Beitragvon Volker L. » 2. September 2002, 21:27
Brigitta Lindemann schrieb:
>
> Wenn ich's mir so recht überlege, verlangen wir eigentlich
> ziemlich viel von den Verkäuferinnen (warum sind's eigentlich
> immer -innen - muss wohl an der Bezahlung liegen): Der erste
> möchte ein Spiel des Jahres, der nächste ein "ja ich weiß
> nicht mehr wie das Spiel heißt - ich glaube valli pilatti",
> der dritte sucht ein Spiel mit einem Geist drauf und die
> Grundfarbe der Schachtel ist ganz bestimmt rot, der vierte
> braucht was für sein Enkelkind für die Schultüte, wieder
> einer ein Mitbringsel für die Daheimgebliebenen oder die zu
> Besuchenden ....
Von einem Spiele[b]fach[/b]verkaeufer (egal welchen Geschlechts)
erwarte ich, dass er das gesuchte Spiel identifizieren kann -
auch und gerade in dem Fall "der Titel lautet valli pilatti oder
so aehnlich" (sofern es halbwegs gaengige Ware und nicht ein
Importspiel von den Evil Polish Brothers ist).
> ...andere suchen einen Krimi - aber er darf nicht
> grausam sein, wieder andere einen Liebesroman, die nächste
> liest nur realistische Frauenromane, einer sucht nur
> Wirtschaftskrimis und der nächste sucht was Seichtes, wieder
> ein anderer will gefordert werden durch die Lektüre....
Hier gestehe ich dem Verkaeufer zu, dass er ein wenig ueberlegen
muss und ggf. Hilfsmittel (Katalog, Bestellcomputer mit
Suchfunktion, Kollege mit Spezialwissen etc) zu Hilfe zieht,
aber mit diesen Hilfsmitteln sollte er in der Lage sein,
meinen Wunsch zu erfuellen.
Das ist eben der Unterschied zwischen [b]Fach[/b]haendlern und
Feld-Wald-und-Wiesen-Personal, das dazu da ist, die Regale zu
fuellen und die Kasse zu bedienen.
> kenne ich unseren Bestand von rund 10000 Medien recht gut
> (noch dazu, nachdem ich jetzt alles gerade in die EDV
> eingegeben habe), trotzdem muss ich im Rahmen der Beratung
> manchmal selber in den Klappentext schauen, um mich zu
> vergewissern: "Ist es das, was der Kunde sucht?", stelle dann
> auch mal ein Buch wieder zurück, ohne es dem Kunden gegeben
> zu haben ...
Richtig so. Weder in einem Spielefachgeschaeft noch in einer
Buchhandlung (oder in Deinem Fall Leihbuecherei ;-) ) erwarte
ich, dass mir jeder anwesende Teil des Personals jede Frage
beantworten kann - aber es sollte eine Person da sein, die es
kann, und von dieser Person erwarte ich soviel Fachkompetenz
und Engagement, dass sie mir [i]entweder[/i] meine Frage aus dem
Stehgreif beantworten kann [i]oder[/i] bereit ist, o.g. Hilfsmittel
zu rate zu ziehen und es danach kann.
> ... und so finde ich es auch ehrlich, wenn die
> Verkäuferin sich noch einmal einen Überblick über das Spiel
> durch einen Blick auf die Rückseite verschafft, um dann zum
> Spiel weitere Erklärungen abgeben zu können. Hilft doch
> dieser Blick, die richtige Schublade im Hirn zu öffnen
Klar, aber so wie ich das verstanden hatte, beschraenkte sich
die Auskunft in jenem Fall auf das Vorlesen des Rueckseitentextes.
anspruchsvolle Gruesse, Volker