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Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

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Oli-spielbox

Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Oli-spielbox » 21. Oktober 2002, 22:45

Hallo Bohnhansa-Tester!

Direkt nach dem Spiel fiel es mir schwer, eine genaue Beurteilung abzugeben, aber inzwischen konnte ich mir einige Gedanken darüber machen, die ich hier gerne zur Diskussion stellen möchte. Vielleicht geht es einigen Testern genauso, so dass wir jetzt etwas differenzierter die Vor- und Nachteile dieser Bohnanza-Variante darlegen können. Da AMIGO bzw. Frank Jäger hier öfters vorbeischauen und Uwe Rosenberg vielleicht ebenfalls mal einen Blick ins Forum riskiert, hilft ihnen dieser Thread hoffentlich bei der Optimierung des Spieles. Fairerweise erwähnen sollte ich aber, dass Einige es schon in dieser Form sofort kaufen würden. ( http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=53171&t=52910 ), aber bei Anderen (z. B. unserer Testgruppe) kam es nicht so gut an. (Ich gebe aber gerne zu, dass es BohnHansa zumindest bei mir sehr schwer hatte, denn Bohnanza ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele. :) )

Was ist gegenüber BohnanzZa anders?

Vor allem muß hier das Spielbrett genannt werden. Auf diesem sind mehrere Städte (Ich glaube, es waren 9.) abgebildet, die durch Wege verbunden sind. Jede Stadt produziert 2-3 bestimmte Bohnensorten. Jeder Spieler spielt nun einen Bohnenhändler, der in einer Stadt Bohnen kauft und in einer anderen wieder verkauft. Dies wird durch Auftragskarten vorgegeben, auf denen die Zielstadt, die 2-3 dort benötigten Bohnen und der einzustreichende Geldbetrag bei Erfüllung des Auftrages angegeben sind. Es werden also keine Felder mehr angebaut und geerntet, sondern Bohnen ge- und verkauft. Diese sind nicht mehr als Karten auf der Hand, sondern werden als Marker vor einem abgelegt (max. 8 pro Spieler). Dennoch hält man Karten in der Hand, die sogenannten Reisekarten. Das sind einfach 7 Karten, wovon nur 2 eine bestimmte Bedeutung haben: Spielt man die Zollkarte, dann muß man 20.000 Taler in die Bank zahlen; spielt man die Nachschubkarte, dann werden in 3 Städten neue Bohnen produziert. Warum legt man dann überhaupt die Zollkarte? ;) Nun, da kommt das bohnanza-spezifische ins Spiel: Die 7 Karten werden in festgelegter Reihenfolge auf die Hand genommen und von vorne abgespielt, d. h. früher oder später fällt auch die Zollkarte.

Zum Spielablauf: Man sucht sich eine Stadt, in die man reisen möchte und legt für jede Stadt, die man durchquert (inkl. der, in der man steht), eine Reisekarte ab. Diese werden hinterher wieder auf die Hand genommen, aber hinter die anderen Karten gesteckt, Zoll- und Nachschubkarten zuerst und danach die übrigen Karten. Wer also weit reist, muß viel Zoll zahlen, bringt aber auch häufig Nachschub ins Spiel.
In der Stadt darf man die dort produzierten Bohnen kaufen und einen Spieler einladen und dann mit ihm handeln, d. h. dieser Spieler steht meist erst einmal in einer anderen Stadt. (Man kann natürlich auch mit einem bereits in der Stadt stehenden Spieler um Bohnen handeln, muß ihn dafür aber nicht mehr einladen.). Wenn er der Einladung folgt, muß er nur eine Reisekarte zahlen, um in die Stadt des Zugspielers zu kommen. Dort handelt er dann mit dem einladenden Spieler um Bohnen. Das ganze ist eine sehr billige Art zu reisen, so dass auch schon einmal Bohnen verschenkt wurden, nur um eingeladen zu werden!
Wenn der Spieler fertig ist, zieht er eine neue Auftragskarte und steckt diese hinter die Reisekarten. Diese rutscht mit nach vorne und wird ebenfalls zum Reisen benutzt. Macht man dies, kommt aber nicht in der darauf angegebenen Zielstadt zum Stehen oder es fehlen einem Bohnen zum Ausführen des Auftrages, dann verfällt dieser.
Schließlich ist der Nächste an der Reihe. Ganz am Ende kann man noch seine verbleibenden Bohnen an die Bank verkaufen und wer dann die meisten Taler besitzt, hat gewonnen. (Ein paar Details fehlen noch, aber die spreche ich noch an bzw. sind für einen groben Überblick m. E. nicht so wichtig.)

Zuallererst unterstelle ich jetzt mal, dass BohnHansa eine taktischere Variante des Kartenspieles sein soll. Alles andere würde ich angesichts des lockeren, flüssigen aber sehr spaßigen Spielverlaufs von Bohnanza für fast schon unmöglich halten. Auf den ersten Blick macht es auch den Eindruck, als ob es durch das Spielbrett und die Auftragskarten an Planbarkeit gewonnen hat. Man kann sich schon früh darauf vorbereiten, welche Bohnen man kaufen/erhandeln und wann man in welcher Stadt sein sollte. Leider wird dies m. E. hauptsächlich durch 2 Dinge wieder ausgehebelt.
Zum Einen werden die Auftragskarten gewöhnlich einfach gezogen und hintendran gesteckt. Dadurch hat es jemand mit vielen benachbarten Zielstädten leichter als jemand, der ständig über das ganze Brett ziehen muss. Letzterer braucht mehr Reisekarten und zahlt dementsprechend häufiger Zoll. Außerdem bringen die Aufträge unterschiedlich viel Geld ein. Zwar benötigt man für die geringer dotierten nur 2 Bohnen (für die höheren dagegen 3), aber wenn man dann noch mehr reisen und deshalb mehr Zoll bezahlen musste, lohnte sich das kaum noch.
Zum Anderen bringen die Nachschubkarten einen hohen Glücksanteil rein. Die oberste Karte „Neue Ernte“ wird immer dann aufgedeckt und ausgeführt, wenn jemand während seiner Reise seine Nachschubkarte spielen musste. Dann werden in den 3 darauf abgebildeten Städten neue Bohnen ausgelegt, die dann auch billiger zu erwerben sind (großes Angebot = kleiner Preis). Dumm nur, wenn dann gerade die Bohnensorte, die man braucht, nicht oder nur sehr teuer auf dem Brett vorhanden ist.
Aufbrechen könnte man dies durch den Handel, aber der kommt gegenüber Bohnanza kaum in Gang. Zuerst einmal muß man gar nicht unbedingt handeln, da man bei halbwegs glücklichem Nachziehen seine Aufträge auch so durchbekommen kann. Dann muss der Spieler, mit dem man handeln will, überhaupt bereit sein, zu Einem zu reisen. Danach gibt es kaum Verhandlungen, sondern die Bohnen werden eigentlich immer 1:1 getauscht. Da pro Auftrag höchstens 3 gebraucht werden, ist eine einzelne Bohne natürlich viel wertvoller als im Kartenspiel, so dass ein 2:1 Tausch eher selten vorkommt. Zusätzlich weiß man durch seine Aufträge natürlich schon, welche Bohnen man bald braucht, so dass kaum ein Spieler mehr als 2 oder 3 Bohnen überzählig hat.
Durch Glück wird ebenfalls die Startposition und die Anfangsbohnen bestimmt und diese können - je nach darauffolgenden Aufträgen - schon für große Unterschiede sorgen. Ebenso hat derjenige Glück, der am Schluß in einer Stadt mit Bohnenüberangebot sitzt, wo er sich billig eindecken und diese dann teurer an die Bank verscherbeln kann. War zwar bei uns nicht ausschlaggebend, könnte es aber bei einer knappen Runde sein.

Meine Kritikpunkte kurz zusammengefasst: Der Glücksanteil ist mir einfach zu hoch bzw. der eigene Entscheidungsanteil zu niedrig. Vielleicht sollte man 3 Auftragskarten offen auslegen, wovon man sich dann die am besten passende aussuchen kann. Ebenso wäre es überlegenswert, bei der Ernte immer abwechselnd jeweils 3 Städte mit neuen Bohnen zu versorgen. So ist eher abzusehen, wann welche ins Spiel kommen. Außerdem passiert es nicht so leicht, dass eine Sorte ganz ausgeht. Auch sollte man sich überlegen, ob die restlichen Bohnen am Schluß wirklich noch an die Bank verkauft werden müssen. Warum nicht einfach verfallen lassen? Schließlich würde ich noch die Handelsphase aufwerten; die kommt bei diesem Prototyp einfach zu kurz. Möglicherweise hilft es schon, wenn man Geld ebenfalls handeln kann, glaube ich aber eher nicht. Das Problem ist eher, dass man jemanden erst einladen muss, um mit ihm zu handeln. Wenn der nicht aus seiner Stadt weg will, war’s halt ein sehr kurzer Handel. Eine gute Idee, um das zu vermeiden, ohne das Spielthema zu verletzen, habe ich leider auch noch nicht. (Vielleicht auch so etwas wie Optionen auf spätere Bohnenkäufe handelbar zu machen? :-? Aber dann haben wir schon mehr ein Börsenspiel.)

