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Versteigerungsmechanismen

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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RoGo

Versteigerungsmechanismen

Beitragvon RoGo » 30. Oktober 2002, 11:29

Hallo,
ich grübel gerade, ob es noch einen nicht in Spielen verwirklichten Versteigerungstyp gibt.
Auf die Schnelle fallen mir die vier Arten in Modern Art ein,
die Vickrey-Auktion in Das letzte Paradies,
solche wüsten Geschichten, wie bei den Händlern von Genua
und die Unverbindlichkeiten in Intrige.
Gibt es ein spiel mit holländischer Auktion? (von oben runter)
Gibt es eine niedrigst Preis Auktion? (Das höchste Gebot kriegt den Zuschlag, muß aber das niedrigste Gebot zahlen)
Oder kent ihr noch ganz andere Spielarten?
Gruß
Roland

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cristinus

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon cristinus » 30. Oktober 2002, 11:44

Hallo Roland,

> Gibt es ein spiel mit holländischer Auktion? (von oben runter)

Die Kaufleute von Amsterdam von Jumbo mit einer rückwärts laufenden Uhr, auf die die Spieler bei dem von ihnen gewünschten Preis mit der Hand patschen müssen.
Insgesamt ein nettes Spiel, allerdings weiß man nie so genau,
wo man die Uhr hinstellen soll, da in der Mitte des Tisches schon der Spielplan liegt und jeder die Uhr gleich gut erreichen soll.

Im neuen Spiel aus Timbuktu "Mogul" ist ein Mechanismus, den ich vorher so noch nicht kannte: Jeder Spieler zahlt wenn er am Zug ist einen Taler in die Mitte, wenn er weiter dabei sein möchte. Wenn er aussteigt, nimmt er das Geld, das bis dahin in der Mitte angesammelt wurde.
Eine nette Idee, die aber aufgrund des knappen Geldvorrates nur bei wirklich wichtigen Karten funktioniert, ansonsten hat in unserer Runde (4 Personen) immer der das Geld genommen, bei dem 3 Taler in der Mitte lagen.

Gruss
Christian

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Marten Holst

Kaufleute von Amsterdam

Beitragvon Marten Holst » 30. Oktober 2002, 11:52

Moinle,

> > Gibt es ein spiel mit holländischer Auktion? (von oben
> runter)
>
> Die Kaufleute von Amsterdam von Jumbo mit einer rückwärts
> laufenden Uhr, auf die die Spieler bei dem von ihnen
> gewünschten Preis mit der Hand patschen müssen.
> Insgesamt ein nettes Spiel, allerdings weiß man nie so genau,
> wo man die Uhr hinstellen soll, da in der Mitte des Tisches
> schon der Spielplan liegt und jeder die Uhr gleich gut
> erreichen soll.

Und genau deswegen liegt die Uhr in der Mitte und der Spielplan eher dezentral. Daran kann man sich schnell gewöhnen.

Gewöhnungsbedürftige Grüße
Marten (dezentral)

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Christoph

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Christoph » 30. Oktober 2002, 12:14

Hi,
bei "Don" von Michael Schacht gibs auch noch was orignelles: Es werden Karten mit Zahlen von 0 bis 9 versteigert. Habe ich eine Karte ersteigert, darf die letzte Zahl meines Gebotes nicht einer Zahl entsprechen, die vor mir liegt. Liegt also eine 6 vor mir, darf ich nicht mehr 6, 16 oder 26, etc. bieten.
Andererseits teilen die Leute ein erfolgreiches Gebot unter sich auf, die Karten mit der letzten Zahl des Gebotes vor sich liegen haben.
nice auction, Christoph

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Rainer Fieseler

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Rainer Fieseler » 30. Oktober 2002, 12:18

Hi,
außer dem genannten DIE KAUFLEUTE VON AMSTERDAM hatte auch das alte (leider viel zu unbekannte ) STAMP von Amigo diesen Mechanismus. Nur war da keine Uhr dabei, sondern einer der Spieler zählte rückwärts, und man schlug auf eine "ZASTER-Glocke".

gruß rainer

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peer

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon peer » 30. Oktober 2002, 12:19

