Beitragvon Kathrin Nos » 22. April 2003, 17:21
Hallo Gregor,
"Gregor Breckle" hat am 22.04.2003 geschrieben:
> Nun lese ich immer wieder erstaunt von der mächtigen
> Hafen-Werft-Kombi.
In der aktuellen Diskussion ging es aber um die Zwei-Personen-Variante. Das sollte man dabei beachten.
Meine Erfahrung ist, dass man, wenn man Hafen UND Werft kauft, eher untergeht, weil man zumindest statt des zweiten der genannten Gebäude besser ein grosses Gebäude mit Sondersiegpunkten gebaut hätte.
Überhaupt finde ich, dass man die grossen Gebäude nicht zu spät kaufen sollte. Wenn man sie früh kauft, hat man die bessere Entscheidung, welches Gebäude man kauft, oder eben welches man jemand anders wegkauft.
Bei der Brettspiel-DM habe ich sehr früh die Zunfthalle gekauft, was den beiden Manufaktur-Spielern geschadet hat. Ferner hatte einer eben auf Hafen und Werft gespielt, und diesem konnte ich durch Erzeugen einer Kolonisten-Schwemme den Hahn abdrehen. Zum Schluss standen dann 10 Sonder-Siegpunkte da, die mir den Sieg gebracht haben (Markthallen hatte ich übrigens keine).
Naja, natürlich habe ich bei solchen Situationen meist eher auf der anderen, nämlich der Verlierer-Seite gesessen ;-)
> Natürlich wird das dann auch prompt
> ausprobiert. Meistens blockiert nun auch niemand bewußt
> eine solche Strategie und trotzdem hat sie mir bei den
> Spielen, in denen ich es ausprobiert habe, meist nicht viel
> gebracht, da spätestens 2 Runden danach das Spiel durch
> Kolonistenmangel zu Ende war (ich habe auch erst ein oder
> zwei Spiele erlebt, die nicht durch Kolonistenmangel
> beendet worden sind).
Meiner Erfahrung nach ist es bezeichnend für Runden mit Anfängern: Ich weiss jetzt nicht, wieviele Partien PR ich gespielt habe (und habe unser Spieletagebuch, in dem ich es nachschlagen könnte nicht zur Hand), aber so im Bereich zwei oder drei Dutzend (in allen Besetzungen von drei bis fünf Spielern), sowie 25 Zwei-Personen-Partien, werden es sein.
Gerade in Runden mit PR-Neulingen haben wir beobachtet (wir haben es in mindestens acht verschiedenen Runden gespielt, darunter häufig in den ersten Partien Leute, die es erst kennengelernt haben, die DM-RegVor nicht mitgezählt), dass bei Unsicherheit meistens der Bürgermeister genommen wird. Dies mag auch daran liegen, dass man anfangs am ehesten noch den Drang hat, alle Gebäude/Plantagen zu bewirtschaften (offene Posten sind auch auf dem eigenen Spielplan am offensichtlichsten).
Nach zwei oder drei Partien mit solchen Mitspielern gibt sich das aber i.a. schnell. (Btw: Die Bemerkung von Stephan "wenn Du vor 30 Spielen nen wirklichen Durhblick hast bist Du wirklich gut." finde ich etwas übertrieben - man kann schon nach wenigen Partien ganz gut mithalten)
> Was mache ich falsch, bzw. was läuft
> anders in unseren Spielen.
> Wird zu oft der Bürgermeister genommen?
Siehe oben: Wahrscheinlich ja (IMHO) - sollte sich aber spätestens dann geben, wenn Ihr in derselben Besetzung häufiger oder mit PR-erfahrenen Leuten spielt. In der Spielerrunde, in der wir meist spielen, ist es z.B. eher selten, dass es über Siegpunkt-Chips zuende geht. Die Mehrheit der Spieler hier neigt wohl eher zur Gebäude- oder Mischstrategie, so dass es meist über Gebäude zuende geht (gerne gehen auch in derselben Runde noch die Kolonisten aus).
Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin