Beitragvon Roland G. Hülsmann » 2. Oktober 2002, 09:47
Hallo,
weiter unten ist der Thread "Umfragen für Kleinverlage". Es ging letztlich darum - wenn ich es recht verstanden habe - einen Spielepreis zu schaffen, der auch die Spiele der Klein- und Kleinstverlage im Blick hat. Ein solcher Preis kann und soll natürlich nicht in Konkurenz zum "Spiel des Jahres" oder dem "Deutschen Spielepreis" stehen, da diese jeweils ihre eigene Ausrichtung und Zielsetzung haben.
Das Hauptproblem schien mir in den Diskussionen zu sein: Wie bekomme ich ein entsprehend motiviertes und spielerisch geübtes Publikum oder eine passende Jury für einen solchen Preis. Bei einem Publikumspreis wie dem DSP hgaben die weniger verbreiteten Spiele kaum eine Chance und eim SDJ ist die Zielrichtung eine ganz andere. Hier möchte ich (bewußt auf ein Vollzitat oder Link verzichtend ;-) ) Roman zitieren:
[i]"Ich seh's von zwei Seiten: je mehr, desto weniger Manipulation, aber mehr Verbreitung und evtl. weniger Kenntnis vieler Spiele. Je weniger, desto mehr Raum für subjektive Verzerrungen, aber je nach adressiertem Personenkreis mehr Fachkenntnis. Für mich zwei Ansätze mit unterschiedlichen Ansprüchen und Möglichkeiten. Oder auf Deutsch: Mist ist bei beiden leider dabei."[/i]
Richtig. Und deshalb schlage ich einen dritten Weg vor, der in meinen Augen nicht nur ein Mittelweg, sondern einer neuer Weg ist:
[b]Meine Idee:[/b] Es finden Jahr für Jahr zahlreiche Spielewochenenden statt, wie etwa die zwei Wochenenden der Spielbox, weitere Wochenenden von Gregor Pohl (alle in Bilstein,S auerland), das Wochenende von KMW, ..., um nur einige zu nennen, die mir gerade einfallen. Hier handelt es sich durchweg um Menschen, deren Hobby "Spielen" so wichtig ist, daß sie nicht unerhebliche Mengen von Zeit und Geld für diese Wochenenden investieren. Man kann hier also von einem "fachkundigen" Publikum ausgehen! In meinen Augen das ideale Publikum für einen neuen Spielepreis, der den Intentionen, die im genannten Thread geäußert wurden, sehr nahe kommt. Die Gründe:
[b]1. Spielebegeistertes und Spielerfahrenes Publikum.[/b] Außerdem zusammengenommen in einer durchaus repräsentativen Mischung und Anzahl der Spezies "Vielspieler" und "Gelegenheitsspieler", nicht zu vergessen die "Quartalsspieler" (zwei mal im Jahr die volle Dröhnung bis zum Umfallen).
[b]2. Vostellung von Kleinstverlagen problemlos möglich.[/b] Hier hat man die Spielerwelt in höchster Konzentration. Es sollte jedem auch noch so kleinen Verlag möglich sein, seine Produkte in der einen oder anderen Form zu präsentieren. Sei es durch Bemusterung, Leihgabe, Spende des Spieles an die "Spielbaustelle", eigener Anwesenheit oder Teilnahme eines Spielers, der die entsprechenden Spiele dabei hat, Es kann jemand da sein, der die Spiele kennt und Spieler dazu animiert und in die Spiele einführt. Viele Teilnehmer nutzen diese Wochenenden bewußt, um neue Spiele kennenzulernen, sie sich erklären zu lassen. (Und es wäre nicht schlecht, die Spiele der Kleinstverlage dann auch direkt erwerben zu können, denn es gibt auch da Leute, die nicht jedes jahr nach Essen fahren können.)
[b]3. Keine Manipulation bei der Wahl. [/b] Die Teilnehmer an der Wahl sind direkt vor Ort. Veranstalter solcher Wochenenden haben Teilnehmerlisten, etc. Hier kann ganz altmodisch mit Zettel und Stift gewählt werden.
[b]4. Geringer Aufwand für die Veranstalter des neuen Spielepreises. [/b] Die Leute sind an den Wochenenden schon da, die Teilnehmerlisten existieren bereits. Es sollte nur einer der Verantwortlichen für den neuen Preis am Wochenende anwesend sein und die Sache dort in die Hand nehmen, z.B. in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter auch auf Spiele kleinerer Verlage hinweisen, ggf. eine Präsentation ins Programm einbauen, der Wahl entsprechendes Gewicht verschaffen.
[b]Erste Gedanken zum Zeipunkt des Preises: [/b] Natürlich wollen auch Klein- und Kleinstverlage Umsatz machen und da vor Weihnachten am meisten Spiele gekauf werden, wäre eine Preisverleihung Ende Oktober/Anfang November nicht schlecht. Vielleicht der Natur des Preises entsprechend an einem Spielewochenende. Für den Anfang sollte sich zumindest lokale Presse interessieren, aber das kann ja dann mehr werden ... ;-) Damit jedes Spiel Chancen hat, auch mit der Langzeitwirkung im Preis einzugehen, würde ich als Zeitraum der berücksichtigten Spiele mindestens einen Zwei-Jahres-Zeitraum nehmen. So kommt ein Spiel immer zwei Mal auf die Liste der zu wählenden Titel. So kann sich ein Spiel, das vielleicht zunächst nicht ganz in den Mittelpunkt rückte, aufgrund seiner Qualität doch noch ins Blickfeld geraten. Dajer sollte die Wertung des Vorjahres auch immer in die Wertung mit eingehen. (Näheres zur Wertung und Berechnung, vielleicht später. Das sprengt hier den Rahmen des Beitrages. @KMW: Gibt es eine Maximalgröße für einen Beitrag?)
[b]SCHLUSSWORT[/b]
Das soll erst mal reichen. Ich denke, hier sollte die Diskussion beginnen. Sollte sich wirklich eine Gruppe bilden, die diesen Preis in dieser oder ähnlicher Form verwirklichen will, so biete ich gerne meine Mithilfe an. (Ich könnte auch das Pfingstwochende der Spielebox bezüglich der Abstimmung "übernehmen".) Mich würde auch interessieren, wie die Kleinverlage selbst und die Veranstalter der Wochenenden meine - noch relativ ungaren - Ideen beurteilen.
Gruß
Roland