Online-Games für Kinder: Spielen ohne Risiko

Zu Unrecht genießen Online-Spiele und Videospiele einen schlechten Ruf. Viele der Spiele haben eine positive Wirkung, machen Spaß und gelten als kindgerechter Zeitvertreib für zwischendurch. Dabei verbinden einige Games sogar den Lerneffekt mit dem Vergnügen, so dass Kinder in doppeltem Sinne profitieren.

 

Die Vorteile der Online-Spiele nutzen

Fußball-Spiele trainieren beispielsweise die Geschicklichkeit, die Strategie und die Problembewältigung. Klassische Brettspiele zielen vor allen Dingen auf den Umgang mit einer Herausforderung, das Zählen, Zusammenrechnen und vorausschauende Denken ab.

 

Bleiben die Spieldauer auf einem gesunden Maß und nimmt nicht Überhand, können sie den Alltag und das Erleben der Kinder positiv beeinflussen. Schließlich müssen sich die Spieler immer etwas einfallen lassen, um weiter voranzukommen. Sie müssen sich konzentrieren, kombinieren und rätseln, um mit einem Erfolgserlebnis, aber auch mit Misserfolg umzugehen. Einige Spiele regen sogar zu physischen Bewegungen und Sport an, wie zum Beispiel die Wii Konsole.

 

Wie lang dürfen Kinder am Tag spielen?

Dennoch sollten Kinder nicht jeden Tag stundenlang vor den Spielen sitzen und unbeaufsichtigt Gewaltspiele und Kriegsspiele zocken. Immer noch haben Eltern die Konsole und den PC in der Hand und können über kindgerechte Sicherungssysteme vorsorgen. Seriöse Spielehersteller kombinieren ihre Games mit einer Altersempfehlung. Niemals sollten Kinder über diese Empfehlung hinweg ohne Kontrolle der Eltern auf ein Spiel Zugriff nehmen.

 

Verantwortungsbewusste Eltern achten auf die Computerzeit, die konsequent einzuhalten ist. So gehört zum Beispiel fehlende Anteilnahme, Aggressivität und Isolation vom Freundeskreis zu den ersten Anzeichen übermäßiger Spielenutzung.

 

  • Experten des Bundesministeriums empfehlen Kindern von 11-13 Jahren maximal 75 Minuten online Spielspaß am Tag.
  • Kinder zwischen 3 und 5 Jahren sollte niemals länger als 30 Minuten am Tag vor dem Bildschirm spielen.
  • Bei Kindern von 6-7 Jahren gilt es, 60 Minuten täglich nicht zu überschreiten.

 

Darüber hinaus gibt es mittlerweile deutschlandweit Ansprechpartner und Profis zum Thema Computerspielsucht, so dass sich Eltern und Kinder im Ernstfall an die entsprechende Stelle wenden.

 

Surfen ohne Risiko – Initiative des Bundesministeriums

Eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt das sichere Surfen ohne Risiko im Bereich Online-Spiele mit aktuellen Kampagnen. Hier finden Eltern mehr als 1.500 sichere und kindgerechte Games in der Spieledatenbank. Doch woran erkennen weniger erfahrene Eltern geeignete Online-Spiele für Ihre Kinder?

 

In einem folgerichtigen Spielecheck sollten die Inhalte optisch kindgerecht und noch dazu anspruchsvoll dargestellt werden. Pädagogen empfehlen vor allen Dingen die Spiele, die kurzweilig sind, unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt werden. Weiterhin schneiden Games sehr gut ab, die sich mit Labels und Schwierigkeitsgraden an die Fähigkeit der Kinder anpassen.

 

Risikofaktoren im Netz ausschalten

Bildquelle: Pixabay © Solomon_Barroa

Ein enormes Risiko bilden Kontakte im Netz über eine Community. Auf diese Weise könnten Fremde Kontakt zu Kindern aufnehmen und persönliche Daten austauschen. Diese Funktionen sollten Eltern aus Sicherheitsgründen deaktivieren. Darüber hinaus sind beliebte Kinderspiele oftmals kostenlos und bringen niemals einen Bonus mit, der sich in ein paar Klicks freischalten lässt.

 

 

 

Wo finden Eltern Rat und Tipps für online Spiele

Portale, wie der Spieleratgeber NRW ausgehend von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW oder Familienportale wie moms.de liefern reichlich Tipps und Hinweise. Hier erfahren Eltern beispielsweise, wie sie sich im Netz und in den Onlinespielen zurechtzufinden. Geeignete Ansprechpartner sind Pädagogen, Experten und Erzieher, die sich eingehend mit den Inhalten und den damit verbundenen Lerninhalten auseinandersetzen. Schlussendlich kommen in den Onlinespielen Design, Anforderung, Umfang und Komplexität ebenso zum Einsatz wie Bindungsfaktoren, Inhalte und Kosten.

 

Grundsätzlich sollten Familien mit dem elektronischen Spielspaß nicht zu früh beginnen. Kinder unter 3 Jahren können oftmals noch gar nichts mit den multimedialen Inhalten anfangen. Schließlich entwickeln sich in den ersten Jahren erst die Sinne, direkt auf digitale Inhalte zu reagieren. Konfrontieren Eltern ihre Kinder zu früh mit Spiele-App, Smartphone und Tablet, geht damit mehrfach eine Überforderung einher.

 

Praktische Tipps und Hinweise zu Online-Spielen für Kinder

Kinder im Kindergarten gehören zu den Medienanfängern, die erst Schritt für Schritt an die Spiele heranzuführen sind. Hier sollten Eltern besonderen Wert darauflegen, altersgerechte Games herauszusuchen und ausschließlich gemeinsam zu nutzen. Die Apps sind keine Gelegenheit, um etwas Ruhe vor den Kindern zu haben.

 

Insbesondere Spiele mit einer Altersempfehlung kombinieren Grafik, Töne und Anforderungen angemessen zum Entwicklungsstand der Kinder. Im Prinzip reagieren viele Eltern richtig, indem sie auf ihr Bauchgefühl hören und die Veränderungen und die Reaktionen der Kinder beobachten. Dabei gilt es, alle relevanten Sicherheitseinstellungen an den mobilen Endgeräten und PCs vorzunehmen, wenn die Kinder darauf Zugriff haben.

 

Später sollten die Zugriffsdaten der Eltern vor den Kindern geschützt werden. Das bedeutet: Möchte ein Kind spielen, loggt sich ein Elternteil ein und im Anschluss wieder aus dem System heraus. So bleibt die volle Kontrolle auf Seiten der Erwachsenen. Dabei sind Online-Spiele niemals als Erziehungsmittel oder Bestrafung einzusetzen.

 

Es ist lediglich eine andere Form des Spielens – kein Grund, eine zentrale Rolle im Tagesablauf einer Familie zu bekommen. Zudem gilt es aufseiten der Eltern, für einen entsprechenden körperlichen Ausgleich zu sorgen, wenn die Kinder eine halbe bis eine Stunde vor dem Bildschirm verbringen.

 

Digitale Medien kindgerecht in den Alltag kombinieren

Mittlerweile gibt es reichlich Initiativen im Internet, nicht nur ausgehend vom Bundesministerium, sondern auch Checklisten und familienfreundliche Spieleportale, die auf die besonderen Bedürfnisse der Kleinsten eingehen. Dennoch halten alle Eltern bei den Kinderspielen die Macht in der Hand, die richtige Dosis und ein altersgerechtes Spiel für ihre Kinder zu finden, ohne sie dabei zu überfordern. Das Internet, der PC und die digitalen Geräte gehören zum Alltag und sollten als etwas Natürliches darstellen, ohne den Alltag zu dominieren.

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