäude, je mehr je besser, dann haben die anderen sie nicht). Eine Ausnahme bilden nur Spiele mit früher Uni und einem Steinbruch. Dann kaufe ich oft den "Schrott" (Hazienda & Co.) wegen des Kolonisten, das spart den Bürgermeister. Der ist aus meiner Sicht meist auch eine miese Karte und ich nehme ihn nur, wenn ich wirklich 2 Kolonisten brauche. Also: Gegen Ende nehme ich den Aufseher nicht, den Siedler brauche ich nicht, weil ich keine Steinbrüche will und der Bürgermeister wird auch umgangen. Bleiben Goldsucher (sehr gern, ist beim 2-Personenspiel der beste Start für den Indigo-Spieler), Baumeister (ich schwimme immer in Geld und das soll ausgegeben werden, sind schließlich Siegpunkte), Händler und Kapitän (wenn ich Waren habe, entscheide ich dann wohin sie gehen). Mit diesen Einschränkungen brauche ich keine weitere Strategie mehr, weil es bei mir von alleine läuft (ich kann dann höchsten mal mit Absicht abweichen, weil ich mal anders spielen will, also zum Beispiel mit Hazienda starten).

Ein bisschen zum Umfeld: Ich spiele in unterschiedliche Runden mit einem beschränkten Personenkreis, will heißen, ich kenn die Spielweisen, aber sie mischen sich neu. Was passiert, wenn man mich kopiert? Wenn andere meinen Stil annehmen, dann tun sie es halt. Ich achte darauf, dass ich "richtig sitze". Dem Spieler rechts von mir gönne ich gerne Markthallen, dann geht er gerne ins Handelshaus und ich kann auch verkaufen (tu ich oft und gerne). Geh ich aber hinein, hat er Schwierigkeiten, weil er dann letzter ist. Bei der Produktion kopiere ich gerne den Spieler links von mir; ich verkaufe vor ihm und meide die Waren des rechts sitzenden Spielers, der ja vor mir verkauft. Im letzten Spiel ging das soweit, dass ich als zweiter Spieler am Ende des Spiels immer noch keine Indigofabrik hatte (war bei fünf Spielern, hatte 59 Punkt und 18 Punkte Vorsprung!). Danach wähle ich auch meine Plantagen. Das schönste ist es für mich, wenn es beim Start keinen Mais und nur einen Zucker gibt und ich ihn bekomme. Mit diesem Start habe ich sehr gute Erfahrung gemacht.

Wolfgang

P.S. wer will kann die Rezi der Pöppelkiste (URL oben) lesen, stammt von mir nach ca. 10 Spielen.

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Roman Pelek

PR: emotionale und rationale Betrachtungen

Beitragvon Roman Pelek » 7. Juni 2002, 01:30

Hi Wolfgang,

dann mal auf in eine interessante Diskussion ;-)

Wolfgang Ditt schrieb:

> ich habe PR irgendwas zwischen 15 und 20 mal gespielt. Ich
> bin auch per Email gefragt worden, wie das ganze so vor sich
> ging. Ich habe es mir bis heute nicht bewusst gemacht, wie
> ich PR spiele. Das folgende sind also für mich auch neue
> Erkenntnisse. Sie sind persönlich und was mir besonders
> wichtig ist: dies ist in keiner Weise etwas, was gegen PR als
> Spiel spricht. Ich habe die bisherigen Partien genossen und

Ich war bei meiner Anzahl von Partien schon öfter an dem Punkt, den Du beschreibst, nämlich sich selbst zu fragen, wie man selbst PR spielt. Das scheint mir insofern schonmal eine unterhaltsame Auseinandersetzung mit dem Thema zu werden.

> vor allem möchte ich niemanden mit diesem Posting den Spaß an
> PR nehmen. Wenn man ein Spiel, welches irgendetwas zwischen 1
> und 2 Stunden dauert, so oft gespielt hat, dann zeigt das
> seine Qualitäten.

Jedes komplexere Spiel, das ich merklich häufiger als 10x binnen relativ kurzer Zeit spiele, hat für mich seine besonderen Qualitäten - Zustimmung. Zumindest wenn's nicht passiert, weil ich meine, irgendwas an Qualitäten übersehen zu haben oder Regelfehler unterlaufen sind :)

> Nun zu PR: Wenn ich die sieben Rollen von PR anschaue, sind
> einige in der Ausführung trivial (Goldsucher, Aufseher, meist
> auch Bürgermeister), andere erfordern nur Aufpassen (Kapitän,
> Händler), beim Siedler habe ich zu Beginn des Spiels wichtige
> Entscheidungen zu treffen, am Ende kaum (relativiert sich bei
> mir, siehe unten), der Baumeister ist die einzige Rolle, die
> mich außer bei Dublonenmangel immer fordert (Einschränkungen
> siehe auch unten). Da die Rollen nicht mehr viel Spielraum
> lassen, ist die wichtigste Entscheidung die, welche Rolle ich
> nehme und auch hier tue ich mich nur selten schwer, eine
> Entscheidung herbeizuführen. Anders ausgedrückt bin ich von
> meinem Gefühl her mehr ein Automat, der PR spielt, denn ein
> nachdenkendes Wesen.

Der Charakterisierung der Rollen mag ich so zustimmen, wenn man betrachtet, was [b]nach[/b] der Rollenwahl an Entscheidungen ansteht. Die dort befindlichen Dublonen, die Konstellationen bei Spielern, Handelshaus und Schiffen machen aber mitunter die Auswahl der Rollen nicht immer leicht, was für mich das Ganze deutlich aufwertet. Als geübter Spieler kann man in gewissen Situationen (vielleicht 3/4 des Spiels) zwar sehr schnell spielen und sieht die quasi einzig richtige Möglichkeit schneller - als Automat fühle ich mich jedoch nicht. Denn all dem geht eine gute Beobachtung des Spielverlaufs und eine Abschätzung der Mitspielerabsichten voraus, die ich als durchaus fordernd empfinde. Gegen gute Mitspieler sind hier zeitweise Konzentrationsschwächen ein Luxus, den man sich nicht leisten sollte, wenn alle voll bei der Sache sind und auf Sieg spielen (was nicht heißt, dass man Puerto Rico so "ernsthaft" spielen muss, um Spaß zu haben, das ist halt die ambitionierte Vielspielermarotte :) ).

> Wie kam es dazu. Durch die Eröffnung - sie ist für 3 Spieler
> und man kann sie mit einfachen Überlegungen schnell auf 4 und
> 5 Spieler ausdehnen (und auch auf die 2-Personen-Variante) -
> sind die ersten beiden Züge fast automatisch. Da ich meist

Hm, fast. Die Möglichkeiten sind limitiert, aber je nach Konstellation der Plantagen durchaus abwägenswert. Aber die Eröffnung ist für geübte Spieler sicher auch viel Routine, nun ja, und wir reden von 2 von vielen Runden. Das empfinde ich nicht als Makel, in den allermeisten Spielen ist die Eröffnung nach einigen Partien Routine, das halte ich für normal.

> keinen, manchmal einen Steinbruch nehme, habe ich beim
> Siedler nur wenig Entscheidungsspielraum (nimm, was keiner
> hat oder etwas, wofür die Fabrik schon steht). Der Baumeister
> ist zu Beginn auch schnell abgehakt: entweder brauche ich
> eine Fabrik - ich bevorzuge Tabak - bekomme eine kl.
> Markthalle oder spare auf Größeres. Die Rolle nehme ich aus

Meine Lieblinge beim Baumeister zu Beginn sind ähnlich: kl. Markthalle, Tabak/Kaffee oder sparen. Dazu gesellen sich aber je nach Plantagen noch kl. Indigoküperei oder kl. Zuckermühle. Und auch mit Hazienda und dem (darin aber häufig überschätzten) Hospiz lässt sich ein guter Grundstock legen, wenn man auf recht viel Verschiffung spielen möchte. In großen Runden wird auch die Bauhütte mitunter attraktiver.