Gegenüber Bohnanza verliert BohnHansa jedenfalls an Spielspaß und Lockerheit, ohne in entsprechendem Maße an Spieltiefe zu gewinnen. In der momentanen Fassung würde ich jedem weiterhin das Kartenspiel empfehlen.

Geht es denn den anderen Testern genauso? Habt Ihr die gleiche Kritik oder störten Euch ganz andere Sachen? Was für Verbesserungsvorschläge habt Ihr? Es wäre doch gelacht, wenn die versammelte Forumsgemeinde ;) diesem schon recht ansprechenden Prototypen nicht ein paar super Verbesserungen geben könnte. Ich bin mir sicher, Uwe Rosenberg und AMIGO werden mit Interesse diese Diskussion verfolgen.

Ciao, Oli

P.S. Übrigens, vielen Dank für die Möglichkeit, BohnHansa schon einmal als Prototyp testen zu dürfen. Das hat uns eine Menge Spaß gemacht und wird hoffentlich von AMIGO bei der nächsten Messe wiederholt.

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Ina-spielbox

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Ina-spielbox » 21. Oktober 2002, 23:10

Hallöchen,

ich stimme Dir im Prinzip mit Deiner Kritik voll zu. Auch bei uns wurde kaum gehandelt. Der Glücksfaktor in Abhängigkeit von den Aufträgen und der Reiseweite ist sehr hoch.
Vielleicht kurbelt es den Handel an, wenn die Bohnenfelder in der Kutsche nummeriert würden und man wie bei Bohnanza, nur in Reihenfolge wegnehmen darf. Dann wäre man gezwungen viel mehr zu handeln, um störende Bohnen loszuwerden.

Ich bin gespannt, was noch an Ideen kommt.

Gruß Ina Broß

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Thomas Rosanski

RE: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Thomas Rosanski » 21. Oktober 2002, 23:25

"Oli" hat am 21.10.2002 geschrieben:

> Direkt nach dem Spiel fiel es mir schwer, eine genaue
> Beurteilung abzugeben,

Ging mir auch so, zwar habe ich ein paar Vorschläge gemacht, aber manches muss man halt auch erstmal sacken lassen.

> Zum Spielablauf: Man sucht sich eine Stadt, in die man
> reisen möchte und legt für jede Stadt, die man durchquert
> (inkl. der, in der man steht), eine Reisekarte ab. Diese
> werden hinterher wieder auf die Hand genommen, aber hinter
> die anderen Karten gesteckt, Zoll- und Nachschubkarten
> zuerst und danach die übrigen Karten. Wer also weit reist,
> muß viel Zoll zahlen, bringt aber auch häufig Nachschub ins
> Spiel.

> Zum Einen werden die Auftragskarten gewöhnlich einfach
> gezogen und hintendran gesteckt.

Es gab ja zwei Varianten: Am ersten Messetag wurde noch so gespielt, dass alle Spieler jederzeit Auftragskarten nachkaufen konnten. Das führt aber dazu, dass man in den ersten paar Zügen des Spiels all sein Geld für Auftragskarten ausgibt, denn das hat zwei Vorteile: Erstens kommt die eigene Zollkarte seltener, da man mehr Handkarten hat und zweitens hat man eine größere Auswahl an Aufträgen, von denen man bestimmt irgendeinen erfüllen kann.

Als ich am Sonntag gespielt habe, wurde das Nachkaufen von Auftragskarten darauf beschränkt, dass man nur dann eine Auftragskarte kaufen durfte, wenn man nicht mehr als zwei Auftragskarten auf der Hand hat. Da man aber eh nach jedem eigenen Zug eine Auftragskarte nachzieht und meistens nicht mehr als einen Auftrag auf einmal erfüllt, kommt es so gut wie gar nicht zum Nachkaufen und die Anzahl der Aufträge in der Hand liegt daher fast konstant bei drei. Dadurch kommt die Zollkarte öfter und man braucht mehr Glück, die richtigen Aufträge auf die Hand zu bekommen.

Mein Vorschlag (den ich auch bereits auf den Amigo-Fragebogen geschrieben habe): Die Beschränkung nicht fest vorgeben, sondern an der Anzahl der Auftragskarten der Mitspieler festmachen (z.B. darf man durch Kaufen seine Hand so auffüllen, dass man maximal eine Auftragskarte mehr besitzt, als irgend[b]ein[/b] anderer Spieler)

> Aufbrechen könnte man dies durch den Handel, aber der kommt
> gegenüber Bohnanza kaum in Gang. Zuerst einmal muß man gar
> nicht unbedingt handeln, da man bei halbwegs glücklichem
> Nachziehen seine Aufträge auch so durchbekommen kann. Dann
> muss der Spieler, mit dem man handeln will, überhaupt
> bereit sein, zu Einem zu reisen.

Nachteilig gegenüber dem Kartenspiel ist m.E. auch, dass man zwar sieht, welcher Spieler welche Bohnen besitzt, aber gar nicht weiss, welche Bohnen ihn interessieren, da die Aufträge ja in der Hand gehalten werden. Man sieht nicht auf einen Blick, was ich jemanden anbieten könnte und muss jedesmal nachfragen.

Spontane Idee: Mal mit offenen Handkarten probieren. Um nicht immer umsortieren zu müssen, kann man ja einen Pöppel auf den Karten "spazieren" gehen lassen. (Nur so eine spontane Idde, einfach mal ausprobieren und ansonsten ruhig wieder vergessen)

> Ebenso hat derjenige Glück, der am Schluß in einer
> Stadt mit Bohnenüberangebot sitzt, wo er sich billig
> eindecken und diese dann teurer an die Bank verscherbeln
> kann.

Stimmt, da ist ein Bruch im Spiel: Zunächst geht es ums Handeln und Aufträge erfüllen und wenn die letzte Runde eingeleitet ist, gehts nur noch darum, die letzten billigen Aldi-PCs ... ähm günstigen Bohnen abzustauben, um sie danach bei ebay zu versteigern ... ähm bei der Bank zu Geld zu machen.

Mein Vorschlag: Am besten lässt man die ungenutzten Bohnen am Spielende einfach verfallen.
>
> Meine Kritikpunkte kurz zusammengefasst: Der Glücksanteil
> ist mir einfach zu hoch bzw. der eigene Entscheidungsanteil
> zu niedrig. Vielleicht sollte man 3 Auftragskarten offen
> auslegen, wovon man sich dann die am besten passende
> aussuchen kann.

Klingt auch nicht schlecht. Aber wer Auftragskarten kauft, sollte trotzdem die Katze im Sack kaufen, sonst wird das Aussuchen zu mächtig. Also beim Kaufen von Auftragskarten vom verdeckten Stapel und beim Nachziehen am Ende des eigenen Zugs von den drei offenen Karten.

> Ebenso wäre es überlegenswert, bei der
> Ernte immer abwechselnd jeweils 3 Städte mit neuen Bohnen
> zu versorgen.

Oder auch hier einfach offen spielen: Man legt immer die nächsten fünf Erntekarten offen aus (wobei die Reihenfolge bereits feststeht). (Diese Idee habe ich jetzt einfach mal von ZooSim geklaut :[b][/b]-[b][/b]).

> Auch sollte man sich überlegen, ob die restlichen Bohnen
> am Schluß wirklich noch an die Bank verkauft werden
> müssen. Warum nicht einfach verfallen lassen?

Genau, siehe oben.

> Möglicherweise hilft es schon, wenn man Geld ebenfalls
> handeln kann, glaube ich aber eher nicht.

Würde ich ganz spontan nicht so gut finden, da Geld doch zu universell ist. Was aber vieleicht noch denkbar wäre ist das Handeln mit Auftragskarten.

> Das Problem ist eher, dass man jemanden erst einladen
> muss, um mit ihm zu handeln.