Hi,
bekannt aus der "realen Welt" sind mir bekannt, bzw. fallen mir jetzt ein:
Klassisch: Höchstes Ausrufgebot gewinnt (z.B. Kuhandel)
Holländisch: Von oben runter, erstes Gebot gewinnt (Kaufleute von Amsterdam, Stamp)
Amerikanisch (Anmerkung: Glaube nicht, dass die das da wirklich so machen, aber in unserer Schule hiess das immer so ;-) ): Man zahlt einen Dollar und die Uhr beginnt wieder bis 5 (oder bis 3) zu zählen. Wenn die Uhr tatsächlich mal durchläuft, gewinnt das letzte Gebot (also sind alle Gebote gleich hoch)
(Kein Spiel bekannt)
Briefversteigerung: Jeder ein geheimes Gebot, höchstes gewinnt (diverse Spiele, Z.B. Colorado County)
Briefversteigerung in Kombination mit klassischer Vertsteigerung - Höchstes Briefgebot ist Mindestgebot, bietet keiner, bekommt der höchste "Briefbieter" (der sonst nicht mitsteigert) den Zuschlag (Ist mir kein Spiel bekannt, wäre wohl nur sinnvoll, wenn man die Auswahl hat, ob man bei der Versteigerung teilnehmen will oder was anderes machen und "nur" Briefgebot abgibt).
"Poker" (Ja, keine Versteigerung, aber irgendwo ähnlich): Man benötigt eine Grundsumme, um im Spiel zu bleiben (Mogul, aber das bekommt man besser hin ;-) ))
Ebay-Variante: Zusätzlich zum höchsten Ausrufgebot kann man vor dem ersten Gebot auch einen Festpreis bezahlen (kein Spiel bekannt - ausser wohl dem ebay-Spiel, das ich aber nur dem Namen nach kenne)

Was mir dann noch einfällt:
Jeder nur ein Gebot, aber nacheinander (Ra, Amulett)
Festpreis, geheime Entscheidung, obs jemand will ("Verteigerung" hier im weitesten Sinne)
Und bestimmt noch mehr... ;-)

Was auffällt: Es gibt die verzicktes Versteigerungsdinger, die "in echt" eigentlich nicht vorkommen, aber mindestes zwei Versteigerungstypen die (meines Wissens) noch nicht in einem Spiel verwurstelt wurden...

ciao,
Peer

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Heinrich Glumpler

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Heinrich Glumpler » 30. Oktober 2002, 12:28

Hi,

dann gibt es noch die amerikanische Versteigerung. Das höchste Gebot gewinnt, aber auch derjenige zahlt sein Gebot, der das zweithöchste Gebot abgegeben hat (bekommt dafür aber nichts).
Typisch ist die Versteigerung eines Dollars - man beginnt mit 1 cent ... und irgendwann wird's eklig (sofern mindestens zwei Leute bieten) - mit diesem "Spiel" lässt sich fast jede Partie versauen. Das Ding ist ironischerweise spieltheoretisch interessant - für ein Spiel aber denkbar ungeeignet.

Gruesze
Heinrich

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Marc Wickel

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Marc Wickel » 30. Oktober 2002, 13:23

Diese erwähnte "Amerikanische Versteigerung" (jeder zahlt für sein Gebot 1 Währungseinheit, wer als letzter geboten hat wenn die - den Bietern unbekannte -Versteigerungsdauer um ist, erhält den Zuschlag) ist auch eher was für Benefitzveranstaltungen. Da sollen ja ein paar Euro für wohltätige Zwecke zusammenkommen. Es geht nie um hohe Beträge, weil man nur die Differenz zahlt, aber es kommt garantiert was zusammen.Ausserem können die Kinder auch mal mitbieten, weil einen Euro haben sie bestimmt, aber nicht die 12 Euro für das alte Bonanza-Fahrrad (als Bsp.) Ob das ein sinnvoller Mechanismus für ein Spiel ist, zudem man ja auch eine Uhr braucht?

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Werner Bär
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Beiträge: 450

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Werner Bär » 30. Oktober 2002, 13:35

> Gibt es ein spiel mit holländischer Auktion? (von oben runter)

1837.

Es gibt normalerweise 3 Artikel im Angebot. Diese haben einen (unterschiedlichen) Nennwert. (Bereich 100 - 185 IIRC)

Reihum wird jeder Spieler gefragt, ob er etwas davon zum aktuellen Preis (anfangs: zum Nennwert) kaufen will. Wurde reihum komplett gepasst, sinkt der Preis jeweils um 10. Reihum ist wieder jeder Spieler dran und passt (oder auch nicht). Notfalls wird der Preis weiter reduziert.

Kauft ein Spieler, bezahlt dieser den aktuellen Preis. Dann kommt (normalerweise) wieder ein dritter Artikel hinzu.

Nach einem Kauf wird wieder beim Nennwert begonnen (auch für die beiden Artikel, die es zuvor billiger gab). Beginnend mit dem Spieler nach dem Käufer, hat wieder jeder die Möglichkeit, zum aktuellen Preis zu kaufen. D.h. immer beim Spieler, der auf den letzten Käufer folgt, wird der Preis reduziert.