> dem kurzfristigen Bedarf, je später der Abend je seltener der
> Aufseher; ich halte es für einen großen Fehler ihn bei hoher
> Produktion der anderen Spieler zu nehmen, weil diese dann
> entscheiden, wohin die Waren gehen. Also überlege ich nur die

Das ist mir zu einfach und zu allgemein, denn da habe ich häufiger gegenteiliges erfahren. Ich versuche mal zu differenzieren: der Aufseher kann fast automatisch lukrativ werden, wenn dringend benötigtes Geld darauf liegt (dein Gegenbeispiel aus einem früheren Posting halte ich nach meinen Runden für eine Ausnahme). Des weiteren ist gerade in großen Runden oder bei gut gefüllten Schiffen der Aspekt des Warenvorteils gegenüber anderen zu berücksichtigen, erst Recht, wenn man eine Manufaktur und/oder Werft besitzt. Bekomme ich vier, fünf Warensorten mit Manufaktur und andere gehen teilweise leer aus, ist das mitunter ein großer Vorteil. Produziere ich recht viel von einer Sorte und habe eine Werft, ist das klasse. Gibt's dazu noch ein mit dieser Ware besetztes Schiff, kann ich den anderen die Waren wegschnappen, über die Werft verschiffen und ein für andere blockiertes Schiff erhalten. Das sind, so denke ich, Beispiele für häufiger auftretende Situationen, die den Aufseher im späteren Spielverlauf sehr attraktiv machen können. Dass der Aufseher auch eine große Dummheit sein kann, ist unbestritten - es steht nicht zu Unrecht ja auch als Hinweis in der Spielregel.

> großen Gebäude (Kontor - manchmal, gr. Markthalle - manchmal,
> Manufaktur - häufig, Universität - häufig, Hafen - bisher nur
> einmal, Werft - selten, 4er Gebäude, je mehr je besser, dann
> haben die anderen sie nicht). Eine Ausnahme bilden nur Spiele

Meine persönliche Statistik: Kontor - fast nie, gr. Markhalle - häufiger, Manufaktur - häufig, Uni - häufig, Hafen - häufiger (vom Spielverlauf abhängig, gerne mit Manufaktur bei entsprechend beladenen Schiffen), Werft - selten. Das alles beruht aber auf der Tatsache, dass ich (wie Du wohl, so wie ich das Gesagte deute) gerne auf Gebäude mit einer Diversifikation an Warensorten spiele, und das ist für mich eine Geschmacksfrage. Wer eine gute Verschiffung aufbauen möchte, kommt um die Werft (oder kurzfristig eine Lagerhalle bei akuter Notwendigkeit) z. B. kaum herum. Auch die Hazienda ist da im Schnitt lohnend, wenn auch mitunter ein Vabanquespiel bzw. ein Taktgeber für das eigene Spielverhalten.

> mit früher Uni und einem Steinbruch. Dann kaufe ich oft den
> "Schrott" (Hazienda & Co.) wegen des Kolonisten, das spart
> den Bürgermeister. Der ist aus meiner Sicht meist auch eine
> miese Karte und ich nehme ihn nur, wenn ich wirklich 2
> Kolonisten brauche. Also: Gegen Ende nehme ich den Aufseher

Für Uni/Gebäude-Strategien ist der Bürgermeister sicher eher eine lästige Pflicht in bestimmten Situationen denn eine Lieblingsrolle. Gleiches gilt für den "Schrott", wie Du es bezeichnest - aber genau den können andere Strategien teilweise recht gut gebrauchen.

> nicht, den Siedler brauche ich nicht, weil ich keine
> Steinbrüche will und der Bürgermeister wird auch umgangen.

Die Notwendigkeit der Steinbrüche hängt bei mir von meiner Liquidität ab - und von dem, was da an Plantagen liegt und was die anderen von diesen brauchen. Ich spiele gerne mit einem Steinbruch, in bestimmten Konstellationen bei wenig Spielern auch mit 2-3. Sieg ohne Steinbruch ist möglich, wird mir persönlich aber zu hart und hängt davon ab, welche Waren ich wie verkaufen und ob ich eine lohnende Manufaktur erhaschen kann. Mir meist zu riskant.