Das fand ich auch etwas hemmend für das Handeln (und das macht die Bohnanza-Serie doch aus, oder?). Vieleicht probiert man mal aus, wie es funktioniert, wenn alle Spieler handeln dürfen, dann eine Handkarte spielen müssen, um zu dem aktiven Spieler in die Stadt zu ziehen und nach dem Handeln optional für eine weitere Handkarte wieder zur Ausgangsstadt zurück dürfen? (auch nur so eine spontane Idee, bei Bedarf einfach vergessen)

Fröhlichen Gruß,

Thomas
(der mit diesem Beitrag Bohn Hansa besonders kritisch betrachtet hat, nicht um ihn zu zerreissen, sondern um neue Denkanstöße für die Weiterentwicklung von Bohn Hanse zu geben).
--
[i]Heute schon gespielt?[/i]
http://thomas-rosanski.de/spiele/

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Frank Jaeger (AMIGO)

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 22. Oktober 2002, 10:34

Ja, natuerlich werden wir das verfolgen. Wir freuen uns ueber *jeden* Hinweis - das war ja unser Ziel, weshalb wir den Prototypen ueberhaupt zeigten. Vielen Dank schon mal im voraus an alle, die sich die Muehe machen, uns Tipps zu geben.

Frank.

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DiSta

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon DiSta » 22. Oktober 2002, 13:59

Oli schrieb:
>
> Hallo Bohnhansa-Tester!
>
> Direkt nach dem Spiel fiel es mir schwer, eine genaue
> Beurteilung abzugeben, aber inzwischen konnte ich mir einige
> Gedanken darüber machen, die ich hier gerne zur Diskussion
> stellen möchte. Vielleicht geht es einigen Testern genauso,
> so dass wir jetzt etwas differenzierter die Vor- und
> Nachteile dieser Bohnanza-Variante darlegen können.

Ging mir ganz genauso!!!!


> Leider wird dies m. E.
> hauptsächlich durch 2 Dinge wieder ausgehebelt.
> Zum Einen werden die Auftragskarten gewöhnlich einfach
> gezogen und hintendran gesteckt. Dadurch hat es jemand mit
> vielen benachbarten Zielstädten leichter als jemand, der
> ständig über das ganze Brett ziehen muss. Letzterer braucht
> mehr Reisekarten und zahlt dementsprechend häufiger Zoll.
> Außerdem bringen die Aufträge unterschiedlich viel Geld ein.
> Zwar benötigt man für die geringer dotierten nur 2 Bohnen
> (für die höheren dagegen 3), aber wenn man dann noch mehr
> reisen und deshalb mehr Zoll bezahlen musste, lohnte sich das
> kaum noch.

Das war bei unserem Testspiel auch ausschlaggebend für den Sieg.
Ich hatte gedacht, dies könnte ein Zufall gewesen sein, doch je länger ich darüber nachdachte, umso mehr hatte ich das Gefühl, dies wird so immer sein. Nun wird dieses Befühl durch deine Aussage bestätigt....


> Zum Anderen bringen die Nachschubkarten einen hohen
> Glücksanteil rein. Die oberste Karte „Neue Ernte“ wird immer
> dann aufgedeckt und ausgeführt, wenn jemand während seiner
> Reise seine Nachschubkarte spielen musste. Dann werden in den
> 3 darauf abgebildeten Städten neue Bohnen ausgelegt, die dann
> auch billiger zu erwerben sind (großes Angebot = kleiner
> Preis).

Dies empfand ich nicht als schlecht für's Spiel - ein gewisser Glücksfaktor, wie das Auftauchen von "neuen" Bohnen finde ich passend.

> Dumm nur, wenn dann gerade die Bohnensorte, die man
> braucht, nicht oder nur sehr teuer auf dem Brett vorhanden ist.

Das ist dann eben pP - sprich pers. Pech - solche Umstände gibt's ja auch in anderen Spielen, ohne dass diese dort als negativ empfunden werden....

> Aufbrechen könnte man dies durch den Handel, aber der kommt
> gegenüber Bohnanza kaum in Gang. Zuerst einmal muß man gar
> nicht unbedingt handeln, da man bei halbwegs glücklichem
> Nachziehen seine Aufträge auch so durchbekommen kann. Dann
> muss der Spieler, mit dem man handeln will, überhaupt bereit
> sein, zu Einem zu reisen. Danach gibt es kaum Verhandlungen,
> sondern die Bohnen werden eigentlich immer 1:1 getauscht. Da
> pro Auftrag höchstens 3 gebraucht werden, ist eine einzelne
> Bohne natürlich viel wertvoller als im Kartenspiel, so dass
> ein 2:1 Tausch eher selten vorkommt. Zusätzlich weiß man
> durch seine Aufträge natürlich schon, welche Bohnen man bald
> braucht, so dass kaum ein Spieler mehr als 2 oder 3 Bohnen
> überzählig hat.

Auch bei uns gab es überaus wenig Verhandlungen zwischen den Spielern zieht man als Vergleich Bohnanza heran - doch hinkt dieser Vergleich m.E. aber auch. In Bohnanza habe ich des öfteren Bohnen auf der Hand, welche mir just in dem Moment überhaupt nicht in den Kram passen, also versuche ich diese los zu werden und sei es als Geschenk.
Hier kann man letztendlich alles gebrauchen, zumal man ja auch nicht weiss, welchen Auftrag man als nächstes nachzieht, sprich welche Bohnen man dafür braucht. Außerdem bringen manche Bohnen am Spielende eben mehr Geld ein als andere, so dass ich diese lieber selber behalte, als diese meinem lieben Mitspieler zu geben, nur damit dieser einen seiner Aufträge erledigen kann.
Hier spielt es ja auch noch eine Rolle, dass ich wenn ich der Einladung folge, auf alle Fälle einen Handel - sprich Tausch mit dem "Gastgeber" durchzuführe habe!! Zu mind. wurde uns dies in unserer Partie so erklärt. Nehme ich als eine Einladung an, weil ich eigentlich eine bestimmte Bohnensorte von meinem Gastgeber möchte, und dieser sagt dann ich kann alles kriegen, nur die nicht, dann bin ich doch schon etwas aufgeschmissen...Hier sollten Verhandlungen im Vorfeld der Einladung bzw. mit dieser erfolgen, damit es kein böses Erwachen gibt...


> Durch Glück wird ebenfalls die Startposition und die
> Anfangsbohnen bestimmt und diese können - je nach
> darauffolgenden Aufträgen - schon für große Unterschiede
> sorgen. Ebenso hat derjenige Glück, der am Schluß in einer
> Stadt mit Bohnenüberangebot sitzt, wo er sich billig
> eindecken und diese dann teurer an die Bank verscherbeln
> kann. War zwar bei uns nicht ausschlaggebend, könnte es aber
> bei einer knappen Runde sein.
>
> Meine Kritikpunkte kurz zusammengefasst: Der Glücksanteil ist
> mir einfach zu hoch bzw. der eigene Entscheidungsanteil zu
> niedrig. Vielleicht sollte man 3 Auftragskarten offen
> auslegen, wovon man sich dann die am besten passende
> aussuchen kann.

Auch ich bin der Meinung, dass der Glücksfaktor mometan noch sehr hoch ist. Die Idee mit den drei offen liegenden Auftragskarten ist da nicht schlecht. Alternativ könnte man erlauben, dass man beim Nachziehen eben 3 Auftragskarten zieht, sich davon eine aussucht und die beiden anderen wieder unter den Stapel legt (also so ähnlich wie bei der Kartenaufnahme bei den Fürsten von Florenz..) - so sehen die anderen nicht, was ich für Aufträge habe.


> Ebenso wäre es überlegenswert, bei der Ernte
> immer abwechselnd jeweils 3 Städte mit neuen Bohnen zu
> versorgen. So ist eher abzusehen, wann welche ins Spiel
> kommen. Außerdem passiert es nicht so leicht, dass eine Sorte
> ganz ausgeht.

Auch nicht schlecht, dann weiss man also immer, wann welche Stadt als nächstes Bohnen bekommt - dies könnte man aber auch mit 3 offenliegenden "Neue-Ernte"-Karten praktizieren, obwohl dann schon mal eine Sorte Mangelware wird, aber so ist das doch im Leben....

> Auch sollte man sich überlegen, ob die
> restlichen Bohnen am Schluß wirklich noch an die Bank
> verkauft werden müssen. Warum nicht einfach verfallen lassen?

Ja - warum eigentlich muss man die noch zählen ???

> Schließlich würde ich noch die Handelsphase aufwerten; die
> kommt bei diesem Prototyp einfach zu kurz. Möglicherweise
> hilft es schon, wenn man Geld ebenfalls handeln kann, glaube
> ich aber eher nicht. Das Problem ist eher, dass man jemanden
> erst einladen muss, um mit ihm zu handeln. Wenn der nicht aus
> seiner Stadt weg will, war’s halt ein sehr kurzer Handel.
> Eine gute Idee, um das zu vermeiden, ohne das Spielthema zu
> verletzen, habe ich leider auch noch nicht.

Die Idee von Thomas Rosanski mit der Möglichkeit, als Eingeladener auch wieder in seine Stadt zurückkehren zu dürfen, finde ich nicht schlecht. Nur "kostet" das den Eingeladenen ja 2 Reisekarten und die Zollgebühren rücken unaufhörlich weiter nach vorne oder sind sogar dabei... Schließlich will der "Gastgeber" ja was von mir, dann sollte er mir die Fahrtkosten zu ihm einfach selbst bezahlen, sprich die Fahrtkosten zu ihm werden von ihm bezahlt - aber nur dann wenn ich wieder in die Stadt zurückgehe aus der ich gekommen bin (also eine Art Stippvisite wird vom Gastgeber finanziert), wenn ich dort bleiben möchte, muss ich dann eben auch noch eine eigene Karte einsetzen (wie bisher).....

>
> P.S. Übrigens, vielen Dank für die Möglichkeit, BohnHansa
> schon einmal als Prototyp testen zu dürfen. Das hat uns eine
> Menge Spaß gemacht und wird hoffentlich von AMIGO bei der
> nächsten Messe wiederholt.


Dem kann und will ich mich an dieser Stelle gerne anschließen.

nice dice
Dietmar
(...dem im übrigen auch das "Sticheln-Turnier" gegen den Autor gefallen hat, vor allen da ich dabei am Freitag gewonnen und ein Spiel nach Hause tragen durfte...)

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Frank Jaeger (AMIGO)

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 22. Oktober 2002, 16:07

Hallo Bohnendealer ;-)

> Hier spielt es ja auch noch eine Rolle, dass ich wenn ich der
> Einladung folge, auf alle Fälle einen Handel - sprich Tausch
> mit dem "Gastgeber" durchzuführe habe!! Zu mind. wurde uns
> dies in unserer Partie so erklärt.

Offensichtlich liegt hier ein Missverstaendnis vor, oder aber das Spiel wurde an dieser Stelle nicht korrekt erklaert (nun ja, Spieleerklaerer sind ja auch nur Menschen):

Um in eine Stadt zu duerfen, genuegt die Einladung eines Mitspielers. Bei unseren Redaktionsrunden, an denen ich teilnehmen durfte, ging es eigentlich immer wild her - da wurden Gefaelligkeiten ausgehandelt, Bohnen bereits vertauscht, die man erst in spaeteren Runden erwerben wuerde, und so weiter. Auch der Deal *wenn ich jetzt zu dir kommen darf, darfst du einmal zu mir kommen an einem beliebigen spaeteren Zeitpunkt* kam vor.

Man muss also mitnichten einen Handel machen. Sorry, wenn das falsch rueberkam.

Frank.

P.S.: Die bereits gemachten Vorschlaege werden hier bereits eifrig diskutiert und demnaechst getestet - vielen Dank dafuer und gerne her mit allen weiteren Ideen.

P.P.S.: Am Donnerstag, den 24.10., hat uns der Darmstaedter Spielekreis eingeladen - wer also Bohn Hansa testen moechte, hat da eine weitere Gelegenheit. Siehe auch: http://www.spielekreis-darmstadt.de/spieltreffs.htm

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Werner Bär
Kennerspieler
Beiträge: 450

RE: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Werner Bär » 22. Oktober 2002, 18:20

> > Vielleicht sollte man 3 Auftragskarten offen
> > auslegen, wovon man sich dann die am besten passende
> > aussuchen kann.
>
> Klingt auch nicht schlecht. Aber wer Auftragskarten kauft,
> sollte trotzdem die Katze im Sack kaufen, sonst wird das
> Aussuchen zu mächtig. Also beim Kaufen von Auftragskarten vom
> verdeckten Stapel und beim Nachziehen am Ende des eigenen
> Zugs von den drei offenen Karten.

Ich kenns nicht, aber:
Zwei unterschiedliche Arten, dieselbe KartenArt nachzuziehen, halte ich für verwirrend.
Wie wärs mit einer offenen Karte, und man hat (immer) die Wahl zwischen der offenen oder einer verdeckten?

Werner.

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Patrik Rüegge

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Patrik Rüegge » 22. Oktober 2002, 18:33

Hallo zusammen

Auch ich empfinde den Glücksanteil primär als recht hoch - ein paar Änderungen täten dem Spiel ganz gut. Dietmars Idee mit dem verdeckten Aussuchen hört sich sinnvoll an - der Vorteil von 2-3 Karten in der gleichen Stadt ist nämlich enorm.

Zum Thema mit den Aufträgen: Mir fällt auf, dass auch bei uns die Spielerin gewonnen hat, die am meisten kleine (2 Bohnen) Aufträge einlösen konnte und weniger reisen musste - da scheint mir die Balance noch nicht optimal (20 Taler Zoll ist gerade etwa die Differenz von einem 2 Bohnen zu einem 3 Bohnen Auftrag).

Die Interaktion war bei uns rel. gut ausgeprägt (teilweise auf Schweizer Deutsch und das am So morgen - der arme Thomas :-) ), auch wenn im Kartenspiel mehr gehandelt wird (aus Eigennutz wie schon erwähnt).
Nun mein Vorschlag zum Ankurbeln des Handelns: Einfach die Wagenfläche von 8 auf 6 Bohnen verkleinern, und man muss mehr handeln. Man kann immer noch 2-3 Aufträge mit den richtigen Bohnen abwickeln, muss aber tendenziel mehr tauschen, da der eigene Vorrat kleiner ist. Ob das dem Spiel aber gut tut - müsste man erst einmal testen. Zusammen mit der Kartenauswahl (1 aus 3) dürfte das aber nicht schlecht funktionieren.

Auch die Rückreisefunktion nach einer Einladung finde ich eine gute Idee - ob man dafür zahlen muss oder nicht, ist zu testen.

Das Ende finde ich zu abrupt - es kann ziemlich schnell gehen bis zur letzten Runde - da könnte man auch noch optimieren.

Den Bohnenverkauf am Ende finde ich auch eher überflüssig: Er hat zwar den Vorteil, dass man das Punktekonto aufbessern kann, wenn ein passender Auftrag fehlt, aber auch den Nachteil, dass diese Option nur noch einem bis max. zwei Spielern offen steht, da einfach nicht so viele Städte mit günstigen Bohnen vorhanden sein dürften.

Tendenziell mag ich das Spiel aber auch in der vorliegenden Form, ist halt durch den Spielablauf eher ein putziges Fun Spiel als eine strategische Knacknuss - was aber auch nicht schlecht sein muss. Nach meinem Geschmack könnte ruhig noch neben der Verringerung des Glücksanteils noch irgend ein destruktives Element rein, um den andern etwas ins Handwerk pfuschen zu können - so eine "Zwang zum Tausch" oder "Zwang der Einladung Folge zu leisten" Karte/Aktion gegen Abgabe von Bohnen.

Gruss an alle BH-Tester (mal wieder ne gute Abkürzung :-) )

Patrik

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Volker L.

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Volker L. » 22. Oktober 2002, 19:49

Patrik Rüegge schrieb:
>
> Nun mein Vorschlag zum Ankurbeln des Handelns: Einfach die
> Wagenfläche von 8 auf 6 Bohnen verkleinern, und man muss mehr
> handeln.

Geht nicht. Es gibt 8 verschiedene Bohnen, und Du musst in der
Ausgangssituation von jeder Sorte eine haben, um garantiert
Deinen ersten Auftrag erfuellen zu koennen (Startkapital).

> Auch die Rückreisefunktion nach einer Einladung finde ich
> eine gute Idee - ob man dafür zahlen muss oder nicht, ist zu
> testen.

Ja, das klingt gut.

> Das Ende finde ich zu abrupt - es kann ziemlich schnell gehen
> bis zur letzten Runde - da könnte man auch noch optimieren.
>
> Den Bohnenverkauf am Ende finde ich auch eher überflüssig: Er
> hat zwar den Vorteil, dass man das Punktekonto aufbessern
> kann, wenn ein passender Auftrag fehlt, aber auch den
> Nachteil, dass diese Option nur noch einem bis max. zwei
> Spielern offen steht, da einfach nicht so viele Städte mit
> günstigen Bohnen vorhanden sein dürften.

Sobald feststeht, dass das Spiel endet, sollte man keine
ueberzaehligen Bohnen mehr [b]kaufen[/b] duerfen, sondern nur
noch solche, die man zum Erfuellen des aktuellen Auftrags
braucht.

> Tendenziell mag ich das Spiel aber auch in der vorliegenden
> Form, ist halt durch den Spielablauf eher ein putziges Fun
> Spiel als eine strategische Knacknuss - was aber auch nicht
> schlecht sein muss. Nach meinem Geschmack könnte ruhig noch
> neben der Verringerung des Glücksanteils noch irgend ein
> destruktives Element rein, um den andern etwas ins Handwerk
> pfuschen zu können - so eine "Zwang zum Tausch" oder "Zwang
> der Einladung Folge zu leisten" Karte/Aktion gegen Abgabe von
> Bohnen.

Etwas, das mir unangenehm aufgefallen ist, ist die Tatsache,
dass, wenn gleichartige Bohnen allein und in einem 3er-Stapel
in derselben Stadt liegen, man sich aussuchen kann, ob man die
einzelne oder eine vom Stapel nimmt.
So kann es sein, dass nach dem Kauf der einzelnen Bohne ein
Stapel weniger da ist (und die Preise hoeher), oder jemand
kauft 2 Bohnen vom 3er-Stapel, wodurch der Preis nicht steigt
(obwohl weniger Bohnen als im ersten Fall im Angebot liegen).
Diese Entscheidung ueber den Kaufpreis dem (vorangehenden)
Kaeufer zu ueberlassen, finde ich nicht so gut.

> Gruss an alle BH-Tester (mal wieder ne gute Abkürzung :-) )

:-)) :-))

Gruss, Volker

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DiSta

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon DiSta » 23. Oktober 2002, 09:04

Frank Jaeger (AMIGO) schrieb:
>
> Hallo Bohnendealer ;-)
>
> Offensichtlich liegt hier ein Missverstaendnis vor, oder aber
> das Spiel wurde an dieser Stelle nicht korrekt erklaert (nun
> ja, Spieleerklaerer sind ja auch nur Menschen):
>
> Um in eine Stadt zu duerfen, genuegt die Einladung eines
> Mitspielers. Bei unseren Redaktionsrunden, an denen ich
> teilnehmen durfte, ging es eigentlich immer wild her - da
> wurden Gefaelligkeiten ausgehandelt, Bohnen bereits
> vertauscht, die man erst in spaeteren Runden erwerben wuerde,
> und so weiter. Auch der Deal *wenn ich jetzt zu dir kommen
> darf, darfst du einmal zu mir kommen an einem beliebigen
> spaeteren Zeitpunkt* kam vor.
>
> Man muss also mitnichten einen Handel machen. Sorry, wenn das
> falsch rueberkam.
>
> Frank.

Heißt das, dass man auch mal einfach eine Einladung annehmen darf, seine Karte "zahlt" und dort auftaucht, um dann dem lieben Mitspieler zu erklären: "Danke, dass du mich eingeladen hast, aber handeln sprich Bohnentauschen möchte ich eigentlich nicht, da ich meine Bohnen selbst benötige..." ?
In Essen wurde uns nämlich erklärt, dass genau dies nicht gehen würde. Nun denn, dann sieht die Sache natürlich etwas anders aus....

nice dice
Dietmar
(..bin schon gespannt, was dann am Ende dabei raus kommt...)

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Oli-spielbox

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Oli-spielbox » 23. Oktober 2002, 16:17

Ina Broß schrieb:

> Vielleicht kurbelt es den Handel an, wenn die Bohnenfelder in
> der Kutsche nummeriert würden und man wie bei Bohnanza, nur
> in Reihenfolge wegnehmen darf. Dann wäre man gezwungen viel
> mehr zu handeln, um störende Bohnen loszuwerden.

Die Idee gefällt mir richtig gut, ist vor allem sehr "Bohnanza-like". Wie wäre es mit 4 Wagen á 3 (oder 4) Bohnenfeldern. Gehandelt werden darf mit allen, Aufträge erfüllt nur mit dem zur Reihenfolge passenden (also 1. Auftrag = 1. Wagen usw.). Neu gekaufte Bohnen kommen in den letzten. Ist vielleicht etwas zu restriktiv, aber gehandelt werden muß hier eine Menge!
>
> Ich bin gespannt, was noch an Ideen kommt.

War ich auch, aber einiges ist ja schon zusammengekommen. :)

Ciao, Oli

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Oli-spielbox

RE: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Oli-spielbox » 23. Oktober 2002, 16:33

Thomas Rosanski schrieb:
>
> "Oli" hat am 21.10.2002 geschrieben:
>
>
> > Zum Einen werden die Auftragskarten gewöhnlich einfach
> > gezogen und hintendran gesteckt.
>
> Es gab ja zwei Varianten: Am ersten Messetag wurde noch so
> gespielt, dass alle Spieler jederzeit Auftragskarten
> nachkaufen konnten. Das führt aber dazu, dass man in den
> ersten paar Zügen des Spiels all sein Geld für Auftragskarten
> ausgibt, denn das hat zwei Vorteile: Erstens kommt die eigene
> Zollkarte seltener, da man mehr Handkarten hat und zweitens
> hat man eine größere Auswahl an Aufträgen, von denen man
> bestimmt irgendeinen erfüllen kann.
>
> Als ich am Sonntag gespielt habe, wurde das Nachkaufen von
> Auftragskarten darauf beschränkt, dass man nur dann eine
> Auftragskarte kaufen durfte, wenn man nicht mehr als zwei
> Auftragskarten auf der Hand hat. Da man aber eh nach jedem
> eigenen Zug eine Auftragskarte nachzieht und meistens nicht
> mehr als einen Auftrag auf einmal erfüllt, kommt es so gut
> wie gar nicht zum Nachkaufen und die Anzahl der Aufträge in
> der Hand liegt daher fast konstant bei drei. Dadurch kommt
> die Zollkarte öfter und man braucht mehr Glück, die richtigen
> Aufträge auf die Hand zu bekommen.
>
> Mein Vorschlag (den ich auch bereits auf den Amigo-Fragebogen
> geschrieben habe): Die Beschränkung nicht fest vorgeben,
> sondern an der Anzahl der Auftragskarten der Mitspieler
> festmachen (z.B. darf man durch Kaufen seine Hand so
> auffüllen, dass man maximal eine Auftragskarte mehr besitzt,
> als irgend[b]ein[/b] anderer Spieler)
>
Müßte man mal testen, bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich viel verändert. :-?

> > Aufbrechen könnte man dies durch den Handel, aber der kommt
> > gegenüber Bohnanza kaum in Gang. Zuerst einmal muß man gar
> > nicht unbedingt handeln, da man bei halbwegs glücklichem
> > Nachziehen seine Aufträge auch so durchbekommen kann. Dann
> > muss der Spieler, mit dem man handeln will, überhaupt
> > bereit sein, zu Einem zu reisen.
>
> Nachteilig gegenüber dem Kartenspiel ist m.E. auch, dass man
> zwar sieht, welcher Spieler welche Bohnen besitzt, aber gar
> nicht weiss, welche Bohnen ihn interessieren, da die Aufträge
> ja in der Hand gehalten werden. Man sieht nicht auf einen
> Blick, was ich jemanden anbieten könnte und muss jedesmal
> nachfragen.

Stimmt, könnte aber auch einen gewissen Reiz ausmachen, da man halt ebenso nicht weiß, wie wichtig dem anderen die gerade angebotene Bohne wirklich ist. Wer geschickt blufft und feilscht, kann hier wichtige Bohnen zum Schnäppchenpreis bekommen.

> Spontane Idee: Mal mit offenen Handkarten probieren. Um nicht
> immer umsortieren zu müssen, kann man ja einen Pöppel auf den
> Karten "spazieren" gehen lassen. (Nur so eine spontane Idde,
> einfach mal ausprobieren und ansonsten ruhig wieder vergessen)

Also, die spontane Idee mit dem Pöppel ist so genial einfach, daß man sie zumindest in einem anderen Spiel mal verwursten sollte. :D

> Mein Vorschlag: Am besten lässt man die ungenutzten Bohnen am
> Spielende einfach verfallen.

