Beitragvon Andreas Epplée » 30. September 2002, 20:51
Hi Peer,
> Andreas Epplée schrieb:
> > Andreas (wartet auf das erste Knizia-TCG - und auf die erste
> > Knizia-Monographie - wenn er so weitermacht, wird er ein
> > spielerisches Jahrhunderte-Genie (oder ist es schon immer
> > gewesen - gestern mal wieder "Das letzte Paradies" gespielt -
> > ein "Blutsauger", wie er selber richtig sagt, er saugt die
> > spielerische Essenz aus allem - faszinierend, ist es nicht)
>
> Ich mag Bandwurmsätze! Das schöne darin ist, folgende Frage
> konnte ich nicht zu meiner Zufriedenheit klären: Gefällt dir
> das letzte Pardies nun oder nicht? Solltest Politiker werden,
> Andreas! :-D
Ja, da ist mir leider die entscheidende Klammer entfallen - sollte heißen "... Jahrhunderte-Genie (oder ist es schon immer gewesen - gestern mal wieder DLP gespielt) - ein "Blutsauger"..." Doch keine Eignung zum Politiker - oder doch? ;-)
Was ich damit meinte: selbst ein verhältnismäßig frühes und "einfaches" Spiel wie DLP ist schon so vollendet, dass spätere Spiele oder sogar "Erweiterungen" es nicht "besser", sondern nur anders machen können (ganz deutlich - imo - z.B. bei "Grand National Derby" oder auch "High Society") - eindeutiges Merkmal von Genialität. (Dagegen z.B. ein Typ wie Wittig - ebenfalls gestern gespielt: "Dino" - eindeutiges Merkmal von naiver Freude am Handwerk ;-) ) Aber die Begriffe und ihre Anwendung auf die Werke sind, wie das ganze "Kulturphänomen (Autoren-)Spiel" noch sehr im Werden - deswegen etwas tastend und vorläufig (die Begriffe). Fest steht jedoch, dass die kritische Rezeption von Autorenspielen allgemein noch nicht im Entferntesten das Niveau der Spiele selbst erreicht hat - wirklich spannend, bei dieser Entwicklung "aus den Kinderschuhen" dabei zu sein. Und Knizia ist der Autor, bei dem das Fehlen einer adäquaten Rezeption am fühlbarsten wird - es tut mir tatsächlich manchmal schon fast körperlich weh, seine Spiele als "mechanisch" empfunden zu sehen - der einfach durch die Tiefe, Differenziertheit und Geistigkeit seiner Spiele eine ebensolche Reaktion der Kritik erfordert und dadurch (hoffentlich - aber eigentlich bin ich mir fast sicher, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist) "ins Leben ruft"...
Andreas (wenn der HdR-Film nur das Knizia-Spiel hervorgebracht hätte, hätte er sich schon gelohnt - für mich übrigens ein weiterer Meilenstein, falls Franz-Benno das liest - die Anwendung von rein abstrakten Spielmechanismen auf ein episches Format)