> Bleiben Goldsucher (sehr gern, ist beim 2-Personenspiel der
> beste Start für den Indigo-Spieler), Baumeister (ich schwimme

Diese Aussage bzgl. des 2-Spieler-Starts halte ich für zu einseitig. Baumeister mit kostenloser Indigoküperei oder kl. Markthalle halte ich für erwägenswert, auch Siedler-Start mit Steinbruch, Mais oder vielleicht einziger teurer Ware sind für mich Optionen.

> immer in Geld und das soll ausgegeben werden, sind
> schließlich Siegpunkte), Händler und Kapitän (wenn ich Waren
> habe, entscheide ich dann wohin sie gehen). Mit diesen
> Einschränkungen brauche ich keine weitere Strategie mehr,
> weil es bei mir von alleine läuft (ich kann dann höchsten mal
> mit Absicht abweichen, weil ich mal anders spielen will, also
> zum Beispiel mit Hazienda starten).

Ich erkenne, worauf Du hinaus willst, rein emotional teile ich durchaus einige persönliche Präferenzen. Rational halte ich diese jedoch für nicht unerheblich vom Geschmack beeinflusst. Ich habe bestimmte Lieblinge bei den Strategien, und da kenne ich viele der sinnvollen Züge aus Routine. Aber: das sind für mich nicht so viele wie Du es bei Dir empfindest, außerdem lohnt es sich m. E., den Horizont bezüglich anderer Vorgehensweisen zu erweitern.

Aus der Suche nach Abwechslung (z. B. mit Hazienda-Start) wurde bei mir durchaus eine Wertschätzung dieser Strategien. Ihr Charakter liegt (oder besser: lag) mir emotional nicht so, aber dennoch habe ich gelernt, sie auch gut zu spielen - und dabei ihre Reize entdeckt. Das half mir bisher über manchen scheinbaren "Totpunkt" hinweg und hält bis heute an. Und da sehe ich auch eine Gefahr bei geübten PR-Spielern: sie perfektionieren ihre Lieblingsstrategie in mehr oder minder fixen Runden und empfinden das Spiel dann als ausgereizt. Ist es nach meinem Dafürhalten aber noch lange nicht, und das ist ein großer Pluspunkt des Spiels für mich. Den entscheidenden Hinweis mögen da auch vollkommen neue Mitspieler geben, zumindest war es bei mir so.

> Ein bisschen zum Umfeld: Ich spiele in unterschiedliche
> Runden mit einem beschränkten Personenkreis, will heißen, ich
> kenn die Spielweisen, aber sie mischen sich neu. Was
> passiert, wenn man mich kopiert? Wenn andere meinen Stil
> annehmen, dann tun sie es halt. Ich achte darauf, dass ich
> "richtig sitze". Dem Spieler rechts von mir gönne ich gerne
> Markthallen, dann geht er gerne ins Handelshaus und ich kann
> auch verkaufen (tu ich oft und gerne). Geh ich aber hinein,
> hat er Schwierigkeiten, weil er dann letzter ist. Bei der
> Produktion kopiere ich gerne den Spieler links von mir; ich
> verkaufe vor ihm und meide die Waren des rechts sitzenden
> Spielers, der ja vor mir verkauft.

Keine schlechten Tipps, fürwahr, das könnte ich mit unterschreiben. Aber das ist auch nur die halbe Wahrheit: denn wirklich geübte Mitspieler spielen mitunter dann genauso (gut), wenn sie das spitzkriegen. Und ein allzu berechenbarer Spieler ist zu leicht auszukontern (schöne Grüße an die mitlesenden Spieltheoretiker ;-) ).

> Im letzten Spiel ging das
> soweit, dass ich als zweiter Spieler am Ende des Spiels immer
> noch keine Indigofabrik hatte (war bei fünf Spielern, hatte
> 59 Punkt und 18 Punkte Vorsprung!). Danach wähle ich auch

Ja, klar, kann bei geschicktem Spiel und ungeübteren oder ungeschickten Mitspielern problemlos passieren. Kommen aber alle auf den Trichter, wird es sehr schwer. Ich kann Dir aus dem eigenen Fundus der Partien Ergebnisse zitieren, die >30 Punkte Vorsprung beinhalteten als auch welche, bei denen sich 1.-3. Platz aus den Dublonen/Warensteinen ermittelten. Für mich liegt da eine große Variabilität im Spielerverhalten und bei den angepriesenen Plantagen.