Da sind wir uns wohl alle einig; der Bohnenverkauf am Schluß ist äußerst unglücklich.
> >
> > Meine Kritikpunkte kurz zusammengefasst: Der Glücksanteil
> > ist mir einfach zu hoch bzw. der eigene Entscheidungsanteil
> > zu niedrig. Vielleicht sollte man 3 Auftragskarten offen
> > auslegen, wovon man sich dann die am besten passende
> > aussuchen kann.
>
> Klingt auch nicht schlecht. Aber wer Auftragskarten kauft,
> sollte trotzdem die Katze im Sack kaufen, sonst wird das
> Aussuchen zu mächtig. Also beim Kaufen von Auftragskarten vom
> verdeckten Stapel und beim Nachziehen am Ende des eigenen
> Zugs von den drei offenen Karten.

Klingt sehr vernünftig.
>
> > Ebenso wäre es überlegenswert, bei der
> > Ernte immer abwechselnd jeweils 3 Städte mit neuen Bohnen
> > zu versorgen.
>
> Oder auch hier einfach offen spielen: Man legt immer die
> nächsten fünf Erntekarten offen aus (wobei die Reihenfolge
> bereits feststeht). (Diese Idee habe ich jetzt einfach mal
> von ZooSim geklaut :[b][/b]-[b][/b]).

Wenn man das mit den wählbaren Auftragskarten kombiniert, dann eine gute Idee. Wer dann einen Auftrag aussucht, dessen Bohnen knapp sind, ist halt selbst schuld.
>
> > Möglicherweise hilft es schon, wenn man Geld ebenfalls
> > handeln kann, glaube ich aber eher nicht.
>
> Würde ich ganz spontan nicht so gut finden, da Geld doch zu
> universell ist. Was aber vieleicht noch denkbar wäre ist das
> Handeln mit Auftragskarten.

Bei dem Vorschlag bin ich hin- und hergerissen. Wenn Du Dir passende Aufträge auch noch erhandeln kannst, was entscheidet dann letztendlich über den Sieg? So sollte jeder seine Aufräge durchbekommen und die kleinen Geldunterschiede könnten letztendlich den Ausschlag geben, wer gewinnt. Müßte man auf jeden Fall mal ausgiebig testen.

> > Das Problem ist eher, dass man jemanden erst einladen
> > muss, um mit ihm zu handeln.
>
> Das fand ich auch etwas hemmend für das Handeln (und das
> macht die Bohnanza-Serie doch aus, oder?). Vieleicht probiert
> man mal aus, wie es funktioniert, wenn alle Spieler handeln
> dürfen, dann eine Handkarte spielen müssen, um zu dem aktiven
> Spieler in die Stadt zu ziehen und nach dem Handeln optional
> für eine weitere Handkarte wieder zur Ausgangsstadt zurück
> dürfen? (auch nur so eine spontane Idee, bei Bedarf einfach
> vergessen)

Die Idee scheint ja nicht so schlecht gewesen zu sein, wie die weitere Diskussion zeigt. ;)

>
> Fröhlichen Gruß,
>
> Thomas
> (der mit diesem Beitrag Bohn Hansa besonders kritisch
> betrachtet hat, nicht um ihn zu zerreissen, sondern um neue
> Denkanstöße für die Weiterentwicklung von Bohn Hanse zu geben).
> --
> [i]Heute schon gespielt?[/i]
> http://thomas-rosanski.de/spiele/

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Oli-spielbox

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Oli-spielbox » 23. Oktober 2002, 16:57

DiSta schrieb:
>
> > Zum Anderen bringen die Nachschubkarten einen hohen
> > Glücksanteil rein. Die oberste Karte „Neue Ernte“ wird immer
> > dann aufgedeckt und ausgeführt, wenn jemand während seiner
> > Reise seine Nachschubkarte spielen musste. Dann werden in den
> > 3 darauf abgebildeten Städten neue Bohnen ausgelegt, die dann
> > auch billiger zu erwerben sind (großes Angebot = kleiner
> > Preis).
>
> Dies empfand ich nicht als schlecht für's Spiel - ein
> gewisser Glücksfaktor, wie das Auftauchen von "neuen" Bohnen
> finde ich passend.

Ich habe persönlich auch nichts gegen Spiele mit Glücksanteil (zählt doch z. B. das deswegen oft verrissene Carolus Magnus zu meinen Lieblingsspielen), aber bei BohnHansa ist mir das Glück zu bestimmend. Ich hatte kaum das Gefühl, entscheidend den Spielablauf steuern zu können. Außerdem gibt es hier ja schon ein "Grundspiel" mit gewissem Glücksanteil, so daß ich bei dem Brettspiel eher eine taktischere Variante erwarte, um die höhere Spielzeit zu rechtfertigen. Außerdem kann ich bei Bohnanza durch handeln und schenken viel mehr aus meiner vielleicht ungünstigeren Kartenhand machen als bei BohnHansa.
>
> Auch bei uns gab es überaus wenig Verhandlungen zwischen den
> Spielern zieht man als Vergleich Bohnanza heran - doch hinkt
> dieser Vergleich m.E. aber auch. In Bohnanza habe ich des
> öfteren Bohnen auf der Hand, welche mir just in dem Moment
> überhaupt nicht in den Kram passen, also versuche ich diese
> los zu werden und sei es als Geschenk.
> Hier kann man letztendlich alles gebrauchen, zumal man ja
> auch nicht weiss, welchen Auftrag man als nächstes nachzieht,
> sprich welche Bohnen man dafür braucht. Außerdem bringen
> manche Bohnen am Spielende eben mehr Geld ein als andere, so
> dass ich diese lieber selber behalte, als diese meinem lieben
> Mitspieler zu geben, nur damit dieser einen seiner Aufträge
> erledigen kann.

Stimmt, neben dem Einladungszwang gibt es auch wenig Anreize zum Handeln. Ich habe auch mehr geschaut, in welcher Stadt ich vielleicht die benötigten Bohnen billig kaufen kann, als bei wem kann ich sie erhandeln.

>
> > Schließlich würde ich noch die Handelsphase aufwerten; die
> > kommt bei diesem Prototyp einfach zu kurz. Möglicherweise
> > hilft es schon, wenn man Geld ebenfalls handeln kann, glaube
> > ich aber eher nicht. Das Problem ist eher, dass man jemanden
> > erst einladen muss, um mit ihm zu handeln. Wenn der nicht aus
> > seiner Stadt weg will, war’s halt ein sehr kurzer Handel.
> > Eine gute Idee, um das zu vermeiden, ohne das Spielthema zu
> > verletzen, habe ich leider auch noch nicht.
>
> Die Idee von Thomas Rosanski mit der Möglichkeit, als
> Eingeladener auch wieder in seine Stadt zurückkehren zu
> dürfen, finde ich nicht schlecht. Nur "kostet" das den
> Eingeladenen ja 2 Reisekarten und die Zollgebühren rücken
> unaufhörlich weiter nach vorne oder sind sogar dabei...
> Schließlich will der "Gastgeber" ja was von mir, dann sollte
> er mir die Fahrtkosten zu ihm einfach selbst bezahlen, sprich
> die Fahrtkosten zu ihm werden von ihm bezahlt - aber nur dann
> wenn ich wieder in die Stadt zurückgehe aus der ich gekommen
> bin (also eine Art Stippvisite wird vom Gastgeber
> finanziert), wenn ich dort bleiben möchte, muss ich dann eben
> auch noch eine eigene Karte einsetzen (wie bisher).....

Da hast Du eigentlich recht, meist ist doch der Einladende derjenige, der etwas haben möchte. Was mir da aber die ganze Zeit so im Kopf herumspukt, ist so etwas wie die Einführung von "Handelskarten". Die meisten sind ja mit mir einer Meinung, daß man den Handel aufwerten sollte. Warum bekommt der Eingeladene nicht eine sogenannte Handelskarte, die er ganz vorne zu seinen Reisekarten steckt? (vorausgesetzt es kam zu einem Handel) Damit könnte es attraktiv sein, sich auch mal zu einer entlegeneren Stadt einladen zu lassen. (Noch ein bißchen unausgegoren, aber vielleicht kann ja jemand den Faden weiterspinnen...)
>
> nice dice
> Dietmar
> (...dem im übrigen auch das "Sticheln-Turnier" gegen den
> Autor gefallen hat, vor allen da ich dabei am Freitag
> gewonnen und ein Spiel nach Hause tragen durfte...)