Theoretisch könnte ein Artikel bis auf 0 reduziert werden. Der erste Spieler, der dieses Angebot erhält, muss es annehmen. Kam aber noch nie vor.
Je nach Artikel wird bei uns üblicherweise zwischen Nennwert und 50-60 unter Nennwert bezahlt.

Werner.

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cristinus

1837 - war: Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon cristinus » 30. Oktober 2002, 16:28

Hallo,

> Je nach Artikel wird bei uns üblicherweise zwischen Nennwert
> und 50-60 unter Nennwert bezahlt.

Da habt Ihr aber deutlich staerkere Nerven als wir. Bei uns ist
40 schon die Schmerzgrenze, bei der alle zucken und dann einer
zuschlaegt.

Spiele Gruesse
Christian

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Christian Schnabel
Kennerspieler
Beiträge: 642

Re: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Christian Schnabel » 31. Oktober 2002, 00:49

Hallo,

es gibt noch den Versteigerungsmechanismus von Age of Steam/Volldampf:
Der Sieger der Versteigerung bezahlt den vollen Preis, der Zweite und Dritte den halben Preis und wer als Erster gepaßt hat, zahlt nichts (ganz gleich wie hoch sein Gebotz war)


Viele Grüße

Christian Schnabel

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Marco Aschwanden

RE: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Marco Aschwanden » 31. Oktober 2002, 12:15

"Heinrich Glumpler" hat am 30.10.2002 geschrieben:
> dann gibt es noch die amerikanische Versteigerung... Das Ding ist
> ironischerweise spieltheoretisch interessant - für ein
> Spiel aber denkbar ungeeignet.
>
Dem möchte ich vehement widersprechen, lies bitte den folgenden Eintrag:

http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=5386&t=5334

Viele Grüsse,
Marco

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Werner Bär
Kennerspieler
Beiträge: 450

Re: 1837 - war: Versteigerungsmechanismen

Beitragvon Werner Bär » 31. Oktober 2002, 12:44

>
> > Je nach Artikel wird bei uns üblicherweise zwischen Nennwert
> > und 50-60 unter Nennwert bezahlt.
>
> Da habt Ihr aber deutlich staerkere Nerven als wir. Bei uns ist
> 40 schon die Schmerzgrenze, bei der alle zucken und dann einer
> zuschlaegt.

Wie gesagt, je nach Artikel... üblich ist 20 - 30 unter.

Bei den Süd-Vorbahnen haben wir den Nennwert um 30 erhöht, da diese früher immer sofort gekauft wurden, wenn verfügbar. Jetzt gehen sie normalerweise zwischen 10 über (die 4) und 10 unter Original-Nennwert (die 3) weg.

Kohlebahnen: BH 0-10 unter, sonst meist 20-30, selten 40

Aber die reinen Gebirgsbahnen will manchmal niemand, vor allem, wenn jeder noch 90 Restgeld hat (für eine KK oder U). Dann kann das 150er-Teil schon mal auf 90 heruntergepasst werden.
Aber immer nur, wenn ich kein Geld mehr habe :-(

Werner.

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Dieter Niehoff

Re: Kaufleute von Amsterdam

Beitragvon Dieter Niehoff » 31. Oktober 2002, 17:23

Oder man plaziert die Uhr gut sichtbar vor dem "Mitspieler des allgemeinen Vertrauens". Dieser hält fix mit einem gezielten Schlag die Uhr dann an, sobals der erste in der Runde laut "STOP" ruft.

Der Vorteil: kein wildes Gefuchtel am oder überm Spielplan.

Grüsse
Dieter Niehoff

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Heinrich Glumpler

"Psychologie des Handelns" (??)

Beitragvon Heinrich Glumpler » 1. November 2002, 09:15

Hi Marco,

akzeptiert - und danke für den Link.

Meine Aussage war natürlich recht pauschal - ich wollte mir ersparen, in die Details zu gehen. Tatsächlich ist der Knackpunkt der, dass die Spieler miteinander kommunizieren ... das ist aber eine Voraussetzung, die bei der von mir erwähnten Auktion nur selten gegeben ist. Dort erhält man einen Dollar für (zunächst) 1 Cent ... sobald zwei Leute angefangen haben, dafür zu steigern, geht es typischerweise in einer Todesspirale weiter (der Dollar geht dann oft für bis zu 20 Dollar über den Tisch ... wobei einer der Kontrahenten nur deshalb aufgibt, weil er nicht mehr Bargeld dabei hat).

Von Kooperation also keine Spur.

Bei dem von dir genannten Spiel - das ich übrigens SEHR interessant finde - ist Kooperation ein wesentlicher Bestandteil.

Sobald ich das Buch wieder rausgekramt habe, in dem das sehr schön beschrieben ist ("Psychologie des Handelns" oder so ähnlich) - meld' ich mich nochmal.

Gruesze
Heinrich


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