> meine Plantagen. Das schönste ist es für mich, wenn es beim
> Start keinen Mais und nur einen Zucker gibt und ich ihn
> bekomme. Mit diesem Start habe ich sehr gute Erfahrung gemacht.

Hm, auch ich habe in der jüngsten Vergangenheit mit einem Indigo/Zucker-Start gute Erfahrungen gemacht, davor mit einem Indigo/kl. Markthalle und später Tabak-Start, dann mal blieb mir nur der teure Kaffee zu Anfang... Irgendwann mag man alle Möglichkeiten entsprechend der Umstände gut nutzen. Es wird mit absoluter Sicherheit passieren, dass ein besserer Start darunter ist, wenn man das Spiel vollkommen durchanalysiert (das hat nur noch keiner getan). Du hast schon in vorherigen Postings sehr richtig angesprochen, dass auch heute, im Zeitalter der leistungsfähigen Rechner, noch Leute so theoretisch "banal durchrechenbare" Spiele wie Schach oder Go spielen... :-D

Aber spielpraxisrelevant war bei uns eher die Fähigkeit, alle Register zu beherrschen, denn sonst ist man teilweise den Gegebenheiten bzw. den Mitspielern ausgeliefert. Und da schätze ich auch die zufällige Plantagenverteilung im Spiel sehr hoch ein, was die Variabilität des Spiels angeht, sie ist eine exzellente Komponente, Statik im Spielverlauf zu beheben, ohne das Können für Vielspieler in zahlreichen Partien zu sehr zu beschneiden. Im Gegenteil: es fordert im positiven Sinne. Insofern fühle ich mich auch nach sehr vielen Partien noch lange nicht als gespielt oder automatisiert.

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Beitragvon Roman Pelek » 7. Juni 2002, 03:20

Hi Braz und Peter,

Braz schrieb:
>
> Peter Steinert schrieb:
> > Überhaupt kann ich den "Trend zum einfachen Spiel", den die
> > Jury oft erwähnt hat, so nicht nachvollziehen. Hat es nicht

Den Trend gibt es für mich nicht, er soll eher forciert werden. Aber das ist nicht so einfach: ein einfaches, fesselndes Spiel zu entwickeln, das weder zu banal noch zu komplex gerät, ist eine hohe Kunst, bei der derzeit Mangel in der Spieleszene herrscht. Wenn man den diesjährigen Spielejahrgang unter die Lupe nimmt, kommen unter dem Strich für mich mehr banale oder komplexe Spiele heraus denn wirklich richtig gute einfache. Aber es kann sich eben niemand solches Gut aus den Rippen schnitzen.

> Ich denke eher, daß der Trend in immer ausgestaltetere Spiele
> hinführt, d.h. Hintergrundgeschichte, aufwendig gestaltetes
> Spielbrett, schöne Spielgeschichte ........etc (als Bsp.:
> Mexica, Jaca, Tikal, Nautilus....)

Durchaus, aber das ist aber meist mehr oder minder gelungene Ausarbeitung komplexen Spielgeschehens.

> Ausgefeilte abstraktere Taktikspiele, wie Carolus Magnus (und
> ich bin ein absoluter CM-Fan) oder Torres - finde ich
> zumindest - sind immer seltener anzutreffen.

CM hat für mich eine ungeheure Faszination, aber Defizite in der Umsetzung. Exzellente Idee, aber mit teilweise eklatanten Mängeln im Spieldesign. Torres ist ein klasse Spiel, aber die meisten scheitern an Dreidimensionalität und trockener Umsetzung. Zumindest die Kombination mag mitunter tödlich sein.

> Wie auch immer - Der Trend hin zum einfachen Spiel ist auch
> für mich nicht nachvollziehbar !!!