Glückwunsch!! :)

Ciao, Oli

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Oli-spielbox

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Oli-spielbox » 23. Oktober 2002, 17:31

Frank Jaeger (AMIGO) schrieb:
>
> Hallo Bohnendealer ;-)
>
> Offensichtlich liegt hier ein Missverstaendnis vor, oder aber
> das Spiel wurde an dieser Stelle nicht korrekt erklaert (nun
> ja, Spieleerklaerer sind ja auch nur Menschen):

Um mal eine Lanze für die Amigo-Spieleerklärer zu brechen :) : Unsere Spieleerklärerin sagte uns schon, daß man fast alles handeln kann, aber daß damit auch "Optionen" auf zukünftige Ereignisse gemeint waren, war uns nicht klar.
>
> Um in eine Stadt zu duerfen, genuegt die Einladung eines
> Mitspielers. Bei unseren Redaktionsrunden, an denen ich
> teilnehmen durfte, ging es eigentlich immer wild her - da
> wurden Gefaelligkeiten ausgehandelt, Bohnen bereits
> vertauscht, die man erst in spaeteren Runden erwerben wuerde,
> und so weiter. Auch der Deal *wenn ich jetzt zu dir kommen
> darf, darfst du einmal zu mir kommen an einem beliebigen
> spaeteren Zeitpunkt* kam vor.

Das klingt natürlich schon um einiges interessanter. Steht dies auch so ausführlich in der Regel drin?
Hier noch ein kleiner Tip zum Testen: Warum eine Spielerrunde nicht mal fragen, ob sie sich das Spiel nicht selbst durch Regellesen beibringen möchte? (Kann man ja z. B. durch eine Tafel Schokolade "versüßen" ;) ) Eure Erklärer können dann nachher zuschauen, ob es richtig gespielt wird und offene Fragen gleich notieren. So bekommt Ihr einen recht guten Überblick, wo die Regel eventuell noch Lücken hat.

>
> Man muss also mitnichten einen Handel machen. Sorry, wenn das
> falsch rueberkam.
>
> Frank.
>
> P.S.: Die bereits gemachten Vorschlaege werden hier bereits
> eifrig diskutiert und demnaechst getestet - vielen Dank
> dafuer und gerne her mit allen weiteren Ideen.

Danke für das große Interesse an dieser Diskussion, da macht das Kritisieren doch gleich viel mehr Spaß. :D Gibt's denn eventuell mal ein update, welche Ideen am besten ankamen oder fällt das schon unter "Geschäftsgeheimnis"?
>
> P.P.S.: Am Donnerstag, den 24.10., hat uns der Darmstaedter
> Spielekreis eingeladen - wer also Bohn Hansa testen moechte,
> hat da eine weitere Gelegenheit. Siehe auch:
> http://www.spielekreis-darmstadt.de/spieltreffs.htm

Schade, daß ich morgen keine Zeit habe, sonst würde ich ja gerne vorbeikommen, um mich mit Dir in natura zu unterhalten und eventuell gleich ein paar Varianten auszuprobieren. :cry:

Ciao, Oli

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Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Oli-spielbox » 23. Oktober 2002, 18:17

Volker L. schrieb:
>
> Patrik Rüegge schrieb:
> >
> > Nun mein Vorschlag zum Ankurbeln des Handelns: Einfach die
> > Wagenfläche von 8 auf 6 Bohnen verkleinern, und man muss mehr
> > handeln.
>
> Geht nicht. Es gibt 8 verschiedene Bohnen, und Du musst in der
> Ausgangssituation von jeder Sorte eine haben, um garantiert
> Deinen ersten Auftrag erfuellen zu koennen (Startkapital).
>
Daran hätte ich jetzt auch nicht mehr gedacht, aber stimmt natürlich. Dieser Anfang gefällt mir aber sowieso nicht, da man durch das Auftragziehen schon vom ersten Zug an gehörige Unterschiede zwischen den Spielern verursachen kann. Warum nicht die Spieler frei wählen lassen, wo sie anfangen? Oder mit einem festen Geldbetrag alle Spieler in einer mittleren Stadt (bezogen auf das Spielbrett) anfangen lassen. Dort darf jeder bis zu 2 Städte weit reisen (kostenlos Einführungsrunde) und dort Bohnen erwerben. Dann erst geht das Spiel los.

> > Das Ende finde ich zu abrupt - es kann ziemlich schnell gehen
> > bis zur letzten Runde - da könnte man auch noch optimieren.
> >
> > Den Bohnenverkauf am Ende finde ich auch eher überflüssig: Er
> > hat zwar den Vorteil, dass man das Punktekonto aufbessern
> > kann, wenn ein passender Auftrag fehlt, aber auch den
> > Nachteil, dass diese Option nur noch einem bis max. zwei
> > Spielern offen steht, da einfach nicht so viele Städte mit
> > günstigen Bohnen vorhanden sein dürften.
>
> Sobald feststeht, dass das Spiel endet, sollte man keine
> ueberzaehligen Bohnen mehr [b]kaufen[/b] duerfen, sondern nur
> noch solche, die man zum Erfuellen des aktuellen Auftrags
> braucht.

Perfekt! :)

>
> > Tendenziell mag ich das Spiel aber auch in der vorliegenden
> > Form, ist halt durch den Spielablauf eher ein putziges Fun
> > Spiel als eine strategische Knacknuss - was aber auch nicht
> > schlecht sein muss.

Wenn ich ein putziges Funspiel suche, dann würde ich halt eher zu Bohnanza greifen. Das ist billiger, lockerer und kürzer. Von einem (teureren) Brettspiel erwarte ich mir mehr strategische Tiefe.

> > Nach meinem Geschmack könnte ruhig noch
> > neben der Verringerung des Glücksanteils noch irgend ein
> > destruktives Element rein, um den andern etwas ins Handwerk
> > pfuschen zu können - so eine "Zwang zum Tausch" oder "Zwang
> > der Einladung Folge zu leisten" Karte/Aktion gegen Abgabe von
> > Bohnen.

Meinen Geschmack würdest Du damit auch treffen, aber wohl nicht den der Bohnanza- bzw. BohnHansa-Zielgruppe. ;)
>
> Etwas, das mir unangenehm aufgefallen ist, ist die Tatsache,
> dass, wenn gleichartige Bohnen allein und in einem 3er-Stapel
> in derselben Stadt liegen, man sich aussuchen kann, ob man die
> einzelne oder eine vom Stapel nimmt.
> So kann es sein, dass nach dem Kauf der einzelnen Bohne ein
> Stapel weniger da ist (und die Preise hoeher), oder jemand
> kauft 2 Bohnen vom 3er-Stapel, wodurch der Preis nicht steigt
> (obwohl weniger Bohnen als im ersten Fall im Angebot liegen).
> Diese Entscheidung ueber den Kaufpreis dem (vorangehenden)
> Kaeufer zu ueberlassen, finde ich nicht so gut.

Oh, anscheinend doch ein richtiges Ärgerelement in BohnHansa?! ;) Mir gefiel diese Politik der "verbrannten Erde" ganz gut, war das doch eine der wenigen freien Entscheidungen, die man treffen konnte. Aber das Problem ist, daß doch jeder die einzelne Bohne genommen hat, um es dem anderen so schwer wie möglich zu machen.

Ciao, Oli

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Frank Jaeger (AMIGO)

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 24. Oktober 2002, 08:21

Oli schrieb:

> Um mal eine Lanze für die Amigo-Spieleerklärer zu brechen :)
> : Unsere Spieleerklärerin sagte uns schon, daß man fast alles
> handeln kann, aber daß damit auch "Optionen" auf zukünftige
> Ereignisse gemeint waren, war uns nicht klar.

Um die Lanze weiter zu brechen: Dieser Punkt loeste auch hier gleich eine Diskussion aus - offensichtlich sind wir in diesem Punkt selbst uneins gewesen, und der Spieleerklaerer lag nicht voellig falsch, er gab weiter, was man ihm sagte. Als Entschuldigung koennen wir nur vorbringen: Es ist ein Prototyp, wenn schon alles in Stein gemeisselt waere, waere das Testen lassen sinnlos. Ihr seht, wir sind tatsaechlich offen fuer neue Ideen.

> Das klingt natürlich schon um einiges interessanter. Steht
> dies auch so ausführlich in der Regel drin?

Hm, nein, offensichtlich nicht, zumindest nicht in der aktuellen Fassung. Mal sehen, was die naechste Version bringt. ;-)

> Danke für das große Interesse an dieser Diskussion, da macht
> das Kritisieren doch gleich viel mehr Spaß. :D Gibt's denn
> eventuell mal ein update, welche Ideen am besten ankamen oder
> fällt das schon unter "Geschäftsgeheimnis"?