Zu Recht, ich stimme Dir zu. Die Liste, so wie sie sich mir präsentiert, versucht, eine verlags-/autoren-/gattungsübergreifende Repräsentation einer Vielfalt einfacher Spiele zu sein. Dies gelingt ihr in dieser Hinsicht respektabel, sie muss nur unter diesem Gesichtspunkt auch mit mittelmäßigem Material aufgefüllt werden und lässt einige exzellente Spiele außen vor. Das "Rohmaterial" verurteilt ein solches Unterfangen unweigerlich zum Scheitern, auch wenn einige Alternativen im Einzelfall in Sicht gewesen wären. Ich seh's gelassen: wie man's macht, macht man's falsch - zumindest angesichts dieses Anspruchs. Wer's besser machen kann, der werfe den ersten Stein.

Ciao,
Roman

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Tobias Lang

Danke Roman!

Beitragvon Tobias Lang » 7. Juni 2002, 10:06

Danke Roman!

Sehr schön!

Liebe Grüsse

Tobias.

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Claus

Re: SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Beitragvon Claus » 7. Juni 2002, 13:11

Und wie paßt dann das Verlagssterben in Dein Bild?

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Brigitte

Re: SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Beitragvon Brigitte » 7. Juni 2002, 14:54


> Die Spiel Essen vermeldet auch jedes Jahr noch mehr Besucher
> als im Vorjahr und noch mehr... Und ich frage mich jedesmal,
> wo die sich verstecken.

Die Frage habe ich mir auch gestellt, bis ich auch die Comic Action angeschaut habe. Dort wars dann sehr eng.

Brigitte

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peer

Re: SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Beitragvon peer » 7. Juni 2002, 19:37

Hi,
Claus schrieb:
>
> Und wie paßt dann das Verlagssterben in Dein Bild?
Hab ich dieses Jahr in den News was verpasst?
Folglich:

Gut, denn zum einen ist lange niemand mehr gestorben - lediglich übernommen und das passiert in jedem Wirtschaftszweig - zum anderen gibt es ja auch mehr Verlage als früher (den 80ern gab es weder Goldsieber, noch Eurogames, noch Adlunc, noch Hans im Glück, noch Winning Moves....)

Wie kommst du eigentlich auf den Idee, dass die Brettspielszene am Boden ist?
Mit Ausnahme der 2-Jahre-Siedler-Ära fällt mir jedenfalls kein Zeitraum ein, bei dem es dem Brettspielbereich signifikant besser gehen würde.

ciao,
Peer (Totgesagte leben länger)

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Wolfgang Ditt

Re: PR: emotionale und rationale Betrachtungen

Beitragvon Wolfgang Ditt » 8. Juni 2002, 12:55

Hallo Roman,

ich habe dein Posting mehrfach durchgelesen. Das, was bei mir eingetreten ist, ist nicht sahclich dingfest zu machen (bzw. ich kann es nicht). Ich habe von meinen PR-Spielen nur 2 als zweiter und 1 Spiel als geteilter Erster beendet; alle anderen gewonnen. Darunter sind Spiele in Oberhof, die gegen geübte Spieler waren. Vielleicht läuft PR einfach zu rund für mich.

Wolfgang

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KMW

RE: SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Beitragvon KMW » 8. Juni 2002, 14:14

"peer" hat am 07.06.2002 geschrieben:
> zum anderen gibt es ja auch mehr Verlage
> als früher (den 80ern gab es weder Goldsieber, noch
> Eurogames, noch Adlunc, noch Hans im Glück, noch Winning
> Moves....)

Dafür gab es KD-Spiele, Hexagames, Spear, Mattel, Arxon, Hanje, International Team, Intelli, Bandai Huki - und das sind nur die, die mir gerade aus dem Stegreif einfallen. Und was die Folgen von Übernahmen betrifft: FX Schmid macht keine Spiele mehr, ASS macht keine Spiele mehr....
Gruß
KMW

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peer

RE: SDJ 2002 – Ab durch die Mitte!

Beitragvon peer » 8. Juni 2002, 15:01

Hi,
naja, stimmt schon, aber gab es die auch bei Kaufhäusern zu kaufen? Für mich ist die Vielfalt bei grösseren Kaufhausketten ein grösseres Zeichen, dass Brettspielen jenseits der Freaks von Bedeutung ist, als wenn es 1000 Kleinverlage gibt, die aber nur übers Forum hier verkaufen...
ciao,
Peer

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Roman Pelek

Re: PR: emotionale und rationale Betrachtungen

Beitragvon Roman Pelek » 8. Juni 2002, 23:46

Hi Wolfgang,

Wolfgang Ditt schrieb:
>
> Hallo Roman,
>
> ich habe dein Posting mehrfach durchgelesen. Das, was bei mir
> eingetreten ist, ist nicht sahclich dingfest zu machen (bzw.
> ich kann es nicht). Ich habe von meinen PR-Spielen nur 2 als

Ich kann es, wie gesagt, sehr gut nachvollziehen, weil ich zwischenzeitlich streckenweise ähnliche Erlebnisse hatte, die aber für mich nicht die ganze Bandbreite darstellen. Wie gesagt: das Festfahren in bestimmten Runden ist ein Phänomen, das m. E. gerne auftaucht.

> zweiter und 1 Spiel als geteilter Erster beendet; alle
> anderen gewonnen. Darunter sind Spiele in Oberhof, die gegen
> geübte Spieler waren. Vielleicht läuft PR einfach zu rund für
> mich.

Ich glaube ja, da hast Du Glück bzw. genau die richtige Strategie in diesen Fällen gehabt. Als allgemeingültig sehe ich das nicht an. Zu dritt ist diese Routine mitunter am stärksten, da man da die Situation am besten abschätzen kann und die Gefahr von Mitspielern, die sich in die Hände spielen, am geringsten ist. Da gewinnt man gegen weniger versierte Spieler in der Regel.

Zu viert oder fünft wird's mitunter schwierig. Erst gestern habe ich in einer 4er-Runde PR mit Pauken und Trompeten verloren. Warum? Eine Mitspielerin baute sich geschickte eine Maisverschiffung mit Werft auf, und ich dachte, sie legt dann richtig los und ich richtete mich auf ein längeres Spiel ein. Kurz danach erwarb sie - aufgrund der Siegpunkte! - große Indigoküperei und Zuckerfabrik und verschiffte wider Erwarten zu ihrem eigenen Schaden noch nicht einmal selbst. Zwei Runden später endete das Spiel mit Kolonistenmangel, es gewann der Spieler, der sehr früh zwei 10er-Gebäude gebaut hatte und letztlich noch zum Verschiffen kam mit Abstand. Gegen so etwas bist Du auch als geübter Spieler quasi machtlos - insofern kann man definitiv, egal wie versiert man spielt, nicht immer gewinnen, wenn z. B. Mitspieler so eklatant (und vor allem total unerwartet) querschießen. Auch gegen geübte Mitspieler wird's einfach zu schwer, die kennen Deine Tricks genauso wie Du ihre.

Ciao,
Roman (heuer mit Hazienda-Mais-Manufaktur-Werft gewonnen ;-) )

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Wolfgang Ditt

Re: PR: emotionale und rationale Betrachtungen

Beitragvon Wolfgang Ditt » 9. Juni 2002, 10:35

Hallo Roman

> Zu viert oder fünft wird's mitunter schwierig. Erst gestern
> habe ich in einer 4er-Runde PR mit Pauken und Trompeten
> verloren. Warum? Eine Mitspielerin baute sich geschickte eine
> Maisverschiffung mit Werft auf, und ich dachte, sie legt dann
> richtig los und ich richtete mich auf ein längeres Spiel ein.
> Kurz danach erwarb sie - aufgrund der Siegpunkte! - große
> Indigoküperei und Zuckerfabrik und verschiffte wider Erwarten
> zu ihrem eigenen Schaden noch nicht einmal selbst...

jetzt wird wieder ein Stück mehr klar. Genau das, was dir passiert ist, war bei meinen Partien, die ich nicht gewonnen habe. In der einen Partie haben ich viele Steinbrüche genommen, um es auszuprobieren und beim anderen habe ich im 3er-Spiel versucht, die Maisspielerin am gewinnen zu hindern. Und beim geteilten Sieg habe ich in der Endphase verscuht, einen Vorsprung über die Zeit zu retten.
Was folgt für mich daraus? Wenn ich anfange, über das was ich tue nachzudenken, geht's schief.

Wolfgang


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