Bei diesem Spiel gibt es, glaube ich, kaum noch Geheimnisse, oder? Wir werden versuchen, euch auf dem Laufenden zu halten, aber erstmal muessen wir jetzt wieder spielen, spielen, spielen...

Tschuess
Frank.

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Michael Hüllecremer

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Michael Hüllecremer » 24. Oktober 2002, 11:31

Hallo Leute

Nachdem ich das Spiel auf der Messe 2 1/2 Tage erklärt habe, werde ich auch mal meinen Senf dazu abgeben.

Handeln: Was mir bei den ganzen Runden die ich begleitet habe auffiel war, dass vor allem im Spiel zu dritt das Handeln deutlich zu kurz kam, was meiner Meinung hauptsächlich daran lieg, dass insgesamt zu wenig Bohnen im Spiel sind und die gesuchte Bohne oft niemand hat. Viele Spieler sahen hier aber leider auch nicht die Chance die Einladung als günstige Möglichkeit des Reisens zu nutzen, auch wenn man vielleicht eigentlich in die Nachbarstadt will, macht es auf grösseren Distanzen durchaus Sinn. Als ich das Spiel vor der Messe zum ersten Mal selber gespielt hatte (in einer fünfer Runde) sah das schon ganz anders aus und es wurde deutlich mehr gehandelt. Ich glaube desweiteren nicht, dass es dem Spiel schaden würde, wenn man das Handeln von Geld zulassen würde. Ich weiss allerdings auch, dass es dann Spieler geben wird, die immer die Differenz zwischen den Bohnen bezahlt bekommen wollen und dies zumindest mir eher lästig sein wird.

Bohnenverkauf: Schon bei meiner Testpartie missfiel auch mir der Bohnenverkauf bei Spielende. Ich sehe es schon ein, dass man hier den Leuten, die ihre Aufträge nicht mehr erfüllen konnten, die Chance geben möchte ihre Bohnen doch noch zu Geld zu machen, um nicht sofort verloren zu haben. Allerdings führt der Bohnenverkauf am Spielende zu dem weiter oben schon beschriebenen Aldi-Verhalten, wo zum Spielende schnell noch billige Bohnen gekauft wurden um noch ein paar Taler mehr zu verdienen. Möglicherweise wäre es eine Lösung am Spielende nur die Bohnen verkaufen zu dürfen, die man noch für einen eigenen Auftrag benötigt hätte.

Aufträge: Ich stimme all den Leuten zu, die vorschlugen dass man die Auswahl aus mehreren Aufträgen beim Nachziehen haben sollte. Leider gab es des öfteren Spieler, die mehrere Aufträge hatten, die sie alle nicht erfüllen konnten und somit nie richtig im Spiel waren. Die Variante, dass man sich einen der obersten drei Aufträge aussuchen und die anderen unter den Stapel schiebt scheint mir die Beste. Da es insgesamt auch sehr viele Aufträge gibt, sollte dies jedem eine gute Chance geben etwas vernünftiges zu finden.

Bohnenvorräte: Ich finde es absolut ok, wenn es bei den Bohnen mal zu Engpässen kommen kann. Das ist in anderen Spielen völlig normal (wer hat nicht schin mal rundenlang auf das nächste Holz gewartet, weil nur die schlechten Nummern auf diesen Feldern lagen) und niemand beklagt sich darüber. Man muss sich dann halt auch mal von einem Auftrag trennen können. Vor allem mit einer besseren Auswahl beim Nachziehen (s.o.) sollte dies nicht mehr so dramatisch sein.

Bohnenverteilung: Möglicherweise sollte man die Verteilung der Bohnen in den Städten etwas mehr streuen. Zur Zeit findet man vor allem die teuren Bohnen nur in einem bestimmten Bereich des Spielplans. Dies führt dazu, dass man z.B. für eine Garenbohne, die man für einen Auftrag in Bremen braucht zweimal quer über den Plan reisen muss. Eine bessere Verteilung würde da helfen zumal ja das Vielreisen zu einem schnelleren Spielende und wenig befriedigenden Ergebnissen führt.

Auftragspreis: Ich würde mal versuchen den Preis für zusätzliche Aufträge etwas zu senken auf vielleicht 7 oder 8 Taler um sie etwas lukrativer zu machen. Im Moment bleibt kaum ein Gewinn über, wenn man einen gekauften Auftrag einlöst. Mit 7 oder 8 Taler sind sie immer noch nicht billig, aber man zumaindest mal riskieren einen auch wieder verfallen zu lassen ohne den ganz grossen Verlust zu machen, um hierdurch z.B. die Zollkarte ein wenig auszubremsen.

Warum gibt es eigentlich zwischen Danzig und Hamburg keinen Weg? Dies ist der einzige Punkt auf der Karte (wenn ich mich recht erinnere), wo zwei Nachbarstädte keine Verbindung haben.

Ein kurzes Statement noch zu den verschiedenen Erklärungen von uns, die wir versuchten euch das Spiel näher zu bringen. Da die Regeln im Moment noch nicht wirklich fixiert sind, bekam man zu dem ein oder anderen Punkt verschiedene Antworten je nachdem wenn man fragte (Die Reglen, Amigomitarbeiter, Uwe Rosenberg himself). Von daher ist es gut möglich das ihr zum Teil nach verschieden Regeln gespielt habt. Ich weiss beispielsweise, dass zum Teil die 9. und 10. Neue Ernte-Karte ganz aussortiert wurde und nie gespielt werden konnte, wohingegen ich diese schon in der letzten Runde zuliess, wenn noch eine Nachschub-Karte gespielt wurde.

Alles in allem hat mir das Spiel allerdings sehr gut gefallen. Wenn ich es mal vom Bohnanza-Thema löse und mit anderen Spielen dieser Sparte (Brettspiele) vergleiche gefällt es mir einach. Die Regeln sind leicht verständlich und trotzdem gibt es noch eine ausreichende Spieltiefe für vergnügliche 60-90 Minuten.

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Frank Jaeger (AMIGO)

Re: Bohnhansa - Diskussion des Prototypen

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 25. Oktober 2002, 13:03

> Ich glaube desweiteren nicht, dass es dem Spiel
> schaden würde, wenn man das Handeln von Geld zulassen würde.

Handeln mit Geld steht bei uns ziemlich auf der Roten Liste - das wuerde dem Spiel jede Leichtigkeit nehmen, oder?

> Aufträge: Ich stimme all den Leuten zu, die vorschlugen dass
> man die Auswahl aus mehreren Aufträgen beim Nachziehen haben
> sollte.

Es darf auch nicht zu einfach werden, sonst wird nicht mehr gereist (und eingeladen). Vielleicht ist *einer aus zwei* die perfekte Loesung, aber das muss ausgiebig getestet werden.

> Bohnenverteilung: Möglicherweise sollte man die Verteilung
> der Bohnen in den Städten etwas mehr streuen. Zur Zeit findet
> man vor allem die teuren Bohnen nur in einem bestimmten
> Bereich des Spielplans. Dies führt dazu, dass man z.B. für
> eine Garenbohne, die man für einen Auftrag in Bremen braucht
> zweimal quer über den Plan reisen muss.

Ja, aber Reisen bzw. eingeladen werden ist ja ein Schluessel-Element des Spiels. Ich glaube, da hat sich Uwe Rosenberg, dessen Prototyp in seiner Grundversion uns bereits begeistert hatte, lange Gedanken zu gemacht, und sich dann fuer die jetzige Verteilung entschieden, damit das Reisen notwendig wird.

Eine Kombination aus weniger Glueck beim Auftrag Ziehen *und* eine Aenderung der Bohnenverteilung koennten das Spiel schnell ganz sinnlos machen - wenn naemlich alles klappt, brauche ich ja nicht mehr handeln oder eingeladen werden.

> Auftragspreis: Ich würde mal versuchen den Preis für
> zusätzliche Aufträge etwas zu senken auf vielleicht 7 oder 8
> Taler um sie etwas lukrativer zu machen.

Haben wir gestern im Spielekreis Darmstadt erstmals probiert - ging gut, aber fuer Ergebnisse ist es noch zu frueh.

> Da die Regeln im Moment noch nicht wirklich fixiert sind,
> bekam man zu dem ein oder anderen Punkt verschiedene
> Antworten je nachdem wenn man fragte (Die Reglen,
> Amigomitarbeiter, Uwe Rosenberg himself).

Genau - wenn alles schon fertig waere, waere es ja kein Test mehr.

Tschuess
Frank.


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